Achtsamkeit & Mindful Living: 7 goldene Regeln für mehr Selbstliebe

17. September 2018 von in

In Zeiten, in denen Achtsamkeit zum Modewort geworden ist, klingt es fast schon übermütig zu behaupten, man hätte irgendwie schon immer einen gewissen Draht zu dem Thema gehabt. Tatsächlich sage ich das aber einfach mal frei raus, denn ich erinnere mich noch, dass ich als Kind schon ruhige Meditationsminuten liebte, Me-Time mit Hörspielen zelebrierte und ein Meister im Auf-meinen-Bauch-hören war. Es steckt in mir drin, das Achtsamkeits-Gen, und doch bin ich irgendwann in einen Strudel aus Anspruchs-Denken, Erfolgsmaschinerie und Stress-Hamsterrad geraten. Den ersten Anstoß, wieder ein wenig zurückzutreten, gab mir das Buch „Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen“ von Frank Berzbach, und trotzdem, bis auf ein paar Tassen Tee und Yoga, dauerte es noch eine ganze Weile, bis ich die Achtsamkeit wirklich wieder in mein Leben ließ. Mittlerweile bin ich Selfcare-Experte und achte so sehr auf mich, wie selten zuvor. Nicht immer stößt das auf Gegenliebe, denn Selbstliebe und sein Wohlbefinden an erste Stelle zu setzen, wird schnell mit Egoismus verwechselt, in einer Gesellschaft, wo es eben immer nach mehr und mehr und dabei sein geht. Gesunder Egoismus gehört aber zu einem ausgeglichenen Leben dazu, denn bin ich glücklich und in mir ruhend, kann ich viel kraftvoller für meine Familie und Freunde sowie meine Aufgaben da sein. Das zählt am Ende, und die richtigen Menschen verstehen das auch.

Über die Jahre habe ich so manche Regel für mehr Achtsamkeit und praktizierte Selbstliebe gesammelt, die ich versuche, immer wieder zu beachten. Wer sich all jene ins Gedächtnis ruft, wird langfristig merken: Achtsamkeit und Selfcare sich gegenüber sind verdammt gut! 

Beeing mindful – sei dir gegenüber aufmerksam

Der einfachste Weg, um sich selbst mehr zu mögen, ist, dass man sich selbst auch besser kennt. Lernt euch also kennen, wisst, was ihr mögt und was nicht. Seid euch gegenüber aufmerksam, lernt herauszuhören, was ihr denkt, fühlt und vom Leben möchtet. Hört darauf und nicht darauf, was andere von euch erwarten oder aus ihrem Erfahrungsbereich für euch möchten. Das mag am Anfang schwierig sein, ist aber der erste Schritt zu einem achtsamen Leben.

Gib dir das, was du brauchst (und nicht das, was du vielleicht willst)

Wir kennen es alle, eigentlich lechzt unser Geist und Körper nach Ruhe, trotzdem schleifen wir uns aus sozialem Druck zur größten Party der Stadt, nur um am nächsten Tag noch ausgepowerter zu sein. Selbstliebe bedeutet auch, tief in sich hineinzuhören und herauszufinden, was man in jenem Moment tatsächlich braucht – und nicht, was man sich selbst vorgaukelt zu wollen. Wer hier aufmerksam sich gegenüber ist, wird schnell lernen, auf sich zu hören und öfter freier zu entscheiden. Das heißt nicht, hin und wieder auch seinen Schweinehund zu überwinden, sondern gelebte Selfcare zu praktizieren. Und das gilt für alle Lebensbereiche. Nicht immer ist es der neue, noch spannendere Job, der der glücklich macht, sondern vielleicht viel mehr das Ankommen im Privaten. Orientiert euch weg von „Immer höher, immer weiter“ und mit der Masse mit, und dafür hin zu „Bei euch selbst sein“.

Kenne deine Grenzen und setze sie

Schritt Nummer 3 ist vielleicht der wichtigste: seine eigenen Grenzen kennen und aussprechen. Traut euch, öfter auch mal Nein zu sagen, zu Jobmöglichkeiten, zu Aktivitäten und zu Beziehungen. Wenn euch etwas auspowert, überfordert oder zu viel Energie saugt, ist es völlig okay, dem Ganzen abzusagen und sich selbst an erste Stelle zu setzen. Wir alle sind unterschiedliche Menschen, wir alle haben auch ganz unterschiedlich viel Energie oder Stressresistenzen. Was den einen noch mehr voranbringt, kann den anderen bereits aussaugen.
Genauso gehört es dazu, auch die Grenzen der anderen zu akzeptieren und tolerieren, und nicht zu verurteilen.

Schütze dich vor negativen Menschen

Klingt so einfach, aber oft umgeben wir uns doch mit Menschen, die unsere Freunde sind, gleichzeitig nur an unserer Seite sind, wenn alles gut und schön ist. Freundschaft bedeutet aber auch, gemeinsam durch schlechte Zeiten zu gehen und sie mitzutragen. Ebenfalls oft dabei: sogenannte Frenemies, die zwar an deiner Seite sind, sich aber mehr an deinem Scheitern als an deinem Erfolg erfreuen. Ich las einmal den Satz: „Du bist die Summe aller Menschen, die dich umgeben, also achte darauf, mit wem du dich umgibst.“ Und ja: Entfernt euch von negativen Menschen und lasst all jene in euer Leben, die mit euch um die Wette lachen und euch auffangen, wenn es einmal regnet. Ehrlichkeit, Loyalität und Treue zählen eben auch in Freundschaften. Je mehr ihr ein unterstützendes Netzwerk habt, umso mehr strahlt ihr alle um die Wette.

Sei nicht zu hart zu dir

Wir Menschen sind gerne hart zu uns selbst, weil unser eigener Anspruch oft das höchste Gut ist. Ja, eigener Anspruch ist ein guter Antrieb, kann aber auch schnell unguten Druck erzeugen. Wichtig ist es, hier auch mal liebevoll mit sich umzugehen und sich zu verzeihen, wenn etwas nicht so klappt, wie man dachte. Denn das ist völlig okay. Wir sind unser härtester Richter und sollten viel öfter netter zu uns ein. Bei niemanden anderen gehen wir so hart ins Gericht, wie bei uns selbst. Akzeptiert, dass wir alle Menschen sind und eben nicht perfekt. Fehler und Scheitern gehören zum Leben genauso dazu und lassen uns an uns wachsen. Wer sich im Unperfekten akzeptiert, kann sich auch gleich ein bisschen mehr lieben.

Selfcare auf allen Ebenen

Selfcare bedeutet nicht nur, geistig für sich zu sorgen, sondern auch im Alltag ganzheitlich auf sich zu achten. Das bedeutet auch, sich gut zu ernähren, seinen Körper mit Sport auszulasten und genug Schlaf zu bekommen. Achtet auf einen regelmäßigen Tages- wie Nachtrhythmus, eine Balance zwischen Me-Time und sozialen Aktivitäten und Healthy Habits und spaßigen, nicht ganz so gesunden Sachen.

Folge deiner Intuition

Ich liebe meine Intuition. Sie leitet mich oft schon in die richtige Richtung, ohne, dass ich es bewusst schon wahrgenommen habe. Wer sich selbst akzeptiert und liebt, wer ein wenig Kontrolle loslässt und das Leben passieren lässt und seiner Intuition leiten lässt, wird nur selten Bedauern fühlen. Nicht jede Entscheidung, die wir aus der Intuition heraus treffen, ist richtig. Aber anders als bei Vernunftsentscheidungen werden wir sie nie bereuen. Denn sie hat sich zu jenem Zeitpunkt richtig angefühlt. Wer lernt, sich immer öfter auf seine Intuition zu verlassen, wird weniger zweifeln und die verrückte Achterbahnfahrt namens Leben mehr annehmen.

Habt ihr noch mehr Tipps oder Anregungen? 

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6 Antworten zu “Achtsamkeit & Mindful Living: 7 goldene Regeln für mehr Selbstliebe”

  1. Großartiger Artikel! Auch wenn mich die englischen/ Mode Begriffe wie healthy habits etc ein wenig stören – man kann das doch auch wunderbar in der restlichen Sprache des Artikels sagen :P

  2. Liebe Antonia,

    ganz toll!
    Ich bin gerade in der Anfangsphase davon und habe letzte Woche angefangen, meine Ernährung umzustellen (weil ultra schlechte Haut) und mit einer Morgen- und Abendroutine begonnen und und und….

    Was mich in dem Zuge interessiert: Benutzt du eigentlich noch deinen Fitnesstracker aka Apple Watch? Und wie sieht es bei dir mit Handykonsum aus? Das interessiert mich sehr.

    Lieber Gruß

  3. Oh, ich erinnere gerade, dass das mit der Apple Watch Milena war :D

    Aber trotzdem:
    Milena – benutzt du sie noch? :)
    Antonia – wie läuft es bei dir mit dem Sport? Und hast du eine Morgenroutine? :)

    • Liebe Michelle,
      danke dir :)
      Ich habe ein Zeit lang den Fitbit Tracker genutzt, im Sommer war ich dann viel ohne Tracker unterwegs (aber eigentlich genauso aktiv) und mittlerweile nutze ich die Garmin Watch. Ich finde Tracker gerade am Anfang super, um einen Überblick über die eigene Aktivität zu bekommen. Denn oftmals denkt man, man bewegt sich mehr, als es tatsächlich ist :)
      Beim Sport läuft es nach wie vor gut, ich bin 3-4 mal in der Woche beim HIIT Training – und liebe es, gerade jetzt, wo es endlich wieder kühler wird.
      Thema Handykonsum: Ohja, da könnte ich echt noch mehr geben, aber das Handy ist einfach auch mein Arbeitsgerät. Ich versuche, abends das Handy öfter mal wegzulegen oder gerade sonntags möglichst viel offline zu sein. Wo ich es gar nicht raushole: Bei Treffen mit Freunden. Da stört es mich tatsächlich mittlerweile auch, wenn mein Gegenüber es ständig rausholt. Aber wie gesagt, hier ist noch Verbesserungsbedarf :)

      Meine Morgenroutine ist wenig spektakulär :) Meist stehe ich auf, dann setze ich mich mit der Katze an die frische Luft und frühstücke dann. Lange hab ich gar nichts gefrühstückt, aber das hab ich bewusst geändert :) Nach ein bisschen frischer Luft starte ich in den Tag. Ich wollte demnächst mal ausprobieren, morgens kurz eine Viertelstunde spazieren zu gehen :) ohne Handy!

      Liebe Grüße!

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