Slow Fashion: 10 Dinge, die du über Merinowolle wissen solltest

11. Oktober 2016 von in

Jetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der wir uns in warme Strickjacken hüllen, Wollpullis nicht nur abends als Jackenersatz tragen, sondern viel mehr alles Kuschlige geradezu als lebensnotwendig erachten. Die Geschichte der Wolle reicht zurück bis in die Zeit von 6000 vor Christus. Das heißt: Wolle hält uns seit Jahrhunderten warm, ist robust, praktisch und leicht zu verarbeiten. Bis heute ist sie einer der wertvollsten und wichtigsten Stoffe. Ob Mantel, Strickjacke, Bettwäsche oder Decke: Wolle wird heute für viele Produkte verwendet. Gemeinsam mit Ludwig Beck und The Woolmark Company haben wir hinter die Kulissen einer bestimmten Wollart geblickt: Merinowolle – sie wird besonders gern für unsere Kleidung verwendet. Von der Verarbeitung über ihre Geschichte bis hin zu der Pflege: Hier sind 10 Dinge, die du über Merinowolle wissen solltest.

1. Die Geschichte von Merinowolle
Merinowolle kommt meistens aus Australien. Tatsächlich hat sie ihren Ursprung in Europa. Die ersten Merinoschafe wurden in Spanien gezüchtet, wo sie für ihre feine Wolle geschätzt wurden. Als Europa expandierte, kam die Zucht auch nach Australien – genauer gesagt im Jahr 1797. In Australien wurde die Zucht verfeinert, die Fasern der Wolle wurden immer feiner. So entstand die heutige australische Merinowolle.

2. Was unterscheidet Merinowolle zu anderen Wollarten?
Tatsächlich war uns der Unterschied von Merinowolle zu anderen Wollarten gar nicht so bewusst, aber das Geheimnis von Merinowolle sind die extrem feinen Fasern, die die Wolle superweich machen. Nur Kaschmir ist noch weicher. Durch die Feinheit lässt sich die Wolle besser biegen, was zur Folge hat, dass Kleidungsstücke aus Merinowolle nicht so schnell ihre Form verlieren wie andere Wollstücke. Und das allerbeste: Merinowolle besteht aus Keratin, wie unser menschliches Haar. Das bedeutet: Merinowolle ist vollständig biologisch abbaubar und zersetzt sich bei der Entsorgung in wertvolle Nährstoffe für den Boden – quasi als Dünger.

3. Von glücklichen Schafen auf der Weide bis hin zum Stoff: Wie wird Merinowolle produziert?
Die Schafe auf australischen Farmen werden in der Regel nur einmal im Jahr geschoren. Danach wird die Rohwolle verpackt und bei Auktionen verkauft, bevor sie mit dem Schiff verschickt wird. Durchschnittlich werden pro Schaf 4,5 Kilogramm Rohwolle gewonnen. Spinnereien und Webereinen verwandeln die Rohwolle in Garne oder Stoffe. Mit diesen Fasern werden dann unsere Kleidungsstücke gefertigt.

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4. Was macht Merinowolle so besonders?
Merinowolle ist eine komplett natürliche Faser. Sie schützt uns vor jeder Witterung – und das komplett natürlich. Zudem hält Kleidung aus Merinowolle oft jahrelang. Die Investition in ein qualitativ wertvolles Kleidungsstück lohnt sich also. Entsorgt man es, zersetzt sich Merinowolle im Gegensatz zu vielen synthetischen Kleidungsstücken sehr viel schneller und auf natürlicher Basis. Außerdem ist Merinowolle ein nachwachsender Rohstoff: Die australischen Schafe erneuern jedes Jahr ihr Fell. Die Farmer in Australien kümmern sich aktiv um ihre Schafe und somit um den Erhalt von natürlichen Ressourcen.

5. Welche Vorteile hat Merinowolle genau?
Merinowolle ist atmungsaktiv sowie Geruch absorbierend, das bedeutet, sie ist in der Lage große Mengen Feuchtigkeit wie Schweiß zu sich zu nehmen, ohne feucht oder stinkend zu werden. Auch klebt sie nicht am Körper, denn Merinowolle ist antistatisch. Gleichzeitig reguliert Merinowolle von selbst die Temperatur. Durch ihre Elastizität bleibt Kleidung in seiner Form und leiert nicht aus. Ein weiterer Vorteil: Merinowolle ist feuerbeständig sowie fleckabweisend, zudem schützt sie vor UV-Strahlung. Für die Faulen unter uns eine weitere gute Nachricht: Merinowolle ist heute durch die Weiterentwicklung auch maschinenwaschbar.

6. So pflegst du Wollkleidung richtig:
Bei Wollkleidung muss man aufpassen: Ein falscher Waschgang und der Pulli ist nur noch halb so groß wie er einmal war. Am besten guckt ihr auf das Etikett und folgt den Pflegeanweisungen darauf. Die meisten Wollartikel können heutzutage im Wollwaschgang der Waschmaschine gewaschen werden. Trockner hingegen sind meist nicht so geeignet, legt die Wollkleidung lieber auf ein Handtuch – auch Aufhängen sorgt schneller für Formverlust als das Legen. Mit Handwäsche macht man grundsätzlich nichts falsch, bei Kaschmirartikeln ist es sogar dringend notwendig.

7. Und das nervige Pilling? Warum entsteht das?
Pilling treibt mich zur Weißglut. Die kleinen Kügelchen an der Oberfläche eines Pullover lassen selbst einen hochwertigen Pullover schnell minderwertig, abgetragen und ungepflegt aussehen. Dabei ist Pilling etwas sehr natürliches: Es entsteht durch die Reibung beim Tragen. Meist an Stellen wie des Ellbogens, in den Armbeugen sowie an den Seiten. Komplett vermeiden lässt sich Pilling nicht, außer man bleibt starr sitzen. Aber man kann es minimieren: Wascht eure Wollpullover mit der Innenseite nach außen, denn das Waschen begünstigt das Weiten der Fasern und somit die Pilling-„Produktion“. Auch zuviel Weichspüler führt dazu, dass Fasern sich leichter lösen.

8. Und wie geht Pilling weg?
Ist Pilling am Kleidungsstück einmal da, kann man es auch entfernen – am besten mit der Hand und sehr vorsichtig, sodass keine weiteren Fasern aus dem Textil gezogen werden. Auch sogenannte Entfluser, die das Gewebe leicht rasieren, sind eine wirksame Methode.

9. Und schwupps: Schon wieder ein Fleck auf dem Wollpullover. Was jetzt?
Jetzt heißt es schnell sein. Wichtig: keine Hitze, sondern Kälte. Niemals reiben, sonst wird der Fleck nur größer oder die Wollfasern verfärben sich. Am besten einen Fleckenentferner auf dem Fleck sanft auftupfen. Vom Rand des Flecks ins Innere vortasten, sodass sich die Verschmutzung nicht ausbreitet. Anschließend das Ganze mit kaltem Wasser ausspülen und den Pullover per Hand waschen. Ist dann noch ein Fleck zu sehe: Ab in die Reinigung!

10. In gute Basics investieren
Ein gutes Woll-Piece ist eine Investition. Doch statt in ein ausgeflipptes Teil zu investieren, raten wir euch, qualitativ hochwertige Basics zu suchen. Ein guter Cardigan, ein klassischer Pullover oder ein wollenes Longsleeve: Mit solchen Teilen hat man jahrelang Freude und kann sie seinem Stil anpassend stylen. Wo finde ich gute Basics? Beispielsweise beim Münchner Traditionshaus Ludwig Beck. Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit The Woolmark Company eine ganze Basic-Kollektion aus Merinowolle herausgebracht. Das Besondere: The Woolmark Company ist Botschafter für Merinowolle und kümmert sich um die Qualitätsstandards dieser. So sind bei der Kollektion mit Ludwig Beck nur die besten Merinowoll-Produkte verwendet worden. Die Basic-Pullover und Shirts sowie Cardigans sind super weich, nicht zu dick, sodass man sie auch im Frühling und Herbst tragen kann sowie in vielen Farben erhältlich. Von Schwarz über Grau bis hin zu Pink, Blau und Rot ist alles dabei.

– in freundlicher Zusammenarbeit mit Ludwig Beck & The Woolmark Company –

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4 Antworten zu “Slow Fashion: 10 Dinge, die du über Merinowolle wissen solltest”

  1. Was ich mir von dem Artikel erhofft hatte und was mich wirklich interessiert, sind die „glücklichen“ Schafe und die Herstellung.
    „Die Farmer in Australien kümmern sich aktiv um ihre Schafe“ ist für mich absolut nicht hilfreich. Dazu noch die Bilder mit dem Echtpelz im Schaufenster…Das ist m. M. nach kein slow fashion…Schade, ich hatte mich schon gefreut, gerade weil ich heute noch mit einer Freundin darüber gerätselt habe, wo man außer bei Hess Natur noch schöne, fair & artgerecht hergestellte Wollsachen findet…

    • Liebe Veronika,

      The Woolmark Company achtet auf eine faire und gute Produktion von Merinowolle. Die Farmer kümmern sich alle sehr gut um ihre Schafe, diese werden nur einmal im Jahr geschoren und ansonsten auf den weiten Feldern Australiens beherbergt. Mehr konnten wir aber leider auch nicht zur Produktion erfahren. Aber ich frage gerne noch einmal nach.
      Liebe Grüße!

  2. Seitdem mir mal ein Wollpullover im Wollwaschgang eingegangen ist, nehme ich mir, wenn die Saison wieder losgeht, die Zeit, und wasche alle Teile per Hand in der Badewanne und trockne sie dann mit Handtüchern vor. Eine menge Arbeit, aber so muss ich nicht voll Angst die Waschmaschine ausräumen und feststellen, dass etwas schiefgelaufen ist.
    Merinowolle ist ein tolles Material.

  3. Liebe Antonia,
    danke für deine schnelle Antwort. Wenn du noch etwas rausbekommen könntest, wäre das toll, ansonsten danke ich dir schon mal für deine Mühe und eben das schnelle & nette Feedback!
    Liebe Grüße
    Veronika

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