In the mood: Von Roman-Ideen, kleinen Meilensteinen und Second-Hand-Funden

30. August 2021 von in , ,

Unsere Sommerpause ist zu Ende, und ich zehre immer noch von ihr. Wieder einmal habe ich gemerkt, wie wichtig Arbeitspausen und Zeiten sind, in denen ich nicht arbeite, sondern mich einfach treiben lasse. Zeit habe für schöne Dinge, genauso wie unnütze Sachen. In denen ich meinen Tag nicht durchstrukturieren muss, sondern einfach hineinleben kann. Ich weiß, Eltern werden jetzt lachen, aber solange ich noch keine Kinder habe, muss ich die Zeit ja ausnutzen, nicht wahr?

Warum diese Zeiten für mich so wichtig sind? In diesen Momenten tanke ich auf. Als Mensch, als Angsthase, aber auch als kreative Person. Das erste Mal seit Monaten habe ich wieder viel gelesen und an meiner eigenen Romanidee gefeilt. Plötzlich wieder Lust bekommen, zu schreiben. So ganz ohne beruflichen Druck, sondern für mich. Lust bekommen, eine Geschichte zu erzählen, die Menschen packt, mitreißt und unterhält. Und ich denke, ohne diese Pause hätte ich meine Kreativität noch länger begraben gehalten. Jetzt liegt sie offen vor mir – und ich muss nur Zeit finden, mein Projekt Roman endlich anzupacken. Aber der erste Stein ist gesetzt, meine Freude ist zurück.

Und dann ist da noch dieser wichtige Baustein namens Energie, den ich brauche, um mich meinen Ängsten zu stellen. Mein Alltag ist oft so anstrengend, so fordernd, dass ich abends wirklich nicht mehr schaffe, als Sport, essen und Freund*innen treffen. Angst-Konfrontationen schiebe ich somit gerne raus, dabei sind sie doch so wichtig, für mich. Gerade jetzt nach monatelangem Lockdown und dem Gefühl, meine Selbstsicherheit irgendwo zwischen März 2020 und April 2021 verloren zu haben. Ich sag’s wie’s ist: Corona hat mir echt geschadet, der monatelange Lockdown hat mir die Übung verwehrt und mich zurückgeworfen. Was vorher ohne Probleme ging, ist heute eine Herausforderung. Ich muss wieder üben. Das weiß ich, seit Monaten – und doch fehlte oft die Energie.

Und dann hatte ich jetzt endlich Zeit, Energie, genügend Schlaf. Und vor allem Mut. Und bin nach Monaten das erste Mal wieder alleine in die Stadt gefahren. Ich weiß, es klingt absurd und ist für die meisten das normalste der Welt. Das letzte Mal war ich im Mai 2020 alleine in der Stadt. Bekam Panik, das Tragen der Masken war so ungewohnt, das Umherschlendern durch die Angst vor Corona unentspannt. Und so radelte ich damals mit klopfendem Herzen zurück – und nie wieder alleine hin. Bis diesen August. Ich schnappte mir mein Rad und fuhr einfach los. Schlenderte durch die Geschäfte, trug die Maske wie meine Handtasche, genoß den Trubel und vor allem meine innere Ruhe.

Im Weekday musste ich dann glatt ein Foto machen, so stolz war ich auf mich. Ich kann mehr, als ich mir oft zutraue. Wahrscheinlich hätte ich schon vor Wochen alleine in die Stadt gehen können, doch die Angst vor einem Rückschritt war zu groß. Jetzt weiß ich wieder: Ich muss mich nur trauen, mich hinauswagen. Denn ich liebe es, ein weites, spannendes Leben zu haben. Und das will ich jetzt wieder mehr trainieren. Und das Foto, das soll mich daran erinnern. Es sind immer nur Phasen, ihr lieben Angsthasen. Es ist ein Auf und Ab – und ich weiß, in mir steckt noch mehr.

Kurz: Es geht mir gut. Ich habe die wenige Sonne im August genossen, viel Eis gegessen und vor allem wenig leistungsorientieres gemacht. Mit dem Sport fange ich diese Woche wieder an, auch die Ernährung darf jetzt wieder bisschen besser werden. Auch wenn ich ehrlicherweise nur von Eis leben könnte.
Und so ein kleines bisschen freue ich mich auf den Herbst. Ich hoffe, die Pandemie-Zahlen bleiben niedrig, ich hoffe, es lassen sich noch mehr Menschen impfen und ich bete, dass die Bundestagswahl eine hohe Wahlbeteiligung hat.
Denn das Einzige, was mein Herz schwer werden lässt, sind die politischen Entwicklungen und die ständigen schrecklichen Nachrichten aus aller Welt. Die Flutkatastrophe nahm mich schon mit, der Albtraum in Afghanistan brachte mich dann aber an meine Grenzen. So hilflos zuzusehen, wie Menschen ohne Aussicht zurückgelassen werden, ein solches Versagen der westlichen Kräfte – und auch unserer Bundesregierung – live mitzuerleben. Es ist eine Tragödie, die mich sprachlos und auch dankbar zurücklässt. Dankbar, dass ich als Frau hier frei leben kann und darf. Dass ich entscheiden kann – und hoffe, dass sich viele Menschen hierzulande diesem Privileg bewusst sind. Wir müssen weiterhin laut sein, die Menschen in Afghanistan nicht vergessen und vor allem bei der Wahl unser Kreuz setzen.

Und wie geht’s den Tieren so?

Fabelhaft würde ich sagen. Pepe lacht über meine Scherze, Polly findet sie zum Gähnen. So könnte man die Stimmung allgemein zusammenfassen. Pepe steckt gerade in der Pubertät und kostet uns so manche Nerven. Trotzdem kann ich mir ein Leben ohne diesen mittlerweile großen Hund kaum mehr vorstellen. Polly hat das beste Leben, beschwert sich nur auch gerne über den zu nassen Sommer. Kurz: Die Tiere sind ein Geschenk – und ich liebe jeden einzelnen Tag mit ihnen.

Vinted, ich hab’s endlich geschafft

Ja, es geschehen noch Zeichen und Wunder, aber ich bin endlich auch bei Vinted. So sehr ich die Insta-Sales liebe oder auch auf eBay Kleinanzeigen Sachen verkaufe, meistens geht doch irgendwas schief, eine Nachricht verrutscht oder der Käufer oder die Käuferin taucht einfach nicht auf. Amelie verkauft und kauft schon ewig bei Vinted und in unserer Sommerpause habe ich es endlich auch geschafft, mich anzumelden. Ihr findet mich unter @toniama. Ein merkwürdiger Name – aber aus irgendeinem Grund wollte ich doch erst anonym bleiben. Jetzt ärgere ich mich fast schon wieder. Viel wichtiger ist, dass ich selbst auch schon bei Vinted fündig geworden bin. Ich suchte nämlich schon seit Wochen die Acne Studios Sneaker – in meiner Größe waren sie überall ausverkauft. Und dann entdeckte ich sie ausgerechnet bei Maddie von @dariadaria auf ihrem Vinted-Profil. Maddie angefunkt – und schwups, jetzt sind sie meine. Fast neu, für einen Bruchteil des Preises – und am wichtigsten: in meiner richtigen Größe. Danke an Maddie – und an Vinted, denn ohne die Plattform hätte ich die Sneaker nicht gefunden. Für alle, die sie auch lieben: lieber eine Nummer kleiner nehmen – sie fallen groß aus!

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von ANTONIA WILLE (@antoniawlle)

Hallo, ich bin’s Toni, der Bücherwurm

Ich bin zurück im Lese-Game. Ich war schon immer ein wahnsinniger Bücherwurm und lese Bücher wirklich abartig schnell. Zumindest dann, wenn ich die Zeit und Muse habe, mich hinzusetzen. Und in unserer Sommerpause hatte ich sie endlich wieder – und es hält an. Innerhalb von einer Woche habe ich 6 Bücher gelesen. Meine Favoriten waren neben „Alte Sorten“ von Ewald Arenz das Erstlingswerk „Prima Aussicht“ von Judith Poznan. Ein autobiografischer Roman, der einen einen Sommer lang mitnimmt zwischen Campingplatz, Berlin und Beziehungskrise. Er ist herrlich echt, nah und irgendwie so schön normal. Und dank Milli stieß ich auch auf Doris Knecht. „Die Nachricht“ ist nicht nur ein unaufgeregter, schöner Roman über eine Frau mitten im Leben, deren Alltag plötzlich aufgewirbelt wird. Es ist auch der vielleicht erste Roman, der so subtil Feminismus lebt, dass ich ihn allein dadurch großartig fand.

Gehört

Gehört habe ich vor allem Podcasts – und das neue Album von Billie Eilish. Achja, und ich danke Spotify, dass endlich alle Alben von Aaliyah verfügbar sind. Hat mich um Jahre zurückversetzt und ich habe festgestellt, ich lieb’s noch immer.

Verliebt in Jan’n’June x rauwm

Jedes Mal, wenn der Saisonwechsel ansteht, bekomm ich eine riesige Modelust. Angeheizt wird sie diesmal auch von Lisa und Tanja von rauwm, die gemeinsam mit dem Fair Fashion Label Jan’n’June eine Strickkollektion auf den Markt bringen. Mitte September launcht die Capsule-Kollektion und ich bin jetzt schon verliebt in die Strickteile, vor allem der Zweiteiler sowie das Kleid haben es mir angetan.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von rauwm (@rauwm_)

Angesehen

Empfehlen möchte ich euch die Arte-Dokumentation Die Taliban in Kabul. Sie erklärt schlüssig, wie die Taliban so schnell das Land zurückerobern konnten und was das für die einzelnen Menschen vor Ort bedeutet. Sie hat mich aufgeklärt, abgeholt und natürlich sprachlos zurückgelassen. Außerdem empfehlenswert: Afghanistan – Das verwundete Land. 

Um dem Weltschmerz zu entkommen, habe ich die neue Netflix-Serie Clickbait angesehen. Eine schöne Thriller-Serie mit mehreren Twists und einem langsam auflösenden Finale. Spannend und rätselhaft, perfekt für Regentage.

Und was gibt’s sonst für Pläne?

Ich würde wahnsinnig gerne im September oder Oktober noch einmal wegfahren. Das erste Mal seit eineinhalb Jahren. Am liebsten in die Berge. Außerdem geht’s hoffentlich öfter aufs Land. Ansonsten freue ich mich auf sonnige Spätsommertage genauso wie auf Regen. Ich freu mich auf Tee, Kekse und Zeit mit Büchern. Ich freue mich auf eine kalte Nase, letzte warme Sonnenstrahlen und eine Schorle mit Freund*innen. Außerdem würde ich gerne nochmal bei einem Flohmarkt mitmachen, endlich wieder mehr laufen gehen und wieder mehr töpfern. Letzteres ist dank Pepe wahrlich zu kurz gekommen dieses Jahr. Auch Besuche im Museum stehen auf meiner Liste für den Herbst! Vielleicht verschlägt es mich die Woche schon mal in das Stadtmuseum. Außerdem freu‘ ich mich, wenn ihr mir vielleicht noch Tipps geben könnt für Orte, an denen man einen jungen wilden Hund gut frei laufen lassen kann, um den Rückruf zu trainieren. Das wird die große Challenge diesen Herbst!

 

– Anzeige wegen Markennennung –

– Anzeige wegen PR-Sample –

– Dieser Artikel enthält Affiliatelinks –

Sharing is caring

Eine Antwort zu “In the mood: Von Roman-Ideen, kleinen Meilensteinen und Second-Hand-Funden”

  1. […] Hier habe ich euch schon von meiner Aaliyah-Liebe und den News bei Spotify erzählt, jetzt stolperte ich beim New Yorker über den Artikel zu Aaliyah und ihre Rolle im Prozess gegen R.Kelly. 20 Jahre nach ihrem Tod spielt sie öffentlich – abseits ihrer Musik – wieder eine tragende Rolle – und die Prozessbeobachter vom New Yorker haben einen spannenden wie aufschlussreichen Artikel geschrieben. Wer mehr über die Machenschaften R.Kellys lesen will, ist hier richtig. Mit der Lektüre wurde mir mal wieder klar, wie schützenswert gerade auch junge Künstler*innen sind, wenn sie an den Anfängen ihrer Karriere stehen und eben nicht wissen, dass das was gerade passiert, nicht richtig ist. […]

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen hast.