Digital Detox: hallo Kreta!

17. Mai 2015 von in

Digital Detox ist ein dermaßen widersprüchlicher Begriff, dass ich immer mit den Augen rollen muss, wenn ich ihn höre oder verwende. Es ist klar, dass das Phänomen der Ruhe und des Abschaltens genau so einen Trend- und Hypebegriff verpasst kriegt und alle auf den Zug aufspringen wollen, weil es sich so cool anhört – es sollen sogar schon Hotels in Funklöchern gebaut werden, um das bestmögliche Lifestyle-Erlebnis für die Digital-Detoxler zu gewähren.

Was Digital Detox aber eigentlich bedeutet, habe ich vor genau einem Jahr zum ersten Mal so richtig begriffen: Wirklich abschalten, und zwar nicht nur alles, was Strom braucht, sondern alles, was uns unter Druck setzt, hetzt und stresst. Dadurch wirklich, und zwar so richtig runterkommen. Und endlich mal die Ruhe über sich kommen lassen und im Moment leben. Ohne Druck, Trends und Lifestyle.

Es ist ein trauriges Zeugnis unserer Zeit, dass es dazu tatsächlich einen Ort ohne Netz und am besten auch ohne Strom braucht. Aber wer es selbst schon versucht hat, weiß, dass das Handy auszuschalten oder den Flugzeugmodus anzuschalten noch lange nicht heißt, dass man wirklich abschaltet. Die Erwartungshaltung, dass sich etwas tut, Nachrichten und Emails eingehen, ist einfach trotzdem noch da, und nach kurzer Zeit tendiert man dazu, das Ding wieder einzuschalten. Und dann geht die Spirale wieder los, man will nicht nur kommunizieren, sondern auch instagramen, posten und alles teilen, was man erlebt. Erst, wenn es wirklich nicht anders geht (und dank Datenroaming braucht man dazu wirklich einen Ort im Funkloch), dann kommt sie, die pure und echte Entspannung.

Genau so einen Ort haben wir letztes Jahr gefunden, stromlos und in einem kretischen Bergdorf ohne Empfang. Und genau dort sind Amelie und ich mit zwei guten Freundinnen jetzt, wenn ihr diesen Post lest. Eigentlich ist gerade der schlechteste Zeitpunkt, um eine Woche auszusteigen und nicht erreichbar zu sein, aber irgendwie ist ja nie der richtige Zeitpunkt für sowas. Und deshalb muss es einfach gemacht werden, um nicht durchzudrehen in dem ganzen Onlinechaos, das wir ja auch so lieben, aber das uns auch unsere Kraft raubt.

In einer Woche sind wir zurück und dann geht alles wieder normal weiter. Bis dahin haben wir einen Haufen Posts für euch vorbereitet und schalten hiermit einfach mal ab!

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8 Antworten zu “Digital Detox: hallo Kreta!”

  1. die idee ist echt klasse. das muss einfach mal sein.
    ich habe das auch vor, aber ich hab vor eine art camping zu machen in holzhäuschen.
    mal schauen, ob sich das ausgeht.

    genieß die ruhige zeit :)

  2. Man weiss, dass man ein echtes Problem hat, wenn man einen Funkloch-Ort „braucht“ um abschalten zu können. Sorry Amelie und Milena, aber selber schuld wer sich selbst mit Handy, Laptop, Erreichbarkeit etc. stresst. Ungesund und eigentlich auch einfach dumm.

    • Liebe Resa,
      unser Job ist die Online-Welt, sodass wir tagtäglich daueronline via Handy & Laptop sind. Außerdem sind wir freiberuflich, sodass es manchmal schwerfällt, die Grenzen zwischen Arbeit & Freizeit zu ziehen. Daran arbeiten wir alle, aber dank Smartphone ist die nächste Arbeitsemail eben nicht weit.
      Um wirlich abzuschalten, ist ein Ort ohne Wifi absolute Erholung. Ich weiß nicht, was daran verwerflich ist, dann bewusst an solch einen Ort zu fahren, um die absolute Erholung zu spüren. An anderen Orten ist eben das Internet nicht weit – aber natürlich können wir da auch entspannen:) Nur vielleicht nicht ganz so gut, wie an einem Ort ohne Netz. Jemand, dessen Job nicht mit Instagram & Co. verbunden ist, kann dies vielleicht nicht ganz so nachvollziehen, aber vielleicht respektieren. Liebe Grüße!

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