Cherry Picks #25

10. August 2018 von in

Bevor wir uns in unsere wohlverdiente Sommerpause verabschieden, gibt es noch einmal unsere Cherry Picks. Diesmal mit Texten zum Nachdenken, Sinnieren und Dankbar-Sein.

„Forever young“ – Nike hat diese Woche eine wunderschöne Hommage an das Leben und die Widrigkeiten geschrieben. Sich hineinstürzen, ein kaputtes Herz riskieren, immer wieder Anlauf nehmen, das ist auch mein Motto. Wir wollen nicht überleben, sondern was erleben – und das geht nur, wenn man auch was wagt.

Ums Überleben kämpfen hingegen viele Frauen in der Zwangsprositution. Ja, es gibt sie, die selbstbestimmte Sexarbeit, der Großteil der Prostituierten hingegen wird immer noch gezwungen. Eine spannende und nachdenkliche Reportage hierzu hat die Zeit diese Woche veröffentlicht. Entlang der deutsch-tschechischen Grenze gibt es einen riesigen Straßenstrich, viele Frauen der Minderheit Roma verkaufen hier ihren Körper. Wie Simona. „Simona hat mit 14 Jahren angefangen sich zu prostituieren. In der Nachbarschaft sei es ganz normal gewesen, erzählt sie, dass an jeder Ecke Frauen standen; da hat sie sich auch hingestellt. „Meine Mutter war mein erster Zuhälter“, sagt sie nüchtern.“

Wer geht schon allein nachts durch den Park? Dass ihr Gewalt angetan werden kann, hat sich in die DNA jeder Frau eingeschrieben, seit Jahrtausenden. Dass ein Mann potenziell stärker ist. Dass Männer so etwas tun. Was sie weniger auf dem Schirm hat: Der gefährlichste Ort für eine Frau ist nicht der Park, es ist ihre Wohnung.

Tatsächlich werden Frauen immer noch öfter Opfer von Gewalttaten als Männer – zumindest im familiären Bereich. Nicht der fremde Mensch ist die Gefahr, sondern oft der eigene Ehemann oder Vater. Warum dies so ist und was sich ändern muss, erörtert ein Artikel der taz diese Woche.

So treten wir die Reise dann auch an – als coole Vielflieger, die jede Passkontrolle als Belästigung und Zeitverlust empfinden. Nichts gegen Fortschritt. Aber wir sollten dabei nicht vergessen, wie irre komfortabel, wie irre umweltschädlich und wie irre unnatürlich wir zwischen Zeitzonen und Kulturen hin- und herspringen.

Früher war die Aufregung vor jeder Reise groß. Zehn Stunden im Auto, mehrere Stopps entlang der Autobahn, der erste Cappuccino nach dem Brenner. Heute setzen wir uns in das Flugzeug und wachen wie in einer Zeitmaschine an einem anderen Ort auf. Der Weg zum Ziel ist verloren gegangen, wir sind Kosmopoliten, die wie selbstverständlich durch die Welt jetten. Warum wir das Reisen verlernt haben, erklärt das Süddeutsche Magazin.

Ebenfalls vom Süddeutsche Magazin: Drei spannende Interviews mit Klimaforschern und einen Einblick, mit wieviel Hass und Anfeindungen jene auskommen müssen, die nur die Wahrheit sagen.

„Everyone on Instagram is living the same life. If it seems when you scroll through your feed that everything looks similar, that’s probably because it is.“ Ein Text zum Thema Gleichheit auf Instagram – und warum wir plötzlich alle irgendwie das selbe Leben leben, gibt’s hier.

Und hier noch ein kleiner Tipp für alle Münchner: Grün & Gloria haben sechs Anlaufstellen gefunden, in denen man plastikfrei einkaufen kann. Give it a try!

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