Fit Rate: Münchens Yoga Studios im Test

19. März 2017 von in

Foto: thanks to Daria Daria

Neulich erzählte mir eine Freundin beim Sonntagskaffee, sie würde gerne mehr Sport machen. Zugegeben, das erzählt mir fast jede Freundin beim Sonntagskaffee und auch beim Freitagswein, aber in diesem Fall macht meine Freundin eigentlich bereits Sport – aber halt nur so halbherzig. Sie gehört zu den ambitionierten Sportlerinnen, die aus ihrem kleinen Schlafzimmer ein Yogastudio basteln und anhand irgendwelcher Youtube-Videos, die ihnen von irgendwelchen Bloggerinnen empfohlen wurden, nach oben und unten schauende Hunde praktizieren. Totaler Quatsch sage ich dann, denn Yoga sollte man vor allem zu Beginn in einem Studio machen. Die Übungen sind schwerer als man denkt, die Atemtechnik spielt eine wesentliche Rolle und mal ehrlich – keiner ist unbeobachtet und allein zu Hause sonderlich streng mit sich.

Yoga Studios also. Da gibt es natürlich viele und für diejenigen, die keine Bewertungen auf Yelp vergleichen möchten, habe ich dank Fit Rate, einer Sportflatrate in München, drei Yoga Studios in München getestet und versucht herauszufinden, in wie fern sie sich unterscheiden und welches Studio für welchen Sporttyp geeignet wäre.

Jivamukti

Jivamukti ist eines der bekanntesten Yogastudios Deutschlands. Es ist bekannt für sein auspowerndes Yoga, das zwar Atemtechniken und Meditation inkludiert, den Fokus aber trotzdem auf den Körper legt. Aufgrund seiner Bekanntheit kann man beim Jivamukti mit einem relativ großen Ansturm rechnen – deshalb empfehle ich, mindestens 15 Minuten früher dort zu sein, wenn nicht sogar noch etwas früher. Ich mag das Studio am Gärtnerplatz, obwohl das Studio jedes mal prall gefüllt ist. Das liegt aber weniger am Studio selbst, sondern an einem bestimmten Lehrer: Michi Kern. Er wurde mir von einer anderen Yogalehererin von mir empfohlen, die ich sehr gerne mag und schätze. Seine Stunden sind extrem abwechslungsreich, amüsant, anstrengend, auspowernt und lassen einen an die Grenzen gehen. Seine Stunden machen Spaß und sind bisher die effizientesten, die ich bisher hatte – zumindest vom körperlichen Aspekt her. Der Geist findet hier allerdings nicht seine Ruhe – und auch hier gilt: totale Anfänger sollten Michis „All Level“ Kurse zumindest im ersten Halbjahr vermeiden.

Patrick Broome

Ich habe das Patrick Broome Studio am Odeonsplatz besucht. Es ist geräumig, relativ edel und man sieht, dass es sich dabei um die schickere Yoga-Variante handelt. Patrick Broome gehört zu den bekanntesten Yogalehrern Münchens, er trainiert den FC Bayern und ist der Star unter den Yogis – dementsprechend selbst leider eher selten vor Ort. Wer es zu einer Stunde von Broome selbst schafft, kann sich auf eine auspowernde und sehr intensive Yogastunde freuen – gemeinsam mit vielen anderen Yogalehrern, die seine Stunde als Schüler besuchen. Wer bereits seit mindestens einem Jahr halbwegs regelmäßig trainiert und Lust auf neue Herausforderungen hat, der sollte unbedingt bei Broome vorbeischauen – es lohnt sich! Anfänger allerdings sollten vielleicht für den Start ein anderes Studio suchen, das für den Start weniger abschreckend wirkt.

Mahashakti

Im Mahashakti fing für mich alles an. Vor eineinhalb Jahren habe ich das Studio von Veronika Drössel eingeschüchtert und unsicher besucht. Am Empfang begrüßte mich die Inhaberin und ich erklärte ihr, dass ich zwar bereits leichte Sporterfahrung hätte (also eigentlich keine), aber noch nie Yoga gemacht habe. Ihr Studio ist ziemlich klein im Verhältnis zu den anderen Studios – im Schnitt trainiert man hier mit ungefähr zehn anderen Besucher*innen. Veronika ging sehr auf mich ein und erklärte mir von Anfang an Step by Step wie ich mich zu bewegen hatte, wie ich richtig Atme und gab mir Tipps und Tricks. Ich wäre bei den anderen Studios für den Start wahrscheinlich untergegangen – und zwar nicht, weil die Stunden im Mahashakti so einfach wären, sondern weil man im Mahashakti in meinen Augen die beste Beratung bekommt, weil auf einen eingegangen wird und man rundum lernt – der körperliche Aspekt wird hier genauso groß geschrieben wie der geistige.
Meine liebsten Trainerinnen sind hier Veronika selbst, Denise und Kati. Mahashakti ist und bleibt mein liebstes Yogastudio in München sowohl als Anfänger, als auch als Fortgeschrittene – obwohl ich mir weiterhin gerne Abwechslung und Inspiration in den anderen Studios hole!

Eine Antwort zu “Fit Rate: Münchens Yoga Studios im Test”

  1. Om liebe Amelie,

    ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass es bei Jivamukti Yoga sehr gute Anfängerstunden gibt, in denen ganz genau auf den Aufbau der Asanas und die Atmung, sowie bereits ein Stück auf Yoga Philosophie eingegangen wird. So umfassend und detailliert, wie die Basic Stunden im Berliner Jivamukti Studio, habe ich Unterrichtseinheiten bis jetzt nicht mehr erlebt.
    Außerdem gibt es bei ihnen einen wechselnden ‚Fokus des Monats‘, der durch Mantras und kurze Vorträge in die Klassen integriert wird und über den man tiefer in die Philosophie eintauchen kann.
    Es kommt natürlich immer auf den/die Lehrer/in an und was man selbst daraus macht, aber dass Jivamukti den Hauptfokus auf das Körperliche legt, sehe ich nicht so.
    Sie sind obendrauf noch sehr engangiert, was Tierschutz angeht.

    Im Berliner Studio habe ich unheimlich inspirierende Lehrerinnen gefunden, dich ich selbst im Ashram das ein oder andere Mal vermisst habe.
    Das macht schon sehr viel Sinn, wie sie die Klassen aufeinander aufbauen. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, sich das genauer anzuschauen.

    Damals gab es sogar noch Sanskrit-Unterricht im Programm. Den scheint es aber nicht mehr zu geben. Schade!

    Das war es von meiner Seite :-)

    Om

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