Reisen: Der große Aruba-Travelguide

13. Oktober 2017 von in

Dass dieser Traum nur ein paar Wochen her sein soll, das will mein Herz nicht so ganz glauben. So weit, wie a von zu Hause entfernt ist (8350 Kilometer), so weit weg fühlen sich diese verzauberten Tage mit der unglaublich warm-feuchten Luft, der heißen Sonne, dem glasklaren Wasser und den schneeweißen Sandstränden an. In die Karibik zu reisen war schon immer ein Traum von mir, und vor ein paar Wochen ist er in Erfüllung gegangen. Die Reise nach Aruba werde ich mein Leben lang nicht vergessen, und möchte euch heute alles davon erzählen – und jeden Tipp mitgeben, wie das Ganze kein Traum bleiben muss.

Die Karibik ist im Vergleich zu Asien meist weitaus teurer, was sowohl die Flüge auf die kleinen Inseln, als auch die Lebensmittelkosten angeht. Aber trotzdem gibt es ein paar Tricks, und selbst Aruba ist auch mit kleinerem Geldbeutel machbar. Hier ist tatsächlich alles geboten – die luxuriösesten Flitterwochen-Resorts, All-Inclusive-Hotels mit amerikanischer Touristenmeile vor der Haustür, entspannte Surf-Unterkünfte aber auch günstige und gemütliche Airbnbs. In den zwölf Tagen auf der Insel durfte ich von allem etwas kennen lernen, und möchte euch hier einen Rundumblick geben, was auf Aruba möglich ist – und was für euch passt, kann sich jeder selbst herauspicken!

Flüge

Die erste große Hürde für eine Reise in die Karibik sind die Flüge. Große Inseln wie die Dominikanische Republik oder Kuba sind noch am ehesten machbar, bei den kleineren und unbekannteren Inseln zahlt man aber schnell sehr viel mehr. Aruba ist eine dieser kleinen Inseln, allerdings gehört sie wie Bonair oder St. Maarten zum Königreich der Niederlande und wird deshalb einmal täglich von Amsterdam aus angeflogen – jeweils als Zwischenstopp mit Endstation Bonair. Für den Flug meines Freundes haben wir 650 Euro hin und zurück gezahlt, inklusive der Flüge München-Amsterdam. Da Aruba zu den „Inseln unter dem Wind“ zählt, den drei Inseln vor der Nordküste Venezuelas, werden sie von Hurricans verschont – im Rest der Karibik ist von Juli bis November dadurch Nebensaison. Auf Aruba ist das ganze Jahr über Saison, weshalb man sich, wenn man zeitlich flexibel ist, einfach die günstigsten Flüge heraussuchen kann. Am meisten los ist auf Aruba übrigens im Winter, denn da ist Kreuzfahrt-Hochsaison, und die Insel ein beliebter Stopp für die großen Dampfer.

Unterkunft

In Sachen Unterkunft gibt es auf Aruba wirklich alles. Lange war die Insel wenig touristisch, seit den 80er-Jahren wurde der Tourismus zur  immer wichtigeren Einkommensquelle der Insel – allerdings sollte die Natur nicht vom Massentourismus zerstört werden. Deshalb gibt es mit der Palm Beach Area nur einen sehr touristischen Strandabschnitt, an dem sich ein großes Hotel an das nächste reiht. Für alle anderen Hotels gelten strenge Auflagen wie ein Mindestabstand zum Strand, eine bestimmte Gebäudehöhe und eine geringe Anzahl von Zimmern. Dadurch soll vor allem der exklusivere Luxustourismus gefördert werden, der die Natur schützt – durch Airbnb gibt es aber auch viele wunderschöne Privatunterkünfte, die völlig bezahlbar sind.

Unsere Unterkunft für die erste Woche waren die Sunset Beach Studios, eine kleine, privat geführte Anlage mit nur 13 Apartments, die nur durch eine Straße vom Meer entfernt sind und einen gemeinsamen Pool und Whirlpool im Garten haben. Einen Strand gibt es hier allerdings nicht und ins Wasser kann man durch viele spitze Korallen nicht gehen, fußläufig sind aber sowohl nach links als auch nach rechts Sandstrände erreichbar. Die Apartments haben jeweils ein Doppelbett, eine kleine Küche, einen Schrank, ein Sofa und ein Bad mit Dusche, außerdem eine kleine Terrasse mit einem Tisch den gemeinsam nutzbaren Garten. Schnorchelequipment und Luftmatratzen können ausgeliehen werden.

Im zweiten Teil der Reise haben wir uns dieses Airbnb gemietet, ebenfalls ein Apartment mit kleiner Terrasse, in einem Wohnviertel und auf dem Nebengrundstück eines unglaublich freundlichen pensionierten Lehrers, dessen Kinder zum Studieren nach Europa gegangen sind – ein Privileg, den die Einwohner Arubas erst seit den 90er-Jahren haben! Robert stattet all seine Gäste mit einem Prepaid-Handy aus, mit dem man ihn immer erreichen kann und ist so hilfbereit, dass er uns sogar zum Supermarkt gefahren hat. Diese Unterkunft liegt fünf Minuten zu Fuß vom Strand entfernt, leider aber vom Beginn der touristischen Palm Beach Area. Mit dem Bus oder Fahrrad, das man kostenlos bei Robert leihen kann, ist man aber auch schnell am schönen und riesigen Eagle Beach, an dem man immer ein ruhiges Plätzchen findet.

Auf Aruba heiraten fast täglich Paare am Strand, also ist die Insel auch ein sehr beliebtes Honeymoon-Ziel. Dafür gibt es natürlich auch die richtigen Unterkünfte, zum Beispiel die privaten Ocean Villas des Old Man and The Sea Hotels, bei dem wir einen Zwischenstopp einlegten. Die Suiten sind umwerfend schön und liegen einzeln auf dem Wasser, der zugehörige Strand ist voller tropischer Palmen und Hängematten. Ein wunderschöner Ort für einen besonderen Anlass.

Essen und Trinken

Achtung: Lebensmittel sind auf Aruba wahnsinnig teuer. Im Supermarkt zahlt man locker das Doppelte als in Deutschland, im Restaurant eher das Dreifache. In der ersten Woche wurden wir in die schönsten Restaurants eingeladen, die man bei einem low-budget-Trip besser von der Liste streicht. Im Supermarkt kann man sich mit allem Nötigsten eindecken, ein Airbnb mit Kochnische ist da eine gute Idee. Übrigens kann man auf Aruba überall mit US-Dollar bezahlen, die einheimische Währung ist der Florin.

Frisches Essen für zwischendurch gibt es im Garden Fresh Café, hier kann man sich bezahlbare Bowls mixen, Smoothies trinken oder Burritos zusammenstellen. Auch sehr beliebt ist Eduardo’s Beach Shack, ein Stand am Strand mit Smoothie Bowls, Juices, Smoothies, vielen Früchten und Granola.

Das atemberaubendste Restaurant war das Barefoot Restaurant am Surfside Beach. Es befindet sich zwischen Palmen, weißem Sandstrand und ein paar Booten auf dem Meer, und als wir dort waren, ging die Sonne feuerrot über der gesamten Kulisse unter. Man sitzt an wunderschönen Tafeln, hält seine Füße barfuß in den Sand und isst Gerichte wie Jakobsmuscheln mit Vanilleschoten. Ein unreal-schönes Erlebnis!

In St. Nicolaas im Süden der Insel gibt es mit Charlie’s Bar außerdem ein kleines, wild eingerichtetes Surfer-Restaurant mit dem weltbesten Rinderlenden-Spieß aller Zeiten. Von der Erdnusssoße träume ich heute noch, die Preise sind hier auch erträglicher.

Die schönste Restaurant-Location findet sich außerdem ganz im Norden an der Spitze der Insel. Das Faro Blanco Restaurant liegt gleich neben dem Leuchtturm und hat den allerschönsten Ausblick auf den Sonnenuntergang. Die Terrasse ist gesäumt von Palmen und weißen Säulengeländern und es gibt Pizza, Pasta und die beste Lasagne der Insel.

Ausflüge

Mit dem California Leuchtturm kommen wir schon zu den Ausflügen – die Insel bietet einen Haufen spannender Ziele, die man am besten mit einem Mietwagen erreicht. Der Leuchtturm ist das Wahrzeichen der nördlichsten Spitze und ein sehr schöner Ort für einen Sonnenuntergang.

Nicht verpassen sollte man auf Aruba natürlich die Aloe-Plantagen. Seit 1890 wird auf der Insel Aloe Vera angebaut und noch heute ist die Pflanze wichtiges Exportprodukt. In der Aloe Factory werden Sonnencremes, Pflege- und Badeprodukte in Lush-Optik per Hand gefertigt und wir waren die ganze Reise über dankbar für das Aloe After Sun, das die Haut jeden Abend gekühlt und gepflegt hat.

In der Nähe der Hauptstadt Oranjestadt liegt die kleine Butterfly Farm, die mit noch mehr tropischer Luftfeuchtigkeit und den schönsten und größten Schmetterlingen auf einen wartet. Auf bunten, riesigen Blüten und im gesamten Garten fliegen die bunten Schmetterlinge herum, es gibt riesige Raupen und verrückte Pflanzen zu sehen – den schönsten Schmetterlin habe ich im Video eingefangen!

Auch die Hauptstadt Oranjestadt an sich ist einen Ausflug wert, besonders schön sind die pastellfarbenen Häuser im Kolonialstil und die alten Straßenbahnen, die durch die Stadt fahren. Die Gegend um den Hafen mit den vielen Kreuzfahrtschiffen habe ich eher gemieden, denn sie ist ziemlich touristisch und voll.

Hier direkt am Hafen befindet sich allerdings das Renaissance Aruba Hotel, das der Insel eines seiner Wahrzeichen beschert hat: Die Flamingos. Zum Hotel gehört eine eigene kleine Insel, auf die man als Hotelgast kostenlos und als Besucher für 100 Dollar per Boot fahren kann. An dem künstlich angelegten Sandstrand leben die Flamingos und werden den ganzen Tag über von Touristen fotografiert und gefüttert – eine Sehenswürdigkeit, die es sich lohnt, auszulassen!

Die dem Wind zugewandte Nordseite der Insel ist nicht nur wegen ein paar besonders spektakulärer Strände einen Ausflug wert, sondern auch wegen dem Arikok Nationalpark und seiner zahlreichen Höhlen an der Küste. Im Nationalpark wurde das erste Gold gefunden, was Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem vorrübergehenden Goldrausch führte. Die Fontein Caves führen tief in den Felsen hinein und an manchen Stellen fällt die Sonne durch Löcher in der Decke!

Ein wunderschönes Erlebnis ist außerdem ein Sonnenaufgang an der Alto Vista Kapelle: Hier, an der ersten christlichen Kapelle der Insel, die mitten in der Natur und leicht erhöht steht, hat man einen atemberaubenden Blick auf die Ostküste und die aufgehende Sonne. Und einmal im Monat, wie an genau dem Tag, als wir dort waren, findet zum Sonnenaufgang eine Messe statt. Mit Kirchengesängen der Menschen. Gänsehaut!

Strände

Oh ja, die Strände. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele atemberaubende Strände in so kurzer Zeit gesehen. Weißer Sand und türkises, badewannenwarmes Wasser, klar, das erwartet man in der Karibik. Dass die Strände so unfassbar schön waren, solche Emotionen in mir auslösen würden, habe ich nicht gedacht. Die meisten, typisch weißen und weitläufigen Sandstrände findet man an der Südwestseite Arubas, die Nordostseite ist dagegen Steiniger – aber auch hier gibt es Perlen zu entdecken!

Der für mich wohl schönste Ort der Welt, den ich bisher zu Gesicht kriegen durfte, ist die Mangel Halto Lagune. Hier ziehen sich zerklüftete Felsen und kleine Sandstrände an der Lagune entlang, die in einem Mangrovenwald mit vielen kleinen Stränden mündet. Auf der einen Seite wartet ein großer, weißer Sandstrand mit kleinen Hütten (der auch noch immer fast leer war), auf der anderen Seite geht es durch die Mangroven in türkises Wasser, das plötzlich tiefer wird und einen zu einem Schiffswrack treibt. Schnorchelt man weiter, findet man sich plötzlich über einem riesigen, bunten Korallenriff wieder – diese Erfahrung kann ich kaum in Worte fassen, im Video seht ihr all das besser:

Der Eagle Beach war in der zweiten Woche unser Lieblingsstrand, denn er ist so riesengroß, breit und lang, dass man hier immer ein schönes Plätzchen unter einem Strohschirm findet, den man sich alleine oder mit Liegen mieten kann. Am nördlichen Ende des Eagle Beaches stehen die zwei berühmtesten Exemplare der Divi-Divi-Bäume, ein Wahrzeichen Arubas. Dieser Strand hat übrigens schon mehrmals die Auszeichnung des schönsten Strandes der gesamten Karibik erhalten!

Ganz im Süden befindet sich der Baby Beach, der auch für Kinder wunderbar zum Plantschen geeignet ist, weil er ganz lange nicht tief wird. Das Wasser ist hier gefühlt noch wärmer als sonst schon überall, und man hat absolut keine Hemmungen, ins Wasser zu gehen. Auch sehr schön: Der Baby Beach ist gesäumt von Bäumen, die Schatten spenden, und direkt am Strand dürfen keine Hotels gebaut werden.

Weitere Strände an der Südwestseite der Insel sind der Arashi Beach weiter im Norden, vor dem das große Schiffswrack MS Antilla liegt, der Palm Beach mit vielen Hotels und Bars, der aber vor allem am nördlichen Ende auch sehr erträglich ist, der Surfside Beach mit dem Barefoot Restaurant und der Manchebo Beach am südlichsten Ende des Eagle Beaches, das den breitesten Traumstrandabschnitt der Insel bildet.

Mein Highlight an der steinigeren Nordostküste waren Dos Playa, ein zweiteiliger Strand zwischen Felsenklippen, von denen wir dank Marion&Raffael die schönsten Drohnenaufnahmen bekommen haben – und übrigens auch das Schnorchel-Titelbild! Auch ein extrem beeindruckender Strand war Boca Grandi, ein sehr windiger Surf-Strand, an dem weit und breit keine Zivilisation zu finden ist – außer ein riesiger Gefängniskomplex, der über allem thront.

Schnorcheln ist auf Aruba sehr zu empfehlen, sowohl in der Mangel Halto Lagune, als auch auf einem Jolly Pirates Segeltrip – man ist zwar ein paar Stunden mit einigen anderen Touristen auf einem Schiff, macht aber an drei fabelhaften Schnorchelspots Halt. Das Highlight ist das schon erwähnte Schiffswrack MS Antilla, das zu weit draußen liegt, um hinzuschwimmen – ein Schiff ist also nötig. Das Wrack hat es dann aber in sich, es wimmelt von verschiedensten Fischen und der Anblick ist überwältigend!

Zum Schluss noch ein Video aus Mangel Halto, wo man übrigens auch wunderbar Kajakfahren kann. Sylvia, von der ich den zweiten Teil der Drohnenaufnahmen bekommen habe (vielen Dank dafür!) hat hier noch ein wunderbares Video gedreht, das ich euch zum Abschluss nicht vorenthalten möchte. Und damit wünsche ich jedem, den es jetzt gepackt hat: Viel Spaß auf Aruba!

5 Antworten zu “Reisen: Der große Aruba-Travelguide”

  1. so so schön! Ich war schon zweimal in der Karibik und jedes mal habe ich es geliebt – Aruba kenne ich nicht, aber der Bericht klingt traumhaft und eure Bilder sind es auch!

  2. Ich werde im April mit einem Freund nach Aruba fliegen.
    Wir sind gerade am überlegen, ob wir 2 oder 3 Wochen dorthin fliegen sollten ?
    Vielleicht kann uns jemand einen Tip geben, wenn man mal das benötigte Geld außer Betracht läßt.
    Vielen Dank !

    Alex

    • Lieber Alex,
      Mit Mietwagen kann man auch ganz wunderbar 3 Wochen auf Aruba verbringen, allerdings ist die Insel wirklich relativ klein, und man kann auch in zwei Wochen alles sehen. Das ist also wirklich eine individuelle Entscheidung!

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