Serien-Tipp: Warum ihr „Killing Eve“ ansehen solltet

27. August 2019 von in

Es ist lange her, dass ich eine Serie durchgesuchtet habe, geradezu weggebinget habe, wie man es neudeutsch aussprechen würde. Jetzt könnte ich den Sommer als Ausrede vorschieben, den ich natürlich viel viel lieber draußen als vor dem Fernseher drinnen verbringe. Die Wahrheit ist aber: Keine Serie packte mich. Gut, außer Working Moms, aber die 20-minütigen Folgen gehen auch kurz vor dem Schlafengehen nach Stunden an der frischen Luft.

Nach Game of Thrones war ich erstmal raus aus dem Seriengame. Gefühlt habe ich auch jede Serie und Film gesehen, nicht nur im Filmstudium, auch danach war ich immer die erste, die in die Gruppe fragte: „Habt ihr schon xy gesehen?“ Dass ich irgendwann serienmüde werde, verwunderte mich also kaum.

Das Schöne an Filmen und Serien ist ja: Sie überraschen einen dann doch. Fast wie in der Liebe, wenn man nicht mehr sucht, findet man sie doch. Also hörte ich auf, Netflix und Amazon Prime zu durchforsten, verbrachte viele Abende mit Büchern im Garten und ließ mich hin und wieder auch zu etwas Trash-TV hinreißen. Manchmal regnet es ja doch im Sommer, ihr wisst schon.
Als ich schon gar nicht mehr an Serien dachte, passierte es: Meine absolute Lieblingsserie für dieses Jahr (neben Working Moms!!!) hat mich gefunden. Killing Eve.

Es dauerte nicht mal eine Woche, und ich hatte beide Staffeln (shame on me) angesehen. Die Geschichte von einer britischen Ermittlerin, die die Auftragskillerin Villanelle jagt, hat mich umgehauen. Nicht nur dramaturgisch, sondern auch dank ihrer Rahmenbedingungen. Warum ihr diese Serie an den nächsten Regentagen gucken solltet:

Die Handlung
Immer wieder sterben hochrangige Persönlichkeiten, in Großbritannien und ganz Europa. Der britische Geheimdienst vermutet einen Auftragskiller, doch nur die britische Agentin Eve Polastri glaubt, dass es auch eine Auftragskillerin sein könnte. Eine mordende Frau, die kaum auffällt. Für ihre Kollegen erst ein Hirngespinst, und doch hat die Agentin – gespielt von Sandra Oh – Recht. Sie ist als erste der schönen Villanelle auf der Spur. Eine junge Russin, die über Umwege zur Auftragsmörderin geworden ist. Als Eve Polastri Villanelle zu jagen beginnt, lässt sich diese auf ein Katz-und-Maus-Spiel ein. Gegenseitig kommen sich die beiden immer näher. Fasziniert vom jeweils anderen, merken beide: Vielleicht haben sie doch mehr gemeinsam als sie glauben.

Weibliche Hauptrollen
Eine Thrillerserie, deren Bösewicht endlich auch einmal eine Frau ist. Wow. Kaum zu glauben, dass wir das in 2019 noch erwähnen müssen, aber es ist wahr. Killing Eve besteht den Bechdel Test ohne Probleme, denn alle tragenden Rollen spielen fast ausschließlich Frauen. Einmal die britische Ermittlerin Eve Polastri, die von der aus Greys-Anatomy bekannten Sandra Oh verkörpert wird, dann Villanelle, die von Jodie Comer gespielt wird. Das Sagen im Geheimdienst hat ebenfalls eine Frau: Carolyn Martens, die von Fiona Shaw gespielt wird. Männer spielen hier die Nebenrollen – und die Frauen haben die Macht. Nicht nur macht es die Serie einmal abwechslungsreich, sondern auch besonders spannend. Denn wer hätte es gedacht: Frauen ermitteln und morden möglicherweise anders, als es Männer tun würden.

Die zauberhafte Jodie Comer
Ich bin verliebt in Jodie Comer. Selten habe ich so eine gute Schauspielerin in einer Serie gesehen. Ihre Mimik, ihre sprechenden Augen und ihr subtiler Humor machen die Rolle der Villanelle zu einer der spannendsten Figuren des Serienzeitalters. Sie schafft es, der Rolle eine großartige Varianz zu verleihen und bleibt dabei unschuldig wie abgebrüht. Der New Yorker schrieb, dass die Serie „in ihrem ständigen Wechsel in Ton und Rhythmus sowie der Zweideutigkeit – und Unmöglichkeit – von Villanelles Charakter dank des kompromisslosen, unangreifbaren Charismas von Comer“ funktioniert. Oh ja!

Die Autorin
Mich hat es kaum verwundert, dass eine so stimmig geschriebene Serie wie Killing Eve – basierend auf den Romanen von Luke Jennings – von einer Frau kommt. Phoebe Waller-Bridge, die bereits mit Fleabag eine großartige Dramaserie hingelegt hat, hatte auch die Idee zu der rasanten wie spannenden Serie Killing Eve. Dank ihr ist diese Serie nicht nur blutig und schockierend, sondern vor allem sehr menschlich und lustig. Schreibt euch diese Autorin auf, es kann nur gut werden!

Eine Mörderin, die ein Faible für Mode hat
Hach ja, da schlug mein Herz natürlich noch ein kleines bisschen höher. Denn während Eve Polastri als Agentin immer zu die selbe Kleidung trägt, liebt Villanelle in Killing Eve die Mode. Von ihrem verdienten Geld, das als Auftragskillerin nicht gerade wenig ist, leistet sie sich nicht nur eine aufregende Pariser Wohnung, sondern auch viele schöne Kleidungsstücke namhafter Designer. Und manchmal schickt sie auch ihrer Jägerin ein Mode-Paket. Eine Serie, die nicht nur spannend, sondern auch modisch inspirierend ist? Oh yes!

Eine etwas andere Romanze
Wie sehr wir manchmal in den Bann von Menschen geraten, die uns faszinieren, schlüsselt Killing Eve geradezu fantastisch auf. Denn so sehr das Interesse von Eve Polastri zunächst beruflicher Natur ist, gerät sie zunehmend in den Bann der schönen wie auch liebevollen, ja manchmal geradezu naiven Auftragskillerin. Nach und nach entspinnt sich fast schon eine Romanze, die beide angreifbar, schwächer, aber auch menschlicher macht. Dank dieser zwischenmenschlichen Geschichte wird die Serie zu einer Studie zweier Frauen, die – auch wenn ihre Berufe sehr außergewöhnlich sind – mit den selben Gefühlen, Ängsten und Fragen sowie Bedürfnissen kämpfen, wie die meisten von uns.

Killing Eve könnt ihr derzeit auf Starzplay,
dem Streaming Network, von Amazon Prime ansehen.
Es lohnt sich (außerdem ist der erste Monat kostenlos, also husch husch). 

Welche Serie hat euch zuletzt begeistert?

Photocredit: Killing Eve/Starzplay, Unsplash

 

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