Wardrobe Essentials: Das Jeanshemd

12. Juli 2013 von in

Brauche ich ein kleines Schwarzes im Kleiderschrank? Eine weiße Bluse? Und vielleicht auch ein Paar High-Heels? Geht es nach  der Meinung der einschlägigen Frauenmagazine, lautet die Antwort definitiv: ja! Wer gewisse Sachen nicht im Kleiderschrank hängen hat, gilt  als modisch völlig unausgestattet. Doch was steckt hinter den seit Generationen weitergegebenen Tipps der Kleiderschrank-Basics? Braucht frau sie wirklich alle? In Wardrobe-Essentials gehen wir den Dingen auf den Grund. Nehmen quasi die Basics, die jede Frau im Kleiderschrank haben sollte, unter die Lupe!

Diesmal geht’s um das Jeanshemd.

Kennt ihr das? Als Kind gab es immer wieder Kleidungsstücke, die meine Mama von Bekannten und Freunden für uns Kinder bekam, weil deren Nachwuchs bereits rausgewachsen war. Oft kamen so modische Trends ein, zwei Jahre später in meinem Kleiderschrank an. Als ich elf Jahre alt war, brachte mir meine Mama ein Jeanshemd mit. Und alles was ich tat, war die Nase rümpfen. Jeanshemden fand ich mega uncool. Ich wollte Latzhosen, Ringelshirts und Turnschuhe tragen. Aber gut, das ist ein anderes Thema. Und so versumpfte das Jeanshemd in meinem Kleiderschrank, bis ich es für den Kunstunterricht als Malkittel hevorkramte. Ja, kein schönes Ende für ein schickes Jeanshemd.

Dass ich Jahre später mir einmal freiwillig ein Jeanshemden zulegen würde, habe ich damals nicht gewusst. Und doch: Seit drei Jahren sind Jeanshemden – zumindest für mich – wieder tragbar. Wann genau der Trend wirklich eingesetzt hat oder ob er nie wirklich weg war, weiß ich so gar nicht. Aber ich fand mein erstes Jeanshemd vor drei Jahren bei Topshop. Ein helles Denim mit aufgekrempelten Ärmeln. Anders als mein Jeanshemd-Trauma vor mehr als zehn Jahren war es taillierter und weiblicher. Heute besitze ich zwei Jeanshemden in meinem Kleiderschrank –  in jeweils einem anderen Blauton, aus weicherem oder festerem Stoff und unterschiedlicher Länge und Form. Und ich liebe beide. Man hat sofort einen lässigen, entspannten Look, ohne groß nachzudenken.

Doch woher kommt das Jeanshemd eigentlich? Mit dem Aufkommen des Denimstoffes kamen erst die Hosen, dann die Hemden. In den 70er-Jahren – zur Zeit der Hippies – galt ein Jeanshemd als lässiges, neues Kleidungsstück. Als Art Befreiungsschlag von der weißen Bluse oder dem weißen Hemd aus den 60er-Jahren. In den 80er-Jahren wollte keiner mehr ein Jeanshemd tragen. Neonpink und andere poppige Farben waren gefragt. Mit der Grunge-Bewegung der 90er durfte aber das Jeanshemd wieder die Mode erobern. Diesmal noch weiter, noch zerschlissener, am liebsten um die Hüfte umgebunden. Ende der 90er-Jahre hieß es dann: Bye bye Jeanshemd.

Und jetzt ist es wieder da. Das erste Modell schickte G-Star 2006 wieder auf den Laufsteg – und von dort eroberte es sich langsam aber sicher den Weg in die Kollektionen. Heute gibt’s in jeder Saison Jeanshemden. Mal ganz klassisch, mal weiter geschnitten, mal mit Strass, mal mit Stickereien. Ich persönlich mag nur hellblaue Jeanshemden. Dunkler Denim (hier beispielsweise) oder zweifarbige Hemden (wie hier oder hier beispielsweise) finde ich persönlich leider gar nicht schön, sondern eher derb (erstes Hemd) oder trashig (zweitere). Aber das gute ist eben: Jeder kann sein perfektes Jeanshemd finden.

Für mich ist das Jeanshemd mittlerweile ein unkonventioneller Klassiker. Kaum eine Mode-Dekade kam ohne aus. Und so bleibt die Frage: Brauche ich ein Jeanshemd in meinem Kleiderschrank? Für mich lautet die Antwort definitiv ja. Ein Jeanshemd ist für mich die lässige Variante zur Bluse. Gerade in der Branche, in der ich arbeite, ist ein Jeanshemd immer die schicke und gleichzeitig lässige Lösung. Aber auch abends bin ich mit dem Jeanshemd schnell gut angezogen. Ja, es ist für mich ein unkompliziertes, klassisches Stück, das ich nicht mehr missen möchte. Wer hätte das gedacht? Ich wohl am wenigsten.

Und jetzt ihr: Jeanshemd, ja oder nein? Habt ihr welche? Wie tragt ihr sie? Und: Ist es ein Kleidungsstück, das man unbedingt haben sollte?

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Das Hemd, das ich trage, ist von Zara, aber leider nicht aktuell.

22 Antworten zu “Wardrobe Essentials: Das Jeanshemd”

  1. Wieder mal gelungen! Jeanshemden waren für mich bis vor einem Jahr auch undenkbar – bis ich ein sehr schönes, tailliertes in mittelblau bei H&M fand und es mich irgendwie anmachte. Schon komisch, dabei waren Jeanshemden für mich vorher immer unglaublich uncool :D

    Ich will mir bald auch ein etwas slouchigeres (guter Anglizismus, Dani) zulegen, für den casual look wie ich ihn auf deinem Bild zum Post bewundern kann ;) So locker in die Hose gesteckt – wie übrigens seit ca. einem Jahr ALLE meine Oberteile, wie mir grade auffällt – sieht das Denimhemd eben nochmal ein gutes Stück cooler aus :)

    LG,
    Dani

    • Vielen lieben Dank! Ja, für mich waren Jeanshemden auch jahrelang der Inbegriff von Uncool-Sein. Witzig, wie sich Trends dann doch immer wieder einschleichen.
      Ja, das Hemd, das ich trage, ist extrem slouchig (haha). Ich liebe es. Und es ist grad vereinzelt noch im Sale, vielleicht hast du ja Glück. Und ja, reingesteckte Oberteile sind bei mir seit Elin Kling ein Muss:)

      Liebe Grüße!

      • AAAH Danke! Ich wusste, es muss einen Grund geben… Elin Kling! Unglaublich, was diese Frau für einen Einfluss auf mich/uns ausübt :)

        • Ja total haha. Ich hab vor 2 Jahren mal eine Nacht lang ihren kompletten Blog gelesen und gewusst: das ist es haha. Ein bisschen verrückt;)
          Happy Weekend!

  2. Ich habe zwei Jeanshemden. Eins in einem dunklen Blauton, der Schnitt ist leicht Oversize und es ist etwas länger. Das andere ist von Mango und mit Glitzershit am Kragen. Beide mag ich sehr gerne. Und ja, ich finde man sollte ein Jeanshemd im Kleiderschrank haben. :-)

  3. JA!
    deines steht dir ja ausgezeichnet und schöner text :)
    ich liebe eure serien und bin auf die weiteren gespannt!

    jeanshemden sind super. ich habe ein modell von einer marke, die mich damals damit überraschte und ich glaube, dass ich es nie wieder hergeben werde. es ist so zeitlos und so anpassungsfähig. ein klassiker eben.

  4. prinzipiell gefallen mir Jeanshemden – aber nur in der richtigen Kombination. Ich glaube es gibt wenig Kleidungsstücke, bei denen (für mich zumindest) wunderschön und ganz schlimm so nah zusammenliegt.
    Deine „Kombination“ und den Sitz des Hemdes find ich perfekt. Ich find das braucht keinen großen Schnickschnack.

    • Verena, ja, stimmt, mit einem Jeanshemd kann man auch ganz schnell ganz schön schlimm aussehen. Es muss irgendwie das perfekte Jeanshemd sein. :)
      Danke! Liebe Grüße!

  5. Ein sehr schöner und persönlicher Text!
    Ich würde Jeanshemden so gern lieben, aber wir passen irgendwie nicht zusammen. Dabei siehts an dir (und einigen anderen) wunderbar aus. Es ist wahrscheinlich zu sportlich für meinen Stil.
    Immer wenn ich alle Jahre wieder versuche, mir eins zuzulegen, stehe ich in der Umkleidekabine und gehe im Kopf mögliche Kombinationsmöglichkeiten aus meinem Kleiderschrank durch- und mir fällt keine einzige ein. Womit kombinierst du Jeansblusen denn?

    Und haha, endlich ein Wardrobe Essential, das sich nicht in meinem Kleiderschrank wiederfindet!

    • Liebe Marta,
      dankeschön! So Kleidungsstücke gibt’s, mit denen man einfach gar nicht warm wird ;)
      Ich kombiniere meine Jeanshemden meist mit schwarzen Skinny-Jeans oder Shorts – dazu vl. noch eine Kette und das wars. Großen Schnickschnack mag ich dazu (bzw. generell nie) nicht.

      Mal sehen, wie viele Wardrobe Essentials du am Ende in deinem Kleiderschrank hast haha :)
      Liebe Grüße!

      • Hm, okay im Sommer zu Shorts- agreed (ich trage keine Shorts).
        Zur schwarzen Skinny- ich weiß nicht :/ Zu Stoff ist mir der Kontrast im Material zu groß und für Denim+Denim bin ich modetechnisch noch nicht so weit.
        Eine Lederhose kann ich mir dazu vorstellen, dann geht es wiederum zu sehr ins Countrygirlmäßige und da wären wir wieder am Anfang: Projekt Jeansbluse scheitert schon wieder :) Aber es gibt ja zum Glück noch die Baumwoll- und die Seidenblusen, nackt muss ich das Haus nicht verlassen :D

        • Haha, also ich trage ich wenn immer schwarze Denim-Skinnys, aber das muss man wie gesagt echt mögen. Vielleicht ist das Jeanshemd einfach nicht deins :) Und Seidenblusen sind ja auch ganz schick :) lg!

  6. Ich schaue mir immer wieder gerne Outfits mit Jeanshemden an, jedes Mal kommt mir der Gedanke, dass ich auch eins benötige – ein 0815 Jeanshemd, ohne irgendwelchen Schnick Schnack.
    Man sollte meinen, dass es gar nicht so schwer ist, so eins zu finden, ist es aber.
    Bis dato habe ich noch nicht DAS Jeanshemd für mich gefunden.

    In meiner Kindheit habe ich Jeanslatzhosen, Jeanskleider und Jeanshemden geliebt, mittlerweile reduziert sich mein ,,haben will“ Gefühl auf ein Hemd.

    • Nico, haha, ja das perfekte Jeanshemd zu finden, ist mega-schwierig. Ich hatte schon einige daheim, die zu steif, zu eng, zu hell, zu dunkel waren. Ich bin da echt pingelig. Jetzt habe ich aber zwei, die relativ locker fallen, weich sind und den für mich perfekten Farbton haben.

      Als Kind habe ich auch Jeansröcke und Jeanslatzhosen geliebt. Oh Gott, jahrelang trug ich NUR Jeansröcke. haha. Aber auch bei mir beschränkt sich das definitiv nur noch auf die Hemden :)
      Liebe Grüße!

  7. Ganz klar, JA!! Ich liebe Jeanshemden und habe mittlerweile auch eine große Auswahl. Von Wrangler, Lee, Ralph Lauren bis H&M ist alles dabei. Trage sie immer wieder gern :-)

  8. Hallo Antonia,
    das Hemd sieht super aus, ich hätte eine Frage verkaufst Du das Jeans-Hemd von Zara siehe Bild oben? :)
    Ich suche seit Ewigkeiten nach so einem Hemd.

    LG turi

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