Minimal Living: Vorbei mit der Lebensmittelverschwendung

21. Januar 2019 von in

Der Salat verdorben, die Avocado superweich und braun und der Apfel schrumpelig. Ich bin fürchterlich verplant, wenn es um Lebensmittelverbrauch geht. Dabei achte ich so gut es geht auf einen nachhaltigen Einkauf und versuche, möglichst alles zeitnah aufzubrauchen, und doch passiert es, dass ich beim Betreten meiner Küche das schlechte Gewissen erblicke, dass mir beim Lebensmittelverschwenden zuguckt. Und ich hasse es. Nichts schmerzt mich mehr, als in den Kühlschrank zu blicken und Lebensmittel wegzuschmeißen. So sehr ich mich bemühe, es passiert doch immer wieder.

Das soll sich in diesem Jahr definitiv ändern. Ich bin kein guter Langzeitplaner, aber ich habe gehört, das kann man lernen. Milena hat mich hierbei angespornt. Ihr Artikel zum Thema Foodsharing und den Gedanken des Foodsavings ließen mich aufhorchen. Lebensmittel (öfter retten), weniger verschwenden und erstmal alles aufessen, was man hat. Das muss doch auch bei mir möglich sein. Nicht nur bei mir zu Hause, sondern auch dank bestimmter Apps.

Wie ich seit Anfang des Jahres vorgehe? Hier kommen meine Mini-Schritte gegen die Lebensmittelverschwendung!

Nur das einkaufen, was man wirklich auch isst

Klingt super einfach, ist aber bei den Verführungen im Supermarkt doch mal schnell vergessen. Gerade in der ersten Zeit als Single hatte ich das gar nicht im Griff, mein Leben war so unstet, dass ich zwar einkaufte, abends dann aber doch spontan essen ging. Das hat sich glücklicherweise wieder eingependelt, trotzdem plane ich oft sehr kurzfristig meinen Essensplan. Mein Tagesablauf erlaubt es mir, jeden Tag fix in den Supermarkt zu hüpfen und ich versuche, wirklich nur die Dinge zu kaufen, die ich auch benötige. Klappt oft, aber manchmal crasht eben doch ein ungeplantes Dinner die Pläne.

Einkaufszettel schreiben

Was mir definitiv hilft, ist mir im Vorfeld einen Einkaufzettel zu schreiben und zu checken, was ich noch zu Hause habe. Wer zwischen Terminen noch fix einkauft, vergisst oft, dass er ja noch die Nudeln oder den Salat daheim hat. Beim Auspacken der Einkäufe kommt dann das Erwachen: Da war ja noch was im Kühlschrank. Ungeplant zum Supermarkt vermeide ich – lieber renne ich zweimal, aber kaufe dann nur das, was ich brauche.

Sich inspirieren lassen

Seitdem ich vegan lebe, ist meine Kochlaune wieder gestiegen. Wie wichtig diese ist, merkt man beim Thema Resteverwertung. Man blickt in den Kühlschrank, sieht ein paar Dinge, hat aber keine wirkliche Ideen parat. Dann lieber doch was neu einkaufen? Stop! Arbeitet mit dem, was ihr habt und lasst euch inspirieren – entweder über Rezepte aus dem Internet oder Koch-Apps. Milena hat mir Captain Cook empfohlen, eine App, die jeden Tag Rezepte vorschlägt. Hier speichere ich meine liebsten veganen Rezepte und koche sie bei Gelegenheit nach. Außerdem: Ein Curry geht auch immer.

Ist das Essen wirklich schlecht?

Der schwierigste Punkt für mich, denn ich bin ein extrem visueller Kopf-Esser. Rational weiß ich, dass man eine angedatschte Tomate noch essen kann, wenn man den schlechten Teil wegschneidet und auch, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Empfehlung, aber noch lange kein KO-Kriterium ist, und doch, mein Kopf sagt nein und es kostet mich wahnsinnig viel Überwindung, hier meinen Kopf auszuschalten. Wer sich hier leichter tut: Schneidet das schlechte weg, probiert das angeblich abgelaufene Lebensmittel und verkocht die Sachen. Ich gebe mein Bestes, versuche aber lieber alles im Vorfeld aufzubrauchen.

Too good to go

Meine neuste App-Entdeckung und die perfekte Ergänzung beim Thema Foodsaving! Too good to go listet Restaurants, Cafés und Bäckereien im eigenen Umkreis auf, die Lebensmittel günstiger abgeben. Über die App kann man sich bei den Anbietern in größeren Städten melden, das Essen mit einem kleinen, sehr günstigen Betrag reservieren und dann zu einer bestimmten Zeit abholen. So wird vermieden, dass die Lokale das Essen am Tagesende wegschmeißen würden und man selbst kann gut Geld sparen. Ob Sushi, Brot, Salate oder auch Suppen: Angeboten wird in München eigentlich alles. Ich hoffe, langfristig machen noch mehr Restaurants mit. Ein toller Zusatz: Für die Münchner Tafel kann man ebenfalls über die App spenden, indem man ein Essen „kauft“.

Wissen, was man alles an Lebensmittel besitzt

Einen Überblick zu haben, was man alles besitzt, schadet nicht nur im Kleiderschrank, sondern auch in der Küche. Nachhaltiger und schöner sind hier Schraubverschluss-Dosen aus Glas, die gleich zeigen, wie viel Nudeln, Reis oder Quinoa man noch hat. Im Schrank stehend in den einzelnen Packungen rücken sie aus dem eigenen Blickfeld. Aus den Augen, aus dem Sinn. Gläser helfen hier, aber auch eine klare Ordnung im Vorratsschränkchen. Marie Kondo würde zustimmen!

Die Eat-Up-Challenge

Laura von The OGNC hat eine tolle Challenge ins Leben gerufen: die Eat-Up-Challenge. Wir wissen, unsere Vorratsschränke platzen aus allen Nähten. Angebrochene Nudelpackungen, Risottoreis und Konserven verbergen sich gerne hinter den Türen. Laure empfiehlt, alle Lebensmittel, die man zu Hause hat aufzubrauchen, nur mit jenen Lebensmitteln arbeiten und keine neuen einkaufen. Der einzige Einkauf, der erlaubt ist, ist frisches Gemüse und Obst. Ziel der Challenge ist es, nicht nur alle Lebensmittel einmal aufzubrauchen, sondern auch zu merken, welche Lebensmittel man wirklich gerne isst und braucht, und welche vielleicht eher weniger nötig sind. Wer mehr dazu lesen will, kann hier Lauras Artikel lesen. Ich habe mir vorgenommen, vor jedem Einkauf meinen Schrank zu checken und möglichst alle Gläser erst einmal aufzubrauchen, bevor ich neue Vorräte kaufe.

Lebensmittel weitergeben

Fehlkäufe gibt es auch in Sachen Vorräte. Ja, klingt verrückt. Ich finde Nudeln aus Hülsenfrüchten wahnsinnig lecker, mein Bauch dreht danach aber leider durch, wie ich schmerzlich erfahren musste. Die angebrochene Packung blieb also erstmal unangetastet zurück. Glücklicherweise gibt es Freunde von mir, die diese ebenso lieben. Bevor ich also die Nudeln wegschmeiße oder im hintersten Eck versauern lasse, gebe ich sie weiter. Tauscht euch mit Freunden über Essgewohnheiten aus, teilt euch Packungen neuer Dinge wie Quinoa & Co. und probiert euch aus.

Habt ihr noch mehr Tipps zum Thema
„Vorbei mit der Lebensmittelverschwendung“?

Photocredit: veeterzy/Unsplash, Pawel Czwerwinski/Unsplash, Edgar Castrejon/Unsplash

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6 Antworten zu “Minimal Living: Vorbei mit der Lebensmittelverschwendung”

  1. Schöne Ideen und ein wichtiges Thema 🙂
    Vieles der von dir genannten Dinge setze ich schon um, aber ich habe einen Wunsch: kann mal bitte jemand eine App schreiben, in welcher man die Zutaten eingibt, die quasi weg müssen und die App spuckt dann entsprechende Rezepte aus!? Dann gibt’s vielleicht auch mal wieder was spannenderes als Curry oder ne Bowl -auch so ne neumodische Resteverwertung- bei mir. 🤗

    Was mir vor allem vorm Urlaub sehr hilft (um den Kühlschrank zu leeren), sind Foodsharing Gruppen auf Facebook. Und hier in Frankfurt gibt es diverese Fairteiler; das sind quasi Kühlschränke und Regale in die ich meine Lebensmittel reinlegen kann und Menschen, die etwas brauchen, können sich dort bedienen. Das funktioniert ganz gut und ist alles in allem eine tolle Sache.

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