Money Talk: Bewerbung 2.0

15. Januar 2019 von in

Neues Jahr, neuer Job? Nicht unbedingt – und doch lohnt sich von Zeit zu Zeit das Innehalten und die wichtige Frage: „Was mache ich hier eigentlich?“ Schließlich finden wir alle uns immer mal im sogenannten Hamsterrad wieder. Es ist also wichtig, regelmäßig zu checken, ob das, was man jeden Tag so tut, auch noch das ist, was einem Spaß macht. Leben bedeutet nämlich auch Veränderung. Verändern wir uns als Menschen, verändern sich womöglich auch die äußeren Umstände, oder müssen eben mitziehen. Ein neuer Job, eine neue Ausrichtung, kann hier schon helfen.

Was oft eine Hürde ist, wenn es um Veränderungen geht: die Bewerbung. Einfacher ist es, dort zu bleiben, wo man ist, die Anstrengung des Jobsuche-Berges erst gar nicht auf sich zu nehmen. „Ist ja doch eigentlich alles gar nicht so schlimm.“ Dass es sich lohnt, selbst, wenn man am Ende doch die Entscheidung trifft, dort zu bleiben, wo man ist, beweist der Selbstbewusstseins-Boost, den man bekommt, wenn man merkt: Auch andere finden das, was ich tue, interessant. Veränderung ist immer ein Wagnis, mit Aufregung verknüpft und der Zeitpunkt ist ganz entscheidend.

Wer sich also 2019 entscheidet, doch was Neues im Job zu wagen, bekommt hier die Tipps für die richtige Bewerbung. Meine Schwester Julia Wille ist – anders als ich – nicht im kreativen Bereich gelandet, sondern viel mehr knallharte Businessfrau. Derzeit arbeitet sie als Human Ressources Business Partner bei der Münchner Agentur thjnk. Ihre Aufgaben: Bewerber casten, einstellen und auf Herz & Nieren prüfen. Aber natürlich auch ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben, an Personal-Schrauben drehen und das Team zusammenhalten.

Bewerbungen im Jahr 2019 sind anders als noch vor zehn Jahren, vieles ist aber gleich geblieben. Auch die Ansprüche der Arbeitnehmer sind gewachsen. Womit man punktet, verrät sie euch hier in einem ersten Gespräch. So viel sei verraten: Das Urlaubsfoto vom Strand ist es leider immer noch nicht.

Wie überzeugt dich ein Bewerber?

Mit Authentizität, Motivation und Lust, Dinge zu verändern, tolle Projekte zu stemmen und ansprechende Werbung zu machen. Ob das in Form einer typischen Bewerbung, eines Videos oder eines persönlichen Gesprächs stattfindet – das sei dem Bewerber und der Situation überlassen.

Was muss heute in einer guten Bewerbung drin sein?

Immer noch wichtig: der Lebenslauf. Übersichtlich, schnell zu lesen und alle relevanten Punkte des Werdegangs des Bewerbers enthaltend.
Ansonsten kommt es auf die Position an, in der Kreation natürlich Arbeitsproben und eine Mappe oder ein aussagekräftiges Portfolio.
Immer öfter kommen auch Bewerbungsvideos. Wenn der Bewerber es schafft, kurz und knapp alles zusammenzufassen, dann gerne auch so.

Was geht gar nicht mehr?

Etwas das noch nie ging und bis heute nicht geht – Rechtschreibfehler. Egal ob im Lebenslauf oder im Anschreiben. Lasst die Bewerbung lieber nochmal von einem Bekannten gegenlesen.
Ansonsten sind es Angaben wie Beruf der Eltern, wie viele Geschwister der Bewerber hat, das ist doch total irrelevant. Es geht um die Person und das Talent, das der Bewerber mitbringt. Das ist vollkommen unabhängig vom Job der Eltern.

Muss ich alle meine Lebenslauf-Stationen angeben?

Ich setze auf Transparenz und möchte gerne den Weg des Kandidaten kennen. Wichtig ist aber vor allem alles, was für den Job, auf den derjenige sich bewirbt, relevant ist. Aber auch in den verwinkelsten Lebensläufen stecken tolle Mitarbeiter. Im Grunde gilt: immer wahrheitsgetreu und mit Relevanz zum Job.
Alles weitere kann man dann im Gespräch klären und nachfragen, sofern ein Grundpotential vorhanden ist.

Sind Lücken im Lebenslauf problematisch?

Nein, überhaupt nicht. Solange man diese sinnvoll erklären kann.
Gerade in der Agenturbranche, wo wir viele kreative Köpfe haben, braucht man vielleicht auch mal eine kreative Auszeit, um wieder auf die besten Ideen zu kommen. Daher ist eine Lücke vielleicht eine Inspirationsquelle gewesen.

Was sind die No Gos im Bewerbungsgespräch?

Offen gezeigtes Desinteresse, wir bei thjnk möchten beispielsweise motivierte Mitarbeiter, die für den Job, die Agentur und unsere Kunden brennen.
Außerdem Unpünktlichkeit und Verschlossenheit. Der erste Eindruck zählt auch hier, das Gespräch ist die erste Gelegenheit, sich kennenzulernen. Lässt sich ein Bewerber alles aus der Nase ziehen oder gibt nur vorgefertigte Antworten, wird das eher schwierig.
Auch sehr schlechtes Reden über den aktuellen oder alten Arbeitgeber hat immer einen komischen Beigeschmack. Konstruktive Kritik gerne, aber den Arbeitgeber schlecht machen, das kommt bei mir nicht gut an.

Wie wichtig ist die Kleidung beim Bewerbungsgespräch?

Die Kleidung sollte immer zur Stelle, zur Position und zum Arbeitgeber passen. Also bestenfalls im Vorfeld auch hierzu über den Arbeitgeber informieren.

Was beeindruckt dich im Bewerbungsgespräch?

Authentizität, je echter der Bewerber wirkt, umso angenehmer meist das Gespräch. Genauso wie Ehrlichkeit und Offenheit.
Beim Gespräch geht es nicht um die Darstellung einer Idealwelt. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen. Wir möchten einen so echten Eindruck wie möglich vom Bewerber haben, fachlich wie persönlich. Ich finde es auch nicht dramatisch, wenn jemand offen sagt “das kann ich noch nicht” oder “das Thema muss ich noch ausbauen, aber möchte es unbedingt lernen”, das finde ich eher beeindruckend offen.

3 Fakten, mit denen ein Bewerber bei euch definitiv punkten kann?

1. Fachliche Stärken und persönlicher Match.
Klar, das ist eine Grundvoraussetzung, aber überzeugt uns der Bewerber, dass er inhaltlich auf den Job passt, für seine Arbeit brennt und ähnliche Vorstellungen von Arbeit und Kultur hat, ist schon viel geschafft.
2. Informiert ins Gespräch gehen.
Man merkt schnell, ob sich der Bewerber mit den aktuellen Kunden und Kampagnen von thjnk und dem Standort im Vorfeld auseinandergesetzt hat oder nicht. Gar nichts zu wissen, zeugt von keinem großen Interesse an der Agentur. Je mehr der Bewerber weiß, umso besser. Man kann sich direkt auf die wichtigen Themen konzentrieren.
3. Fragen stellen, zum Job, zum Team, zur Arbeitsstelle.
Wichtig dabei, der Bewerber sollte Fragen mitbringen, die ihn persönlich zu den Themen interessieren und wichtig sind. Nicht die aus einem Ratgeber. Je mehr spezifische Fragen vom Bewerber kommen, umso besser.

Dein Tipp für Berufseinsteiger?

Informieren, welche Bereiche und Jobs interessant für Dich sind. Da hilft auch mal eine Karrieremesse, der direkte Austausch mit Arbeitgebern, Vorträge und Networking-Events. Viele Stellen werden ähnlich bezeichnet, sind aber inhaltlich grundverschieden, daher immer nachfragen.

Stell dir aber auch klar die Frage, was möchtest du inhaltlich tun, aber auch in welchem Umfeld, an welchem Ort. Das spielt ganz stark mit rein, ob du am Ende happy mit dem bist, was du machst.
Wenn einem klar ist, wohin man will, findet man mit einer guten Bewerbung sicherlich einen tollen Job.

Ihr habt noch spezifischere Fragen zum Thema Bewerbung, Jobsuche und Co.? Dann gerne her damit, wir versuchen sie zu beantworten!

Photocredit: Unsplash (1, 2, 3)

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