Lesetipp: Das große Los

6. Januar 2014 von in

Meike Winnemuth, Journalistin aus München und Hamburg, hat es trotzdem gemacht. Und bewiesen: So verrückt ist das gar nicht. Es ist viel mehr lehrreich, manchmal spannend, manchmal langweilig, auf jeden Fall aufregend und sehr bereichernd. Ihre Erfahrungen hat sie im Buch Das große Los veröffentlicht – und es ist wunderbar.

Ich persönlich habe das erste Mal von Meike Winnemuth gehört, als sie vor vier Jahren das Projekt Das kleine Blaue startete. Eine Art Modeblog, auf dem sie ein Jahr lang dokumentierte, wie sie jeden Tag das selbe Kleid anders kombiniert trägt. Und wie wenig Kleidung sie tatsächlich brauchte. Ihre Kolumnen dazu veröffentlichte sie auf einem Blog und als Journalistin auch in verschiedenen Printmagazinen. Ich fand die Aktion gut, das Kleid nicht so schön, ihre Einstellung dafür umso schöner.

Dann landete die Redakteurin bei Wer wird Millionär, gewann 500000 Euro und stand in allen Medien. Und ich dachte mir: Hä? Die kenn ich doch. Kurz darauf beschloss sie, erstmal freiberuflich weiterzuarbeiten (ein Vorteil des Journalisten-Daseins – wir können heutzutage von überall aus arbeiten), ihre Koffer zu packen und zwölf Städte zu besuchen, die sie schon immer mal sehen wollte. Aber nicht nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen, sondern sich ein Jahr Zeit nehmen, jeweils einen Monat dort zu bleiben und wie eine Einheimische zu leben.

Und so fuhr sie nach Sydney, Buenos Aires, Barcelona, Kopenhagen, Honolulu und Mumbai – um nur einige Städte zu nennen. Natürlich arbeitete und bloggte Meike Winnemuth fleißig vor sich hin – genauso wie sie das Buch Das große Los schrieb. Klar, könnte man jetzt denken: „Mit 500000 Euro im Gepäck lebt es sich auch gut.“ Und natürlich ist so ein großer Schritt mit diesem Geld im Rücken wohl einfacher als ohne. Nichtsdestotrotz sagt Meike Winnemuth: Ohne wäre es auch gegangen, so viel Geld hat sie nicht gebraucht, ihre Arbeit im Ausland war ausreichend (Einschränkung hier: Als Journalistin hat man da natürlich andere Vorraussetzungen als ein Schreiner oder Unternehmensberater beispielsweise). Man muss sagen: Meike Winnemuth hatte die idealen Vorrausetzungen. Aber vielleicht muss es auch nicht die Weltreise sein – sondern liegt der Zauber, das Glück, in den kleinen Veränderungen und Herausforderungen.

Jetzt habe ich Das große Los gelesen. Weil es mich interessiert, was so ein Jahr mit einem macht, was Meike Winnemuth über die Städte zu sagen hatte, über das Leben im Ausland. Ich persönlich glaube nicht, dass ich den Mut hätte, ein Jahr lang alleine durch die Welt zu reisen. Aber das muss ich vielleicht auch nicht. Reisen hingegen will ich – und Das große Los macht Lust auf mehr. Reisen bildet, prägt und gibt einem Weitsinn. Genauso wie die Botschaft des Buches ist – und diese ist für mich eine noch viel wichtigere: Es ist nie zu spät. Man kann seinem Leben eben auch mit Anfang 50, so alt war Meike Winnemuth, als sie die Reise begann, einen neuen Dreh geben, nochmal was ganz anderes machen, Erfahrungen sammeln, die einem zuvor vielleicht verwehrt blieben oder weil andere Sachen wichtiger waren. Und es muss sicherlich nicht sofort die zwölfmonatige Weltreise sein. Manchmal reicht auch ein Anstoß, eine neue Perspektive und der Mut, es zu tun. Und das ist doch eine gute Botschaft. Genauso wie die: Bleibe neugierig, probiere jeden Tag etwas aus, was du noch nie getan hast, wofür du Mut brauchst. Im ersten Moment ziemlich banal, im zweiten dann schon wieder aufregend. Das große Los ist ein Buch über verschiedene Länder und Erfahrungen, gleichzeitig aber auch ein Buch, das anregt, über festgefahrenes nachzudenken, das Lust macht, auf Neues, Unbekanntes und das vor allem Spaß macht.

Ich werde jetzt erstmal öfter Dinge im Alltag tun, die ich noch nie getan habe. Und demnächst dann mal wieder in eine fremde Stadt reisen (Barcelona wäre schön, genauso wie Stockholm). Meike Winnemuth hingegen hat sich wieder auf den Weg gemacht. Reist diesmal durch zwölf deutsche Städte (hier ihr Blog dazu). Und ehrlich? Auch das finde ich spannend. Einfach mal in eine deutsche Stadt fahren, in der man so noch nicht war. Steht auf meiner To-Do-Liste für 2014.

Wer von euch hat das Buch gelesen? Wohin wollt ihr am liebsten reisen? Und wer von euch würde es sich trauen, einfach mal zwölf Monate alleine wegzufahren?

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11 Antworten zu “Lesetipp: Das große Los”

  1. Danke für diesen Tipp, Meike Winnemuth mag ich nämlich schon seit längerer Zeit und ich finde es einfach nur bewundernswert und toll, wie sie ihr Leben in vollen Zügen lebt. Ich habe mir vor längerer Zeit auch die Aufgabe gestellt, jeden Tag über Monate hinweg mindestens eine komplett neue Sache zu machen, das war nicht nur lehrreich und spannend sondern hat auch ziemlich lustig :)

    http://www.dressedwithsoul.blogspot.de

  2. Toller Buchtipp! Werd auch gleich mal auf ihrer Seite stöbern.
    Reisen ist toll, ich war insgesamt 2 Jahre weg. Nach der Schule mit 19. Wollte mal raus aus Deutschland und was anderes sehen. Es bereichert ungemein und man lernt so viele und vieles kennen.
    Aber man kann auch klein anfangen und geht einfach für 3 Wochen mit dem Rucksack in ein fremdes Land. Würde ich jedem empfehlen, fernab von den großen Hotels und Reiseveranstaltern, zu reisen.
    LG

    • Wow, zwei Jahre ist viel – und ich bewundere jeden, der so mutig ist. Ich persönlich bin aber auch mehr der Ferienwohnung und Campingurlaub-Typ, Reiseveranstalter und Hotels mag ich gar nicht so gern :)Liebe Grüße!

  3. Das Buch ist prima! War beim Lesen damals so begeistert, dass ich es meiner besten Freundin auch gleich zu Weihnachten geschenkt habe.:D Ich könnte es mir momentan auch nicht vorstellen, für ein Jahr allein durch die Welt zu touren. Aber wer weiß, vielleicht bin ich ja mit 50 soweit.;) Die Idee mit den 12 deutschen Städten ist auch nett. Vorallem kann man das ganz toll mit dem Freunde besuchen verbinden. Die studieren/leben/arbeiten ja mittlerweile auch in der ganzen Welt.:)
    Liebe Grüße, Charli

  4. Gekauft und wird heute angefangen :)
    Dir vertraue ich mittlerweile total bei sowas :D
    Finde es wirklich toll wie vielfältig dieser Blog hier von euch geführt wird :)

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