5 Serien-Heldinnen aus unserer Kindheit

29. März 2017 von in

Ich schwöre euch, dass ich in meiner Kindheit und Jugend auch anderes gemacht habe, als Filme und Serien zu schauen. Wenn ich gerade nicht meine Kindheit zwischen Pflanzen, Schlamm, Dreck und in den Bergen genossen habe, saß ich aber vor dem Fernseher. Zeitvergeudung sagen die einen, Kulturprägung sage ich. Meine Leidenschaft für Filme und Serien scheint mir in die Wiege gelegt zu sein, seit ich denken kann, hege ich eine Faszination für fiktive Stories aus dem Flimmerkasten. Im Nachhinein wird mir außerdem klar, dass ich mich unbewusst besonders für Filme und Serien interessiert habe, die starke Mädchen- und Frauencharaktere zu bieten hatten. Das ist nicht überraschend, sondern ein natürliches Bedürfnis eines jungen Mädchens, sich mit abwechslungsreichen und vielschichtigen weiblichen Charakteren identifizieren zu können und sich zur Abwechslung auch mal vom eigenen Geschlecht inspirieren lassen zu können. Hier also fünf Serien-Heldinnen aus unserer Kindheit. Welche ist eure Favoritin?

Kimmy Gibbler von Full House
Full House ist in meinen Augen eine der nervigsten Sitcoms unserer Kindheit – aber eine der bekanntesten. Auch ich kam nicht drum herum und habe mir abends die Happy Family im Reihenhaus angesehen. Neben der relativ flachen Protagonisten gab es allerdings einen Charakter, der mir besonders hängen geblieben ist: Kimmy Gibbler. Die nervige Rebellin. Sie ist laut, anarchisch, bunt, hat einen schrillen Stil, keinen Sinn für Hierarchien oder Respekt vor Vorgesetzten und keine Angst vor niemandem. Kimmy Gibbler hat ansonsten keine besondere Fähigkeit, außer laut zu sein, ihre Mitmenschen in den Wahnsinn zu treiben und uns zu lehren, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen. Sie ist streng genommen der weibliche Steve Urkel und nimmt heute offiziell den Heldinnen-Platz ein, den sie verdient.

Paris Geller von Gilmore Girls
Gilmore Girls ist damals wie heute eine der besten Serien überhaupt. Sie war unangefochten in meiner Jugend das Wichtigste nach der Schule – und während ich früher vielleicht nicht reflektiert habe, wieso Gilmore Girls so wichtig für mich war, weiß ich es heute allerdings ganz genau. Die Storyline: gut geschrieben, die Charaktere: einzigartig, vielschichtig, die Konversationen: schlau und humorvoll. Paris Gellar vereint für mich alles, was Gilmore Girls repräsentiert. Sie ist ein starker, weiblicher Charakter und wird über die Staffeln hinweg neben Lane, ein weiterer Liebling der Serie, ungewollt Rorys beste Freundin. Die beiden lernen sich in der ersten Staffel in der Elite Chilton Highschool kennen und Rory, die Protagonistin der Serie, wird Paris Gellars erste ernstzunehmende Konkurrentin – und somit größte Feindin und Freundin zugleich. Paris macht sich nicht viel aus Klamotten, Make-Up, Jungs und allem, was anderen Mädchen im Teenageralter wichtig ist. Sie spricht fließend spanisch, will Karriere machen, auf die Harvard University und ist bereit, alles dafür zu tun. Sie liest mehr als Rory und ist der Inbegriff des unsympathischen Strebers. Und trotzdem muss man sie lieben – vor allem in Kombination mit Rory. Die zwei Nerd-Freundinnen ergänzen sich auf merkwürdige Art und Weise perfekt.

Haruka / Sailor Uranus von Sailor Moon
Haruka, oder auch Sailor Uranus, ist der Mädchenschwarm der Sailor-Gang. Erstmals – bis die Kriegerinnen herausfinden, dass es sich bei der androgynen Anzug-Liebhaberin und Rennfahrerin um eine Frau handelt. Haruka erfüllt keine der weiblich konnotierten Stereotypen, ist aber trotzdem in ihrer Verwandlung als Sailor Uranus deutlich als Frau erkennbar. Sie und ihre Lebenspartnerin Michiru, oder auch Sailor Neptun, kämpfen im Team gegen das Böse und machen es sich nebenher zur Aufgabe, Bunny und ihr Team immer und immer wieder aus der Patsche zu helfen. Haruka ist eine Heldin. Sie sieht nicht aus wie eine typische Frau, sie hat nicht die Fähigkeiten einer typischen Frau, viel mehr ist sie der Stereotyp eines besonders gutaussehenden und tiefgründigen Mannes, dem die Frauen verfallen sind. Das ist ungewöhnlich und neu – und es überrascht deshalb natürlich nicht, weshalb ich und meine Freundinnen früher gestritten haben, wer beim Spielen die coole Sau Haruka sein darf.

Prinzessin Fantaghirò
Prinzessin Fantaghirò sagt einem vielleicht erstmal nichts. Wer die junge Frau mit dem legendären Topschnitt sieht, erinnert sich meistens an die unscheinbare Märchen-Serie (oder auch Filmreihe). Sie gehörte zu meinen Favoriten und zwar nicht nur wegen der trashigen Szenerie, dem übertriebenen Lover oder diesem sprechenden Ball (ich erinnere mich nur dunkel, ich fand es jedenfalls schon als Kind merkwürdig). Jetzt, knappe fünfzehn Jahre später, weiß ich zum Einen, dass es sich bei der Filmreihe um ein Märchen handelt und das erklärt zum ersten Mal die Storyline für mich. Zum Anderen weiß ich jetzt, warum es mir Fantaghirò so angetan hat. Sie ist die dritte Tochter des Königs und weigert sich, sich ihrer weiblichen Rolle zu fügen. Der Vater ist empört darüber, sowohl keinen Sohn und somit Erben zu haben und eine aufmüpfige Tochter. Sie wird verstoßen und kämpft sich ab diesem Zeitpunkt alleine durch: Sie lernt Bogen schießen, kämpfen und das Überleben in der Wildnis. Die Storyline wird immer absurder, aber das ist okay, weil Märchen. Ich glaube, ich muss mir den Teil 1 jetzt direkt wieder ansehen. Was ich damit sagen will: Prinzessin Fantaghirò ist ebenso eine coole Sau.

Vivi Pfefferkörner
Okay, jeder, der die Pfefferkörner nicht gesehen hat, hat keine Seele. Oder so. Ich habe die Pfefferkörner geliebt – generell habe ich alles geliebt, was mit Rätseln und einer Detektei zu tun hatte. Vor allem aber habe ich die Pfefferkörner geliebt. Warum? Weil es da auch ein paar Mädchen im Team gab, die echt was drauf hatten. Neben Jana und Tascha gab es da Vivi, die kleine Schwester von Fiete, die das Pfefferkörner-Team irgendwann als Chefin übernehmen sollte. Sie ist ab Folge 1 dabei und ist neben Cem das rationalste Pfefferkorn. Sie lässt sich nicht von ihren Emotionen leiten, sie lässt sich nicht um den Finger wickeln und Superkräfte á la Harry Potter hat sie auch noch! Ihr roter Fleck – ich glaube, es soll eine Narbe sein – an der Stirn juckt, sobald jemand lügt. Wenn das mal nicht praktisch ist für eine echte Detektivin! Mal ehrlich. Vivi ist super, und sie macht einfach nur ihren Job.

3 Antworten zu “5 Serien-Heldinnen aus unserer Kindheit”

  1. danke, danke Amelie für diesen herrlichen Artikel!
    Dass du Haruka und Fantaghiro aufgelistet hast, hat mich gleichzeitig ueberrascht und sehr gefreut :) Hätte nicht gedacht, dass du diese Serien auch geschaut hast ^^
    ich kenne alle Heldinnen, die eine mehr, die andere weniger. Alle wecken schöne Erinnerungen!

  2. hach, so viele sind auch meine Heldinnen. Der komische Ball war übrigens ein Stein. Und wo bitte kann man die Prinzessin F. folgen anschauen? ich wäre sofort dabei.

  3. Diese komische Höhle bei Prinzessin Fantaghiro, die irgendwie an einen Mund erinnert hat.😄 Ich hab die Serie geliebt und häufig mit meiner Schwester angeschaut.🙌🏼

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