Review: La Mer The Revitalizing Hydrating Serum

22. Februar 2017 von in

La Mer ist die oberste Schaumkrone unter den Luxus-Beautybrands. Bisher kannte ich die Produkte nur aus schimmernden Top Shelves internationaler Into-The-Gloss-Beauties oder aus Gwyneth-Paltrow-Sphären und bezweifelte, jemals die exorbitanten Preise für etwas aus der La Mer Riege hinzulegen und damit auch niemals in den Genuss eines dieser Wundermittelchens zu kommen. Bis vor Kurzem ein quaderförmiges Päckchen vor meiner Tür stand, in dem sich unzählige wunderbar illustrierte Unterwasserwelten auffächerten, bevor sie schließlich den Blick auf ein grünes Fläschchen freigaben. La Mer – The Revitalizing Hydrating Serum stand darauf und ich war selten so gespannt.

Trotz oder gerade wegen des Wahnsinnspreises von 180 Euro wird das Serum jetzt also genauer beleuchtet. Zum einen wegen der großen Frage, ob denn nun wirklich etwas dran ist an dem teuren Tiegelchen und der sagenumwobenen „La Mer Miracle Broth„, zum anderen weil auch in diesem Serum die aktuell trendige Ferment-Technologie angewendet wird, über die ich immer wieder stolpere – vor allem im Kreise der koreanischen Hypertechnologien wie bei Missha, was ich euch hier schon genauer vorstellte.

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Was verspricht nun also das Revitalizing Hydrating Serum? Es will die Haut tief mit Feuchtigkeit durchfluten, was an sich kein neues Versprechen ist. Das soll zum einen durch die Grundlage aller La-Mer-Produkte erfolgen, die Miracle Broth. Gründer und Raumfahrt-Physiker Dr. Max Huber soll sie nach einem Unfall entwickelt und damit seine Narben zum Verschwinden gebracht haben. Das klingt nach einem der typischen Gründungsmärchen, das man zu Beautyprodukten dieser Preisklasse erzählt bekommt – wer sich diese Geschichten ausdenkt, frage ich mich seit Jahren immer wieder, wenn mir ein aufgeregter PR-Vertreter die neueste Sage zu seinem Produkt erzählt. Vielleicht braucht es solche Geschichten aber einfach zu einem Hype. Dr. Huber soll dafür jedenfalls Seetang über lange Zeit fermentiert und mit diversen Klang- und Lichtquellen beschallt haben – wobei wir wieder in Gwyneth-Sphären angekommen wären. Die Miracle Broth, deren Inhaltsstoffe nie ganz klar, aber laut Stern besonders Seetang, Magnesium, Eisen, Öle von Zitrusgewächsen, Eukalyptus und Weizenkeime sind, soll also die Zellerneuerung drastischer ankurbeln als alles andere – die Grundlage des Anti-Agings.

Mit der „Deep Hydration Ferment“ Technologie springt das Serum darüber hinaus nun auf den großen Beauty-Trend der fermentierten, also vergorenen Inhaltsstoffe auf. Durch die Fermentation sollen sich diese spalten und so noch besser in die Haut eindringen können, außerdem die Hyaluronproduktion und die Zellerneuerung anregen und die Pigmentierung regulieren – in diesem Falle handelt es sich dabei um pflegende Stoffe aus der grünen, braunen und roten Alge. Zugemischt wird außerdem der Antioxidant Limettenteekonzentrat – viel mehr erfährt man über die Inhaltsstoffe leider nicht.

Das Serum hat wie erwartet eine sehr leichte Textur, wirkt aber trotzdem intensiv. Weitere Pflege kann man sich damit sparen, die Haut ist tatsächlich sehr durchfeuchtet, ohne beschwert oder überpflegt zu sein. Letzte Woche in Portugal kam ich mit dem Serum als einzige Feuchtigkeitspflege aus, und auch zu Hause benutze ich das Serum gerade gerne weiter, eine Langzeitwirkung kann ich natürlich noch nicht beurteilen.

Was La Mer auf jeden Fall kann, ist einen Mythos um seine Produkte und Inhaltsstoffe und damit einen wahnsinnigen Hype zu kreieren. Auch spielt die Marke in Sachen Beauty-Technologie sehr weit vorne mit. Ob die Produkte den Preis überhaupt wert sein können, bleibt fraglich – der Placebo-Effekt, sich plötzlich in denselben Pflegesphären wie Gwyneth aufzuhalten, trägt aber vermutlich auch schon einiges zum Glow bei.

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Was sagt ihr zu la Mer – schöner Luxus oder völlig abseits jeglichen Verstandes?

 

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