Cherry Picks: Von toxischer Positivität, kunterbunter Interior-Liebe und leckeren Rezepten

2. Dezember 2021 von in

Eigentlich habe ich mir nach vergangener Woche irgendwann geschworen, weniger Nachrichten zu lesen. Die täglichen Horror-Meldungen und neuen Entwicklungen hinsichtlich der Pandemie zogen mich nur runter. Nur: Ich bin Journalistin durch und durch und halte es kaum aus, nicht informiert zu sein. Und so landete ich doch wieder in den Tiefen des Internets, in Rabbitholes und natürlich bei den Nachrichten. Neben so mancher Schreckensmeldung sind mir aber auch jede Menge gute Texte, schöne Reportagen und andere inspirierende Dinge über den Weg gelaufen, die ich heute gerne mit euch teilen. 

Eigentlich könnte ich eine Cherry-Picks-Standleitung zu den Kolumnen von Margarete Stokowski anlegen, so oft verlinke ich ihre klugen Texte. Aber es ist wie es ist: Margarete Stokowski bringt meine Gedanken immer wieder auf den Punkt. „Gutes aus Krisen zu ziehen“ bereitet mir schon lange Bauchschmerzen, denn toxische Positivität mag im Kleinen funktionieren, im Großen ist sie aber nur eines: toxisch. Und so ärgere ich mich ähnlich wie Margarete über Memes im Internet, die uns aufzeigen sollen, wie wir aus dem zweiten Winter im Lockdown noch irgendwas positives ziehen können. Ehrlich, meine Frustration ist so hoch, da hilft keine Badewanne oder ein Kinderpunsch mit Freunden an der frischen Luft. Oder wie Margarete sagt: „Ich bin echt dagegen, in jeder Katastrophe immer noch was Positives sehen zu wollen. Krise als Chance, nein danke. Und ich bin auch nicht dafür, aus allem immer was lernen zu müssen. Echt nicht. Aber so grausam und ekelhaft diese vierte Pandemiewelle ist, eine ziemlich relevante politische Erkenntnis bringt sie glasklar zutage: Selbstfürsorge bringt nicht viel, wenn man schlecht regiert wird.“

Zu meiner Frustration gesellt sich langsam aber auch Galgenhumor. Und so liebe ich den neuen Twitter-Account der neuen Corona-Variante. Schwarzer Humor hilft mir in solchen Krisenzeiten. Wenn gleich wir unbedingt anmerken müssen: Das Framing von Südafrika im Bezug auf die neue Corona-Variante war katastrophal und ungut. Denn nur dank Südafrika wissen wir glücklicherweise, dass diese Variante mittlerweile wohl überall grassiert. Nichtsdestotrotz: Dem Virus ist das alles sowieso egal. Für ein bisschen Galgenhumor mit ganz viel Wahrheit empfehle ich also die Tweets des fiktiven Omicron.

 

Lasst uns also zu schöneren Themen kommen. Diese Woche entdeckte ich auf Instagram @frau_freudig neu. Und verliebte mich kurzerhand ins Landleben und vor allem Kühe. Ich esse ja schon sehr lange kein Fleisch mehr, nichtsdestotrotz wird mir bei jedem Kuh-Bild von Madeleine nochmal mehr bewusst, wie wenig sich ein Hund, eine Katze von einer Kuh unterscheiden. Zu gern hätte ich jetzt auch eine solche Kuh. Geht leider nicht. Also bewundere ich die Fotos von Madeleine und träume mich auf einen idyllischen Bauernhof. Die Arbeit, die Anstrengung und die Hingabe für diesen Job blende ich fürs erste aus – und ziehe meinen Hut vor Madeleine und ihrer Familie. 

 

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Hach ja, ich bekomme nicht genug von Interior-Accounts. Auch wenn wir gerade erst langsam auf Wohnungssuche sind, könnte ich mich stundenlang mit Einrichtungsaccounts beschäftigen und von neuen Möbeln träumen. Die gute Nachricht ist: Demnächst zieht ein neues Sofa ein. Und bis ich neue vier Wände habe, lass ich mich inspirieren. Wie beispielsweise von dieser tollen Homestory auf Femtastic. Und wen wundert’s: Wieder einmal steht ein Bungalow im Mittelpunkt. Mein heimlicher Traum, der wohl für immer einer im Raum München bleiben wird. Julia Cawley hat ihn gemeinsam mit ihrem Mann kunterbunt eingerichtet, und ich würde entgegen meinem minimalistischen Einrichtungsgeschmack sofort einziehen!

 

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Was mir auch richtig gute Laune gemacht hat, war die Homestory von Agi von @raw.home.interior auf Sense of Home. Hätte ich richtig viel Platz, würde ich mich definitiv an solche bunten Bilder an der Wand wagen. Hach ja, mein Interior-Fieber ist geweckt.

 

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Die Modewelt trauert diese Woche: Virgil Abloh, Mode-Wunderkind und Gründer von Off White, ist mit nur 41 Jahren gestorben. Zurück bleibt seine Mode, seine Kunst und die großartige Message für junge Erwachsene: „Traut euch, ihr könnt das auch.“ Den großartigen Nachruf von Maria Hunstig lest ihr hier. 

 

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Die gute Nachricht unserer neuen Bundesregierung, die sich gerade noch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert: Wir haben das erste Mal eine weibliche Außenministerin. Und der Paragraf 219a soll abgeschafft werden. Worauf wir uns noch freuen können, hat @mareicares wunderbar zusammengefasst. Ein Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten!

 

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Ein Beitrag geteilt von VANLIFE | ANINA (@aniahimsa)

Was ich dieses Wochenende nachbacken werde: Diesen mega leckeren Streuselkuchen von Anina von @aniahimsa. 100 Prozent vegan, mit Sicherheit auch super lecker! Und wenn’s gut gelingt, weiß ich schon, welche Nachspeise es an Weihnachten geben wird. Yummy!

 

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Und dann noch ein Doku-Tipp: Die neue Serie „Oh baby. So was von schwanger“ spricht Evelyn Weigert mit unterschiedlichen Frauen über ihre Schwangerschaft, ihre Rolle als Mutter und die gesellschaftlichen Erwartungen. Wie sehr das Mutterbild noch heute bestimmt wird und eine Frau mit dem Eintritt in den Club der Schwangeren permanent mit den Erwartungen und Meinungen anderer konfrontiert wird, ist erschreckend. Das fängt bei ungebetenen Ratschlägen an und hört bei Ärzt*innen im Kreißsaal auf. Geburstraumata inklusive. Allein die Kommentare unter dem Post von Jule Wasabi haben mich nachhaltig zum Nachdenken gebracht. Im Grunde sollte doch Mutterschaft, Geburt und Schwangerschaft – ähnlich wie in der Liebe – nur Mutter, Vater und Kind was angehen. (Ausnahmefälle wie Kindeswohlgefährdung oder toxische Beziehung ausgenommen). Mich beschäftigt das wirklich sehr. Meine persönliche Meinung: Jeder sollte bei den Themen Schwangerschaft und Geburt seine eigene Entscheidung treffen, mit der man sich wohl fühlt. Wie empfindet ihr das?

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