Filmtipp: Roller Girl

6. Oktober 2016 von in

Ich habe eine Schwäche für Teeniefilme. Es ist vielleicht der Ausgleich meines nüchternen Blicks auf die Liebe, mein Pragmatismus in Beziehungen oder vielleicht kann man diesem Hobby keine tiefergehende Bedeutung zusprechen. Manchmal gibt es für mich aber nichts Besseres, als mich in mein Bett zu setzen, Tee zu trinken und Teenies die Highschool hassen zu lassen. Viele Erwartungen habe ich natürlich nicht, weshalb ein Teeniefilm ein Highlight ist, wenn er in irgendeiner Art und Weise aus dem Schema fällt. Netflix hat eine dürftige Filmauswahl, weshalb ich mich eines Abends für Roller Girl entschieden habe. „Wird schon nicht so schlecht sein“, habe ich mir gedacht, „Ellen Paige ist auch dabei“, habe ich mir danach gedacht, weil ich mag Ellen Paige und irgendwie hat sie noch nie in einem besonders schlechten Film mitgespielt, wenn ich mich recht erinnere.

Roller Girl dreht sich um Bliss Cavendar (Ellen Paige), eine Highschoolschülerin aus Texas, die mit ihrer besten Freundin aus dem Raster fällt und nicht das erfüllen kann, was sich ihre Mutter für sie erhofft. Das wird ganz schnell in einem Beauty Contest klar, an dem Bliss mit knallblauen Haaren teilnimmt. Sie begegnet bei einem Kauf von Doc-Martens-ähnlichen Schuhen den Roller Derbys, die Flyer für sich verteilen und besucht das Roller Derby Event heimlich mit ihrer besten Freundin Pash und verliebt sich. Natürlich auch in einen Jungen, aber hauptsächlich in den Sport Roller Derby selbst. Ihre heimliche Karriere beginnt.

Die Storyline ist vielversprechend (Mädchen wird gut in irgendeinem ungewöhnlichen Sport), aber noch viel besser gefällt mir die Umsetzung. Wieso er so empfehlenswert ist? Deshalb. (Vorsicht, Spoiler Alert)

– Roller Derby ist ein Sport, der hauptsächlich von Frauen ausgeübt wird und der, untypisch für Frauensport, ziemlich aggressiv ist, für den man Schmerzen auf sich nehmen muss und der anspruchsvolles Training erfordert

– Das Roller Derby Team ist unglaublich cool. Die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein und sie sind Kick Ass. Ein weiteres Highlight: Eve spielt auch mit.

– Man versteht, wieso sich Bliss und Oliver ineinander verlieben

– Man versteht, wieso sich Bliss und Oliver trennen: Bliss beendet die Beziehung, weil Oliver sie auf seiner Band-Tour nicht einmal zurück gerufen hat in einer Zeit, in der Bliss ihn wirklich gebraucht hätte

– Das Roller Derby Team von Bliss verliert am Ende bei den großen Meisterschaften und wird Zweite

– In der Schlussszene sitzt die Protagonistin alleine auf dem Dach ihrer alten Arbeit in Texas, sieht in die Ferne und lächelt. Eine gute Schlussszene, wenn man bedenkt, dass Teeniefilme normalerweise mit glücklichen Pärchen oder lachenden besten Freunden enden

 

3 Antworten zu “Filmtipp: Roller Girl”

  1. ich finde den Film „The Spectacular Now“ unglaublich schön, genauso wie „the Perks of Being a Wallflower“ – etwas abseits der Genreklischees ;)

  2. Sorry, dass ich hier so reinschneie, aber nachdem ich gerade „Roller Girl“ beendet habe und Fan bin, habe ich per Google Gleichgesinnte gesucht; denn die Bewertungen in IMDB und TheMovieDB.org finde ich viiieeeel zu gering (6,9/10 und 67%)!
    Ich fand den Film nämlich auch sehr gut. Er ist ein bisschen so, wie ich mir Drew Barrymore als Mensch vorstelle: verletzlich, aber stark, bodenständig, aber kein bisschen spießig und voller Wärme und Optimismus. (Ja, ich gebe zu, mein Bild von Drew ist ein bisschen verklärt.)

    Für mich die schönste Botschaft (wie dein Punkt 5) des Films: Nummer zwei zu sein ist voll okay (selbst wenn es nur 2 Teams gibt), solange man tut, was man gerne tut.

    Auch gut finde ich, dass Männer nur Nebenrollen spielen. Insofern ist es ein feministischer Film, dem man das aber gar nicht anmerkt: Auch die arschigen Männer werden fair behandelt.
    (Die Hauptdarstellerin heißt übrigens Ellen Page, nicht Paige. Den Hinweis kannst du gerne löschen.)

    Und jetzt werde ich mir noch einen von Sophies Tipps geben. Die sind beide immer noch auf Netflix. Nach so langer Zeit! Yay! :-)

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