Wardrobe Essentials: Espadrilles

27. März 2014 von in


Brauche ich ein kleines Schwarzes im Kleiderschrank? Eine weiße Bluse? Und vielleicht auch ein Paar High-Heels? Geht es nach  der Meinung der einschlägigen Frauenmagazine, lautet die Antwort definitiv: ja! Wer gewisse Sachen nicht im Kleiderschrank hängen hat, gilt  als modisch völlig unausgestattet. Doch was steckt hinter den seit Generationen weitergegebenen Tipps der Kleiderschrank-Basics? Braucht frau sie wirklich alle? In Wardrobe-Essentials gehen wir den Dingen auf den Grund. Nehmen quasi die Basics, die jede Frau im Kleiderschrank haben sollte, unter die Lupe!

Heute dreht sich alles um Espadrilles.

Hätte man mich vor drei Jahren gefragt, ob man als Frau unbedingt Espadrilles im Kleiderschrank haben soll, hätte ich vermutlich wie ein Frosch geguckt und gesagt: „Wie bitte?“ Genau, Espadrilles kannte ich zwar – hatte sie aber so gut wie gar nicht auf dem Schirm als modisches Must-Have. Meine Schwester fing im Sommer vor zwei Jahren mit den bequemen Schuhen an, ich folgte ihr relativ schnell nach und trug die Schuhe vorzugsweise an der Isar. Schnell hineingeschlüpft, schnell hinaugeschlüpft, ab ins kühle Nass.

So jetzt haben wir 2014, zwei Jahre später, und Espadrilles sind wohl die Sommer-Schuhe schlechthin. Schuld sind wie immer mal die Designer, allen voran Chanel, die mit ihren Luxus-Espadrilles (um die ich immer noch irgendwie herumschleiche, auch wenn es völliger Wahnsinn ist) ein Zeichen setzten und den Leinenschuh zum absoluten Mode-Klassiker machten. Sofern man hier von einem Klassiker sprechen kann.

Was macht Espadrilles womöglich zum Klassiker? Einmal der Tragekomfort. Flach, luftig und herrlich bequem sind die Schuhe im Sommer, man schlüpft hinein, schwitzt kaum und kann den ganzen Tag durch die Stadt laufen. Die Optik hingegen war bisher eher sportlich lässig – im Büro traute sich wohl kaum jemand, die bequemen Schühchen anzuziehen. Die Zeiten sind jedoch vorbei. Neben klassischen schwarzen Ballerinas und flachen Sandalen können in bestimmten Branchen mittlerweile auch Espadrilles in der Arbeit getragen werden. Wichtig: Sie sollten hochwertig aussehen, einfarbig sein und lange gepflegt aussehen. Nichts ist schlimmer als ausgelatschte gestreifte Espadrilles, die mehr graubeige als weiß sind. Diese Exemplare, so sehr man sie liebt, gehören dann doch eher in den Garten oder an den See, als ins Büro.

Ein weiterer Punkt, der Espadrilles langfristig zum Klassiker machen könnte: Sie passen zu fast allem. Ob Rock, Kleid oder Hose: Mit Espadrilles greift man selten daneben – der süße-mädchenhäfte Touch, den Ballerinas oft vermitteln, fehlt hier. Dafür gibt es Lässigkeit, Sportlichkeit und Entspanntheit. Für mich eine tolle Alternative zu den sonst so beliebten schwarzen Ballerinas.

Und der dritte Punkt zum Thema Klassiker. Ihre Geschichte. Espadrilles stammen aus Spanien und Südfrankreich. Hier wurden die Schuhe relativ früh erfunden und auf dem Land getragen. In den warmen Sommermonaten waren sie die perfekten, günstigen Schuhe für die Arbeit tagsüber auf dem Feld. Das Wort Espadrilles stammt aus dem Provenzialischen und führt zurück auf das für die Sohle verwendete Steppengras. In die Mode kamen die Schuhe dann durch Filme von Sophia Loren, die diese in den 50er-Jahren in ihren Rollen trug. In den 80er-Jahren eroberten die Espadrilles dann endgültig die Jugendkultur, heute liebt die Fashion-High-Class das schlichte Schuhwerk.

Sind Espadrilles nun also die Schuhe, die man im Kleiderschrank haben sollte? Eigentlich glaube ich es nicht. Espadrilles sind momentan gehypt, wahre Klassiker wie ein Trenchcoat, schwarze Ballerinas oder Chelsea Boots werden sie meiner Meinung nach wohl nicht. Nichtsdestotrotz will ich meine Espadrilles momentan nicht missen.

Und jetzt ihr? Wer von euch besitzt ebenfalls Espadrilles? Wie kombiniert ihr sie? Und sind sie für euch Klassiker?

Alle unsere Wardrobe-Essentials auf einen Blick.

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9 Antworten zu “Wardrobe Essentials: Espadrilles”

  1. wollte mir schon ewig welche zulegen, aber dafür nie viel geld hinlegen.. wären dann tatsächlich was für entspannte see-abende, nach denen meine schuhe immer aussehen wie sau ;)
    deshalb die frage.. gibts die momentan irgendwo für schön günstig/auslatschwürdig?

  2. Espadrilles sind so wunderbar! Die von Mint&Rose gefallen mir zur Zeit am besten aber auch Lika Mimika sind eine tolle Alternative zu den utopisch teuren Chanel-Kollegen….

  3. Haben diese teuren Designer-Espandrilles denn dann auch eine Strohsohle? Nach meinen Espandrilles-Erfahrungen halten die Dinger ja nie mehr als ein oder zwei Sommer, weil sie irgendwann nass werden und anfangen zu schimmeln oder ähnliches.

  4. oh ja – ich liebe Espandrilles und finde eigentlich schon das man sie als klassiker bezeichnen könnte! besonders die lederversion gefällt mir in diesem jahr sehr gut! :)
    liebe grüße
    laura&nora

  5. An meinem Fuß sehen sie irgendwie grausam aus, ich weiß auch nicht wieso. Oftmals zu breit und irgendwie unförmig. Auf Dauer bequem find ich sie wegen der sehr dünnen Sohle auch nicht, und ich bin immer noch verwirrt, ob es bei diesem Schuh wirklich nun keinen linken und rechten gibt? :D
    Aber an andere finde ich sie toll und sommerlich, vorallem in kräftigen Farben wie indigoblau.

  6. Boah ne, am Strand okay, aber als ernsthaftes Schuhwerk kann ich die Teile einfach nicht akzeptieren. Die Füße sehen in denen platt aus, sie sind unbequem, gehen schnell kaputt und egal wie teuer sie sind, sehen sie nach Schnäppchenladen aus.

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