Hormone und die Haut: Wie wir den Zyklus und unsere Hautpflege synchronisieren können

15. Juni 2020 von in

Dieser Artikel erschien zuerst auf VOGUE.de. Foto im Titelbild: Kora Mikino Menstruationspants

Egal, ob man unter akuter prämenstrueller Anspannung leidet oder in den Tagen vor der Periode nur vereinzelte Pickel hat – Zyklusbedingte Hormonschwankungen haben große Auswirkungen auf die Haut, selbst auf die Kopfhaut. Ist dir schon mal aufgefallen, dass deine Kopfhaut vor der Periode empfindlicher ist und mehr Talg produziert? Dass deine Haare fettiger und platter sind? Selbst wenn wir die Hormonschwankungen zur Kenntnis nehmen, tun wir selten was dagegen. Wir verwenden weiterhin die gleichen Kosmetikprodukte und hoffen, dass sie sich der Haut anpassen. Doch Abwechslung ist der Trick, sagt Dermatologin Rosa del Río, Chefin der Abteilung für Kosmetische Dermatologie an der Hautklinik Grupo Pedro Jaén: „Die Beschaffenheit der Haut verändert sich mit dem Zyklus, deshalb ist es wichtig, Pflegeprodukte an die veränderten Bedürfnisse der Haut anzupassen.“

Apothekerin Marta Masi stimmt zu: „Frauen sind in dieser Hinsicht unterschiedlich sensibel, aber es stimmt, Hormone beeinflussen auch die Haut. In der Menstruationsphase muss die Haut anders gepflegt werden als während des Eisprungs oder in der prämenstruellen Phase. Und das ist etwas, was wir häufig nicht berücksichtigen, wenn wir den ganzen Monat über das gleiche Produkt verwenden. „Die Wahl der Produkte sei aber auch vom Hauttyp abhängig, fügt Masi hinzu. Trockene Haut zum Beispiel trocknet in den ersten Tagen des Zyklus noch mehr aus und braucht daher andere Pflege als von Natur aus fettige Haut.

Entscheidend ist, die Haut im Auge zu behalten und die Pflegeprodukte an die jeweilige Zyklusphase anzupassen, die Follikelphase, die Lutealphase und die Menstruationsphase – weitere Informationen zu den Zyklusphasen und dem Thema Cycle Syncing hier.

Und was sind Masis liebste Hautpflege-Helfer? Einmalampullen, damit können die Seren an die jeweilige Zeit des Monats angepasst werden. „Die Extrakte lassen sich leicht kombinieren und in die Hautpflegeroutine integrieren, so kann man jeden Tag ein neues Produkt verwenden“, so Masi. „Einmalampullen verhindern außerdem die Oxidation von Aktivpartikeln aufgrund von Kontamination.“ Aber auch Gesichtsmasken seien hilfreich, um der Haut die richtige Pflege zur richtigen Zeit zukommen zu lassen, sagt sie.

Wie sich die drei Phasen des Monats auf die Haut auswirken und welche Produkte dann am besten sind:

1. Die Follikelphase (von der Menstruation bis zum Eisprung)

Für die Haut ist diese Zyklusphase optimal. „Der Östrogenspiegel ist besonders hoch, was sich positiv auf die Feuchtigkeit und den Glow der Haut auswirkt. Daher werden weniger Pflegeprodukte benötigt“, erklärt del Río.

Die besten Produkte für die erste Phase: Weil es der Haut in der ersten Zyklusphase nicht an Feuchtigkeit und Glow mangelt, rät del Río zu „Sonnenschutz und aktiven Substanzen wie Vitamin C, Alpha-Hydroxysäuren oder Retinoiden“, um den natürlichen Hautzustand zu fördern.

2. Die Lutealphase (vom Eisprung bis zur Menstruation)

In dieser Phase wird weniger Östrogen produziert, dafür kommt Progesteron ins Spiel, was die Talgdrüsenproduktion anregt. „[Ein höherer] Progesteronspiegel führt zu fettiger Haut und Pickeln, besonders vor der Periode“, erklärt del Río. Bei den meisten Frauen, so Masi und del Río, würden diese Pickel am Kinn und rund um den Kiefer erscheinen.

Die besten Produkte für die zweite Phase: Del Río rät in der zweiten Phase zu einem guten Gesichtsreiniger samt Peeling, um überschüssigen Talg zu entfernen und die Haut in den Tagen vor der Periode so rein wie möglich zu halten. Masi empfiehlt zudem Produkte mit Quinoa-Extrakt zur Tiefenreinigung und zur Erfrischung müder Haut sowie Hyaluronsäure als Feuchtigkeitsspender.

3. Die Menstruationsphase (während der Menstruation)

Sowohl der Östrogen- als auch der Progesteronspiegel sinkt zu dieser Zeit, weshalb die Haut „trockener, sensibler und reizbarer ist“, so del Río. „Der geringe Progesteronspiegel sorgt auch dafür, dass der Teint weniger fettig ist und stattdessen matter wirkt.“

Die besten Produkte für die dritte Phase: Weil die Haut zu diesem Zeitpunkt empfindsamer ist, rät del Río in der dritten Phase zu sanften, reizarmen Produkten. Masi empfiehlt Inhaltsstoffe wie Thermalwasser, Aloe vera, Calendula, Centella asiatica, Arganöl oder Meeresglykogen, die sanft sind und beruhigend auf die Haut wirken.

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