Feine Auswahl vs. Fast Fashion – ein Dilemma

7. Februar 2014 von in

Schnell ein Klick bei Zalando, kurz bei Zara reingeschaut und bei H&M online geshoppt. Hand aufs Herz, wann habt ihr das letzte Mal in einer richtigen Boutique eingekauft? Seid zu eurem Lieblingsladen abseits der bekannten Highstreetketten gepilgert, habt gestöbert und dann ein Lieblingsteil mit nach Hause genommen? Vor Monaten? Jahren?

Dann geht’s euch so wie mir. Während ich beim Thema Möbel und Interieur gerne in kleinere Läden marschiere, bin ich bei der Mode entdeckungsfaul geworden. Das letzte Mal, dass ich bewusst in eine kleinere Boutique gegangen bin, war in Paris. Daheim klicke ich mich schnell durch Onlineshops, husche hin und wieder in die Innenstadt zu den bekannten Marken und stöbere in großen Multi-Label-Stores wie Oberpollinger. Nur selten verschlägt es mich in Münchens hippe Modeboutiquen mit Labels wie Acne & Co.. Und scheinbar bin ich damit nicht allein. Shopping hat sich in den vergangenen 15 Jahren rasant geändert. Die Folge: Die meisten deutschen Modehändler kratzen laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung an der Existenzgrenze. Statt Wachstum Schrumpfen, statt Hype leere Läden. Doch woran liegt’s?

Der Einzelhandel hat es mittlerweile schwer. Zu groß ist die Konkurrenz aus der Netzwelt sowie den großen Highstreetketten. Während Global Player wie Zara, H&M und Mango ihre immer stetig aktuellen Kollektionen in ihren eigenen hochglanzpolierten Boutiquen verkaufen, setzt der Einzelhandel auf ausgewählte Marken. Doch nur wer hippe Marken wie Acne, Wood Wood und Co. führt, kann überleben. Auch der Luxus-Einzelhandel boomt. Geld ist da – geshoppt wird so viel wie noch nie. Nur wo, das ist die Frage. Tradition versus Hipness. Feine Auswahl gegen Fast Fashion. Ein Dilemma – (fast) ohne Perspektive?

Langfristig sind der schwedische Moderiese oder das spanische Großimperium wohl die Sieger. Immer neue Kollektionen, wachsender Umsatz, schnelle Mode für den kleinen Preis. Der Kunde liebt’s – schlechte Produktionsbedingungen in Bangladesch und anderen Ländern sind doch weit weg. Nicht nur die Jugend kauft hier ein, auch Mütter, Väter und Großeltern zieht es mittlerweile in die bekannten Läden.
Parallel dazu: Die kleinen Boutiquen, die seit Jahren ihre Mode verkaufen. Die große Modewelt als Glamour, Glanz und Gloria? Fehlanzeige. Natürlich kommt so mancher Laden auch auf den Trichter: Wir müssen etwas ändern, das Publikum wieder anlocken. Und so zogen in die großen Multi-Label-Stores hippere Marken wie Lipsy, Topshop und Vero Moda ein. Topmodels modelten auf großen Kampagnen, und ein Online-Shop wurde eröffnet. Manch einer der Moderiesen nahm sogar an einer TV-Show teil. Imagewandel für alles. Gebracht hat es wenig. Viele kleinere Shops gaben gleich auf. Doch auch große Unternehmen wie Strauss Inovation vergangene Woche mussten Insolvenz anmelden. Ein Kampf gegen die Moderiesen? Dann lieber schließen. Onlinehandel und Mono-Label-Stores haben laut Süddeutscher Zeitung den Absatzmarkt übernommen.

Irgendwie schade. Schließlich bestimmen kleine Läden das Stadtbild, zaubern einen Flair, bereichern ganze Viertel und können Tradition und Zeitgeist verbinden.

Blickt man hier nach München, sieht man glücklicherweise immer noch neue Läden mit Perspektive. Ihr Geheimrezept: Sie spezialisieren sich auf ihre Zielgruppe, sind nah am Puls der Zeit. Statt reiner Mode wird Ästhetik verkauft, Trendgespür, Hipness. Das funktioniert. Genauso wie der Trend der Nachhaltigkeit, des bewussten Konsums eine Möglichkeit sein könnte, den Markt zumindest nicht ganz zu verlieren. Schließlich stöbern auch wir mittlerweile wieder außerhalb der Highstreetketten in Multilabelstores wie Oberpollinger. Investition statt Masse ist das neue Vegan in der Modeindustrie.

Und wer hat’s am Ende in der Hand? (Mal wieder) der Kunde. Und so packe auch ich mich an der Nase und will  künftig wieder öfter über den Mode-Tellerrand blicken, statt bei den altbekannten Läden auch mal den kleineren Boutiquen einen Besuch abstatten. Statt mein „Muss-ich-haben“-Shirt online zu shoppen, im Laden danach stöbern, es anfassen, anprobieren, anschmachten und irgendwann mit großen Grinsen aus dem Laden gehen.

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30 Antworten zu “Feine Auswahl vs. Fast Fashion – ein Dilemma”

  1. ohhhhh, ein unglaublich schlechtes Gewissen macht sich breit!
    DU HAST RECHT!
    ich finde es in meiner Stadt auch unheimlich schade, dass nach und nach alle „Boutiquen“ und kleineren Läden schließen. Was folgt sind entweder billige „No-Name“-Läden (urrggh) oder die nächste Kette..
    mittlererweile haben wir 2 H&M’s.
    Aber die letzen gebliebenen schönen kleinen Läden, ich weiß gar nicht wann ich zuletzt dort war. Und nicht weil ich gerade nichts brauche oder sie nicht die tollsten hätten – sondern weil ich beschämenter Weise in dieser Zeit zichtausend mal Online geshoppt habe. Weil a) bequemer, b) vlt etwas günstiger und c) (warum auch immer das ein Argument ist, es ist anonymer ist und d) scheint ein Kauf auf Rechnung auch immer komischerweise den Geldbeutel mehr zu schonen, weil ich faktisch ja meinen Geldbeutel gar nicht berührt habe… haha
    ich werde mich bemühen, wieder mehr auf Qualität und Tradition zu setzen. Diese Läden haben wirklich tolle Sachen!!

    • Liebe Xenia,
      genau aus den selben Gründen shoppe ich bspw. auch gerne online – weil es 1. schneller geht, 2. manchmal günstiger ist, 3. weil ich nicht irgendwem direkt gegenüber treten muss – und das obwohl ich NULL schüchtern bin, aber in einem Laden fühle ich mich so schnell beobachtet haha und 4. auf Rechnung so viel einfacher wirkt haha. Eigentlich alles keine Argumente – zumindest nicht in unserem Alter. Frische Luft tut gut, neue Menschen „kennenlernen“ auch und das Teil direkt in der Hand zu halten und vor allem das überlegte Einkaufen macht noch mehr Spaß :) Liebe Grüße!

      • Ja genau. Eigentlich hatte ich bei Shoppingtouren immer Spaß, also bei denen ich mal neue Territorien betreten habe. Leider nur viel zu selten.
        Und alles andere sind wirklich nur „faule“ Ausreden. Sowie in etwa: „ich habe halt keine Zeit für Sport“ oder „ungesundes essen ist eben viel schneller zubereitet“. Bequem war eben immer besser. Aber das geht auf kurz oder lang zu Lasten von Dingen, von denen wir dann aber später nichts wissen wollen!

  2. Ich habe deinen Artikel mit Genuss gelesen und ich gehöre auch (leider) zu denen, die schnell mal online Shoppen oder in der Stadt bei H&M und Zara reinhuschen.
    Klar, die wissen auch, wie man Kunden anlockt, aber ich shoppe dort immer weniger. Wenn ich mal daran denke, wie ich noch vor einem Jahr während des Zara Sales ausgeartet bin und extrem viel geshoppt habe, waren es dieses Jahr ,,nur“ vier Teile.
    Ich habe das Gefühl, dass ich nun mit 23 das Einkaufen neu lernen muss, ja, ich habe es auch eine gewisse Art und Weise verlernt und es ist traurig.
    Selbstverständlich ist es bequemer, abends auf der Couch mit dem Laptop sich durch die virtuelle Auswahl zu klicken, aber da fehlt es doch auch an Persönlichkeit.
    In Sachen Beauty habe ich es schon geänder und besuche viel öfter die kleinen Parfümerien, wo man sich nett unterhält und austauscht.
    Wie viel Zeit es in Anspruch nehmen wird, nicht nur Teile von den großen Modeketten im Schrank zu haben, weiß ich nicht, aber ich denke, dass ich momentan auch einem relativ guten Weg bin. :-)

    • Liebe Nico,
      ohja, mein Shoppingverhalten hat sich auch n den letzten Monaten verändert – und wie du gehe ich beispielsweise bei Beautysachen auch viel eher in kleinere Läden, lasse mich beraten und finde es toll. Ich finde auch, der Mix machts – man muss sich nur wirklich hin und wieder in den Kopf rufen, dass es noch mehr gibt, als Zara, H&M und Co. Das habe ich in den letzten Wochen gemerkt und so einige neue Lieblingsteile gefunden, die ich niemals erwartet hätte!
      Liebe Grüße!

  3. Wieder einmal ein toller Artikel.
    Ich arbeite ja selber in so einem kleinen Laden und merke dann immer erst Recht die Konkurrenz zwischen Kleinhandel und Großhandel. Ich höre oft von Kunden: „Fast das gleiche gibt es bei H&M zum halben Preis.“ Und dann rege ich mich immer auf. Ja, vielleicht gibt es das gleiche zum halben Preis, aber hier ist das Material besser und es kostet nun mal mehr in einem kleinen individuellen Laden einzukaufen, als in einem Großhandel. Irgendwie muss man ja auch über die Runden kommen.

    Aber ich finde es kommt auf eine gesunde Mischung an. Na klar kauft man auch mal gerne online ein, ich zum Beispiel besonders in Zeiten von Unistress, wo ich keine Zeit habe und keine Lust auf Menschenmassen. Aber genauso macht es mir dann auch mal Spaß, wenn ich Zeit habe, in kleinen Boutiquen einkaufen zu gehen und dann mit einem Stück nach Hause zu gehen, von dem ich weiß, dass es nicht auch noch Tausende besitzten…

    • Liebe Marie,
      absolut, ich kaufe auch gerne mal online ein, schon allein, weil ich gerne mal ein Paket bekomme ;) aber auch hier stöbere ich mittlerweile echt viel beispielsweise auf Ebay – und gucke nach Schnäppchen – und ich mag es eigentlich, neue Dinge zu entdecken, neue Läden auszukundschaften und neue Kleidung zu finden. Mode macht mir Spaß – und der Mix macht’s wie du sagst.
      Liebe Grüße!

  4. wenn du dich in berlin nicht genau so anzieht wie die verkäufer der „kleinen boutiquen“ es tun, wird du oft total herablassend behandelt. ich mag mir das nicht antun. ich zieh mich doch nicht für die an wenn ich vorhabe mein geld bei denen zu lassen!

  5. Ich war mir grad nicht sicher, ob ich es sagen soll, aber mein erster Gedanke war ehrlich gesagt auch, dass ich in München in den kleinen Boutiquen gern mal super herablassend behandelt werde, und es mir wirklich 5x überlege, ob ich so nen Laden betreten möchte, oder nicht doch online bestelle. Dazu kommt, dass ich eben nicht nur aus Faulheit bei h&m einkaufe, sondern weil ich mir anderes wirklich nur in sehr kleinen Mengen leisten kann. Es hat also nicht nur der Kunde alles so sehr in der Hand…

    Ich weiß nicht… Ich gehe auch sehr gern zu Oberpollinger, ua auch, weil dort die aller meisten dort wirklich freundlich sind. Ich frag mich da schon, warum andere das nicht so gut hinbekommen…

    • Liebe Cato,
      das Gefühl, unter Beobachtung zu stehen und herablassend behandelt zu werden, kenne ich auch. Da stimme ich dir zu, dass so mancher Laden sich auch an der eigenen Nase packen muss und kundenfreundlicher werden soll. Andererseits hat man manchmal vielleicht selbst dieses Gefühl, dass die Leute einen blöd behandeln, obwohl es vl. gar nicht so ist. :) Und klar, ist das Einkaufen bei H&M auch oft eine finanzielle Sache, statt in den kleinen Boutiquen, aber da sind wir dann auch wieder bei der Sache des Konsums. Kaufe ich einen Wintermantel für mehrere Saisons, kann ich auch einen teureren kaufen. Es ist ein kleiner Teufelkreis, aus dem auch ich nicht so einfach rauskomme. Ich denke, am Ende machts der Mix, denn auch ich schaffe es ja – anders als andere – beispielsweise nicht, komplett auf Zara & Co. zu verzichten. Liebe Grüße!

      • Also ein Problem gibt es da doch bei der Wintermantelsache. Wie gern man evtl auch mehr Geld für einen Mantel ausgeben würde, den man mehrere Jahre trägt, man muss das Geld auch sofort haben und es muss ins Budget passen. Als Student zum Beispiel finde ich es nicht immer einfach, viel Geld zu sparen und dann zB in einen Mantel zu investieren. Also grundsätzlich hast du ja schon Recht und ich kaufe auch bewusst und lieber eine schöne Sache, als sieben mittelmäßige Teile, die mir gefallen, mich aber nicht umhauen … trotzdem ist das immer so eine Sache mit dem Geld …

        • Liebe Isa,
          absolut. Es ist natürlich auch immer eine Frage des Geldes – und da spricht dann meiner Meinung nach auch nichts dagegen, auf günstigere Exemplare zurückzugreifen. Nicht jeder will und kann so viel Geld für Mode ausgeben. Genauso wie es natürlich auch Mode-Fans gibt, die eben momentan noch lieber jede Saison einen neuen Mantel haben wollen, weil sie nach den Trends sich richten wollen. Wie gesagt, ich denke, der Mix macht’s. Es gibt kein gut und böse, wichtig ist, dass man sich bewusst macht, dass zuviel Fast Fashion nicht zwingend der richtige Weg ist, genauso wenig wie reines Labeling wahrscheinlich auch nicht der wahre ist. Aber das muss ja jeder für sich rausfinden, ich persönlich bin auch noch auf der Suche – versuche Highstreet mit mehr Highfashion zu kombinieren und öfter mal zu überlegen, ob ich etwas wirklich „brauche“ oder ob es nur „Konsumlust“ ist :) Liebe Grüße!

  6. Sehr schöner Post. Leider müssen wir uns wohl alle an die Nase greifen, aber ist doch der Schritt zum bewusst darüber nachzudenken schon mal ein riesengroßer. Und mit deinem tollen Post gibst du diesen Gedankenanstoß inspirierend an viele Leser weiter, die dann vielleicht auch eher darüber nachdenken.. also ein Teufelskreis im positiven Sinne ;). Letztlich hast du recht, es ist einfach wichtig, einen gesunden Mittelweg zu finden. Nicht in Massen, sondern in Maßen und dann tragen wir alle unseren Teil zu einer besseren Welt bei.
    Mei, das könnte auch die Gewinnerin bei einer Misswahl sagen haha.
    Alles Liebe, macht weiter so!
    xx
    Yvonne

  7. ICH bilde mir ganz sicher NICHT ein, dass die herablassend sind! Ich hab permanent den direkten vergleich mit England/London und da benimmt sich niemadn so, der etwas verkaufen möchte. (und ich meine damit NICHT aufdringlich freundlich sondern einfach normal nice).

    • Liebe Louisa,
      absolut, ich war auch schon in Geschäften, in denen ich nicht zur „vermeintlichen“ Zielgruppe gehörte und dann – unverständlicherweise – herablassend behandelt wurde – und im Vergleich zu Italien beispielsweise ist es hier oft manchmal eher sehr unangenehm und beobachtend, statt herzlich freundlich in Läden :) Nichtsdestotrotz glaube ich, dass ich persönlich da auch viel zu sehr darauf achte, also dass ich manchmal das Verhalten falsch deute. Aber das ist nur meine eigene Meinung zu meinen Läden, die ich besuche :) Liebe Grüße!

      • Zielgruppe? ich dachte die möchten Geld verdienen und überleben? ist also in den „kleine Boutiquen“ nicht jeder als Kunde willkommen? Ok, dann verstehe ich das ganze! da bleibe ich lieber weiter freundlich, kaufe dann aber (leider langweilig& wie immer) bei A.P.C. und Agent provocateur & american appareal da ist man auch in Berlin nett zu mir und verzichte darauf mich für mein Geld auch noch schlecht behandeln zu lassen!

        • Liebe Louisa,
          ja, manche Läden wünschen sich doch manchmal bestimmte Kunden – was natürlich aus der Sicht des Kunden völliger Wahnsinn ist. Aber das kennst du sicherlich: Du betrittst einen Laden und merkst sofort, du bist jetzt nicht DER Kunde, den man sich hier wünscht. Sowas finde ich wirklich sehr unangenehm – zumal, wie du sagst, eigentlich jeder Kunde willkommen sein sollte. Und nach solchen Erfahrungen kann ich dann schon verstehen, dass man dann lieber zu seinen Läden geht, in denen man sich freundlich empfangen fühlt. Ich beziehe mich darauf, da du meintest, dass man dich bspw. in Berlin herablassend behandelt hat, weil du nicht so angezogen warst wie der Verkäufer. Und solche Erfahrungen habe ich leider auch schon gemacht. Ich kann deinen Ärger verstehen – in solche Läden gehe ich dann auch nur einmal. Weil wie du sagst: Eigentlich sollte der Kunde immer willkommen sein:) Liebe Grüße!

  8. Ich bin wohl der einzige Mensch der Welt, der noch nie im Netz Klamotten gekauft hat. Ich willl die Sachen einfach vor mir haben und durch die Einkaufspassagen schlendern. Ich bin was Mode angeht sehr experimentierfreudig und probiere gerne neue Sachen aus, ich kaufe gerne reduzierte Sachen, da ich mich über Schnäppchen einfach extrem freue. Das kann bei H&M genauso sein wie in einem kleinen Bücherladen. Ich denke nicht, dass man unbedingt wenige teure Sachen kaufen muss, um sich besser zu fühlen, ich fühle mich auch mit wenigen Schnäppchen gut. Ich spare das Geld lieber für Urlaubsreisen, Essen, Kino etc….

    • Liebe Stephie,
      niemand muss teure Sachen kaufen, jeder kann ja sein Geld in schöne Dinge investieren, die ihm wichtig sind. Ich beispielsweise gebe auch gerne Geld für gutes Essen, Kino oder Bücher aus – aber eben auch gerne für Mode :) Aber jeder setzt da seine Prioriäten anders – und Reisen sind auch wunderbar!
      Liebe Grüße

  9. Liebe Antonia, ich finde es ein bisschen seltsam, wie selbstverständlich du dieses herablassende verhalten bestimmter verkäufer in dieser diskussion hinnimmst! Man muss also zu einer bestimmten „zielgruppe“ gehören um gut behandelt zu werden?
    Ist es also so dass ich gar nicht nach etwas neuem schauen darf? Ich muss mich also schon so kleiden wie es der dresscode des ladens vorschreibt?
    Wenn der einzelhandel doch so zu kämpfen hat – sollte sich dann nicht über jeden neuen potentiellen kunden freuen?
    Liebe Grüsse

    • Liebe Lilly,
      nein, nein, ich nehme das herablassende Verhalten in keinster Weise einfach als selbstverständlich hin. Ich bin auch der Meinung, dass der Einzelhandel definitiv jeden neuen potentiellen Kunden als Geschenk ansehen sollte und auch dementsprechend behandeln sollte. Nur leider ist die Realität oftmals anders – und das finde ich, genauso wie ihr alle, schade. Ich habe es eben nur aus der – zugegebenermaßen arroganten Sicht der Verkäufer erklärt, also das Verhalten. Viele Läden wünschen sich eine bestimmte Zielgruppe, gehört man nicht dazu, wird man schnell mal herablassend behandelt, das ist auch mir schon passiert. Das dies ein völliger falscher Ansatz ist, ist selbstverständlich (und ich dachte nicht, dass es einer Erklärung bedarf.) Ich versuche, eine Erklärung für das herablassende Verhalten zu finden, toleriere es aber in keinem Fall. Werde ich in einem Laden herablassend behandelt, aus welchen Gründen auch immer, sieht mich dieser Laden nie mehr. Schließlich bin ich Kunde, möchte etwas kaufen und auch freundlich behandelt werden. Egal, ob ich zur vermeintlichen Zielgruppe gehöre, den Dresscode trage oder sonst nicht dem Verkäufer gefalle. Das ist nie ein Grund, den Kunden schlecht zu behandeln.
      Vielleicht habe ich mich vorher ungenau ausgedrückt, aber ich bin da mit euch allen auf einer Linie: Der Einzelhandel soll sich über jeden neuen potentiellen Kunden freuen und einem natürlich freundlich begegnen.
      Liebe Grüße!

  10. Bzgl. arrogante Verkäufer: ich werde es nie verstehen, warum man sich gegenüber seinen Kunden so verhält. Kompensiert man damit seine eigene Unzufriedenheit, dass man sich in einer bestimmten Preisklasse etwas nicht leisten kann und andere (die Käufer) schon? Oder ist es die Unzufriedenheit, dass man von manchen Kunden wie Dreck behandelt wird? Andere Gründe kommen mir nicht in den Sinn. Ich verstehe es einfach nicht und finde es schade, dass man sich als Kunde zum einen so behandeln lassen muss und zum anderen, dass man sich darüber freut, wenn der Verkäufer freundlich zu einem ist. Das sollte doch selbstverständlich sein (diese Unfreundlichkeit ist übrigens nicht nur im High End-Bereich mittlerweile gang und gäbe).

    Zum Artikel: ich möchte gerne mehr hochwertig und weniger online kaufen, aber es funktioniert einfach nicht immer. Ich kaufe mittlerweile zwar nur noch, wenn ich wirklich etwas brauche, aber dann brauche ich immer mehr davon (zB Pullover) und da komme ich mit meinem Gehalt (Student mit Nebenjob) bei H&M einfach weiter als wenn ich mir für dieses Geld 1 Pullover kaufe(n kann). Aber ich weiß, dass das nicht so weitergehen kann.
    Online kaufe ich hauptsächlich, weil ich ländlich lebe und die Bezugsmöglichkeiten beschränkt sind.

    Aber für 2014 habe ich mir vorgenommen, dass ich meine Kleidung auftrage und nichts kaufe bzw. Geld spare, damit ich mir ein paar qualitativ hochwertigere Sachen kaufen kann.

    LG :)

  11. Danke für den tollen Artikel, Antonia!

    Leider bin ich auch viel zu wenig in kleinere Läden unterwegs, sondern kaufe einfach online oder bei meinen Lieblingsläden Zara, Monki, Weekday ein. Jedoch stimmt es mich viel glücklicher einfach mal in einen kleinen Laden in der Sternschanze in Hamburg zu gehen und dort mich mit einem Stück zu belohnen. Die Läden sind meist so schön eingerichtet, dass das stöbern richtig Spaß macht und man sich nicht mit Massen an Leuten durch die Klamottenberge wühlen muss.

    Liebe Grüße
    Rike

  12. Interessanter Eintrag! Jetzt hätte ich noch gerne einen mit deinen/euren liebsten kleinen Läden. So als Empfehlung ;)
    Allerdings muss ich sagen, dass ich das Argument mit den Produktionsbedingungen nicht ganz haltbar finde. Ich glaube nicht, dass Acne viel besser produziert als H&M. Oder täusche ich mich da?
    LG

  13. super artikel. es ist einfach so schön bei zara im internet zu stöbern und dann in den store zu gehen, weil man weiß, was es gibt. dabei könnten Überraschungen so toll sein.
    wenn mir ein teil beim kleinen Einzelhändler gefällt, dann kaufe ich es mittlerweile auch wieder häufiger da, obwohl es im internet vll schon im sale ist. das ständige suchen ist mir viel zu stressig. man sollte nicht so viel nachdenken, sondern mehr vom Impuls in den kleinen Geschäften leiten lassen. dann würden auch vll nicht alle „gleich“ rumlaufen

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