Goodbye Ballerinas!

14. August 2014 von in


Photocredit: Ballerinas – Buffalo, Columbine Smille

Ich habe Schluss gemacht. Zumindest fühlt es sich ein bisschen so an. Ich trage keine Ballerinas mehr – oder nur noch sehr ungern. (Gut, letzte Woche auf dem Sommerfest habe ich nochmal eine Ausnahme gemacht.) Das ist jetzt erstmal keine Hiobsbotschaft für euch, für mich ist das jedoch sehr, sehr, sehr ungewöhnlich. Ballerinas gehören zu mir wie die Lederjacke oder meine Vorliebe für Isabel Marant. Und trotzdem ist diese jahrelange Liebe nun zerbrochen. Ganz leise haben wir uns auseinandergelebt und aus den Augen verloren.

Die Liebe zu den Ballerinas begann ziemlich stürmisch. Es muss 2003, 2004 gewesen sein, die Zeitungen waren voll mit Kate Moss in Skinny Jeans und schwarzen Ballerinas. Und die Schülerin Toni verliebte sich. Erst ersteigerte ich nach erfolgloser Suche bei Ebay eine Zara Skinny Jeans (Schon damals war Zara irgendwie immer schneller als alle anderen Highstreet-Ketten), dann machte ich mich wie verrückt auf die Suche nach schwarzen Ballerinas. Tatsächlich war das eine Mammutaufgabe. Ich rannte durch meine oberbayerische Kleinstadt, fragte in jedem Geschäft und wurde doch nicht fündig. Dann ging’s in den Familienurlaub nach Italien – und in Florenz wurde mein Traum wahr: Schwarze, extrem flache und einfache Ballerinas fanden sich in einem Seitenladen. Die wurden eingepackt und fortan nur noch getragen. Zweimal brachte ich sie zum Schuster, bis der meinte: „Fräulein, die sind hinüber.“ Todtraurig marschierte ich davon – und war dennoch nicht ganz verzweifelt: Mittlerweile gab’s auch bei den üblichen Verdächtigen die Schuhe.

Völlig traumatisiert kaufte ich also gleich mehrere Exemplare, schließlich wusste ja keiner, ob H&M und Co. nicht vielleicht doch wieder die Ballerinas aus dem Programm nehmen würden. Absolute Fehleinschätzung meinerseits, aber gut, konnte ja keiner wissen. Also habe ich jetzt 10 Jahre lang jeden Frühling, Sommer und Herbst schwarze Ballerinas getragen. Mein liebstes Modell nach dem Paar aus Florenz waren übrigens die einfachen Flats von Topshop. Tagein, Tagaus, zum Weggehen, in die Arbeit, in die Uni.

Und dann ist es passiert. Ich kaufte mir die Topshop Flats nach – und zog sie einfach nicht an. Schlüpfte hin und wieder in meine &other stories, fand jedes Outfit aber mit Sneakers oder Espadrilles schöner.

Was ist da los? Modisch gesehen sind Ballerinas nach wie vor da, man denke zum Beispiel an die Chloe Lauren Flats. Nach jahrelanger Verbannung eroberten sie sich ihren Weg zurück in unsere Kleiderschränke und sind inzwischen absolute Klassiker. Wer Sandalen verabscheut, Sneakers zu sportlich findet, hat in Ballerinas die perfekte, bequeme Lösung. Denn mal ehrlich: Jeden Tag High Heels – das schafft kaum einer. Vielleicht wars der absolute Espadrilles-Hype und meine geliebten Topshop-Exemplare, die ich seit dem Frühjahr tagein, tagaus trage. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn – schwups wurde ich untreu. Vielleicht brauchen die Ballerinas und ich auch nur einfach eine Beziehungs-Pause. Denn: Schön sind sie alle mal – nur momentan nicht an mir. Aber so ist das in der Mode: Einen Tag ist man schockverliebt, am nächsten Tag schon wieder nicht mehr. Womöglich stehe ich damit aber auch nicht alleine da – schließlich lösten Espadrilles, Slipons und die vielen Sneaker die Audrey-Hepburn-Treter ab.

Wem geht’s ähnlich? Wer von euch trägt nach wie vor Ballerinas?

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15 Antworten zu “Goodbye Ballerinas!”

  1. Ich trage seit Jahren 239 verschiedene Arten und Farben von Ballerinas, in letzter Zeit ertappe ich mich jedoch ziemlich oft dabei, wie ich lieber zu, früher nicht beachteten, Sneakers greife. Das ist wirklich erstaunlich.
    Meine Ballerina-Liebesbeziehung wird dennoch niieee enden :) .

  2. Ich kann dich da absolut verstehen. Ich habe auch jahreslang Ballerinas geliebt, obwohl die eigentlich noch nie so wirklich zu mir gepasst haben. In all den Jahren war echt alles dabei – Pünktchen-Ballerinas mit 13 bis zuletzt ganz simple schwarze. Aber irgendwann konnte ich Ballerinas dann auch nicht mehr sehen … ich fand sie einfach nur noch hässlich, zumindest an mir. Jetzt wo ich das so schreibe – und ich habe, ungelogen, ungefähr zwei Jahre keine Ballerinas mehr getragen – kriege ich aber tatsächlich Lust, mal wieder welche auszuführen, haha. Aber ich weiß auch ganz genau, was mich so an ihnen gestört hat: dass man immer so typisch mädchenhaft aussah. Oder zumindest denke ich das immer. Und das hat mich dann letztendlich komplett abgeschreckt.
    Vielleicht gebe ich ihnen bald echt mal wieder eine Chance … wer weiß, vielleicht verliebe ich mich ja wieder Hals über Kopf?! ;)
    Liebe Grüße,
    Victoria

    • Liebe Victoria,
      bestimmt kommt die Liebe wieder :) Bei mir wars auch total plötzlich, dass ich mir dachte: Och nö, irgendwie passt das nicht mehr zu dir. Aber vielleicht kommt’s ja wieder :)
      Liebe Grüße!

  3. Slipons, Espadrilles und Sneakers kommen nicht in die Tüte, in Converse tun mir die Füße weh und die Schnürschuh-Saison beginnt für mich im Oktober, da bleibt außer Ballerinas nicht viel übrig :) Früher habe ich die Teile gehasst, aber seit das Alter und der Ernst des Lebens zugeschlagen hat und manchmal kein durch-die-Gegend-Stöckeln drin ist, trage ich sie ab und zu ganz gern. Allerdings nicht die ganz Flachen, in denen läuft man immer irgendwie „trampelig“. Wie die Audrey das so elegant und leichtfüßig gemacht hat, wird zumindest für mich stets ein Geheimnis bleiben!

    Ihr findet sicherlich irgendwann wieder zueinander, die Ballerinas und du!

  4. Mir geht’s genauso. Ganz genauso. Ballerinas – ich habe sie geliebt, heiß und innig. Es gab keinen besseren Schuh für die Sommermonate. Aber in diesem Jahr? Wenn ich so von oben auf sie herunterschaue, die typische from-where-I-stand-Perspektive, dann gefällt mir nicht, was ich sehe. Selbst wenn Ines de la Fressange auf Ballerinas schwört – in diesem Jahr sind sie nicht meins. Meine Ballerinas und ich machen erstmal eine Beziehungspause, endgültige Trennungen mag ich gar nicht. ;)
    Katharina // ktinka

  5. Ich bleibe den Ballerinas treu. Wär ja auch schlimm wenn nicht, schließlich ist sogar mein Blog danach benannt. ;-) Eine Rolle mag dabei auch spielen dass ich einfach keine Turnschuhe mag (Chucks sind die einzige Ausnahme).

  6. Ich habe Schuhgröße 42 und meistens das Problem – wenn mir Schuhe gefallen, dann gibt es sie nicht in meiner Größe. H&M und Co. geht ja sogar nur bis Größe 41.
    Ballerinas und dann vor allem schlichte, sind für mich absolut ’notwenig‘.
    Schuhe mit Absatz gehen sowieso nicht, da wäre ich dann zu groß für alle und darin laufen kann ich auch nicht.
    Ich hätte gern Alternativen und na klar, Sneaker gibt es auch in meiner Größe. Bei Espadrilles ist es auch schon wieder schwer.
    Teufelskreis. Ich bleibe Ballerinas noch eine Weile treu.

    • Liebe Bell,
      das kann ich verstehen. Das ist wirklich ärgerlich und finde ich ziemlich doof, schließlich will man ja auch als Frau mit großem Fuße schöne Schuhe tragen! :) Hoffentlich ändert sich das innerhalb der Modeindustrie bald mal! Liebe Grüße!

  7. Es ist echt witzig dass Du das jetzt schreibst. Ich habe gestern noch vorm Schrank gestanden und mich gewundert dass ich dieses Jahr keine Ballerinas getragen habe.
    Hauptsächlich muss ich aber sagen, dass das aus neuentdeckter Liebe zu meinen gesunden Füssen passiert ist.
    Fast alle ungesunden Schuhe sind inzwischen aus meinem Kleiderschrank verschwunden.
    Ich schlüpfe fast nur noch in Sneaker, Birkenstocks oder feste SChuhe mit Fussbett.
    High Heels trage ich höchstens noch auf Festen. Meine Knie danken es mir ebenfalls… ;-)

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