Studienabbruch: Über das Scheitern & die große Enttäuschung

25. Februar 2019 von in

Schluss mit der Orientierungslosigkeit, die zur Normalität geworden war: Nach vielen Monaten nach dem Abitur, die von Praktika, Nebenjobs und Reisen geprägt waren, beschloss ich, dass es jetzt Zeit sein müsste für Struktur und Ordnung. Schluss mit dem Leben aus dem Koffer. Das hieß für mich, Studium der Sozialwissenschaften in Köln.

„Freust du dich, Debbie?“, fragte mich mein Vater während wir an einem kühlen Novembermorgen über die Landstraße fuhren. Wie so oft, wenn ich die Antwort genau kenne, mich aber nicht traue, sie auszusprechen, weil das so viel Hoffnung kaputt macht, tropften die ersten Tränen auf meinen Pullover. Was soll’s. „Nein, irgendwie nicht“, sagte ich mit fester Stimme und war froh, dass der Blick meines Vaters auf die Straße gerichtet blieb.

Der Start ins Studium hätte, vorsichtig ausgedrückt, besser laufen können. In mein WG-Zimmer konnte ich erst in der zweiten Semester-Woche einziehen, das bedeutete ich musste in der ersten Zeit von meinem Elternhaus pendeln. Ich stand um sechs Uhr auf, um mit dem Zug zur ersten Uni-Veranstaltung zu fahren. Trotz der Planung verspätete ich mich, vergaß meinen Schlafsack in einem Café, irrte auf dem Campusgelände herum, begann zu weinen (ja, schon wieder), drehte dann um und ging den ganzen Weg zurück, um in den falschen Zug zu steigen. Es dauerte mehrere Stunden bis ich wieder zuhause war. Ich war erledigt.

Trotz der vermeintlich hohen Symbolkraft dieses ersten Tages wollte ich noch nicht aufgeben, obwohl ich ahnte, dass dieses Leben und ich keine Freunde werden würden. Wer würde das nach einem Tag, an dem man noch nicht einmal das Gebäude betreten, geschweige denn mit irgendwelchen Menschen geredet hatte, entscheiden? Die Erstiwoche ließ ich trotzdem ausfallen. Ich hatte keine Lust auf Kneipentouren und übermotivierte Studierende, die mir von ihren großen Plänen und Zielen, Hoffnungen und Träumen erzählen würden, während ich still daneben sitze und mich an einen anderen Ort wünsche. Die erste Woche war wohl nix, die zweite wird dafür sicher der Oberkracher. To Do bis dahin: Motivation. Selbstdisziplin. Überwindung. Sozialkompetenz. Klaro.

Ich hoffte

Ich dachte, in Köln wird alles einfacher werden. Von der Wohnung fährt schließlich ein bus direkt zur Uni durch, ich würde auf dem Weg Musik hören oder lesen und ab und zu würde mir jemand zulächeln.

Regelmäßige Spaziergänge mit meinem Hund, immer zu allen Vorlesungen gehen, Notizen machen, Lektüre lesen, Verabredungen in der Mensa und Bibliothek, regelmäßiger Sport und wenn dann wirklich alles hinhaut, dann noch einen Nebenjob in einer Redaktion. Nichts davon hat geklappt, außer die Spaziergänge. Denn der Hund braucht Auslauf, egal ob ich mein Leben auf die Reihe kriege oder nicht.

In der Uni angekommen genoss ich es, niemanden zu kennen und anonym zu sein. Ich konnte den Vorlesungen konzentriert zuhören, war gleichzeitig genervt von den Gesprächen hinter mir und froh, dass ich fast nie in die unangenehme Situation kommen würde, neben neuen Bekannten zu sitzen und abzuschätzen, ob man jetzt sprechen oder schweigen sollte, ob man sich über das Fach oder das nächste Wochenende unterhalten oder zuhören sollte.

Ein wesentlicher Grund, weshalb ich mich für Köln entschieden hatte, war auch, dass ich von meiner Haustür in Köln zu der meiner Freunde und Großeltern nur ungefähr drei Stunden brauchte. Dann könnte ich immer hinfahren, wenn ich nicht so gut klarkomme. Das passierte dann sehr oft und das ständige Leben aus dem Koffer im Jahr zuvor verwandelte sich zu einem Leben zwischen dem Zimmer, das ich mietete und dem Zug, den ich zweimal pro Woche nahm, um an irgendeinem Ort anzukommen, den ich endlich „Zuhause“ nennen könnte.

Richtig wohl fühlte ich mich bei den Menschen, die mir vertraut waren, die ich so gut kannte, dass ich nicht darüber nachdenken musste, ob ich reden oder schweigen sollte. Die mich einfach so hinnehmen wie ich bin. Wo ich nicht aufpassen muss. Meine WG mochte ich zwar, investierte aber nicht sonderlich viel in sie und mir wurde klar, dass es so nichts werden kann. Das mit dem schönen Leben.

Ich saß meine Zeit in Köln nur ab und wartete darauf, endlich vertraute Menschen um mich herum zu haben. Donnerstags dachte ich, jetzt könne ich schon fahren, morgen die Vorlesung würde ich nachholen, es ja nur eine. Mathe. Sonntags dachte ich, eigentlich kann ich bis Montag bleiben, die Vorlesung hole ich auch noch nach, es ist ja auch nur die eine. Mathe.

Ich fühlte mich schuldig

Ich bemerkte, wie sich langsam, aber sicher das schlechte Gewissen ausbreitete: Miete zahlen, obwohl ich kaum da bin? Ein neues Leben wollen, aber dann davor flüchten? Freunde in Köln wollen, aber nur Zeit in die schon bekannten und lieb gewonnenen investieren? Struktur wollen und doch das größte Chaos veranstalten?

Eine Familienangelegenheit brachte mich dazu, mehrere Wochen in der Heimat zu verbringen. Danach konnte ich mich nicht mehr motivieren, weil ich den Anschluss ohnehin schon verloren hatte. Eigentlich hätte ich schon wissen können, dass ich von dem Zug namens „Studium“ längst abgesprungen war als meine Tante mich fragte, wann es denn für mich wieder losginge, ich nur die Schultern hochzog und „Weiß noch nicht, mal gucken“ antwortete und mich damit tröstete, ja alles nachholen zu können. Es ist nämlich eigentlich so:

Sozialwissenschaften interessierten mich genauso wie gesellschaftliche Entwicklungen, die Rolle des Individuums in der Gesellschaft und die Wirkung der Gesellschaft auf das Individuum.

2019 wird alles anders, beschloss ich. Ich blieb länger in Köln und unternahm auch an den Wochenenden mehr mit meiner WG und Freunden von Freunden. Ich kaufte mir Pflanzen, es klappte gut mit ihnen und den Jungs , mit denen ich zusammen wohnte. Die Uni ließ ich trotzdem immer öfter ausfallen, ich hing schon weit hinterher und wenn das Studium tatsächlich ein Zug wäre, hätte ich ihn aus meiner Entfernung vermutlich noch nicht einmal mehr gesehen. Das Sozialleben klappte nun endlich ganz gut, die Uni nicht. Es fielen immer häufiger Sätze wie „Es geht nicht darum, wie man leben soll oder wie es besser wäre.

Damit beschäftigt sich die Philosophie. Wir hier wollen wissenschaftliche Fakten. Es geht auch nicht um Einzelschicksale oder individuelle Beweggründe für Handlungen.“ Wenn ich dann doch noch einmal zu einer Vorlesung ging, ließ meine Konzentration spätestens nach einer halben Stunde nach und ich googelte alternative Studiengänge. Philosophie vielleicht? Irgendwie auch nicht.

Die Schuldgefühle blieben: Wieso darf ich studieren während andere noch nicht einmal Geld für eine Mahlzeit am Tag haben? Wieso darf ich in einer Wohnung wohnen, wo auf der Couch noch Platz wäre für jemanden, der sonst auf der Straße schlafen müsste? Und wieso, wenn ich schon so viel Geld ausgebe, nur um ein Dach über dem Kopf zu haben, wieso kriege ich es dann noch nicht einmal hin, richtig zu studieren und meiner Familie einen Grund zu geben, stolz auf mich zu sein? Wieso habe ich so viele Privilegien, habe so viele Möglichkeiten und nutze sie nicht?

Ich resignierte, enttäuschte und war enttäuscht

Manchmal rechne ich abends durch, wie viel Geld ich in den Sand gesetzt habe und was man mit diesem Geld hätte machen können. Wie viel das eigentlich ist, wenn man selbst kein Einkommen hat. Das Geld war für die Ausbildung gedacht, ich habe einen Teil davon ausgegeben, ohne eine Ausbildung zu haben. Versagt, würde ich sagen.

Meine Mutter fragte mich dann vor Kurzem: „Willst du denn unbedingt in Köln bleiben?“. „Nein“, sage ich ohne zu zögern. Nein, natürlich nicht unbedingt. Sie half mir mit der Kündigung für mein Zimmer und fuhr mich dann wieder zum Bahnhof. Dann breche ich jetzt also ab.

Einige Wochen vorher hatte ich mit ihr darüber gesprochen, dass ich mein Bestes gebe und die Prüfungen versuche. Aber das schaffte ich nicht. Ich hatte keine Energie und merkte, dass diese Herausforderung zu groß ist. Jetzt wohne ich noch in Köln und suche mir eine Arbeit. Nur weiß ich noch nicht, wo. Meine WG will nicht, dass ich ausziehe und ich bin hin und hergerissen. Miete sparen, nochmal neu anfangen, wieder umziehen, zuhause einziehen, meinen Freunden nahe sein oder neue finden? Ich weiß es nicht.

Das Gefühl des Scheiterns überwiegt den Ideen für die Zukunft. Das, was ich erreichen und machen wollte, hätte ich auch gerne geschafft. Habe ich aber nicht. Das Eingeständnis tut weh und am Ende bleibt die Frage, was größer ist: Die Angst, die Enttäuschung, der Druck oder irgendeine neue Idee und den Mut, sie auszuprobieren.

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12 Antworten zu “Studienabbruch: Über das Scheitern & die große Enttäuschung”

  1. Ich würde dir empfehlen über eine Ausbildung in einem für dich interessanten Beruf nachzudenken.
    Ich kenne die Situation.
    Du brauchst scheinbar ein starkes Pflichtgefühl, um Dinge zu tun. Siehe Gassi gehen mit dem Hund: muss man eben machen, kommt man nicht drumrum. So wie man eben zur Arbeit gehen muss, wenn man eine hat.
    So ging es mir auch immer und ich habe mich noch rechtzeitig gegen ein Studium entschieden weil ich damals richtig eingeschätzt habe dass ich den Arsch nicht hochbekomme selbstständig zu lernen und immer brav zur Uni zu gehen wenn andere Dinge doch so viel reizvoller sind und man ja einfach die Wahl hat es nicht zu tun.

    Ich habe also meine Ausbildung gemacht, konnte sogar verkürzen und bin seit 8 Jahren berufstätig, kann mein Leben gut selbst finanzieren und lebe in der Wohnung in der ich will an dem Ort an dem ich will.

    Bestimmt findest du auch deinen Weg, auch wenn die Realität nicht immer so romantisch ist wie die Erwartung.

    Viel Erfolg! :)

    • Hey, vielen Dank für deine Worte! Ja, ich glaube auch, dass mir mehr Struktur und Pflicht statt Freiwilligkeit guttun würde, um mich auch gut zu fühlen. Als ich noch in Vollzeit gearbeitet habe (nach der Schule) habe ich mich auch deutlich besser und produktiver gefühlt, weil der Tag und mein Leben geordnet schienen. Ich finde es aber gleichzeitig schade, dass ich und viele andere so leistungsorientiert sind und sich scheinbar nur gut fühlen, wenn sie etwas geleistet haben als würden wir daraus unseren Selbstwert ziehen.
      So oder so, es war sicher eine gute Erfahrung, auch das planlose Leben zeitweise zu führen.

  2. Die Geschichte hätte von mir kommen können!

    Was mir geholfen hat, war nur ein Studienfachwechsel und später nochmal ein Nebenfachwechsel. Ich habe eben justiert, bis ich zufrieden war. Und nein, Scheitern ist das nicht. Ausprobieren wohl eher. Nach dem Bachelor war ich so froh, erstmal durchschnaufen zu können, dass ich erstmal ein Jahr gearbeitet und dann berufsbegleitend den Master drangehängt habe.

    Im Nachhinein hätte ich gleich berufsbegleitend studieren sollen! Da bekommt man Studium, Job und Sozialleben gleich in einem. Vielleicht wäre das was für dich?

    • Liebe Svenja,
      darüber denke ich zurzeit auch nach. Gerade weil ich Schwierigkeiten hatte, Studium und Sozialleben gleichzeitig auf die Reihe zu bekommen und dazu noch den Anspruch an mich hatte, irgendwann wenn ich mich eingelebt habe noch nebenher zu arbeiten. Ich werde weiter darüber nachdenken und danke dir für den Tipp!

  3. Hey,
    also als allererstes:Du bist nicht gescheitert , auch wenn dir das dein Kopf immer wieder sagt. Aber das stimmt nicht. Du hast dich getraut ,in eine neue Stadt zu ziehen und bei einer Uni anzufangen, wo du niemanden kanntest. Gut, es hat jetzt halt nicht geklappt, bzw. war es nicht das Richtige für dich, na und?!Du hast doch sowieso noch dein ganzes Leben vor dir, was soll’s? Man findet nicht immer sofort das Richtige (lässt sich leichter schreiben, aber irgendwann begreift man das wirklich!) . Lass dir Zeit, entspann dich und schaue ganz ungezwungen, was dich so interessiert. Und wenn es erstmal noch eine Reise, ein Praktikum oder irgendetwas Anderes ist :) Gibt es etwas Schöneres und Wertvolleres als zu reisen?!

    Irgendwann kommt der richtige Moment, wo du sagst, dass du unbedingt irgendetwas Bestimmtes machen möchtest, setz dich bloß nicht unter Druck. Du bist jung, du hast das Privileg über dein Leben zu entscheiden und hey, ausprobieren muss sein!

    Also Kopf hoch und entspann dich!

    • Liebe Vanessa,
      leider fühlt sich das sehr oft sehr schlecht an. Als hätte ich es nicht ganz durchgezogen, mich nicht ganz drauf eingelassen, mich nicht komplett dafür eingesetzt. Gleichzeitig war das das Zeichen, dass ich nicht wirklich dahinter stehe und es eigentlich nicht will. Aber ich habe inzwischen schon ein Praktikum im Auge und denke, dass mir das viel helfen wird, falls es was wird.
      Danke dir!

  4. Liebe Debbie,

    vielen Dank für diesen persönlichen Beitrag. Ich habe auch mein Masterstudium abgebrochen und nie wieder eins angefangen. Ich kenne das Gefühl und ich weiß, wie viel es einen kostet diese Entscheidung zu treffen.

    Wahrscheinlich ist es in diesem Moment kein Trost, aber irgendwann wirst Du es wahrscheinlich verstehen – es ist gut, dass Du die Entscheidung nach einem halben Jahr getroffen hast und nicht z.B. na 2,5 Jahren Studium. Ich kenne Menschen, die einen Bachelor länger als 8 Jahre lang gemacht haben. Da ist es doch eigentlich klar, dass das nichts für sie gewesen ist. Du hast es früh erkannt und bist noch so jung, dass Du noch die Zeit hast rauszufinden, was Du wirklich machen möchtest. Ich finde es wichtig, sich dafür genug Zeit zu lassen. Viele von uns stecken in einem Bürojob und fragen sich oft, was sie da eigentlich machen und wofür das gut ist und welchen Beitrag für die Welt sie mit diesem Job leisten (zumindest stelle ich mir diese Fragen oft). Es ist wichtig, dass zu finden, wofür man sich begeistern kann und nicht das zu machen, was man denkt, dass alle (samt Familie) von einem erwarten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und auch Erfolg bei dieser Suche.
    Liebe Grüße,
    Kasia

    • Liebe Kasia,
      ich weiß nicht, ob es die mangelnde Disziplin war. Manchmal denke ich, wäre ich ehrgeiziger gewesen, hätte es vielleicht geklappt – vor allem was Mathe anging. Wenn ich da wirklich dran geblieben wäre von Anfang an, obwohl es nicht meine große Leidenschaft ist. Aber 100% nur Freude hat man ja nirgendwo. Naja, wie auch immer, ich muss denke ich akzeptieren, dass ein Studium bzw. die Art des Lernens zumindest im Moment nichts für mich ist.
      Dankeschön für die netten Wünsche und dir auch alles Gute,
      Debbie

  5. Ich bin an meinem ersten Tag des Studiums aus der Uni, habe weinend meine Mutter angerufen und gesagt, dass ich nicht weiß wie ich das hinkriegen soll. Ich habe es bis zum Abschluss geschafft, wäre daran aber beinahe kaputt gegangen und habe heimlich ALLE beneidet, die den Mut hatten abzubrechen.
    Mach dir Gedanken, was du wirklich möchtest im Leben. Nicht was du studieren möchtest oder was du für eine Ausbildung möchtest. Sondern ganz allgemein, was für eine Art von Leben du führen möchtest und was für eine Art von Arbeit dazu passen könnte. Wenn du ein klares Ziel hast, wird es dir viel leichter fallen, für dein Ziel dann auch alles zu tun. Und fang nichts anderes davor an, wenn du dir nicht sicher bist.
    Ich wünsche dir alles Gute.

    • Liebe Madeleine,
      ja geweint habe ich auch viel. Dann habe ich eine Freundin angerufen, die mir zwar zur Seite stehen konnte, aber es kann einem eben niemand die Entscheidung abnehmen, auch wenn man sie gerne abgeben würde.
      Ich bewundere dich trotzdem sehr dafür, dass du es durchgezogen hast, obwohl es dir Angst bereitet hat.
      Was ich wirklich möchte im Leben ist so viel und trotzdem so ohne Richtung, glaube ich. Es kommt ja nicht nur das Berufliche, sondern auch Freundschaften, die sich jahrelang aufgebaut und gefestigt haben und private Sachen, die mich an einem Ort halten und dann wieder Faszination und Liebe für andere Orte. Ich kann es noch nicht so ganz ordnen. Aber über das hin- und hergerissen Sein zwischen Freunden und Orten werde ich sehr bald noch etwas schreiben.
      Lieben Dank und dir auch alles Gute!
      Debbie

  6. Liebe Debbie,

    ich kann mich gut in dich hineinversetzen. Nach dem Abitur war für mich klar, dass ich nicht studieren will – das war für mich die Fortsetzung von Schule, und darauf hatte ich null Lust (obwohl ich eine gute Schülerin war), und ich wollte Geld verdienen. Habe dann erst mal ein Jahr gejobbt und schließlich ein Volontariat an einer Journalistenschule absolviert. Diese zwei Jahre und auch das festangestellte Jahr im Anschluss waren super, weil sie mir einiges aufgezeigt haben: Was wirklich harte Arbeit ist, was ich eben nicht mein Leben lang machen will und dass ich nun, vier Jahre nach dem Abitur, doch noch Lust hatte, mich akademisch weiterzubilden. Was für mich bei deinem Text herausklingt, ist, dass die Studienrichtung nicht die richtige für dich war. Ich habe auch drei Fächer ausprobieren müssen, bis ich einfach meiner Leidenschaft gefolgt bin und das studiert habe, was mich interessiert. Ich fand es auch wichtig, nicht an einer FH, wo alles sehr stark reglementiert und verschult ist, zu studieren, sondern an einer Uni, die sehr frei ist und wo ich mir viele Kurse selbst legen kann (zB freitags immer frei, um regelmäßig in die Heimat fahren zu können). Ich hatte stets eine 1 in Deutsch und habe dementsprechend zunächst Germanistik als Hauptfach gewählt – das war aber total ätzend. Habe dann das Hauptfach gewechselt etc. Man muss halt auch manchmal ein bisschen was ausprobieren, das hat nichts mit Scheitern zu tun (auch wenn es sich so anfühlt). Bei wem klappt denn alles im ersten Anlauf wie am Schnürchen? Bei den wenigsten. Ich würde dir auch empfehlen, erst mal eine Ausbildung / Volo zu machen, und vielleicht in ein paar Jahren noch mal über ein ganz anderes Studium nachzudenken. Ich drücke dir die Daumen, dass du happy wirst, egal wie du dich entscheidest!

    Liebe Grüße
    Caro

    • Liebe Caro,
      ich danke dir sehr für deinen Kommentar. Von der Schule hatte ich auch erstmal genug; ich hatte mir nur erhofft, dass mir das Studium besser gefällt, weil es mehr Freiraum mit sich bringt. Wenn man Menschen fragt, stimmt es, dass der Weg nie so gerade und vorhersehbar war. Trotzdem ist es schwer, das im eigenen Leben zu akzeptieren, weil immer die Angst bleibt, dass vielleicht gar nichts funktioniert. Ein Volontariatsplatz wäre jetzt ein Träumchen für mich, glaube ich. Aber auch da: Unsicherheit überall.
      Ich hoffe, dass ich meinen Weg genauso finde, wie du deinen gefunden hast.
      Liebe Grüße und alles Gute,
      Debbie

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