Kolumne: Mein ökologischer Fußabdruck – eine Misere

15. November 2018 von in

„Wow, Australien, das ist ja dann doch ein weiter Flug“, beginnt unser Gespräch an einem Samstagmorgen. „Ökologisch schon eher schwierig, nicht?“ Mein Gegenüber stimmt mir zu. Fast verzweifelt sehen wir uns an. „Reisen ist wirklich schwierig. Gerade das Fliegen“, seufzt er. Ich nicke, mir entfährt ein erleichtertes „Tja, beim Thema Fliegen bin ich glücklicherweise ökologisch ganz gut dabei. Dank Flugangst.“ Mein letzter – und gerade mal vierter (!) Flug in meinem Leben – liegt zwei Jahre zurück. „Aber, sag mal, Avocados isst du, oder?“ Schelmisch grinst mein Gegenüber – und wieder ist da diese Verzweiflung. Wie man’s macht, macht man’s verkehrt, nicht?

In Sachen Flugreisen ist mein ökologischer Fußabdruck geradezu rein. Weil meine Angst meine Wanderlust hemmt und ich lieber mit dem Auto durch Italien düse. Wäre Fliegen für mich kein Thema, würde ich wahrscheinlich auch die Koffer packen und an die schönsten Orte dieser Welt jetten. Oder vielleicht doch nicht?

Tatsächlich ist das die Misere, in der ich stecke. Seit gut einem Jahr beschäftige ich mich bewusst mit Minimalismus und dem Klimawandel. Im Vorfeld streifte das Thema immer wieder mein Leben, aber erst durch das Einlesen in Bücher, die täglichen Nachrichten und Instagram-Accounts habe ich bewusst in meinem Leben was geändert.

Dass ich mich nicht ein bisschen zurückgelehnt habe und dachte, tja, ich fliege eh nicht, wäre gelogen. In jeder Diskussion zum Thema war ich der Gewinner. Wer nicht groß durch die Welt fliegt – und das sind heutzutage die wenigsten – gewinnt. Da sind wir aber schon bei der ersten Misere. Während ich mein Gegenüber immer wieder versucht habe, zu überzeugen, dass vielleicht der Wochenendtrip nach Marrakesch nicht zwingend sein muss oder ein Badeurlaub auch in Italien funktioniert – und es nicht das Clubhotel in Kenia sein muss, blieb ein Fragezeichen: Wie leicht spricht es sich, wenn man all diese Möglichkeiten eben gar nicht ausnutzt?

Wie wäre es, wenn ich von der verbotenen Frucht des Reisens
bereits erfolgreich gekostet hätte?

Was mich zur zweiten Misere führt: So ökologisch rein mein Fußabdruck beim Thema Reisen oder Verkehrsmittel ist, so unrein wird er, wenn man sich andere Bereiche meines Lebens ansieht. Nehmen wir einmal meine Ernährung. Ich ernähre mich zu 90 Prozent vegan und vegetarisch, trinke keinerlei Milch oder esse Eier und habe seit Neuestem auch einen Sodastream mit Glasflaschen. Sicher, plastikfrei einkaufen ist ebenfalls kein Hexenwerk, aber wie oft im Alltag passiert es dann doch, dass man fix die Weintrauben in der Packung kauft? Ich achte wirklich seit Monaten massiv darauf, spreche Verkäufer an, fühlte mich aber letztens dabei ertappt, als eine Instagrammerin fragte, ob man neben dem Plastik auch darauf achtet, woher die Sachen kommen. Verdammt, nicht immer. Viel zu selten. Mal ganz abgesehen davon, dass ich weiß, dass Avocados die Ernährungs-Umweltsünde schlechthin sind, ich dennoch hin und wieder eine kaufe. Setzen, 6. Hier ist noch einiges zu tun.

Von der Küche geht es direkt mal ins Schlafzimmer. Kleiderschrank auf. Misere Nummer 3 lacht mir hämisch ins Gesicht. Fast Fashion all over. Meine Reformation-Tshirts sind meine einzige Fair Fashion Alternative, die ich heiß und innig liebe, mich auch ein bisschen gut fühle, wenn ich sie trage. Nur: Es ist zu wenig. Zweitens: Sie kommen aus den USA. Eingeflogen. Von Freunden, oder direkt bestellt.

Auch diesmal wäre es gelogen, dass mir nicht ein bisschen schlecht wird. Die Lösung wäre, komplett auf Fair Fashion im regionalen Bereich umzusatteln. Alternativen gibt es, erst kürzlich habe ich bei einem polnischen Independent-Label Tshirts aus Baumwolle gekauft. Baby-Steps in Sachen Fashion. Das komplette Umsatteln fällt mir schwer. Nicht nur, weil Mode mein Job ist, auch weil ich zu undiszipliniert bin.

Einziges Pro: Ich habe Second-Hand so langsam für mich entdeckt.

Was mich jedoch zu Misere Nummer 4 führt. Bestellungen. Wie ökologisch ist es, Dinge zu bestellen? Ist es dann mal ökologisch vertretbar, weil der Transport möglichst via Rad von UPS vollzogen wird und alles in Papier verpackt ist, bleibt dennoch die Frage der Moral. Paketdienstleister werden ausgebotet, die Arbeitsbedingungen sind ähnlich katastrophal wie in Sachen Mode und der Leidensdruck hoch. Offline shoppen tue ich viel zu selten, obwohl ich jobbedingt jede Woche in der Stadt bin. Ich denke jedes Mal zum Glück, aber nur, weil das Nicht-Shoppen so sehr in mir verankert ist, ich Online-Shoppen aber hinten runterfallen lasse. Die Lösung meiner Misere hier wäre: Weniger konsumieren, weniger bestellen, weniger besitzen. Etwas, an dem ich arbeite, aber noch lange kein Role-Model bin.

Wo wir bei Misere 5 wären. Hello iPhone, hello Technik. Ohne Smartphone geht es nicht, auch der Laptop gehört dazu. Fair produziert ist leider nichts davon – und eine Alternative gibt es kaum. Ein Fair Phone scheidet aus, nicht nur, weil ich meine Apple-Produkte liebe, was man sicher ändern könnte, sondern auch weil die Alternative noch lange nicht technisch auf dem Stand ist. Hier hänge ich in der Technik gefangen, ohne Sicht auf Besserung.

Was es schwierig macht. Denn tatsächlich bewundere ich Menschen wie DariaDaria, die so konsequent all diese Ziele zu verfolgen versuchen. Die radikal ihre Lifestyle umkrempeln, während ich mich freue, eine Bambus-Zahnbürste endlich bestellt (Misere 4) zu haben oder jeden Tag mit dem Rad fahre. Mein ökologischer Fußabdruck ist also noch lange nicht da, wo er sein könnte.

Zu diesem Ergebnis kamen wir auch an jenem Tag beim Frühstück. Mein Gegenüber und ich hangelten uns von Misere 1 zu Misere 5, entdeckten noch fünf weitere Miseren, um am Ende frustriert zu seufzen. „Bringt es denn dann überhaupt was?“, war die Frage, die über unseren Köpfen waberte. „Aber natürlich“, sagte ich überzeugt. Denn das Bewusstsein ist da. Der Weg dahin ein Prozess. Die Misere erkannt. „Hauptsache, wir machen was.“ Egal, wie groß oder klein die Schritte sind. Dass ich oder wir überhaupt die Wahl haben, ist das große Privileg.

Künftig will ich noch öfter, ökologisch wie moralisch richtig entscheiden. „Und keine Avocados mehr kaufen“, lachte mein Gegenüber. Richtig, das ist der Anfang.

Fotocredit: Unsplash, Unsplash

Sharing is caring

20 Antworten zu “Kolumne: Mein ökologischer Fußabdruck – eine Misere”

  1. Puhhhhh, ich kenne das Thema zu gut. Erst habe ich mir Jahre lang das Leben super diszipliniert zur Hölle gemacht (passiert schnell, wenn man mit 17 anfängt ALLES richtig machen zu wollen und einen das schlechte Gewissen schon beim Einsteigen ins Auto überkommt). Dann habe ich einfach ALLES ignoriert, so als Gegenreaktion und sogar wieder alte Gewohnheiten wie Nutella rausgeholt.

    Inzwischen versuche ich eine Balance zu finden, ohne missionieren, mit viel inspirieren, mit ökologischeren Varianten, die mich trotzdem glücklich machen und mit weniger Zeigefinger. Man neigt nämlich schnell dazu den rauszuholen (siehe dein Bekannter), entweder als Verteidigung oder weil man denkt man hat die Welt verstanden. Und im Gegensatz zu dir, war mein ökologisches Steckenpferd immer die Mode, da ich einfach aus Prinzip nur 2hand oder eben fair Trade kaufe. Und das habe ich, um es kurz zuzugeben, das ein oder andere Mal raushängen lassen.

    Mit meinen Eltern habe ich da manchmal ganz schön ausufernde Diskussionen, da die zwar konsequente Flugzeugverweigerer sind, aber immer noch ab und zu Fleisch auf dem Teller haben (während ich inzwischen ab und zu fliege) und wir die jeweilige Gegenseite nicht verstehen können.

    Wo da die Lösung liegt? Meines Erachtens nach in der Politik und einer angemessenen Besteuerung von Lebensmitteln (Fleisch!!! Milchprodukte!!!Sachen aus Übersee!!!), Flugzeugemissionen und co. Und im Gegensatz dazu eben ökologische Lösungen, die bezahlbar sind. Öffentliche Verkehrsmittel, die für alle umsonst sind, zum Beispiel. Damit auch in der Stadt mal die Leute das Auto stehen lassen.. Von mir aus soll der Spirit dafür steigen um das zu finanzieren. Wird Zeit, dass sich was ändert. Aber ich ufere aus :) So oder so: Danke für den super Artikel

    • Danke dir für deine guten Denkanstöße und den Einblick!
      Absolut – ich glaube auch, dass wir zwar alle richtig viel machen können, es letztlich aber – um wirkliche Veränderungen bei allen Menschen zu erreichen – politische Entscheidungen braucht. Ich verstehe beispielsweise nicht, warum die Bahn nicht längst subventioniert wird, um mehr Menschen von der Straße und der Luft auf die Schienen zu bringen. Genauso wie man mit Belohnungssystemen und Anreizen arbeiten könnte, damit mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad nutzen. Und das natürlich in vielen anderen Bereichen.
      Mein Ziel ist es auch, eine gute Balance zu finden, missionieren will ich keinesfalls – genauso wenig wie mein Bekannter. Das war eine ganz normale Verteidigungshaltung – ich musste ziemlich schmunzeln. Letztlich sind wir alle da ja gefangen :)
      Liebe Grüße!

  2. Also die „Ernährungs-Umweltsünde schlechthin“ ist und bleibt immer noch Fleisch. Dass die Massen, in denen Avocados als die Trendfrucht schlechthin zurzeit global konsumiert werden, ein Problem darstellen, wissen wir inzwischen. Aber ab und zu mal eine Avocado zu essen, insbesondere wenn du sie nicht ZUSÄTZLICH zu pochierten Eiern, Lachs oder eben Fleisch isst, ruiniert nicht die Ökobilanz deines hauptsächlich veganen Ernährungsverhaltens.
    Dass gerade alle Welt mit dem Finger auf Avocados als Umweltproblem zeigt, liegt in meinen Augen auch daran, dass bei Pflanzen die Umweltauswirkungen wie Wasserverbrauch sehr direkt sichtbar werden. Die Unmengen an Wasser, die die Tierindustrie verbraucht, sind dagegen weniger sichtbar und werden deshalb entsprechend weniger diskutiert.

    • Liebe Nora,
      da hast du absolut Recht. Aus meiner – vegan/vegetarischen Perspektive – ist die Avocado quasi meine Umweltsünde, aber tatsächlich verursacht die Fleischproduktion sehr viel mehr Schaden! Ein guter und wichtiger Hinweis.
      Was ich bei der Avocado so interessant finde: Es ist eben eine Trendfrucht. Vor fünf Jahren hat niemand Avocados gegessen und auch überlebt, jetzt sammeln sie sich in Massen im Supermarkt.
      Aber wie du sagst: Würden wir alle unseren Fleischkonsum – oder auch den Konsum tierischer Produkte – einschränken, wäre schon viel gewonnen!
      Liebe Grüße!

      • Liebe Antonia, dieser Artikel beschreibt so ziemlich genau mein Leben. Man hat das Bewusstsein dafür entwickelt, was man so alles falsch macht (vor allem, wenn man Daria Daria folgt :D ) aber schafft es noch nicht ganz es umzusetzen. Ich bin ja schon sehr stolz, dass ich in die Inditex-Läden nicht reingehe, dafür fällte es einem bei Mango und COS doch noch viel schwerer. Aber letzten Endes liegt es wirklich an der Politik. Wie soll sich eine nicht allzu reiche Familie mit 3 Kindern leisten nur bio, fair und nachhaltig zu leben und zu konsumieren? Alles was fair ist, kostet eben locker 3 mal so viel. Mein letztes Erlebnis: Mein Freund und ich wohnen in Berlin, wollen nächstes Jahr einen Kurzurlaub in Wien verbringen und hatten es uns überlegt mit Zug zu fahren anstatt zu fliegen, der Umwelt wegen. Wir würden die 8h Reisezeit in Kauf nehmen. Aber ein Zugticket kostet in eine Richtung kostet 120€ und ein Flug (der nur 1,5h dauert) kostet um die 35€… Also 3 mal so lange brauchen und 4 mal so viel bezahlen, das ist dann für uns doch zu viel ehrlich gesagt. Wären die Flüge viel stärker versteuert und würde man diese Steuern als Subventionen für Züge nutzen, würde das alles vielleicht anders aussehen. Doch Du hast recht – jeder Schritt in die richtige Richtung ist wichtig. Hoffentlich werden immer mehr Menschen das verstehen und umsetzten. Liebe Grüße und viel Erfolg! PS Welches polnische Brand ist es gewesen, wo Du bestellt hast? Ich kann Dir Hibou Essentials und Elementy Wear empfehlen.

        • Liebe Kasia,

          absolut, langfristig braucht es politische Lösungen und Regulierungen, um im Gesamten etwas zu ändern und die Masse zum Umdenken zu motivieren.
          Bestellt habe ich bei The Odderside, das Brand produziert nur in Polen. Die von die genannten Brands sehe ich mir mal an :)
          Liebe Grüße!

  3. Super! Alle diese Miseren tauchen ständig in meinem Leben auf und wenn man sich einmal in den Strudel des „oh nein das kann ich nicht so machen – das ist ja furchtbar“ hat einsaugen lassen, ist es oft gar nicht so einfach da wieder herauszukommen ohne alles in Frage zu stellen. Da gilt es sich immer wieder bewusst zu machen, dass jeder kleine Schritt einer in die richtige Richtung ist. Und ab und an das schlechte Gewissen auch mal zu überhören, um am Ende nicht kreuzunglücklich durchs Leben zu laufen. Danke für den wichtigen Artikel!

  4. Hi, ich finde es super, dass du Themen wie Umweltschutz und Ökologie in deinem Blog thematisierst! Ich selbst kenne auch diesen inneren Konflikt, einerseits aus Hedonismus zu handeln und andererseits die Umwelt schonen zu wollen. Manchmal, vor allem wenn es um’s Reisen geht, ist das schwer vereinbar. Darüber reden und schreiben ist jedoch ein erster Schritt, um das Thema zu sensibilisieren. Weiter so :-) LG Sarah

  5. Danke, dass du dich dem Thema so offen und in seiner ganzen Widersprüchlichkeit widmest! Ich wundere mich etwas, dass deine Kolleginnen dem so gar nicht geneigt sind (zumindest nicht was das Fliegen angeht). Ich versuche ebenfalls, alles richtig zu machen – mit so einem Anspruch kann man nur scheitern, daher finde ich das bewusste Konsumieren so viel sinnvoller. Überlegen, was man wirklich braucht, was man woanders herbekommt (zB Kleiderkreisel oder Kleinanzeigen), alte Dinge reparieren etc. pp. Und sich informieren! Wusstet ihr zB das der größte Verursacher von Mikroplastik Autos sind? Kosmetik kommt erst auf Platz 17. Das wegzulassen hat also kaum eine Auswirkung – man muss schon das Auto stehen lassen wenn man da was erreichen möchte. Lieber so viel wie möglich richtig machen anstatt gleich kapitulieren, weil man nicht alles richtig machen kann! Wenn mehr so denken, wäre viel gewonnen.

    • Liebe Franni,

      Danke!
      Ich denke, das Thema Fliegen ist super schwierig, durch meine Angst will ich da auch niemanden verurteilen, finde aber auch hier den bewussten Umgang damit wichtig. Den haben Milena und Amelie auch definitiv, wir sagen viele Reisen, die oft nur 24h beispielsweise in die USA gehen sollen, von vorne rein ab, weil wir es nicht vertretbar finden. Privat ist es sicher eine Gradwanderung zwischen „Ich will die Welt kennenlernen“ und „Ich will die Umwelt schützen“. Hach, so schwierig – wirklich!
      Wie du sagst, der bewusste Umgang ist mehr als wichtig, lieber viel versuchen, als gar nichts. Das mit dem Mikroplastik ist übrigens richtig interessant, das wusste ich gar nicht. Trotzdem schadet es sicher nicht, das bei Kosmetik zu vermeiden! :)
      Liebe Grüße!

  6. Neben dem Fleischverzicht wäre vor allem der Verzicht auf Kinder wichtig, das schreibt nur niemand gerne, weils niemand gerne hört. Beispielquelle: https://www.nordisch.info/schweden/universitaet-lund-wer-den-planeten-retten-will-sollte-weniger-kinder-zeugen/

    Aber der Mensch ist der Erde größter Schädling, weniger davon, vor allem weniger in den reichen Industrieländern, hätte also den größten Nutzen hinsichtlich der Reduktion der CO2-Emissionen.

    • Das stimmt – das hat Amelie schon einmal in einer Kolumne thematisiert – und dazu habe ich auch einige Artikel gelesen. Das ist wahrlich ein sehr schwieriges Thema, das würde ich gerne vielleicht nochmal extra thematisieren. Schliesslich ist der Wunsch nach Kindern und Familie ein sehr existenzieller, auf den man weniger leicht verzichten kann. Liebe Grüße!

    • Das kann ich so nicht unterschreiben. Dieses Argument habe ich auch schon aus meinem Verwandtenkreis gehört und zwar von denen, die mehrmals im Jahr in der Weltgeschichte herumfliegen, ständig die neueste Technik im Haus und wöchentlich ein Päckchen von Asos vor der Tür liegen haben. „Ich setze ja keine Kinder in die Welt, die in der Zukunft unsere wertvollen Ressoucen verbrauchen“ ist dann deren Legitimation für ihren konsumorientierten Lebensstil.
      Ich denke, wenn man Kindern von Anfang an ein Vorbild ist und ihnen aufzeigt, wie wertvoll die Natur ist, wie sehr es unsere Aufgabe ist, sie zu beschützen, dann können die Kinder in der Zukunft viel zum Positiven verändern.

      • Naja es ist aber leider nüchtern betrachtet wirklich so – außer natürlich, wenn die Kinder den großen Durchbruch beim Carbon Capturing schaffen – dass keine Kinder die beste Option fürs Klima sind und einen extrem verschwenderischen Lebensstil kompensieren.
        Der Club of Rome hat dazu einige spannende Thesen verfasst.

  7. Kann ich auch so unterschreiben. Wie ein Kommentar bereits erwähnt ist das „Avocado-Shaming“ ein bisschen außer Hand geraten, klar, man sollte sich nicht jeden Tag eine rein pfeifen aber eben viel schlimmer ist der Lachs dazu oder der Roastbeef (selbst wenn von der Weide neben an hat 1kg Fleisch einen höheren Wasserverbrauch). Was ich noch sagen wollte zum Punkt Bahn: 4 Wochen im voraus München-FFM zu buchen hat mich für den Zug 125€ gekostet, fliegen wäre nur 80€ gewesen?!

    • Ja, das stimmt.
      Auch beim Thema Bahn – das ist eben das große Problem. Fliegen ist so oft günstiger – hier braucht es politische Maßnahmen, damit die Menschen umerzogen werden und das Reisen mit Zeitfaktor wieder mehr genutzt wird!

    • Hey, nur ganz kurz eine kleine Anmerkung bzgl. günstigem Bahn fahren: immer den Bahn Sparpreisfinder benutzen, der zeigt viel günstigere Preise an als bei der „normalen“ Suche. Und ne Bahn Card 25 lohnt sich ! Ich komm damit eigentlich immer ganz gut weg! …auch wenn ich prinzipiell für eine Subventionierung von Bahn bin ;)

  8. Danke für deinen ehrlichen Artikel.
    Ich denke was auch wichtig ist, dass wir von diesem „alles oder nichts“ Denken weg kommen. Würde jeder schon nur ein wenig auf sein Verhalten achten, wäre das schon mal ein Anfang. Schon einen Tag Fleischverzicht pro Woche, weniger plastikverpackte Lebensmittel und der Verzicht auf Plastiktüten wären Ziele für jedermann die schon viel bewirken. Auch müssen die Anbeiter umdenken: Bei uns in der Schweiz wird zum Beispiel jegliches Biogemüse in Plastik eingepackt, damit es vom günstigeren unterschieden werden kann. Wer nicht in einer Stadt wohnt hat kaum Zugang zu verpackungsfreien Läden, Nachhaltige Kleidung ab Grösse 42/44 ist kaum zu kriegen, usw. So versuche ich im kleinen zu beginnen…. und würden dies alle tun, wäre das schon ein riesen Schritt!!

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen hast.