Lesetipp: „Meine Sonne, mein Mond, meine Sterne“

16. November 2014 von in

Als die Beziehung zerbricht, ist Sunny Mitte 30. Der Traum von Hochzeit, Familie und Kinder kriegen geplatzt. Nach zwölf Jahren Zweisamkeit steht sie vor den Trümmern ihrer Existenz. Nur langsam kann sie sich aufraffen, ihr Leben sortieren und rekapitulieren: Warum sind wir gescheitert?

Alexa von Heydens neuer Roman „Meine Sonne, mein Mond, meine Sterne – Das Leben nach der großen Liebe“ wanderte mehr zufällig in mein Buchregal. In einem Anflug von Leselust kaufte ich mehrere Bücher – hohe Literatur und leichte Schmöker. Meine Erwartungen an den Roman waren ehrlicherweise nicht allzu groß. Ich wollte mich einfach einen Nachmittag hinsetzen, Pause vom wissenschaftlichen Lesen machen und ein nettes Buch zum Durchlesen haben. Dann kam aber alles ganz anders.

Denn: Schon lange hat mich kein Buch mehr so berührt.  Wer die große Liebe verliert, steht erstmal mit nichts da. Das eigene Ich ist (vermeintlich erst einmal) nicht genug. Bis dieses Gefühl vergeht, dauert es. Und je älter man wird, umso mehr Träume, Sehnsüchte und Ängste hängen mit daran. Torschlusspanik bekommt in solchen Situationen ein noch größeres Gewicht.
Alexa von Heyden schreibt so echt, so leicht und nah, dass es nicht verwundert, dass diese Geschichte berüht. Man kann sich hineinversetzen in Sunny. Erinnert sich an seinen letzten großen Liebeskummer, kann nachspüren, vor welcher Leere die Protagonistin ersteinmal steht. Und wie schwer es scheint, sich langsam Schritt für Schritt wieder zu stabilisieren, den Mut nicht zu verlieren und die eigenen Fehler zu erkennen.

In einer Beziehung steckend, rüttelt der Roman vielleicht ein bisschen auf. Zeigt, hin und wieder im Alltag ein bisschen mehr Liebe auf das Beziehungskonto einzuzahlen. Ein liebes Wort, eine nette Geste – trotz eigenem Jobstress und Lebensfrust. Zuhören, miteinander reden, aufmerksam sein und vor allem in der Zweisamkeit nicht die eigene Identität verlieren.

Genauso wie Singles vielleicht, ob frisch getrennt oder schon länger auf Solopfaden, sich verstanden fühlen, nachvollziehen können, durch welche Phasen die Hauptprotagonistin gehen muss. Und das es besser wird. Die Zeit heilt alle Wunden – der Spruch, den man am wenigsten hören will, in Phasen des Liebeskummers, ist eben doch der einzig wahre.

Die beste Botschaft des Buches aber ist – und das zählt für alle – nur wer glücklich mit sich ist, kann auch andere glücklich machen. True words, Alexa!

Und was hat mir jetzt so gefallen? Die vielen kleinen Wahrheiten, die zwischen den Zeilen stecken. Sich selbst nicht verlieren – genauso wie seine Sehnsüchte und Träume (wie beispielsweise Familie und Kinder) leben, statt nur zu warten, dass der richtige Zeitpunkt kommt. Vielleicht war es auch die Offenheit der Autorin, ihre klaren Worte und die Nähe, die sie dadurch schafft. Ehrlich: So richtig kann ich’s gar nicht sagen, manchmal reicht auch einfach das Gefühl.

Wer von euch hat das Buch auch gelesen? Wem ging’s ähnlich? Und welche Bücher könnt ihr noch empfehlen, für einen netten Nachmittag zum schnellen Durchlesen?

Bald geht’s auch wieder weiter mit unserem amazed-Buchclub!

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9 Antworten zu “Lesetipp: „Meine Sonne, mein Mond, meine Sterne“”

  1. Kann mich nur anschließen, wundervoll geschrieben Toni!
    Hab das Buch an wenigen Tagen gelesen und es hat mich schon sehr aufgewühlt.
    Wie du schon schreibst, egal in welcher Lebenslage man sich gerade befindet (Single, frisch getrennt, in ner langen Beziehung), man nimmt irgendwie was mit und das auf ne sehr reale und ehrliche Art.

  2. Habe das Buch auch gelesen, besser verschlungen. Ich war danach erstmal platt, weil ich bemerkte, dass man doch viele Parallelen erlebt und Verhaltensweisen sich gleichen. Versuche, es danach ein wenig anders zu machen, endeten bei mir darin, dass man erkennt, dass man sich die Fallstricke, die es gibt, meist selbst auslegt und natürlich auch der andere nicht immer unbeteiligt ist.

    Abgedroschener Spruch, aber es gehören immer zwei dazu, Dinge in einer Partnerschaft ändern zu wollen. Andernfalls kämpft man gegen Windmühlen. Verhaltensmuster ändern und eine andere Dynamik in die Beziehung bringen, ist aber sicher schon die halbe Miete gegen ein Scheitern.
    Tolles Buch, aber hat mich auch etwas deprimiert, da ich die Hilflosigkeit teils noch deutlicher sah und deswegen immer ein wenig gegen mich selbst ankämpfte.

    • Liebe Corinna,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann das total nachvollziehen, das Gefühl der Plätte hatte ich auch. Und wie du, war auch ich erschrocken, wie viele Verhaltensweisen und Parallelen sich zum eigenen Leben ziehen lassen. Gleichzeitig empfand ich es aber als tröstlich, dass es oftmals eben nicht die großen Katastrophen sind, die eine Beziehung scheitern lassen, sondern irgendwie immer die selben Muster, die sich einschleichen. Mit diesem Wissen kann man sicherlich dagegen arbeiten und eine andere Dynamik in die eigene Beziehung bringen – wenn es für einen nicht mehr passt. Aber wie du sagst: Es gehören immer zwei dazu. Viel viel reden, sich austauschen, auch über den Status Quo der Beziehung ist sehr wichtig. Wenn man hier früh genug einhakt, können vielleicht so manche Partnerschaften gerettet werden. Wenn gleich das natürlich nur die trockene Theorie ist. Das eigene Ich, die Weiterentwicklung als Individuum sowie das Entwickeln innerhalb einer Partnerschaft trägt natürlich immer für oder gegen den Fortbestand der Beziehung bei.
      Als Fazit: Tolles Buch – finde ich auch. Und ja, man sieht vieles, was einen auch traurig stimmt, da stimme ich dir auch zu.
      Liebe Grüße!

  3. Den Tipp fand ich so toll, dass das Buch auf meine WUnschliste gewandert ist – und ich es jetzt fast 1 Jahr später gelesen habe. Du hast es quasi perfekt geschrieben und zusammengefasst. Ein Buch, das nachdenklich zurück lässt. Vielen Dank für den Tipp, ich würde mich über weitere sehr freuen :)

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