Stine Goya über ihre Inspiration, das Label und die neue Kollektion

2. Februar 2015 von in

Die wohl spannendste und liebenswürdigste Figur der Kopenhagener Modeszene ist Stine Goya, die uns mit ihrem gleichnamigen Label jede Saison aufs Neue glücklich macht. Ihre Mode hat genau den richtigen Twist aus feminin und verspielt, aber auch modisch und elegant – an ihrem Stand auf der Revolver Tradeshow haben wir sie letzte Woche getroffen, um mit ihr über ihr Label und die neue Kollektion zu sprechen!

Lass uns mit „Stine Goya“ anfangen – Goya ist nicht dein echter Name, wie kamst du dazu?

Als ich vor vielen Jahren in London lebte, wurde ich als Model entdeckt. Die Agentur fand, dass mein Name Stine nicht so einprägsam wäre. Weil ich vor allem damals ein sehr charakteristischer Typ war, gerade 18, sehr blass, dünn und immer ohne Make-up, fanden sie, dass ich einen stärkeren Namen bräuchte. Sie machten verschiedene Vorschläge, was natürlich seltsam war und die meisten gefielen mir nicht. Aber dann sah ich dieses Goya und dachte, das wäre vielleicht was. Am Anfang hieß ich dann nur Goya, dann wechselte ich die Agentur und damit auch den Namen zu Stine Goya – und der ist mir  jetzt seit 18 Jahren geblieben!

Es ist auch wirklich ein sehr guter, starker Name! Welche Frauen tragen dein Label, wie würdest du die Stine Goya Frau charakterisieren? Stark, feminin, verspielt?

Glücklicherweise gibt es tatsächlich viele verschiedene Frauen, die meine Klamotten tragen. Wir haben sehr junge Mädchen, die Teil meines Universums sein möchten und besonders die verspielten Teile mögen. Dann haben wir Frauen in meinem Alter, die modisch sein möchten und gerne Seidenkleider oder coole Hosen tragen. Und dann gibt es aber auch die älteren Frauen im Alter meiner Mutter, die Teile wie Lederjacken oder unsere Oversize-Print-Seidenkleider tragen. Es ist so schön hier auf den Straßen zu sehen, dass es tatsächlich so viele verschiedene Frauentypen gibt, die gerne Stine Goya tragen.

Man sieht hier in Kopenhagen häufig Stine Goya auf der Straße. Inspiriert und beeinflusst dich die Stadt Kopenhagen?

Natürlich, man wird von so vielen Dingen im Alltag beeinflusst. Ich liebe es aber auch zu reisen, andere Kulturen und Menschen zu sehen. Meine Inspiration ist definitiv eine Mischung, die auch Blogs beinhaltet.

Liest du tatsächlich Blogs und lässt dich von ihnen inspirieren? Sind es dann eher die skandinavischen Blogs, hast du einen Favoriten?

Ich lese eigentlich mehr die internationalen Blogs. Ich mag besonders gern die, die das Streetstyleding machen. Einer, den ich sehr gerne lese, auch auf Instagram, ist Le 21ème. Er hat einen wirklich guten Geschmack und zeigt viele außergewöhnliche Styles. Ich mag aber auch die Kopenhagener Bloggerinnen wie Tikkie von Adélie sehr gerne. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr, sie war mal meine Praktikantin und macht einen tollen Job mit ihrem Blog und ihrem Shop.

Findest du, dass dein Label besonders gut nach Kopenhagen passt?

Ich finde, es passt allgemein gut nach Dänemark. Wir sind inzwischen breiter aufgestellt, haben gerade unseren zweiten Shop aufgemacht, und zwar in Aarhus, das ist die zweitgrößte Stadt am anderen Ende von Dänemark. Und es läuft so gut, die Leute freuen sich wirklich, dass es den Laden jetzt gibt und nehmen das Label positiv auf.

Wollt ihr noch mehr expandieren? Was wäre die nächste Station?

Definitiv, aber alles Schritt für Schritt. Momentan fokussieren wir uns aber tatsächlich sehr auf Deutschland und auch ein wenig auf Norwegen. Viele Leute sagen auch, dass ich einen Shop in London aufmachen sollte, aber das ist echt ein großes Ding!

Warum zeigst du keine Show mehr auf der Kopenhagener Fashion Week?

Das kommt auf jeden Fall wieder! Es ist einfach so, dass wir uns auf die Kollektionen, die Läden und die Kampagnen konzentrieren wollten. Wir haben uns Zeit genommen, herauszufinden, was wir sind und was wir ausdrücken möchten. Manchmal ist es auch mal ok, sich eine Auszeit zu nehmen.

Klar, es gibt ja auch noch das Privatleben – du hast vor zwei Monaten erst ein Kind bekommen, wie schaffst du das alles?

Man braucht einfach ein gutes Team, dann lässt sich alles managen. Mein Mann arbeitet auch mit mir zusammen, was sehr gut ist. Ich habe inzwischen gelernt, auch mal zu sagen, diese Entscheidung müsst ihr ohne mich treffen und hier müsst ihr mich fragen – ich glaube, wir haben da eine gute Balance gefunden.

Kommen wir zu deiner neuen Kollektion! Was hat dich inspiriert, kannst du uns mehr dazu erzählen?

Die Inspiration zur Kollektion kommt von einem afrikanischen Stamm namens Surma. Es ist ein wunderschöner Stamm, die Menschen schmücken sich mit vielen Blumen und Bemalungen. Wir haben versucht, die Blumen in die Prints einzuarbeiten, aber auch Motive wie Handabdrücke oder Federn. Die Prints werden dann auch auf das Gestrickte übertragen.

Die Prints sind sehr wichtig bei dir – wie geht ihr vor, wenn ihr einen neuen Print entwickelt?

Wir machen ein Moodboard mit sehr vielen Bildern. Dann schauen wir sie uns ganz genau an und überlegen, was daraus ein Print werden könnte, wenn wir ihn zum Beispiel selbst malen würden. Man muss dabei immer an die ganze Kollektion denken, die viele Facetten haben muss, damit sie zu vielen Menschen passt. Aber ja, wir machen alle Prints selber und das ist auch das, was am meisten Zeit in Anspruch nimmt!

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Kannst du uns deine Favoriten aus der neuen Kollektion zeigen?

Besonders gern mag ich diese Teile, die wir in Kollaboration mit dem dänischen Künstler John Kørner gemacht haben. Er ist ein sehr toller Künstler und ich liebe diesen Kimono. Ich denke, er wird sehr gut ankommen, wenn er im August herauskommt. Diesen grauen Mantel liebe ich auch sehr, außerdem dieses Kleid, das sehr schmeichelnd ist. Und ein Teil muss ich noch zeigen, dieses Shirt, das ich mit den weiten Ärmeln und dem Print sehr süß finde!

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Stine!

Unsere Lieblingsteile und die ersten Lookbookbilder der Herbst/Winterkollektion mit der schönen Oh Land haben wir außerdem in der Galerie für euch!

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3 Antworten zu “Stine Goya über ihre Inspiration, das Label und die neue Kollektion”

  1. Lieben Dank für das tolle Interview! Das Label habe ich auch schon länger im Auge. Früher oder später wird definitiv etwas von Stine Goya seinen Weg in meinen Kleiderschrank finden.

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