Achtsamkeit & Mindful Living: Der aufgeräumte Schreibtisch und mein neues Arbeits-Ich

4. Oktober 2019 von in

Ich weiß, ich komme jetzt gleich mit einer Erkenntnis um die Ecke, bei der ihr den Kopf schütteln werdet. Eine Erkenntnis, die so klar ist, die ich aber jahrelang für ein Ammenmärchen hielt, bis ich es jetzt endlich selbst ausprobierte und länger als einen Tag durchhielt. „Am Schreibtisch arbeitet es sich besser.“ Bäm!

Ich musste 33 Jahre alt werden, um mich an meine Schulzeit zurückzuerinnern und endlich wieder konzentriert und produktiv zu arbeiten. Ich schiebe die Schuld nicht auf meine mangelnde Einfühlungsgabe, sondern schlichtweg auf die Vorzüge des Homeoffices, dass ich irgendwann verlernte, am Schreibtisch zu sitzen.

Denn bis vor ein paar Monaten sah das noch so aus: Mein Laptop und ich krümelten uns morgens aufs Sofa (bei Sonnenschein auch gerne in den Garten), ich tippte los, stand zwischendrin auf, streichelte die Katze, räumte auf, wusch Wäsche, erfüllte quasi jedes Klischee der Freelancer*in und sah im Augenwinkel schuldbewusst immer meinen übervollen Schreibtisch.

Denn es war ja nicht so, dass ich nicht einen theoretischen Platz zum Arbeiten gehabt hätte. Nein, der Schreibtisch stand längst da, fungierte aber nicht als Arbeitsplatz, sondern als liebgewonnene Ablagefläche für meine Steuerordner, jegliche Belege und Bücher wie Rechnungen. Immer mal wieder räumte ich ihn auf, doch auf die Idee, ihn endgültig als Arbeitsplatz zu nutzen, kam mir nicht.

Bis ich vor ein paar Wochen die Nase voll hatte. Aus irgendeinem Grund packte mich die Aufräumlaune, ich dekorierte meinen Schreibtisch um und beschloss, ab sofort dort zu arbeiten. Das unkonzentrierte Arbeiten ging mir auf den Keks, auch die nicht vorhandene Trennung von Arbeits- und Alltagsleben, außerdem – ihr wisst – wollte ich endlich mein Buch abschließen und dafür den passenden Rahmen haben.

Also sah ich mich am nächsten Morgen, mit verstrubbelten Haaren, aber motivierter Arbeitslaune am Schreibtisch sitzen und legte los. Polly stapfte wenige Male vorbei, legte sich irgendwann aufs Sofa zum Schlafen, und ich tippte fleißig vor mir her. Drei Stunden später hatte ich mehr geschafft, als am ganzen Tag davor. Ich war fokussiert und konzentriert. So arbeite ich acht Stunden durch, klappte abends meinen Laptop zu und kuschelte mich auf mein Sofa. Der Feierabend war eingeläutet.

Meine Essentials für den perfekten Arbeitsplatz

1. Ordnung ist das halbe Leben
Ich merke immer wieder, je aufgeräumter meine Umgebung, desto besser kann ich mich konzentrieren. Das gilt auch für meinen Schreibtisch. An einem vollgepackten Schreibtisch mit tausenden Zetteln drehe ich durch, ich brauche Platz und Ordnung. Ein Zettel darf aber rumliegen, meine geliebte To-Do-Liste. Ansonsten räume ich auch abends alles zusammen, sortiere mich für den nächsten Tag und sage dann dem Schreibtisch Gute Nacht.

2. Das perfekte Licht
Mein Schreibtisch steht an keinem Fenster, sondern in einer ruhigen Ecke in meinem Zimmer. Tagsüber ist es zwar richtig hell, nur an regnerischen Tagen und in der dunklen Jahreszeit wird es düster. Damit ich nicht wie früher nur mit dem Laptop-Licht arbeite, fand eine neue wunderschöne Leuchte ihren Weg zu mir. Kurz nachdem ich mich für das Arbeiten am Schreibtisch begeistert hatte, klopfte das finnische Lampen-Label Himmee bei mir an und fragte, ob vielleicht eine Lampe mein Leben besser machen würde. Ich machte Freudensprünge, sagte Ja und entschied mich für die Toad Tischlampe. Seitdem leuchtet es abends wunderbar hell und warm, sodass auch kleine Abendschichten Spaß machen! Danke Himmee!

3. Ruhe – und sonst nichts
Als Schülerin arbeitete ich oft mit Radiomusik nebenbei, und ich frage mich heute, wie ich das gemacht habe. Vielleicht rechnet es sich leichter mit Musik im Hintergrund (Mathematik-LK lässt grüßen), aber zum Schreiben und Kreativ-Sein brauche ich absolute Ruhe. Ein Grund, warum ich mein Homeoffice so liebe. Ich bin wohl wie der/die Autor*in im Haus am See. Ruhe und die eigenen Gedanken zu Papier bringen.

4. Eine Tomate lang Zeit
Ein erfolgreicher Unternehmer verriet einer Freundin und mir, er würde nur in Tomaten arbeiten und sei damit produktiv. Die Pomodoro-Methode ist recht bekannt, man arbeitet mit Timer hochkonzentriert und versucht so, mehrere Tomaten am Tag zu schaffen. Ich liebe es, klare Ziele zu haben und probierte sofort die Tomaten-Methode aus. Für mich ist sie perfekt, denn sie hilft mir an stressigen Tagen konzentriert in Zeitspannen zu arbeiten, um dann bewusst fünf oder 15 Minuten Pause zu machen. Apps wie Flow Timer oder Pomodoro-Focus-Timer findet ihr im App-Store.

Manchmal braucht es kleine Veränderungen, die so essentiell sind, dass man sich fragt, warum habe ich das nicht vorher gemacht. Lacht nicht, aber bei mir ist mein neuer Arbeitsplatz eine Offenbarung. Nicht nur, dass ich extrem konzentriert und produktiv arbeite und so viel mehr schaffe, auch der Abstand zum Laptop und der Ortswechsel vom Schreibtisch zum Sofa sorgen bei mir für innere Entspannung. Das, was ich immer wieder predige, mit Achtsamkeit durchs Leben zu gehen, abends abzuschalten, habe ich jetzt für mich endlich mit dem Schreibtisch geschafft.Der Laptop ist abends verbannt, mein Sofa wieder einfach nur das, was es sein soll: Kuschelecke!

Ich sag’s mal so: Besser spät als nie, nicht? 

Ich mag mein neues Arbeits-Ich, auch wenn ich die ersten Tage völlig erschöpft auf dem Sofa lag. Kein Wunder, ich hatte so fokussiert gearbeitet und war kaum aufgestanden. Auch das musste ich lernen: So sehr das Produktiv-Sein Spaß macht, Pausen sind weiterhin genauso wichtig. Also verabrede ich michimmer wieder für Lunchdates oder gehe eine Runde spazieren, den Kopf durchpusten, bevor ich mich wieder an meine neue Arbeitsoase setze.

Schon verrückt, dass man in so vielen Bereichen auf sich Acht gibt, beim Arbeiten dann aber erst nach einer Weile darauf kommt, was einem gut tut und was eigentlich so offensichtlich ist.
Tatsächlich freue ich mich seit Wochen jeden Morgen, mich an den Schreibtisch zu setzen, meinen Timer anzumachen und zu arbeiten, bis es Feierabend ist. Der größte Gewinn: Die letzten Wochenenden blieb der Laptop zu – ein wunderbarer Fortschritt für mich Digital-Junkie!
Jetzt muss ich es nur noch schaffen, mein Handy abends vom Sofa zu verbannen, aber wir wollen es ja auch nicht gleich übertreiben, nicht?

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