Digital Detox in 5 Schritten

4. April 2016 von in

Digital Detox – ein Begriff, der sich nach allem, nur nicht nach Ruhe, Stille, Einfachheit und Entspannung anhört. Viel eher klingt Digital Detox nach einem Lifestylebegriff genau aus der Welt, die das Gegenteil davon darstellt. Genau das ist der Punkt: Je intensiver man mit Medien zu tun hat, je mehr man sich von der Onlinewelt einsaugen lässt und je länger man tagtäglich mit dem Internet verbunden ist, desto intensiver wird auch das Bedürfnis nach einem Ausgleich – je radikaler, desto besser. In unseren zwei Kretareisen der vergangenen beiden Jahre habe ich zum ersten Mal ganz bewusst gemerkt, was das tägliche Onlinesein mit mir macht – und wie unfassbar gut es tut, sich dem Ganzen zu entziehen. Seitdem versuche ich, Digital Detox in meinem Alltag unterzubringen, was mir mal mehr und mal weniger gut gelingt.

Unsere Freunde von Puls haben mich letzte Woche mit einem Experiment mal wieder daran erinnert, dem Thema wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Über mehrere Tage hinweg konnte man sich Aufgaben zuschicken lassen, die einen dazu bringen sollten, weniger am Smartphone zu hängen. Ein paar davon waren leicht für mich umsetzbar, ein paar weniger leicht, und insgesamt habe ich mal wieder darüber nachgedacht, wie ich meinen Internet- und Smartphonekonsum einschränken und mir mehr Ruhezeiten gönnen kann. Hier kommen deshalb fünf kleine Digital Detox Einheiten, die für mich ganz persönlich funktionieren:

  1. Handy unterwegs in der Tasche lassen
    Dieser Tipp kam von Puls und ist eigentlich so naheliegend wie auch leicht umsetzbar: Lass dein Handy einfach mal in der Tasche, wenn du unterwegs bist. Sei es zu Fuß, mit der U-Bahn oder mit dem Auto (selbst hier hängen viel zu viele am Handy). Mit einem Smartphone in der Hand starrt man wie ein Zombie auf Facebook oder Instagram, anstatt seinem Kopf einfach mal eine kurze Reizpause zu gönnen. Wer unbedingt Unterhaltung braucht, könnte auf das gute, alte Buch umsteigen – oder den Moment einfach mal dazu nutzen, den Kopf frei zu kriegen, die Umwelt wahrzunehmen und die Gedanken zu ordnen.
  2. Flugzeugmodus-Pausen einlegen
    Das Thema Entspannung statt Langeweile ist ein Schlüssel in Sachen Digital Detox. Wir sind so reizüberflutet, dass wir im ersten Moment nicht darauf klarkommen, nicht medial zugeballert zu werden. Diese Momente kann man aber ganz einfach als bewusste Entspannung wahrnehmen, statt in Langeweile-Panik zu verfallen. So oft es geht, stelle ich deshalb den Flugzeugmodus in meinem Handy ein, wenn ich es gerade nicht unbedingt brauche. Fotos machen oder Musik hören geht trotzdem, aber die Zeit gehört nur dir selbst und keiner kann mit einer Nachricht stören. Gleichzeitig fällt auch die ständige Erwartungshaltung weg, die dich alle fünf Minuten auf das Handy schauen lässt – im Flugzeugmodus kann sowieso nichts passieren.
  3. Dinge ganz bewusst tun
    Ob es deine Arbeit ist, ein Spaziergang oder die neue Folge Girls: Versuche mal wieder, Dinge ganz bewusst zu tun, ohne das Smartphone automatisch als obligatorischen Begleiter mit einzubeziehen. Lass es in der Tasche, im Bad oder sonst wo liegen und widme dich deiner Beschäftigung ganz und gar – fällt natürlich umso leichter, je mehr Spaß die Sache macht. Beginne also am besten mit deinen ultimativen Lieblingsbeschäftigungen und weite die smartphonefreie Zeit nach und nach auch auf weniger spannende Dinge wie die Arbeit aus. Vorteil 1: Man wird produktiver und auch mit Nervigem schneller fertig. Vorteil 2: Man wird ingesamt ruhiger und rückt der Tiefenentspannung näher, weil man nicht ständig mehrere Dinge gleichzeitig tut.
  4. Apps unterdrücken & Detox Apps benutzen
    Antonia hat hier schon einmal vier Apps vorgestellt, die den Smartphone-Entzug und damit auch die Konzentration leichter machen – Spitzenreiter in Sachen Digital Detox ist die App Forest, die einen virtuellen Baum mit jeder Sekunde pflanzt, die man die Finger vom Handy lässt. Aber nicht nur explizite Detox Apps können helfen, auch die bestehenden Apps können ganz einfach abgespeckt werden: Stelle Push-Benachrichtigungen und die nervigen roten Zahlen aus, und der Blick aufs Handy wird dir viel öfter einen leeren Bildschirm anzeigen, den du gar nicht erst entsperren musst. Auch Newsletter und Spam-Mails sind Lebenszeit, die keiner braucht und die du viel besser nicht damit verschwenden solltest, dein Postfach zu checken.
  5. Auch mal anrufen
    Das ständige Chatten verleitet uns ganz automatisch dazu, immer aufs Handy zu schauen, immer die nächste Nachricht zu erwarten und automatisch nervös zu werden, wenn wir ein, zwei Stunden lang das Handy in der Tasche lassen. Klar ist der ständige Kontakt über Whatsapp eine schöne Sache, wenn man so richtig was zu sagen hat, ist allerdings ein Anruf die bessere Variante (auch, wenn wir alle mittlerweile Telefonphobiker geworden sind). Das hat drei Gründe: Man widmet sich ausschließlich einem Menschen und entspannt damit wieder das multitask-gestresste Hirn, man bekommt direkte Antworten ohne lange „ist da schon die Antwort auf dem Display“-Check-Pausen und die Kommunikation ist ganz einfach fast so gut wie bei einem echten Treffen, und das ganz ohne Emojis – wieso ist das Telefonieren überhaupt so aus der Mode gekommen? Die Steigerung des Anrufs ist folglich ein echter Besuch beim Kommunikationspartner – und das am besten ganz ohne Smartphone.

Viel Spaß beim Detoxen – und immer her mit euren Erfahrungen!

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