Die besten deutschen True-Crime-Podcasts #3

31. Januar 2020 von in

Außenstehende könnten nach folgendem Artikel meinen, ich habe zu viel Zeit. Tatsächlich wünschte ich, es wäre so. Der Grund, warum ich so viele Podcasts hören kann, ist jedoch, dass ich – egal, ob ich was erledige, an Collagen bastle oder einfach meine 10.000 Schritte am Tag mache, Podcasts höre.

True Crime ist meine große Leidenschaft, und während ich noch immer überlege, irgendwann einen eigenen Podcast über das Böse ins Netz zu stellen, höre ich quasi die Konkurrenz rauf und runter. Hier und hier habe ich euch meine liebsten True Crime Podcasts bereits vorgestellt, jetzt kommt jede Menge Nachschub für alle, die genauso süchtig sind wie ich.

Die Spur der Täter

Seit Jahren liebe ich die „Die Spur der Täter„-Dokumentationen des MDR zu Verbrechen in Deutschland. Während ich an regnerischen Tagen gerne eine Doku nach der anderen sehe, hat der MDR jetzt die perfekte Lösung für unterwegs. Aus dem Stoff der Dokumentationen machen sie einfach einen Podcast. Ob zwei verschwundene Kinder, ein Unfall, der auch ein Mord sein könnte oder ein Cold Case: Alle Fälle sind super spannend, oft sehr aktuell und hochwertig aufbereitet. Ein Muss für alle True Crime Fans!

Geheimakte OEZ

Im Juli 2016 saß ich in der Redaktion, als ein Amokläufer in München mehrere Jugendliche sowie Erwachsene am Olympia-Einkaufszentrum erschoss. Was erst für einen Terroranschlag gehalten wurde, entpuppte sich später als ein Racheakt des 18-jährigen Ali S. Bis heute erinnere ich mich an die Nacht, in der ich bis 2 Uhr morgens mit Kolleg*innen am Redaktionstisch saß und fortwährend arbeitete.
Der Podcast Geheimakte OEZ geht dem Fall auf die Spur, spricht mit Polizei, Staatsanwalt sowie Familien und Menschen, die den Täter kannten. Ein spannender Podcast, der das ganze Geschehen nochmal aufarbeitet und zeigt, was ein solches Ereignis mit einer Stadt macht.

Im Kopf des Verbrechers mit Joe Bausch

Joe Bausch ist ehemaliger Gefängsnisarzt, heute kennt man ihn als Schauspieler im Tatort. Gemeinsam mit der Journalistin Sina Deutsch hat er den Podcast Im Kopf des Verbrechers gestartet. Denn wenn einer Gefangene und Verbrecher gut kennengelernt hat, ist es Joe Bausch. Er weiß, wie sie ticken, was sie ihrem Gefängsnisarzt erzählen und warum manchmal ein armer Mensch hinter der bösen Täter-Fassade steckt. Die beiden Sprecher*innen stellen sich die Frage, was geht im Kopf eines Mörders vor, der mehrere Frauen ermordet hat? Warum werden Menschen zu Amokläufer*innen? Dieser Podcast ist sehr subjektiv, manchmal ein bisschen sehr spekulativ, aber nichtsdestotrotz ein guter True-Crime-Ersatz, wenn alles andere schon gehört wurde.

Drage

Drage im Sommer 2015: In dem kleinen norddeutschen Ort verschwindet von einem Tag auf den anderen die dreiköpfige Familie Schulze. Zuerst bleiben die Suchmaßnahmen erfolglos, dann findet die Polizei den Familienvater – tot, in der Elbe. Doch die Leichen von Ehefrau und Tochter werden nicht gefunden – bis heute. Der Podcast spürt dem Schicksal der Familie Schulze vor Ort nach, stellt viele Fragen und spricht auch mit der Frau, die eine Antwort sucht: die zurückgebliebene Tochter.

Die Zeichen des Todes

Professor Michael Tsokos ist Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner. Im Podcast Die Zeichen des Todes erzählt er von seiner Arbeit als Pathologe und Fällen, die nicht direkt auf den ersten Blick schwere Verbrechen erkennen ließen. War es Mord oder doch Suizid? Gemeinsam mit Michael Tsokos nähern sich die Sprecher*innen den rätselhaften Fällen an, an denen Michael Tsokos selbst gearbeitet hat. Er erläutert, wie man Schritt für Schritt mit Wissenschaft dem Täter auf die Spur kommt.
Triggerwarnung: Manchmal sind seine Schilderungen sehr explizit und können auch Hinweise zum Sterben geben. Wer hier zart besaitet ist oder gerade in einer schwierigen Phase steckt, sollte lieber die Finger davon lassen. 

Stern Crime Spurensuche

Das Stern Crime Magazin lese ich neben Zeit Verbrechen am liebsten. Der Podcast Spurensuche gehört meiner Meinung nach zu einem der besten in der deutschen True Crime Landschaft, weil er nicht nur Verbrechen erklärt, sondern Menschen zu Wort kommen, die in jeglicher Hinsicht mit dem Verbrechen zu tun haben. Hier erzählen Ermittler und Beamte von ihren spannendsten Fällen, erklären ihr Vorgehen bei solchen Taten und auch, wie man als Mensch damit umgeht. Sehr spannend, lehrreich und mehr als nur ein gruseliger Fall pro Folge.

Verurteilt

Tja, der Verurteilt-Podcast vom hessischen Rundfunk. Hier sprechen Gerichtsreporterin Heike Borufka und Podcaster Basti Red über echte Kriminalfälle, echte Gerichtsurteile und das deutsche Justizsystem. Klingt eigentlich gut, ist mir persönlich manchmal zu wirr, zu wenig fundiert und etwas schwurbelig. Aber: Es ist ein True Crime Podcast, den man hören kann, wenn wirklich alles andere im Podcast-Universum abgegrast ist.

Darf’s ein bisserl Mord sein?

Mein neuer Liebling. Franziska und Amrei aus Österreich sprechen in Darf’s ein bisserl Mord sein? über wahre Verbrechen aus der ganzen Welt – und das mit viel Witz und Wiener Schmäh! Wer den österreichischen Akzent liebt, ist hier richtig. Dadurch wirkt selbst das schlimmste Verbrechen irgendwie nicht ganz so schlimm. Für Fans von Mordlust und My favorite murder!

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