Outfit: Mein erstes Kaftan-Kleid und die Erkenntnis, dass sich ein Perspektivwechsel immer wieder lohnt

20. Juli 2021 von in ,

Kleid, Tasche, Schuhe

Ich liebe Mode. So sehr, dass ich wahrlich genug von ihr besitze. Ich habe nicht nur ein Paar Sneaker, nein, da tummeln sich gleich ein Dutzend in meinem Schrank. Und auch sonst besitze ich zu viel von allem. Und trotzdem gönne ich mir immer wieder etwas Neues und sortiere dafür regelmäßig aus. Ich kaufe nicht mehr so unüberlegt und impulsgesteuert wie noch vor ein paar Jahren, aber ein neues Teil, das meine Garderobe komplettiert und ihr neuen Wind einhaucht, ja, das brauche ich dann doch ab und an. Dafür liebe ich Mode zu sehr, dafür ist sie zu lange ein Teil meines Jobs.

Es ist ein leichtes zu sagen, dass wir alle weniger konsumieren sollten. Ehrlich, das ist so wahr. Ich sollte, nein müsste eigentlich so viel weniger konsumieren. Doch es fällt mir schwer, da bin ich ehrlich. Ich liebe Mode, ich probiere mich gerne aus, ich lasse mich auch allzu gerne mal verführen. Mode ist mein Spielplatz, auf dem ich mich – zugegebenermaßen wenig experimentierfreudig – mit Basics und Trends ausprobiere.

Und so kann ich bis heute nicht ganz auf Highstreet-Fashion verzichten. Ich liebe es, Trends auszuprobieren, sie an mir zu sehen und im besten Falle ewig zu tragen. Das macht den Reiz der Mode für mich aus. Sich auszuprobieren, sich immer wieder neu zu erfinden – und da will ich ehrlich sein: Dafür eignet sich Highstreet-Mode besser als Isabel Marant & Co.

Und so war ich neugierig, als uns Amazon Fashion fragte, ob wir nicht deren Sortiment aus eigenen Brands und Marken ausprobieren wollen. Bei Amazon gibt es nämlich längst nicht mehr nur Bücher und Haushaltswaren, sondern auch Mode. Auf der eigens entworfenen Plattform Amazon Fashion finden sich Marken wie Bogner, Pinko, Nike, Puma oder auch Esprit, Vero Moda und Only. Hinzukommen die Eigenbrands von Amazon selbst. Besonders schön fand ich den Reiter Local Hub. Hier finden sich vor allem deutsche Designer, die bei Amazon Fashion gelistet sind.

Nach reiflicher Überlegung sagten wir zu. Wir wollten wissen: Wie kann Mode von Amazon aussehen? Welche Marken gibt es im Shop? Und wie ist die Eigenkollektion von Amazon Fashion?

Mode von Amazon Fashion ist sicherlich vor allem eines: praktisch und schnell verfügbar. Doch kann diese auch langlebig und somit nachhaltig im Sinne des Cost-per-wear-Prinzip sein?

Und hier kommt mein wichtigster Tipp für Fast Fashion: auf die Materialien achten. Denn wenn man günstig Mode einkauft, deren Arbeits- und Produktionsbedingungen schwierig sein können und politisch gelöst werden müssen, sollte man sich bewusst sein: Dieses Teil muss getragen werden. Nicht einmal, nicht zweimal, nein viele, viele Male. Damit das Kleidungsstück ein Leben hat und nicht zu schnell zurück in den Kreislauf geworfen wird. Und so achte ich meistens gerade bei Trendteilen besonders auf die Materialien. Suche bewusst Teile aus Wolle, Baumwolle, Viskose oder anderen angenehmen und langlebigen Materialien aus. So, dass meine liebsten Teile aus dem Highstreet-Kosmos auch nach Jahren des Tragens noch schön sind.

Und das nahm ich mir auch bei Amazon Fashion vor. Schöne Teile finden, die für den kleinen Geldbeutel geeignet sind, und trotzdem lange Freude erzeugen. Nicht wahllos kaufen, sondern bewusst Teile rauspicken, die bleiben. Beweisen, dass auch schnell produzierte Kleidung ein tolles Outfit hermachen kann, das man im besten Falle mehrere Sommer trägt. Weil es zeitlos wie modisch ist. Und weil es genau aus jenen Materialien ist, die auch Jahre später noch schön sind.

Und so entschied ich mich für ein schwarzes Kaftan-Kleid von The Drop. Der Amazon Fashion Kollektion, die, von Influencern inspiriert, Modetrends auf den Markt bringt. Das Besondere: Es gibt immer nur eine bestimmte Stückzahl, ist diese ausverkauft, kommt sie nicht mehr nach. Überproduktion gibt es also nicht. Dazu wählte ich Sneaker von Puma sowie eine Handtasche, ebenfalls von The Drop.

Bei den Sneakern machte ich mir keine Sorge, die klassisch weißen Sneaker von Puma kenne ich. Hier bei Amazon kosteten sie trotzdem nur einen Bruchteil, lag vor allem aber auch daran, dass nicht alle Größen verfügbar waren. Bei dem Kleid und der Tasche war ich aber unsicher: Könnten diese Sachen wirklich gut sein?

Ja, sie können. Das Kaftankleid ist aus 100% Viskose und fühlt sich an wie eine zweite Haut. Schon beim Auspacken war ich positiv überrascht, über das seidige Gefühl, über den Schnitt, der meinen Körper umschmeichelte und über die gute Verarbeitung des Kleides. Ich freute mich, dass sich der im Vorfeld geworfene Blick aufs Material gelohnt hatte. Bei der Tasche war es ähnlich. Sie ist kleiner als gedacht, dafür gut verarbeitet und ein schönes Trendaccessoire für wenig Geld.

Kleid, Tasche, Schuhe

Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mir sicherheitshalber noch eine Tasche ausgesucht. Eine, die schon vom Namen her Qualität verspricht: eine Bogner Handtasche. Und was soll ich sagen: Ich liebe beide Taschen. Natürlich merkt man der Bogner Handtasche an, dass sie kein reines Trend-Produkt ist, sondern ein Teil für länger. Preislich lag sie auch bei Amazon weit unter dem Preis, für den sie normalerweise verkauft wird. Generell war ich überrascht, wie viele Markenprodukte Amazon Fashion im Sortiment hat – vor allem bei Taschen. Ob Liebeskind, Bogner, Pinko oder auch Guess: Wer eine günstige, klassische Handtasche sucht, wird hier fündig.

Was lerne ich aus dem Experiment? Ein Perspektivwechsel lohnt sich immer. Genauso wie der Blick auf Materialien. Denn nur so fand ich ein wirklich tolles Kleid, mein allererstes Kaftankleid. Ein Kleid, in dem ich mich pudelwohl fühle, das mit Tasche und Sneakern zu einem Look wird. Und: Ein Kleid, das ich noch lange tragen will.

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13 Antworten zu “Outfit: Mein erstes Kaftan-Kleid und die Erkenntnis, dass sich ein Perspektivwechsel immer wieder lohnt”

  1. Amazon? Und dann auch noch Kleidung? Ihr habt doch echt den Schuss nicht gehört … :( Ihr könnt doch vielleicht einmal hinterfragen, wo das Geld hingeht, das für diese Produkte bezahlt wird. An die ProduzentInnen nämlich ganz sicher nicht. :(

  2. Ich bin ehrlich gesagt auch sehr enttäuscht über diese Werbung.
    Das Amazon regelmäßig Anbieter mit niedrigen Preisen unterbietet, ist Kern der Kritik, die Amazon berechtigterweise entgegengebracht wird. Und Amazon kann dies nur auf Grund seiner Marktmacht überhaupt leisten.
    Tut mir leid, leider nicht intelligent umgesetzt und ich fühle mich als Leserin für dumm verkauft.
    Bitte nutzt die Werbeeinnahmen dieses Posts für die Buchung eines Grundkurses in Wirtschaft. Danke.

  3. Ich finde das Kleid schön und es passt auch gut zu dir. Tue mich aber mit dem Thema Amazon ehrlicherweise auch schwer. Man muss nicht perfekt sein und es darf auch mal Fast Fashion sein meiner Meinung nach, aber Amazon ist ja in vielerlei Hinsicht sehr problematisch. Mir gefallen eure Artikel über neue Fair Fashion Labels und kleine Marken deutlich besser als ein Internetriese, der zwischen seinen billigen in China fragwürdig produzierten Klamotten nun auch ein paar Baumwollkleidungsstücke -überspitzt gesagt- ins Sortiment aufgenommen hat.

  4. Passend dazu: Amelie’s Artikel zum Thema: „Wieviel Reichtum ist eigentlich okay?“
    Jeff Besos, Amazon-Gründer hat laut Forbes ein Vermögen von 205 Milliarden, während die Mitarbeitenden und Händler in die Röhre schauen.
    Ich bin enttäuscht über diesen Artikel und werde bei Amazon nichts bestellen.
    Gruss
    Isabelle

  5. Ihr Lieben,
    vielen lieben Dank für eure Kritik, euren Input und eure Gedanken. Wir hören euch und sind froh, so kluge Leserinnen zu haben.
    Auch wir haben im Vorfeld lange überlegt, ob wir diese Kooperation eingehen und uns am Ende doch dafür entschieden. Mitunter auch, um auf amazed auch weiterhin unseren Herzensthemen einen Raum geben zu können.
    Liebe Grüße,
    Antonia mit Amelie und Milena

    • Das übliche Hofieren von H&M, Mango & Co reicht nicht mehr, jetzt muss es nochmal ausgerechnet Amazon sein? Den nächsten Post mit großspuriger Kapitalismuskritik könnt ihr direkt hiermit verrechnen.

  6. Ich verstehe nicht, warum in dem Artikel so viel von langlebigen, hochwertigen Materialien geredet wird und dann ist die eine Tasche doch wieder nur PU…

  7. Niemand ist perfekt, wir alle sind auf einem Weg und ich bin ehrlich, ich bestelle leider selbst immer wieder Dinge bei Amazon. Allerdings keine Mode. Vor gut zwei oder drei Jahren, habe ich beschlossen, keine Fast Fashion mehr zu kaufen. Und das ist auch für Modefreundinnen problemlos machbar. Es gibt nicht zu teure, schöne, modische Kleider in fair und nachhaltig. Das wisst Ihr auch und gerade Du, Antonia, hast doch schon gelegentlich dafür geworben. Insofern finde ich diese Kooperation schwer nachvollziehbar. Klar, ist wie Eure Affiliate-Shoppinglisten mit H&M-Produkten eben aus Geldverdiengründen. Und Geld braucht jede von uns. Aber gab es wirklich niemand anderes als Amazon – und vor allem als von Amazon produzierte Mode? So ein Artikel hier auf Eurem schönen Blog ist ja nun doch etwas anderes, als wenn ich mir als Privatfrau ein Buch oder Malartikel mit bei Amazon bestelle. Ihr habt eine Plattform mit Reichweite. Wenn Ihr hier Webung für schnell, nicht nachhaltig und vermutlich nicht fair produzierte Mode macht, hat das Wirkung, ist es ein Statement. Und bei Euren häufig geäußerten Wünschen nach nachhaltigem Konsum und Lebensweise ist das hier wirklich schwer zu verdauen, weil’s dafür wirklich kein anderes nachvolllziehbares Argument als gut bezahlt gibt. Ich hab Euch oft so zu recht bewundert und gelobt, aber das gefällt mir gar nicht.

  8. Ich würde vorschlagen, dass ihr die erzielten Einnahmen aus dem Post an einen guten Zweck spendet, o.Ä.. Ansonsten nehme ich euch keine Ausrede/Entschuldigung ab, pardon.

  9. Als jemand der unternehmensseitig mit Agenturen zusammenarbeitet, kann ich mir nicht vorstellen, dass Amazon dieses Advertorial hier wirklich gut findet. Das ist schon SEHR hölzern umgesetzt. Erst einmal scheint es auf „Amazon“ und „Mode“ SEO-optimiert zu sein (macht man das so noch?), zweitens: Als Kunde hätte ganz schön etwas gegen folgenden Satz: „Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mir sicherheitshalber noch eine Tasche ausgesucht. Eine, die schon vom Namen her Qualität verspricht […]“ Im Gegensatz zu Amazon, meinst Du?
    Und dann, gerade bei Amazon, aus der Nachhaltigkeitsecke zu kommen… Also wirklich. Falls die Währung auf Blogs und Social Media Authentizität ist, ist das hier nicht weniger als eine Bankrotterklärung.
    Falls es übrigens wirklich um „Meine erstes Kaftan-Kleid“ ging: https://www.armedangels.com/de-de/women/produkte/viktoriaa-black-32776

    • Ich muss Julia völlig recht geben, wie ein schlechter hölzerner Schulaufsatz. Jedenfalls keiner Journalistin würdig. Und bei Amazon Kleidung kaufen würde mir nicht im Traum einfallen.

  10. Muss mich den Vorrednerinnen leider anschliessen…versteh komplett, dass ihr Geld verdienen müsst um den Blog zu betreiben. Aber für mich ist mit Amazon auch eine Grenze überschritten, vor allem noch im Bereich Mode. Es ist so bekannt, wie Amazon den Markt zerstört (wie zbsp bei deinem erwähnten „Bestellbeispiel“ Bücher). Ist es ein gutes Zeichen, wenn Taschen bekannter Marken bei Amazon weiter unter dem üblichen Preis verkauft werden? Wenn jemand wenig Geld zur Verfügung hat, dann ist das natürlich ok – aber jede/r, der/die es sich leisten kann, soll eine Alternative zu Amazon finden. Ich habe das Gefühl, von Anfang an beginnst du mit der Rechtfertigung des Artikels und musst dich selbst überzeugen, dass der „Perspektivenwechsel“ (aka Promotion von Amazon Fashion) gut ist. Positiv deuten könnte man, dass auch deutsche Designer angeboten werden, oder dass gewisse Teile nur in limitierter Anzahl verkauft werden. Ich unterstelle Amazon jetzt aber mal, dass dies wirtschaftliche Gründe hat: limitierte Stücke fördern dass „will-haben-Gefühl“ und sind somit verkaufsfördernd; und mit dem Angebot von „lokalen Designern“ hofft man sich wahrscheinlich ein besseres Image. Kann sein, dass ich mit dieser Einschätzung komplett falsch liege…aber Amazon zerstört einfach den Einzelhandel.

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