Girlboss review deutsch

#Girlboss // Stand-Up – Feminismus für Anfänger

16. Juni 2014 von in

Wenn es momentan zwei Bücher gibt, die  durch die Blogosphäre geistern, dann sind es mit Sicherheit #Girlboss und Stand Up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene. Da ich – sobald neue, interessante Bücher auf meinem Radar auftauchen (hier ein Danke an Nike) – nicht anders kann, als sie zu lesen, musste ich beide kaufen. Und ich sag’s euch: zum Glück! Die Bücher kamen für mich zur richtigen Zeit, weil ich mich schon lange mit Themen wie Feminismus, Gender Studies und Frauenquoten in Unternehmen im privaten Bereich auseinandersetze, aber doch irgendwie das Gefühl hatte, zu wenig zu wissen, um wirklich mitreden zu können. Und mal ehrlich: Wikipedia ist da nicht die richtige Anlaufstelle. Also habe ich mich in die beiden Bücher reingelesen.

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#Girlboss
Ich bewundere Frauen, die aus ihrem Können und Talent etwas Großes geschafft haben. Frauen, die sich in der noch immer oft von Männern dominierten Unternehmenswelt behauptet haben und ihr eigener Boss sind. Sophia Amoruso ist eine davon. Nach vielen verschiedenen Jobs, keinem Studium (!) und so mancher Schnapsidee hatte sie die eine richtige: Sie verkaufte Vintage-Klamotten auf Ebay. Aus der Idee wurde ein Millionen-Unternehmen: Heute – acht Jahre später – ist die Geschäftsführerin von Nasty Gal, einem Online-Fashion-Shop für Vintage-Mode. Ihr Umsatz: 100 Millionen Dollar im Jahr. Ihr Herz: 350 Angestellte, die genauso wie sie Mode lieben. In #Girlboss schildert Sophia Amoruso ihren Weg, der nicht immer geradlinig war, aber am Ende erfolgreich, gibt Tipps für den eigenen Erfolg und Mut. Nicht zwingend nur ein Buch für Frauen, sondern für alle, die bislang mit sich haderten: machen oder sein lassen.

Lieblingszitat: It isn’t about how popular you were in high school or where you went to college (if you did). Rather, success ist about trusting your instincts and following your gut, knowing which rules to follow and which to break.

Nehme ich aus dem Buch mit: Einfach mal machen. Wenn es sich richtig anfühlt, ist es auch das richtige. Manche Dinge entwickeln sich erst. Mut haben – trotz Zweifeln und anderer Zweifler. Leidenschaft für seinen Job. Gelegentlich dann doch aber den Verstand einsetzen und reflektieren.

Fazit: Für alle, die selbstständig arbeiten, etwas im Job verändern oder auch eine Idee verwirklichen wollen, ist das Buch perfekt. Es macht Mut, zeigt nochmal neue Wege auf, und Sophia Amoruso steckt mit ihrer Erfolgsgeschichte an. Es ist kein Lese-Muss, aber ein unterhaltendes, motivierendes Buch.

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Stand Up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene
Danke. Mehr fällt mir wirklich nicht zu diesem Buch ein. Selten hat mich ein Sachbuch so gepackt, informiert und angesteckt. Julia Korbik (und die vielen Co-Autoren) schafft das, was ich so lange suchte. Ein unterhaltsames Buch über Feminismus, abseits von Klischees, Alice Schwarzer oder angestaubtem Image und Emanzipations-Ideen. Es ist modern, liefert Antworten und zeigt auf, warum wir immer noch Feminismus brauchen. Denn von einer Gleichberechtigung sind wir noch meilenweit entfernt, das bewies die #Aufschrei-Debatte, das beweisen aber auch viele Erfahrungen, die ich und Freundinnen im Job und Alltag machen. Dieses Buch kommt zur richtigen Zeit und sollte wirklich auf dem Leseplan einer jeden modernen Frau stehen (aber auch Jungs sollten mal reinlesen, schließlich geht uns Gleichberechtigung und Feminismus alle an.)

Lieblingszitat: Vorneweg: Ich könnte so einige aufzählen, das Zitat von Autorin Teresa Bücker im Buch bringt die heutige Situation aber ganz gut auf den Punkt: Feministinnen streiten für die Anerkennung von vielen unterschiedlichen Rollenmodellen für Frauen. Sie streiten dafür, dass es kein Kraftakt für Mädchen und Frauen sein muss, sich einen Lebensentwurf auszusuchen. Sie gehen auf die Straße dafür, dass niemand von gesellschaftlichen Zwängen auf einen Weg gedrängt wird, der keine Gabelung kennt. Aus traditionellen Rollenmodellen ausubrechen, ist für Frauen leichter geworden, einfach ist es nicht.

Was nehme ich mit: Feminismus ist nicht gleichzusetzen mit angestaubten Ideen, Frauen, die sich auf keinen Fall schminken und schön anziehen, Männer hassen und alles falsch interpretieren. Im Gegenteil. Feminismus hat ganz viele Facetten und ist wichtig für unsere Gesellschaft. Denn: Mädels (und Jungs), es gibt noch viel zu tun. Feministin sein ist nicht blöd, sondern verdammt cool.

Fazit: Lest es. Lest es. Lest es.

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10 Antworten zu “#Girlboss // Stand-Up – Feminismus für Anfänger”

  1. wer schreibt, das feministin sein „verdammt cool“ ist,weiß vielleicht nicht wie verdammt „blöd“ das ist..
    das allerblödeste daran ist aber wahrscheinlich der lifestyle-feminismus, der damit propagiert wird.
    Das ist nicht besser als sarah palin, die ebenso das wort feminismus begraucht, um ihre Argumente gegen Abtreibungen zu unterfüttern, indem sie behauptet, dass, frauen, die nicht abtreiben auf eine art von gewalt verzichten. denn den Verzicht auf gewalt hätten sich ja die Feministinnen schon auf die Fahnen geschrieben- und dazu zähle sie sich auch.
    Wegen solchen Begriffsmishandlungen ist der Feminismus „blöd“ geworden.
    lehst liebe nina power als dieses schischibuch.

    • Liebe Laura,
      es geht nicht darum, Feminismus als Lifestyle zu propagieren oder Szene-Feminismus zu betreiben, sondern viel mehr zu zeigen, dass er nichts angestaubtes a la Alice Schwarzer ist oder nicht mehr notwendig ist. Denn die Emanzipation der Frau ist noch lange nicht so weit, wie wir es vielleicht meinen. Stichwort: Job, Gehalt, Wiedereinstieg nach einem Kind, und und und. Meine Aussage, dass Feministin sein „verdammt cool“ ist, mag vielleicht fehlinterpretierbar sein, sollte aber einzig wiedergeben, dass das Buch viellerlei Vorurteile über den ach-so-angestaubten-und-brauchen-wir-eh-nicht-mehr-und-ich-nenne-mich-keinesfalls-Feministin-weil-die-sind-alle-so-uncool-wie-Alice-Schwarzer-Feminismus aufräumt und zeigt, dass viele junge moderne Frauen, die bereits als voll emanzipiert gelten und in einer ähnlichen Lebenssituation wie wir leben, sich dennoch für Gleichberechtigung einsetzen. Und dass dies keinesfalls uncool ist, sondern viel mehr toll. Schließlich stehen wir Frauen im Jahr 2014 oft da, meinen, die Gleichberechtigung hat voll und ganz Einzug gehalten und stoßen dann doch oftmals an Grenzen. Es ist wichtig, dass es auch junge moderne Frauen gibt, die sich trotz des schlechten Images des Feminismus für ihn einsetzen. Je mehr, umso besser. Damit Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau beispielsweise irgendwann wirklich der Vergangenheit angehören.

      Eine Sarah Palin, die das Wort Feminismus für ihre eigene Propaganda missbraucht, macht den wahren Feminismus, Gleichberechtigung für Frau und Mann sowie für jeden individuellen Menschen zu erreichen, ebenfalls zunichte, wie der falsche Eindruck, dass wir im Jahr 2014 keinerlei Frauenbewegungen mehr brauchen. Ich weiß nicht, wie du jetzt Sarah Palin mit diesem Buch in Verbindung bringst – hast du es gelesen? Den Bogen von einem Lifestyle-Buch über Feminismus zu einer Abtreibungs-Gegnerin zu spannen, die das Wort Feminismus für sich missbraucht, finde ich doch gewagt.

      Wegen solcher Frauen wie Sarah Palin ist Feminismus „blöd“ geworden, und es ist toll, dass es solche Chichi-Bücher gibt, die einfach und relativ schnell erklären, wo wir heute stehen – innerhalb der Gleichberechtigung. Dass es sicherlich fundiertere und wissenschaftliche Bücher gibt, steht außer Frage (die ich ebenfalls lesen werde). Wenn das Buch aber dazu führt, dass sich auch Frauen für die Thematik begeistern, die bislang nur Lifestyle-Bücher lasen und Feminismus nicht auf dem Schirm hatten, dann ist es wunderbar.
      Nina Power, deinen Buchtipp quasi, werde ich mir auch ansehen, danke dafür.
      Liebe Grüße!

      • Ich find es ist vor allem ein Einstieg in den Feminismus, wenn man, wie es eben gesagt hast, begreift, dass er nicht „blöd“ ist nur weil Sarah Palin den Begriff missbraucht. Und wenn man einmal drin ist beschäftigt man sich eben mehr und mehr und sieht, wie grundlegend wichtig Feminismus ist.
        Ich hab nur einen sehr kleinen Bruchteil der Tweets gesehen, aber viele die im Zuges des #YesAllWomen Hashtag bei Twitter gepostet wurden zeigen für mich, dass es bei Feminismus auch viel um Lebensqualität geht, die Frauen in den einfachsten Situationen nicht so haben wie sie sollten und wie Männer sie ohne weiteres haben. Am meisten stand für mich einer heraus wo eine Frau meinte, dass sie, wenn sie am Abend im Parkhaus zu ihrem Auto geht, ihren Autoschlüssel schon viel viel eher rausholt, um ihn als Waffe sofort parat zu haben. Das ist ein fehlendes Sicherheitsgefühl das Männer einfach kaum bis gar nicht haben. Frauen wird das eingetrichtert. Feminismus kann sicherlich nicht die Gewalt gegen Frauen aus der Welt schaffen, das kann keiner, aber Feminismus kämpft – zumindest meiner Meinung nach – auch dafür, dass solche Ungleichheiten den Leuten bewusst werden. Und ohne einen ersten Einstieg kommt man eben nicht auf so ein Level (oder wenigstens schwieriger). Deswegen sind solche Bücher wichtig. Und ich find es super, dass ihr sie hier auf dem Blog vorstellt :)

        • Liebe Martine,
          vielen Dank für deinen Kommentar.
          Genauso meine ich es, ohne einen ersten (einfachen, und vl. auch hippen, wenn es mehr Leute anspricht) Einstieg kommt man nicht so schnell auf das Level, das einem sagt: Feminismus ist grundlegend wichtig – für alle. Nicht nur für verstockte Altweiber (wie es oft das Image ist), sondern eben auch für uns junge Frauen und Männer.
          Gewalt gegen Frauen in der Welt wird das Bewusstsein und der Kampf für Feminismus nicht abschaffen, wie du sagst, aber es macht auf bestimmte Ungleichheiten aufmerksam und hilft wacher Dinge zu reflektieren.
          Ich finde das ganze Thema richtig spannend, wichtig und das Buch als Einstieg für alle, die sich dafür interessieren, aber irgendwie im luftleeren Raum schweben perfekt.
          Liebe Grüße!

  2. „Stand Up“ ist wirklich großartig!
    Ich hab mir das Buch aufgrund Nikes Empfehlung auch gleich gekauft.
    Mir ging es ähnlich wie dir, mehr Hintergrundwissen auch für die Auseinandersetzung mit Feminismus im Privaten hatte ich dringend nötig.

    Viele Grüße

  3. Girl Boss schmachte ich auch schon seit ein paar Wochen an und es wurde mir schon von diversen Seiten empfohlen. Es soll sich wohl super gut lesen lassen. Ich werds bestellen. Danke für dein Review :)

  4. […] Eine weitere Idee: Schöne Gimmicks für Zuhause. Hier wäre eine ausgefallene Leuchte, eine lustige Tasse oder der Klassiker – die Duftkerze – definitiv eine Idee. Über eine kuschelige Decke würde ich mich als Freundin wohl auch freuen. Schließlich sind das alles Sachen, die man sich im Alltag nur selten gönnt (weil’s irgendwie immer andere Dinge gibt, die Vorrang haben). Was auch immer geht: Bücher! Vor allem solche, die nicht nur Lesestoff, sondern irgendwie auch Dekoration sind. Mein Vorschlag: das “How to be parisian”-Buch, “#Girlboss” oder “Stand Up“. […]

  5. Feministinnen sind die weiblichen Pendants zu Machos, sämtliche dieser Bücher kann ich nicht ernst nehmen, das Opfernarrativ wird nur gewählt, weil sich so Geschichten besser verkaufen lassen. Die Geschichte des Feminismus ist geprägt von Rassismus („Voting rights for women will help to maintain the white supremacy“), Männerhass und, man glaubt es kaum, Kampf gegen die Rechte der Frauen (Feministinnen kämpfen immer gegen Frauen, deren Lebensentwürfe sie nicht gutheissen.). Ich kann einfach nicht verstehen, wie man diese Bewegung als inspirierend wahrnehmen kann.

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