Buchclub: Alt bekannte Lieblinge und neue Entdeckungen für einen Tag am See

22. Juni 2021 von in ,

Gibt es etwas schöneres, als an einem freien Tag in der Wärme zu liegen, die Füße hin und wieder ins Wasser zu tauchen und sonst nur ruhig dazuliegen und ein Buch zu lesen? Ich finde nicht. Und so kann ich nicht auf meine freien Tage im August warten. Bis dahin versuche ich die Wochenenden so gut es geht, auszukosten, viel zu lesen und meinem Kopf ein wenig Urlaub zu gönnen. Und falls ihr demnächst in den Süden fahrt, hier kommen ein paar Leseempfehlungen – vom Krimi über eine Epos bis hin zur ungewöhnlichen feministischen Lektüre.

Willst du mich heiraten?

Ich möchte mal bezweifeln, dass nur die eigene Hochzeit der schönste Tag im Leben ist, denn: Das wäre irgendwie traurig. Es gibt so viele schöne Tage, und ja, das Glück, einen besonderen Menschen gefunden zu haben, allein das zählt doch schon zu einem der schönsten Tage im Leben, nicht? Trotzdem – und das muss ich ungelogen zugeben – bin ich eine kleine Romantikerin. Zumindest tief im Inneren. Heimlich träume ich von einer schönen Gartenhochzeit. Nicht unbedingt, um verheiratet zu sein, das Konzept der Ehe finde ich eher veraltet und unfair jenen gegenüber, die nicht heiraten können, wollen oder überhaupt jemanden an ihrer Seite haben, sondern viel mehr, weil ich große Familienfeste liebe. Und diesem Tag widmet sich das kleine Buch. Es sind zauberhafte Geschichten der Liebe. Vom Verlieben, Verloben, vom Heiraten und den Flitterwochen danach. Geschrieben von großen Autor*innen wie F. Scott Fitzgerald, Agatha Christie oder Isabel Allende. Auch Geschichten von Nicholas Sparks und Doris Dörrie finden sich hier. Es ist eine bunte Mischung, wie das Leben so ist. Und ich, ich will vielleicht doch irgendwann heiraten. Ihr wisst schon, wegen des Festes.

Für alle Verliebten, Verlobte und Verheiratete, für Menschen, die an die Liebe glauben und gerne auch mal eine schöne Portion lebensnahen Kitsch mögen

Such a fun age – Kiley Reid

Such a fun age ist nicht nur eine Geschichte zweier Frauen, die ihre Gesellschaft einander mögen, sondern auch brauchen. Und es ist die Geschichte von Klassizismus, Privilegien – und Rassismus. Emira ist 25 Jahre alt, braucht dringend einen Job. Gut, dass sie bei Alix aushelfen kann, sie soll die Babysitterin sein. Doch als ihr Kidnapping vorgeworfen wird, als Emira mit Alix‘ weißer Tochter in einem Supermarkt einkaufen will, werden beide mit der bitteren Realität konfrontiert. Alix ist geschockt und will den Rassismus-Vorfall wieder gut machen. Doch je mehr Alix sich bemüht, desto mehr fühlt sich Emira unwohl. Lassen sich solche gesellschaftlichen Dynamiken wirklich aufheben? Und was bedeuten Privilegien für die beiden? Dieses Buch zeigt auf, inwiefern gute Absichten am Ende doch irgendwie fehl am Platze sein können und warum sich so große strukturelle Probleme nicht nur im Privaten lösen lassen.

Für alle, die noch mehr Eintauchen wollen in die Welt der Privilegien, die lernen und verstehen wollen und die sich über Armut, Rassismus und das eigene Privileg Gedanken machen

Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara

Ihr wisst, Ein wenig Leben zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Die Geschichte von vier Freunden auf 900 Seiten hat mich tief berührt, sprachlos zurückgelassen und nachgewirkt. Es ist eine Geschichte über die Unwegsamkeiten des Lebens, über Tragödien und die Kraft der Liebe. Und: Dass Liebe uns durchs Leben tragen kann, aber nicht immer reicht.

Mein liebstes Zitat aus dem Buch: „… und ich würde vielleicht sagen, dass dieser Vorfall eine Metapher für das Leben als Ganzes ist: Dinge gehen kaputt, und manchmal könnne sie wieder repariert werden, und meistens stellt man fest, dass das Leben, egal was zerstört wurde, einen We findet, den Verlust wieder gut zu machen, manchmal auf ganz wunderbare Weise.“

Und das, ihr Lieben, ist wahr.

Für einen sehr langen Tag am See, einen ganzen Urlaub oder ein Regenwochenende. Zum Abtauchen – nicht im See, sondern in eine berührende wie tragische Geschichte von vier Freunden. Triggerwarnung!

Die Männer in meinem Leben – Sofia Rönnow Pessah

Ich musste schon bei der Widmung zu Beginn des Buches lachen: „Dem Mann gewidmet, der durch seine Beschränktheit immerhin imstande ist, als Inspiration zu dienen.“ Hell yeah, wie oft habe ich mir beim Dating gedacht: Das ist nichts, außer eine gute Geschichte für später. Die Männer in meinem Leben ist ein Buch über das Dating. Über eine Frau, die Sex hat und ihn genießt. Die sich in Tinder-Dates stürzt, ihre Männer nummeriert und die meisten eher „mäh“ findet. Eine Frau in eine solche Protagonistinnen-Rolle zu stecken, ist zwar heute nicht mehr massiv kontrovers, aber dennoch ungewöhnlich. Sonia genießt den Sex, das Begehren, und doch ist in ihr eine Leere. All diese Begegnungen, all diese vermeintliche Nähe, sie lassen sie leer zurück. Und irgendwann fragt sie sich: „Wer bin ich ohne die Bestätigung von Männern?“
Ein spannendes, leicht zu lesendes Buch, ungewöhnlich, sexuell und doch emotional.

Für Singles, vom Dating genervte Menschen und alle, die sich fragen: Wer bin ich – ohne Mann und Beziehung?

Allmen und der Koi – Martin Suter

Wenn ich am See liege, lese ich gerne leichte Lektüre. Einen Thriller, einen Krimi, irgendwas, was mich fesselt, aber nicht zu sehr fordert. Mein Kopf braucht Unterhaltung, keine Wissenschaft. Wie wunderbar, dass mir Martin Suters Buch „Allmen und der Koi“ in die Hände fiel. Ein leichtfüßiger, amüsanter Krimi, den man nicht gelesen haben muss, aber kann. Und damit entlasse ich euch an den See.

Für einen entspannten Tag bei Hitze, für Fans von Krimis und leichter Lektüre

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