Money Talk: Durchblick im Versicherungsdschungel?

21. Mai 2019 von in

Photocredit: Segurio, Unsplash

Erwachsensein kann so anstrengend sein. Ich liebe vieles am Erwachsensein, meine eigene Wohnung, meine eigenen Entscheidungen und meine eigene Lebensweise. Wenn es aber um so bürokratische Dinge wie Steuer, Finanzen oder Versicherungen geht, krümmt sich mein Bauch. Dabei könnte man sagen, ich habe das Chaos irgendwie dann doch immer im Griff. Nur das Beschäftigen mit solchen Themen schiebe ich sehr gerne auf die lange Bank.

Beim Thema Versicherungen steige ich gefühlt schon aus, bevor ich das Wort fertig ausgesprochen habe. Eine Haftpflichtversicherung besitze ich, auch eine Zahnzusatzversicherung sowie als selbstständige Journalistin eine ergänzende Krankenversicherung, aber das wars dann auch. Berufsunfähigkeitsversicherung? Lebensversicherung? Macht das Sinn – oder sollte ich lieber meinen mickrigen Hausstand versichern?

Während ich so durch den Versicherungsdschungel irre auf der Suche nach der Erleuchtung, gibt es glücklicherweise Menschen, die sich wirklich auskennen. Eine davon ist Nina Gscheider. Früher war sie Autorin bei unseren Kolleginnen von „Das Münchner Kindl“, mittlerweile hat sie ein eigenes Versicherungsstartup gegründet. Bei Segurio kann man einzelne Teile versichern. Ein Konzept, das ziemlich cool ist. Wenn ich hier nur an meinem Laptop im Urlaub denke. Aber auch so kennt sich Nina besonders gut aus – Grund genug mit ihr über Segurio, Versicherungen und den irren Versicherungsdschungel zu sprechen.

Wer oder was steckt hinter Segurio?

Hinter Segurio stecken mein Geschäftsführer Franz Ihm und ich als Gründerin. Wir sind zwei Versicherungsspezialisten, die etwas Neues auf die Beine gestellt haben und damit die Versicherungsbranche gehörig hinterfragen und provozieren.

Hinterfragen und provozieren. Das klingt spannend. Was war denn eure Motivation Segurio zu gründen?

Die Versicherungsbranche ist leider größtenteils eine Dienstleistung aus der Steinzeit. Keiner kennt sich aus, die Produkte sind schlecht, teuer und die Masse an Papier und Klauseln erschreckend. Gleichzeitig bindet sich ein Kunde für lange Zeit nach dem Abschluss. Das alles muss nicht sein.
Vor gut einem Jahr zur Gründung von Segurio war es Zeit für einen digitalen Neuanfang. Segurio bietet Versicherungen für Lieblingsstücke wie Uhren, Schmuck, Musikinstrumente, Kunstwerke, Fahrräder und Kameras.

Heißt, ich kann meine Designerhandtasche versichern? Wie funktioniert das?

Das geht ganz fix. Einfach den Wert des Wunschobjektes festlegen, Bild uploaden, Daten eingeben und unkompliziert monatlich per Kreditkarte bezahlen. Die Versicherung gilt weltweit und kann jeden Monat wieder gekündigt werden. Unser Ziel: Wir wollen 100% online und sehr kundenfreundlich sein, wie bieten schnellen  Service, keine Warteschleifen oder Papierinferno.

Ohja, Papierkram macht mich immer fertig. Euer Angebot klingt gut. Wer nutzt Segurio und was wird am häufigsten versichert?

Erstaunlicherweise sind unsere Kunden älter als gedacht. Die meisten unserer Kund*innen sind Mitte 30 bis Mitte 60 Jahre alt. Hallo, Millennials und Digital Natives, Segurio wäre doch auch was für euch?
Am meisten werden Schmuck, Uhren und Musikinstrumente versichert. Die Tatsache, dass die Versicherung auch auf Reisen oder im Urlaub gilt und auch einfaches Verlieren abdeckt, macht hier viel aus.

Das klingt gut. Stichwort Versicherungsdschungel Deutschland – welche Versicherung sollte jeder von uns besitzen?

Wir sagen immer: Krankenversicherung, Haftpflicht- und Hausratsversicherung. Als Ergänzung zum Hausrat ist Segurio perfekt. Die Hausratsversicherung ist ein Standardprodukt und schützt gegen Feuer, Wasser, Einbruch. Wenn aber eine Uhr oder ein Fahrrad außer Haus abhanden kommt, dann ist das ärgerlich und wird von der Hausratsversicherung meist nicht bezahlt – weil eben außer Haus. Segurio hilft und ist durch die monatliche Kündigungsmöglichkeit und Bezahlung unkompliziert und erlaubt beispielsweise eine Fahrradversicherung nur für den Sommer.

Welche Versicherungen sind für Angestellte wichtig, welche für Selbstständige?

Alle drei genannten Versicherungen. Für Selbstständige macht natürlich auch noch eine Unfallversicherung und eine Betriebshaftpflicht Sinn. Details müsste man sich immer individuell anschauen, schließlich kommt es auch immer auf den Beruf an. Stichwort Musiker oder Profisportler. Hier ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig, falls der Beruf beispielsweise nach einem Unfall nicht mehr ausgeübt werden kann.

Warum ist das Versicherungsangebot in Deutschland eurer Meinung nach so veraltet?

Versicherungsunternehmen sind große Konzerne, die davon leben, dass eine Pyramide an Maklern und Agenturen Kunden bringen. Jeder kennt das: Egal wie klein ein Dorf, Makler gibt es überall. Dabei ist die Struktur meist auf Verkauf und Provisionserlöse aufgesetzt. Neue Produkte, guter Service und schnelle Schadenabwicklung stehen hier entsprechend nicht an erster Stelle. Wir bei Segurio versuchen, hier querzudenken und bieten direkt Versicherungen mit innovativen Verbesserungen an.

Großartig! Danke, Nina!

Ich persönlich bin über die Künstlersozialkasse kranken- wie pflege- und rentenversichert. Zudem besitze ich eine ergänzende Krankenversicherung, falls ich einmal einen Unfall oder eine schwerere Krankheit habe, da ich ja kein Krankengeld bekomme, hier greift dann diese Versicherung. Außerdem zahle ich monatlich in eine erweitere Rentenversicherung für meine Altersvorsorge ein. Da möchte ich auch in Zukunft noch mehr den Fokus drauf legen – ETFS oder doch einfach eine Lebensversicherung? 

Welche Versicherungen besitzt ihr? Welche empfiehlt ihr? 

– Anzeige wegen Markennennung –

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6 Antworten zu “Money Talk: Durchblick im Versicherungsdschungel?”

  1. für etfs und so weiter empfehle ich dir die facebookgruppe von miss moneypenny. vieles erschlägt einen erstmal und von einigen sachen versteh ich immer noch nur bahnhof, aber ist schon spannend so viel input zum thema sparen zu lesen

  2. Liebe Antonia, auch wenn du über die KSK versichert bist, bekommst du doch Krankengeld. Ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit ist die gesetzliche Krankenversicherung, bei der du ja über die KSK versichert bist, in der Pflicht. Nur die sechs Wochen davor wird nicht gezahlt (bei Angestellten würde da der Arbeitgeber den Lohn fortzahlen). Ich nehme an, du meinst eine zusätzliche Versicherung, die die Lücke schließt, oder? Ich hab mich dagegen entschieden. Genug Notgroschen für mehrere Monate Leben ohne Einkommen haben und das Geld, das ich für noch ne Versicherung zahlen würde, lieber in weiteren Vermögensaufbau stecken, schien mir sinnvoller.

    • Liebe Kirsten,

      oha, das ist interessant. Ich bekomme mit der anderen Versicherung ab Tag 30 quasi jeden Tag extra Geld, aber da hast du natürlich recht. Da werde ich mich gleich nochmal informieren :) Denn dann wäre es tatsächlich schlauer, das Geld in die Altersvorsorge zu stecken!
      Danke dir! Liebe Grüße!

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