Jessica Dettinger form of interest münchen

Jessica Dettinger: Über Mode, Kunst und Inhalte

13. Januar 2016 von in ,


Jessica Dettinger und ihr Label Form of Interest. sind aus München nicht mehr wegzudenken. Erst hörte man im Rahmen von Ausstellungen und temporären Installationen auf der Stroke oder Art Muc immer wieder von ihr, dann organisierte die Künstlerin und Modedesignerin zusammen mit ihrem Freund mit dem “Labor für magischen Realismus” kurzerhand eigene experimentelle Kunsträume. Momentan sind ihre Pullover, ob gesprenkelt, mit Palmen und Sternen bemalt oder glitzernden Formen bestickt, in aller Munde – höchste Zeit, Jessica einen Besuch abzustatten und mit ihr über Inhalte in Kunst und Mode zu sprechen!


Jessica ist keine klassische Modedesignerin, auch wenn sie seit ihrem Studium als Color & Trim Designerin bei BMW arbeitet. Anstatt sich an flüchtigen Trends zu orientieren, interessieren sie mit “Form of Interest.” tatsächliche Inhalte. Ihr Label ist ein Gesamtkonzept, das über Mode hinaus geht. Jessica interessiert sich für Zeitströme, für Mode über Kleidung hinaus, für Genderfragen und Kleidung als künstlerisches und genderloses Objekt.

Form of Interest. drückt genau das aus – nicht das reine Interesse an Form, sondern Mode als eine Art und Weise des Interesses für etwas. Weil der Name auch heute noch passt, hat Jessica ihr Label, das sie im sechsten Semester des Modedesign-Studiums gründete, nie umbenannt. Dass es das Label über das Studium hinaus heute überhaupt noch gibt, war eher Zufall – manche Dinge sollen eben sein. Genau wie die Sache mit den Pullis. In sechs Läden werden Jessicas Stücke deutschlandweit bisher verkauft, einen Onlineshop gibt es nicht. Wer ein Teil kaufen will, nimmt Kontakt mit ihr auf und bekommt kurz darauf ein Unikat von Jessica.

Eigentlich besprenkelte sie ursprünglich relativ spontan ein T-Shirt, eine Strumpfhose und eine Hose als Zusatz für eine Fashion Show Ende 2014. Kurz darauf folgte ein Pullover für einen Freund, der dieselben Sprenkel bekam – sie postete ein Foto, und so ging alles los. Inzwischen gibt es mehrere Designs, das „Eishorn“ wird am meisten gekauft. Es geht dabei jedoch nicht um das große Produktionsgeschäft. Jedes Teil ist handgenäht, selbstgemacht, teilweise sogar selbst bemalt und ein absolutes Unikat. So läuft es nicht nur bei den Pullis – jeder Entwurf von Jessica ist in den verschiedensten Stoffen verfügbar, die einen einzelnen Schnitt immer anders wirken lassen können.

Da kommt sie wieder heraus, die klassische Modedesignerin: Drapieren ist Jessica beim Entwerfen eines Kleidungsstückes wichtig, sie formt es an der Puppe, dann kommen verschiedene Materialien ins Spiel, manchmal sogar in einem Teil kombiniert. Ihre Herangehensweise erinnert an die Japaner, Rei Kawakubo oder Issey Miyakes Skulptur-Kleidung. Oversize ist das Markenzeichen von Form of Interest., nicht das Nachformen von Körpersilhouetten.

Mit Jessica über Mode zu sprechen ist ein bisschen, wie in einem richtig guten Uniseminar zu sitzen. Es geht um Diskurse, Fragen und Tiefgang statt um Trends und Flüchtigkeiten. Ihre Mode ist ein Gesamtkonzept mit Inhalt – etwas, das viel zu selten mehr im Modebusiness zu finden ist. Auf Jessicas Seite findet man übrigens nicht nur alle Form of Interest.-Fotostrecken, sondern auch ihre künstlerischen Arbeiten: Collagen, Videos und sogar ihre Bachelorarbeit „Entmaterialisierte De Humanisierung“.

Bestellungen laufen am besten über Facebook oder gehen direkt an Jessica.Dettinger @ gmx.de!

Alle Beiträge zum Thema München/Kunst

Facebook // Bloglovin // Instagram // Twitter

7 Antworten zu “Jessica Dettinger: Über Mode, Kunst und Inhalte”

  1. Toller Beitrag. Ich liebe solche Vorstellungen mit Blick hinter die Kulissen. Tolle Fotos, tolles Feature. Und lustigerweise habe ich sie selbst erst im Dezember entdeckt, als einige ihrer Unikate bei einem Pop-Up Store in Wien ausgestellt wurden. Ich habe mir natürlich gleich einen dieser oben genannten besprenkelten Pullis nehmen müssen <3 Umso spannender ist es, jetzt einmal die Person hinter dem Label zu sehen!

    Liebe Grüße,
    Pixi.

  2. Interessante Person, leider bleibt der Text sehr an der Oberfläche und geht über das bloße Beschreiben nicht hinaus – ich hätte mir noch mehr Infos zu ihrer Motivation, ihrer Arbeitsweise gewünscht. Warum nicht auch mal ein Interview komplett einstellen??

Schreibe einen Kommentar