Cherry Picks: Von zauberhaften Interior-Einblicken, einer mutigen Athletin, Italien-Nostalgie und der Frage „Muss man verzeihen?“

29. Juli 2021 von in

Hach ja, manchmal liebe ich das Internet so sehr. Da stolpere ich über einen Artikel, klicke mich weiter ins Thema hinein und lande am Ende ganz woanders, mit mehr Wissen und vielen unnützen Details. Rabbit Holes nennt man dieses Internetphänomen, nie war es leichter, sich in Themen einzugraben, Wissen zu erlangen und Diskussionen mit allerlei Kenntnissen zu bereichern. Und so passiert es mir schnell, dass ich eine Stunde lang im Internet hänge und alles über einen Gerichtsprozess lese, mich frage, warum es in Deutschland keine Tiger mehr gibt und wie viel Hunde eigentlich von dem verstehen, was ich den lieben langen Tag so rede.

Und so sind die Cherry Picks manchmal sogar meine Lieblingsrubrik. Weil ich die Woche über ganz bewusst, das Internet begutachte, schaue, was für spannende Themen auf dem Tisch liegen und was ihr unbedingt auch lesen solltet. Et voilá, hier kommen meine Internet-Fundstücke der Woche!

Erinnert ihr euch noch an Trang? Unsere wunderbare freie Autorin, die immer wieder Beauty-Produkte und Interior-Fundstücke vorgestellt hat? Irgendwann ließ es ihre Zeit nicht mehr zu, weil sie mit ihrer Mutter und Schwester ein Restaurant gegründet hatte, das zum Glück immer beliebter wurde. Das Klub Kitchen zählt heute zu Berlins bekanntesten Restaurants, erst vor Kurzem hat Trang gemeinsam mit ihrer Familie ein zweites Lokal eröffnet. Die lieben Mädels von Femtastics haben Trang getroffen und gefragt: Wie kam’s eigentlich zu Klub Kitchen? Nebenbei gibt Trang großartige Einblicke in ihre kunterbunte Interior-Welt und ich möchte jetzt unbedingt nach Berlin, endlich auch einmal bei Trang essen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von The Financial Diet (@thefinancialdiet)

Jobbedingt bin ich dieses Jahr mit mehr Sportwissen angereichert als sonst. Und so verfolge ich periphär auch die olympischen Spiele in Tokio. Ausnahme-Turnerin Simone Biles galt schon im Vorfeld als große Hoffnung, alle Erwartungen lagen auf der 24-jährigen Turnerin. Als die Finale im Mehrkampf anstanden, ging sie nach der ersten Disziplin jedoch von der Matte. Zuschauer*innen und ihr Team fürchteten eine Verletzung, doch wenig später kam heraus: Simone Biles kämpft mit mentalen Problemen. Unter Tränen gab sie öffentlich zu, nicht so fit wie vorher zu sein, nervöser bei Wettkämpfen zu sein und irgendwie die Freude am Turnen verloren zu haben. „Der größte Kampf, den ich gerade kämpfe, ist dieser mit mir.“ Um den Sieg ihres Teams nicht zu gefährden, habe sie sich entschlossen, zurückzutreten. In einer Welt, in der wir so von Leistungen und Erwartungen geprägt sind, in der Schwäche noch immer als Makel angesehen wird, finde ich Simone Biles so mutig. Alle Erwartungen lagen auf ihr – und sie hat sie wissentlich zu ihrem Wohlbefinden enttäuscht. Wie stark muss man eigentlich sein? Ich ziehe meinen Hut vor der jungen Frau!

„Ob ich nicht mal lächeln möchte, weil ich dann doch viel hübscher aussehe und Leute verstehen, dass ich komplett euphorisch wegen einer hart erarbeiteten neuen Job-Position bin? Nö. Aber mach doch mal einen Backflip, Bruder, und frag dich, ob du einem Mann die gleiche Scheiße unter einen beruflichen Erfolg kommentieren würdest. Oder bist du etwa schlecht drauf?“

Die wunderbare Lisa Ludwig schreibt in ihrer Vogue-Kolumne „Unerwachsen“ von Menschen, die sie immer wieder auffordern, zu lächeln. Warum sie da so gar keinen Bock drauf hat, erklärt sie herrlich humorvoll!

Ich persönlich glaube, Verzeihen hilft. Ich muss Menschen nicht unbedingt vergeben und sie wieder in den Arm schließen, aber ich kann meinen Frieden mit Dingen machen, die mir weh getan haben, die mich verletzt haben. Um weiterzugehen und nicht mehr nur zurückzublicken. Verzeihen hilft, mir, der Person, die etwas getroffen hat. Umso spannender fand ich den Refinery29-Text zum Thema „Du musst nicht alles verzeihen“. „Es macht aber einen großen Unterschied, ob du einsiehst, dass dir jemand etwas Schlimmes angetan hat, und dieser Person trotzdem verzeihst – oder ob du deine Gefühle dazu verpuffen lässt und behauptest, es sei schon okay. Es macht dich nicht zu einem schlechteren Menschen, wenn du jemandem sein:ihr falsches Verhalten übel nimmst. Du bist nicht dazu verpflichtet, jemandem ein Friedensangebot zu machen oder jemanden zurück in dein Leben zu lassen, der:die dich verletzt hat.“ Und da sind wir auch schon wieder: Wer mich schlecht behandelt, bekommt das auch zu hören. Verzeihen kann ich trotzdem, das Leben geht dann aber wohl ohne den- oder diejenige weiter.

Ich bin kein großer Heiratsfan, manchmal denke ich mir aber schon: So ne Hochzeit, hat irgendwie was. Felix von Beige.de ging’s genauso. Irgendwann dachte er sich, wäre schon schön so eine queere Hochzeit. Und das obwohl die eigene Bubble eher unkonventionell und weniger romantisch ist. Irgendwann hat Felix erkannt: Er ist eben romantisch und steht auf den ganzen Hochzeitskram. Schwupsdiwups, lebte es sich leichter. Seine Kolumne „Queere Ehe: Politischer Meilenstein oder konservative Norm?“ lest ihr jetzt auf Beige.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein von @nostalgia.killer geteilter Beitrag

Und hier noch mein Lieblingsaccount der Woche auf Instagram: Urlaubsnostalgie pur mit @nostalgia.killer. Ein Blick auf den Account und ich träume von Gelato in Italien, von Sonnenschirmen am Strand, von Aperol Spritz am Meer, von der Leichtigkeit des Sommers. Hach ja, ich bin urlaubsreif!

Sharing is caring

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen hast.