Magazin-Watch: Quintessence

8. Dezember 2013 von in ,

In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, Printmagazine langfristig am Markt zu behaupten, ist es mutig, ein neues Projekt zu stemmen. Gleichzeitig ist es ein Zeichen, ein Symbol dafür, dass es eben doch nicht ohne geht. Gute Printmagazine wird es immer geben – sie werden sich vielleicht verändern, erweitern und thematisch tiefer werden. Sie werden aber bleiben. Denn gute Fotografien, tolle Modeproduktionen sowie lange, intensive Texte lesen sich in Magazinen immer noch schöner, als am Laptop.

Mit Quintessence haben sich die fünf Chefredakteure des Condé Nast Verlags, Oliver Jahn (Chefredakteur AD), Sabine Hofmann (Chefredakteurin myself), José Redondo-Vega (Chefredakteur GQ), Christiane Arp (Chefredakteurin Vogue) sowie Andrea Ketterer (Chefredakteurin Glamour), zusammengeschlossen. Ihre Kräfte und Stärken gebündelt und ein Magazin herausgebracht, das beweisen soll: Schreiben ist Handwerk. In Zeiten, in denen im Internet jeder seine Texte veröffentlichen kann (und ja, das ist toll, weil es allen die Möglichkeit gibt, kreativ zu arbeiten), wird trotzdem oft vergessen: Nicht jeder kann gleich gut schreiben. Nicht jeder kann herausragende Interviews machen, die über „Was machst du?“ hinausgehen. Und nicht jeder kann Geschichten – sei es in Text oder Bildform erzählen. Denn Schreiben und Fotografieren ist Handwerk.

Wir begreifen die Arbeit, so wie wir sie bei Condé Nast tun, im empathischen Sinne als Handwerk. Mit lange eingeübten Fertigkeiten und dem Einsatz hochwertiger Materialien – in unserem Fall Fotografen, Autoren, Stylisten, die für uns um die Welt reisen. Wir glauben an den Reiz, die Qualität und die Zukunft unserer Arbeit. Das wollen wir zum Ausdruck bringen.
Auszug aus dem Editorial von Quintessence

Quintessence ist somit eine Hommage an das Printmagazin, an all die Menschen, die seit Jahren schreiben und fotografieren, ihre Liebe zum Beruf gemacht haben und Talent bewiesen haben. In Quintessence finden sich Interviews wie beispielsweise ein Gespräch mit Karl Lagerfeld und Til Lindemann, mit dem Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa sowie mit dem Fotografen Koto Bolofo. Neben neuen Texten und Modestrecken findet sich quasi auch ein Best of aus allen Magazinen. Quintessence ist ein schönes Magazin, ein toller Mix aus allen Magazinen, für jeden etwas dabei, nie zu schwer, aber auch nicht zu leicht (im Vergleich zu bestimmten Promi-Printprodukten). Es ist keine Innovation, aber ein modernes Magazin, das uns alle erinnert, wieder öfter zu den liebsten Printprodukten zu greifen.

Ob es Quintessence nach der einmaligen Auflage nochmal geben wird, steht in den Sternen. Wir drücken die Daumen.

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9 Antworten zu “Magazin-Watch: Quintessence”

  1. Klingt sehr spannend! Das werde ich mir gleich mal anschauen… Ich bin selbst Journalistin und blogge, finde aber auch, dass Printmagazine einen tollen Mehrwert haben und uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben. Gerade Modefotografien wirken in Hochglanz einfach nochmals komplett anders und qualitativ hochwertiger!

    Cécile

    • Liebe Cécile,
      ich bin ja auch Journalistin und Bloggerin – und das schließt sich ja auch nicht aus. Zum Glück. Aber manche Fotografien wirken einfach auf Hochglanzpapier viel hochwertiger und intensiver! Genauso wie ich hoffe, dass sich langfristig auch im Internet immer mehr Qualität durchsetzen wird.
      Liebe Grüße!

  2. ich liebe schöne printmagazine, feines papier in guter qualität – aber dieses hätte ich im handel wohl nicht herausgegriffen, weil mich das cover vom design her gar nicht anspricht. mhm.

    • Liebe Mia,
      ich finde das Cover auch nicht so ansprechend – und ich bin auch eher zufällig drüber gestolpert. Im Grunde ist es ein solides Printmagazin – ich fand vor allem die Message gut!

      Liebe Grüße!

      • ja, die message ist in der tat lobenswert! ich freue mich sowieso, dass der trend in unserer generation wieder mehr und mehr richtung „analog“ magazin geht und der mut da ist, das auszubauen. so gern ich mich durch blogs klicke – das gefühl, ein schön bebildertes printmedium in der hand zu halten, ist nicht zu toppen. ein glück, dass wir uns nicht entscheiden müssen (:

      • Ich liebe das Cover. Steckt halt trotz Einfachheit viel hinter. Die Alternativcover, die im Magazin sind, find ich auch stark. Letztlich wurde aber das richtige ausgewählt.

  3. Hm, werde ich mir mal angucken. Sieht aber leider ein bisschen danach aus, als wäre das wieder so ein Bilderguckteil. Ein gutes Magazin, in dem es auch tatsächlich was zu LESEN gibt, ist mir im Bereich Mode leider noch nicht untergekommen.

  4. Toller Post! Super Aussage – sowohl von dir als auch dem Magazin!

    Möchte aber kurz etwas in eigener Sache zur Bemerkung geben wen du in deiner Aufzählung vergessen hast (wenn ich es nicht überlesen hab).
    Für ein Printprodukt sind nicht nur Schriftsteller und Fotografen nötig sind, Grafiker und Gesatlter setzen schließlich all das zusmmen und schaffen es auf schöne Weise gute Texte mit guten Bildern zu kombinieren und ein rundes Gesamtpaket daraus zu schaffen, zu Freude aller :)

    Printprodukte ob Bücher, Magazine, Fotografien, Postkarten oder auch Werbematerial sind oftmals so schöne mit Liebe und Detail geschaffene greifbare Arbeiten, die für mich auch durch keine noch so schöne website (aber ohne diese wäre es auch natürlich auch schade!!) oder einen praktischen kindl zu ersetzen wären! Es ist doch toll wenn man etwas fertiges, mit wissen und Inspiration angereichertes auch in den Händen halten kann.

    Liebste Grüße :)

    • Liebe Jasmin,
      absolut, das tut mir jetzt direkt leid, weil ich ja auch im Printbereich mit vielen Grafikern und Layoutern zusammenarbeite – und du hast absolut recht: Diese Leute sind dafür genauso wichtig – und auch das ist ein Handwerk! :) Diese vielen Details und mit Liebe angereicherten Arbeiten sind genauso wichtig, absolut!
      Liebe Grüße!

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