Wardrobe Essentials: Das Bretonshirt

16. Februar 2014 von in


Brauche ich ein kleines Schwarzes im Kleiderschrank? Eine weiße Bluse? Und vielleicht auch ein Paar High-Heels? Geht es nach  der Meinung der einschlägigen Frauenmagazine, lautet die Antwort definitiv: ja! Wer gewisse Sachen nicht im Kleiderschrank hängen hat, gilt  als modisch völlig unausgestattet. Doch was steckt hinter den seit Generationen weitergegebenen Tipps der Kleiderschrank-Basics? Braucht frau sie wirklich alle? In Wardrobe-Essentials gehen wir den Dingen auf den Grund. Nehmen quasi die Basics, die jede Frau im Kleiderschrank haben sollte, unter die Lupe!

Heute dreht sich alles um das beliebte Streifenshirt alias das Bretonshirt.

Alexa Chung trägt es, gefühlt jede Französin hat es in ihrem Kleiderschrank und auch ich liebe das Bretonshirt. Perfekt wird es für mich zur knöchellangen Röhrenjeans in Kombination mit Ballerinas. Nie fühle ich mich dem Pariser Chic ähnlicher, als wenn ich so das Haus verlasse.

Kein Wunder, schließlich wurde das Streifenshirt ja auch in Frankreich erfunden. Genauer gesagt am 27. März 1858 bekamen alle französischen Marine-Soldaten in der Bretagne das Shirt in blau-weißen Streifen als neue Uniform überreicht. Die Streifen sollten helfen, die Seemänner auf See schneller identifizieren zu können – im Kontrast zum Schiff und dem Meer. Im Original hatte das Bretonshirt 21 Streifen. Relativ rasant wurde das Bretonshirt auch innerhalb des französischen Volkes zum Verkaufsschlager, weil man(n) damals schnell und gut damit angezogen war. Da die Marine-Soldaten und Seemänner auf der ganzen Welt das Shirt trugen, sprach sich das Bretonshirt so weit rum, bis es  1917 Coco Chanel in ihre Kollektion aufnahm. Schnell trug die Upper Class diese neue Shirt, das ein Gefühl des lässigen Riviera-Styles transportiere. Marilyn Monroe, Pablo Picasso, James Dean, Andy Warhol oder Brigitte Bardot waren nur einige der vielen Stars dieser Zeit, die das Shirt salonfähig und trendy machten. Nicht mehr nur die Upper Class trug das Shirt, auch die Künstler griffen immer öfter zum Streifenshirt. In Film und Fernsehen tauchte es immer öfter auf. Alle wollten das Bretonshirt tragen. Bis heute.

Heute ist das Bretonshirt aus Frankreichs Kleiderschränken zumindest im Klischeedenken nicht mehr wegzudenken. Aber auch in anderen Ländern wie hier finden wir jedes Jahr aufs Neue neue Streifenshirts in den Läden. An die offiziellen 21 Streifen wird sich nicht mehr strikt gehalten, auch Ausschnitt, Breite und Farbe der Streifen varieren, genauso wie Material. Ob Pullover, Baumwollshirt oder klassisches Tshirt: Es gibt das Bretonshirt mittlerweile wirklich in jeder Ausführung. Und eines stimmt bis heute: Man ist verdammt schnell gut angezogen. Auch lässt sich das Streifenshirt einfach kombinieren: weiße Jeans, blaue Jeans, schwarze Jeans – alles geht.

Der perfekte Bretonshirt-Look wäre wohl die Kombi aus Trenchcoat, Röhrenjeans, Ballerinas und dem typischen Undone-Dutt. Französischer Look perfektioniert.

Ich persönlich trage vor allem gerne im Frühjahr ein Streifenshirt. Es macht Lust auf Sonne, einen Kaffee im Hofgarten und einem Einkaufsbummel bei den ersten warmen Temperaturen. Für mich ist das Streifenshirt wirklich ein Wardrobe Essential – am liebsten in dünneren blauen oder schwarzen Streifen. Ein Bretonshirt sollte meiner Meinung nach in jedem Kleiderschrank einer Frau sein.
Noch suche ich das wirklich perfekte Shirt, mit dem perfekten Ausschnitt, den perfekten Streifen und der perfekten Farbe. Hat wer von euch einen Tipp?

Hier habe ich ein paar Streifenshirts für euch in der Galerie ausgesucht – doch das wirklich perfekte ist noch nicht dabei:

Alle unsere Wardrobe-Essentials auf einen Blick.

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18 Antworten zu “Wardrobe Essentials: Das Bretonshirt”

  1. Ich bin Streifenshirts heillos verfallen-habe gerade erst wieder 2 bei COS bestellt und habe mittlerweile an die 20 Stück-und keins gleicht dem anderen auch wenn manch anderer das anders sehen mag :-) Ich liebe, liebe, liebe die Kombi Ringelshirt meets Jeans meets Ballerinas-darin lebe ich sobald das Wtter es zulässt.
    Das Shirt von Opus das du oben vorstellst besitze ich auch und zwar in *hust* 3 verschiedenen Versionen. Es ist wirklich toll, durch die Knopfleiste hinten am Rücken fragen die Leute aber ständig, ob ich es verkehrt herum anhabe…

  2. Also wenn du noch nach dem „perfekten“ Streifenshirt suchst, der absolute Klassiker sind die von Petit Bateau oder Saint James… Die sind dem „Original“ noch sehr nahe und sind aus dicker Baumwolle und unglaublich schön…

  3. danke für den kleinen geschichts-exkurs :)
    ich habe auch eine ganze sammlung und besitze bretons in unterschiedlichsten varianten und stoffen – am liebsten trag ich mein leichtes schwarzweißes ringelshirt aus feiner wolle von cos. heißgeliebtes muster! ich kann meinen vorrednerinnen eigentlich nur zustimmen: passt zu allem (rockig und klassisch), steht jedem und wertet monochrom halt auch wunderbar unangestrengt auf. ich schmachte ja sowohl petit bateau, als auch das unbezahlbare, aber immer wieder gern gesehen comme des garcons breton an.. ob sich die qualität bei zweiterem wirklich lohnt in anbetracht des preises, kann ich aber nicht sagen. für männer finde ich das american apparel modell übrigens sehr schön, wird manchmal vom freund geklaut. ich trags dann am liebsten mit leggings, lederboots und goldenen mini accessoires.

  4. Hallo!
    Kennst Du die Bretonshirts von ‚Bodendirect.de‘ schon? Die sind schön im Material und haben, wie ich finde, die perfekten Streifen. Ausserdem ist der leichte U-Bootausschnitt total schmeichelhaft.
    Noch klassischer sind die Bretonshirts von Amorlux, die es bei Manufactum gibt.
    Liebe Grüße, Deleeza

  5. Ich finde auch, dass man sich damit so schick sportlich fühlt. Ein perfektes „Hey lass uns draußen im Café sitzen!“ Outfit :D Meine Ansprüche an das perfekte Bretonshirt sind: Es darf nicht zu kurz sein, d.h. minimal über den Po sollte es schon gehen, die Ärmel dürfen 3/4 oder länger sein, aber nicht kurzärmelig und das Wichtigste: Der Ausschnitt! Der Ausschnitt darf nicht zu tief sein, er muss so hoch sein, dass wenn ich eine kleine Kette trage, sie nicht in den Ausschnitt fällt. Ich hasse generell so „mittel-Ausschnitte“, wo Ketten reinfallen. Entweder hochgeschlossen oder so tief, dass man die Kette noch sieht. Vielleicht wartet ja dieses perfekte Bretonshirt irgendwo auf der Welt schon auf mich, wenn ich nur wüsste wo.

    Liebste Grüße, Tatjana
    http://missfuckingfashion.blogspot.de

  6. Liebe Antonia,

    das Streifenshirt ist auch für mich ein absolutes Basics – frisch, frech und soooo klassisch! Vielen Dank für Deine detaillierten Infos dazu!

    Nur beim Kombinieren müssen kräftiger gebaute Frauen ein bisschen aufpassen… Wenn es Dich interessiert: Im letzten Jahr habe ich einen Beitrag bei der Modeflüsterin darüber geschrieben, wie die verschiedenen Figurtypen das Streifen-Shirt am besten tragen. Da ich hier keinen Link-Spam betreiben möchte, kann ich den Link zum Beitrag gerne nachtragen, falls gewünscht. Gib mir einfach kurz Bescheid.

    Liebe Grüße von
    Stephanie alias die Modeflüsterin

  7. Ich glaube fast Jeder hat so was: Das eine Teil, das ihn ausmacht. Egal, was gerade Mode ist, das Lieblingsteil bleibt. Bei mir ist es ein blauweiß gestreiftes Matrosenshirt. Irgendwie hat es bisher noch zu jeder Mode gepasst. Mal zur Boyfriend-Jeans, mal zum Minirock oder zur weiten Marlenehose. Immer.

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