Selfcare nach einer Trennung – so geht’s!

10. Januar 2019 von in
Dieser Text erschien zuerst auf Refinery29 – von Cori Stieg
Fotos: Unsplash

Eine der Grundregeln nach dem Beziehungsende ist, dass beide Parteien sich „jetzt erstmal auf sich selbst konzentrieren“ sollen. Für viele bedeutet das aber lediglich, sich vorerst in keine neue Beziehung zu begeben. Die Paartherapeutin Esther Boykin sagt jedoch, dass es dabei eigentlich um etwas anderes geht. Wenn du das Gefühl hast, Teile deiner Persönlichkeit während der Beziehung verloren oder vernachlässigt zu haben, kann es durchaus hilfreich sein, dich nach der Trennung auf dich selbst zu konzentrieren.

Wie aber geht das? Musst du die Dating-Apps löschen und jetzt zur Einsiedler*in werden? Musst du alle deine Gedanken ab jetzt in ein Tagebuch schreiben, bis du dein Leben endlich verstanden hast?
Zum Glück nicht. Dich auf dich selbst zu konzentrieren ist nur halb so kompliziert, wie es sich anhören mag.

Zunächst einmal solltest du dein Leben in vier Bereiche aufteilen: Beziehungen, körperliches Wohlbefinden, mentaler Zustand (dazu gehören deine emotionale Gesundheit und alles, was dich intellektuell stimuliert) und ein Sinn im Leben oder das Gefühl, zu einer Gruppe zu gehören. Anschließend solltest du dir überlegen, welche dieser Bereiche richtig gut laufen und welche ein bisschen Unterstützung gebrauchen könnten.
Boykin sagt: „Wenn du dir gezielt einen Bereich aussuchst, dem du dich in den nächsten Wochen mehr widmen möchtest, ist die Aufgabe durchaus zu bewältigen.“ Anschließend kannst du dir konkrete Schritte überlegen, um den Bereich, der es am nötigsten hat, voranzutreiben oder zu verbessern.
Wenn du beispielsweise immer eine Fremdsprache lernen oder dich ehrenamtlich engagieren wolltest, während deiner Beziehung aber keine Zeit finden konntest, das Projekt anzugehen, kannst du deine Chance jetzt ergreifen. Oder vielleicht möchtest du in Zukunft einfach mehr Zeit mit deiner Familie oder dem Freundeskreis verbringen.

Wenn du dich bisher vorwiegend mit deinen Freunden auf Drinks getroffen hast, könntest du jetzt auch mal vorschlagen, dass ihr etwas Kreatives zusammen unternehmt, einen Buchclub gründet oder gemeinsam Zeit in der Natur verbringt. Falls irgendeine dieser Tätigkeiten dafür sorgt, dass du dich gut fühlst, ist das super. Denn das ist auch schon das ganze Geheimnis: Damit konzentrierst du dich auf dich selbst.

Boykin betont: „Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet nicht zwangsläufig, alleine Sachen zu machen.“

Und auch Menschen, die in einer Beziehung leben, können sich durchaus auf sich selbst konzentrieren. Laut der Paartherapeutin passiert es nämlich nur allzu schnell, sich in den Bedürfnissen seines Partners oder seiner Partnerin zu verlieren. „Besonders dann, wenn Menschen in die Phase der Beziehung kommen, in der ihr Alltag ineinandergreift, hören viele auf zu überlegen, welche neuen Dinge sie selbst gerne lernen oder erleben möchten.“

Deswegen rät Boykin, immer wieder darauf zu achten, eine Balance zwischen ‚ich’ und ‚wir’ zu schaffen und das Zusammenleben so zu strukturieren, dass du genug Zeit hast, sowohl auch mal allein zu sein, als auch bewusst Zeit mit anderen zu verbringen. Ein bisschen wie im Flugzeug mit den Sauerstoffmasken: Erst wenn du dich um dich selbst gekümmert hast, kannst du anderen helfen.

Während dieses Prozesses ist es außerdem wichtig, dir bewusst zu machen, dass „es sehr selten der Fall ist, dass das, was du brauchst, das Gegenteil von dem ist, was du hast“, wie Boykin es formuliert. Das bedeutet, dass die Lösung deiner Beziehungsprobleme nicht ist, nie wieder eine Beziehung einzugehen. Oder dass du dich nicht auf Teufel komm raus nach einer Trennung ständig unter Leute begeben musst, wenn du eigentlich eher der Typ bist, der gerne Zeit allein verbringst. Oder andersrum, dass du nicht andauernd alleine zu Hause sitzen und über das Ende deiner Beziehung grübeln musst, obwohl du ansonsten ein extrovertierter Mensch bist.

„Versuche, mehr Zeit mit Aktivitäten zu verbringen, die dir am meisten Spaß machen oder nach denen du dich besonders wohlfühlst“, rät die Paartherapeutin. Mit anderen Worten: Mach, was sich für dich gut anfühlt.

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