Red Bull Curates: Kunst meets Nachtleben

17. Oktober 2013 von in

Wer Kunst und Kultur erleben will, geht normalerweise ins Museum oder in Ausstellungen, Lesungen oder Showrooms. Und zwar tagsüber. Auch in München haben wir immer wieder tolle Ausstellungen und Kunstevents.
Dieses Wochenende kommt ein neues außergewöhnliches Projekt nach München: Red Bull Curates!
Von heute bis Sonntag, 20. Oktober, wird die Kunst von Münchner Künstlern lebendig gemacht und zieht raus in die dunkle Nacht. Verschiedene Künstler verlassen ihre gewöhnlichen Wirkungsstätten, kreieren kleine Kühlschränke mit ihrem Handwerk zu Kunstwerken und ziehen damit in die Clubs der Münchner Innenstadt. Ganz nach dem Motto: Kunst meets Nachtleben.
Red Bull Curates vereint renommierte Künstler, Designer und Gastronomen mit Kulturschaffenden aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Fotografie, Architektur und Malerei.  Das Projekt war bereits in New York, London und Tokio. In München sind als Künstler unter anderem die Kreativköpfe von Haus 75, die ein fester Bestandteil der Münchner Urban Art Szene sind, Frank Balve, der sich als Künstler mit gesellschaftlichen Themen beschäftigt sowie dem bildenden Künstler Bernhard Lehner mit dabei.

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Auch das Designerduo Assembling Men ist mit von der Partie. Lena Genofeva Geißler und Bastian Altendorfer machen außergewöhnliche Mode . Wir sprachen kurz über ihre Mode, ihre Ziele und worauf sie sich bei Red Bull Curates freuen.

Wie seid ihr zur Mode gekommen?
Lena: Textilien waren für mich schon immer Thema, habe zuerst am Theater und beim Film gearbeitet und mich so damit auseinandergesetzt. Nach meiner Lehre zur  Maßschneiderin in einem Handwerksbetrieb, machte ich meinen Meister. Danach folgte eine Ausbildung zur Modellmacherin, wo Bastian und ich uns kennen lernten und Assembling Men gründeten.
Bastian: Und ich wollte mich nie nur auf eine Sache beschränken, wobei Mode immer ein wichtiger Teil meiner Arbeit war. Ich arbeite mit verschiedenstem Material, Altem und Neuem, digital und analog. Ich habe beispielsweise Oldtimer restauriert, einen Abschluss in Mode- und Kommunikationsdesign und als Modellmacher…

Was für Mode macht ihr und für wen?
Bastian: Unsere Entwürfe sind immer schnitttechnische Experimente. Das Material ist entscheidend und am Ende ist unsere Mode mehr oder weniger tragbar. Doch darum geht es uns auch nicht in erster Linie. Im  Moment ist Bekleidung unser Experimentierfeld.
Lena: Eigentlich ist Haute Couture das Experimentierfeld der Mode. Doch da sehen wir seit Jahren kein aufregendes Design mehr. Vor allem die Damenmode verliert sich in Repetition.

Stichwort Damenmode. Bislang kreiert ihr nur Männermode. Ist eine Damenkollektion geplant?
Bastian: Es wird eine Damenkollektion geben, wobei wir  beides nicht trennen möchten, ohne unisex zu sein. Priorität haben für uns im Moment die Herren. Das Design ist technischer und bietet der Arbeit mehr Spielraum. Generell arbeiten wir nicht in einem Kollektionsrhytmus, wo der jede Saison ein „neuer Trend“ lanciert werden muss.
Lena: Genau, wir arbeiten nicht trendorientiert, sondern suchen nach einer eigenen Ästhetik, die sich an den Strömungen der Zeit orientiert, nicht aber an aktueller Mode. Eine Kollektion entsteht, wenn alle Teile sich zu einem Thema verdichten.

Welche Mode und Designer mögt ihr?
Bastian: Da gibt es viele, wie beispielsweise Carol Christian Poell. Hier mögen wir vor allem das Design und die Art und Weise, Einzelstücke zu entwickeln. Außerdem auch Aithor Throup, Huseein Chalayan und Juun J, um nur ein paar zu nennen.

Habt ihr bestimmte Ziele als Modedesigner? Oder ein großes Ziel wie beispielsweise eure Kollektion auf einer Fashion Week zu zeigen?
Lena: Solange wir kreativ sein und auch davon leben können, sind wir glücklich.
Bastian: Wir finden nicht, dass die Fashion Week oder irgendeine andere Bühne der geeignete Ort wäre, um unsere Kollektion zu zeigen. Man muss die Teile von Nahem sehen, von allen Seiten anfassen, nicht nur vorbeilaufen. Eine gute Location als Showroom wäre in jedem Fall passender.

Dieses Wochenende macht ihr bei Red Bull Curates mit. Worauf freut ihr euch?
Bastian und Lena: Wir freuen uns auf viele alte Bekannte und neue Gesichter.

Das Kunstprojekt Red Bull Curates findet dieses Wochenende statt.  Hauptlocation ist in diesen Tagen die MMA (MixedMunichArts), ein ehemaliges, stillgelegtes Heizkrafwerk (Katharina-von-Bora Straße, Eingang über Karlstraße 14). Diese Location wird im Rahmen von Red Bull Curates das erste Mal geöffnet. Wer sich die Arbeiten der Künstler ansehen will, kann das am Samstag von 11 bis 22 Uhr  und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr tun. Der Eintritt ist frei.
Anschließend finden die Werke in Münchner Bars und Clubs ihren finalen Platz an der Bar. Mit dabei sind hier das Restaurant Hey Luigi, Storchenburg, die Robinson’s Bar, die Stroke Urban Art Fair sowie das Super Plus Studio.
Alle Information zum Projekt findet ihr auch im Internet unter www.redbull.com.

Alle Artikel zum Thema Kultur findet ihr hier auf einen Blick.

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3 Antworten zu “Red Bull Curates: Kunst meets Nachtleben”

  1. Hört sich nach einer coolen Aktion an! Als jemand, der von Kunst wenig versteht, finde ich es gut, wenn Künstler auch einmal einen Schritt auf „die Masse“ zugehen und so eben auch Leute ansprechen, die wie ich nur selten mal in Museen usw. anzutreffen sind.
    Auch das Interview liest sich gut, interessant! Vor allem erstaunt mich, dass sie für sich im Männerbereich mehr Spielraum sehen, weil es technischer ist. Ich als Laie würde bezüglich Spielraum eher auf Frauenkollektionen tippen.

  2. Also ich weiß ja nicht, was ich von der ganzen Aktion halten soll. Das wird denke ich eher auf ein chices Meet and Greet, sehen und gesehen werden, networken Ding rauslaufen, in der die Kunst ne eher reduzierte Rolle spielt. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, weil ich selbst mal so ein abendfüllendes Ausstellungsprojekt mitorganisiert habe, und das da ähnlich lief und mehr zu ner Party ausgeartet ist. Und weil ich aufm Berliner Gallery Weekend mal Leute interviewt habe, die gerade die Ausstellung verlassen haben, und die tatsächlich oft angegeben haben, sich die Kunst gar nicht angesehen zu haben, weil sie nur an der Bar waren, oder weil sie sich nur mit jemandem in der Ausstellung getroffen hatten. Wenn das dann auch noch von Red Bull gesponsert wird… muss man das doch primär auch als Marketingkonzept verstehen. Also man versucht möglich sinnlich vielfältig positive Erinnerungen zu erzeugen und die an das Produkt zu koppeln. Wenn ich das richtig verstanden habe, werden auch ausschließlich Kühlschränke gestaltet? D.h. „thematisch“ wird das alles schonmal ziemlich eingeschränkt sein, natürlich direkt an das Produkt Red Bull gekoppelt und der Besucher wird direkt zum Kühlschrank/zur Bar/zum Getränk gelotst.
    Die Frage ist natürlich, wie man das jetzt alles wertet, also ob es denn wirklich so tragisch und/oder verwerflich ist, wenn Kunst da eher… als Mittel zum Zweck funktioniert. Nur vermitteln solche Veranstaltungen in meine Augen oft so einen hochkulturellen Eindruck und wollen sich das glaube ich nicht so gerne nachsagen lassen, dass die Kunst da für die meisten nicht die größte Rolle spielt. Und das finde ich ziemlich heuchlerisch und unehrlich. Und auch nicht originell und „außergewöhnlich“.
    Aber wie gesagt, das ist nur der erste Eindruck, den ich jetzt durch den Artikel hier bekommen habe. Tiefergreifend hab ich mich mit der Veranstaltungsreihe nicht beschäftigt.

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