Travel Diary: Vom Gefühl woanders zu Hause zu sein

5. November 2019 von in

Italien, mein Herz! Viel zu lange hatte ich meinem Lieblingsland den Rücken gekehrt, und das, obwohl ich die Sprache spreche und gefühlt meine ganzen Ferien in der Schulzeit in der Toskana verbrachte. Vergangene Woche hieß es aber endlich wieder Ciao Italia, und spätestens als wir über den Brenner fuhren, vorbei an Sterzing und Brixen stellte sich das Gefühl von Ferien ein. Dieses Mal ging es jedoch nicht weiter Richtung Süden, sondern nach Südtirol. Einen Teil Italiens, den ich bisher nur aus Erzählungen kannte. Jahrelang war ich in den Bergen des Chianti Gebiets unterwegs und hatte dieses schöne Fleckchen Erde, ganz nah an München, so gar nicht auf dem Schirm.  Dank der tollen Berichte von Amelie und Milena, die diesen Sommer bereits in Lana waren, hatte ich mich für den Herbst für Südtirol entschieden. Nicht zuletzt, weil man innerhalb von drei Stunden (bei wenig Verkehr) in einer anderen Welt landet.

Alles ist ein bisschen wärmer, ein bisschen grüner, ein bisschen südlicher. Palmen treffen auf Laubbäume, die deutsche Sprache auf Italienisch und Risotto auf Kartoffel-Vogerl-Salat.

 

Ich verreise selten und bin wahrlich nicht der typische Backpacker, der durch den Urwald stapft. Ich muss mich auch in der Ferne wie zu Hause fühlen, mich wohlfühlen und auf die neue Umgebung und den Ort einlassen können. Ambiente und Atmosphäre sind mir wichtig, um anzukommen und meine Auszeit in der Ferne genießen zu können, ohne meine vier Wände schmerzlich zu vermissen. Als wir am Sonntag in Algund nahe Meran landeten und den ersten Fuß in die Villa Verde, einem Appartment-Hotel, setzen, passierte etwas, was ich sonst nur selten auf Reisen spüre. Ich fühlte mich sofort wohl. Ich brauchte keine Eingewöhnungszeit, kein kurzes Akklimatisieren, sondern war sofort vom Ambiente, der Freundlichkeit des Hauses und der modernen Einrichtung überzeugt. Als wir unser Appartment bezogen und so viel Raum für uns und jeden Einzelnen hatten, war es um mich geschehen. Ich war in Südtirol angekommen, und das ab Sekunde 1.

Die Villa Verde gibt es erst seit diesem Frühjahr, und das sieht und spürt man auch. Alles ist neu, wahnsinnig modern und stilvoll eingerichtet und allein die Lampen verdienen einen Interieur-Preis. Was mich aber viel mehr wie zu Hause fühlen ließ, war das unbändige Gefühl der Freiheit und Entfaltung. Der Platz, die wenigen Menschen und diese Ruhe im gesamten Haus waren genau das, was ich brauchte. Ich konnte entspannen, die neue Umgebung genießen und einfach nur ich sein. Etwas, das mich verwundert wie verblüfft am ersten Tag zurückließ.

Während wir am ersten Abend nur kurz ins Spa hüpften und ein paar Runden schwammen, ging es abends in das schicke Lokal Leiter am Waal essen. Das Restaurant liegt an einem Hang über Algund, direkt gelegen an einem der zahlreichen Waalwege, die man in Südtirol begehen kann. Die Villa Verde bietet nur Frühstück, abends kann man Essen gehen oder sich in seinem Appartment etwas kochen.

Einen solchen Waalweg gingen wir am nächsten Tag. Nach einer wunderbaren ersten Nacht und einem fantastischen Frühstück mit allerlei veganen und vegetarischen Köstlichkeiten ging es für uns nach Lana. Hier wanderten wir auf Empfehlung über Instagram auf dem Brandiswaalweg bis zum Wasserfall. Eine sieben Kilometer lange Strecke, die man gut meistern kann (selbst mit Kinderwagen beispielsweise), denn die Waalwege sind alle recht flach und breit. Vorbei an Weinhängen, Wäldern und kleinen Häusern ging es durch das herbstliche Südtirol, bis wir am Wasserfall ankamen. Nach einer kleinen Pause und viel frischer Luft wanderten wir zurück. Die Aussicht, die Ruhe und die kleinen Sonnenblitzer durch den Hochnebel ließen mich Bergkind verzaubert zurück. Südtirol hatte mich spätestens da voll überzeugt.

Mit 10.000 Schritten im Gepäck fuhren wir erst zu einem italienischen Supermarkt und dann wieder zurück nach Algund, um den Nachmittag im Spa ausklingen zu lassen. Denn tatsächlich fühlten wir uns so wohl im Hotel, dass wir nach einem Tag Wanderung und Schwimmen beschlossen, einfach abends im Appartment zu essen. Etwas, das wir auch früher in unseren Ferienwohnungen in der Toskana machten. Italien-Urlaub, wie ich ihn mag und kenne.

Also gab es ein paar italienische Köstlichkeiten und einen Weißwein aus Südtirol. Mehr brauchte es nicht, um glücklich und müde ins Bett zu fallen. Ich ging bereits um 22 Uhr ins Bett und wachte erst um 8 Uhr wieder auf. Ich glaube, so früh und vor allem so tief und gut habe ich selten woanders geschlafen.

Am Abreisetag wollten wir eigentlich den Algunder Waalweg marschieren, nur machte uns das Wetter samt Regen am Vormittag einen Strich durch die Rechnung. Also sprangen wir für einen Morgendip nochmal in den Außenpool und zogen ein paar Bahnen und ließen es uns anschließend beim Frühstück noch einmal gut gehen.

Mit einem weinenden Auge verließ ich die Villa Verde, selten war ich so traurig, einen Ort zu verlassen, den ich gerade erst kennengelernt habe. Das Konzept, das Haus, das gesamte Paket, hat mich überzeugt. Nachhaltigkeit und Ökologie wird in diesem Hotel genauso groß geschrieben wie Interieur-Liebe. Etwas, das auch mir sehr wichtig ist. Dass die Villa Verde auch noch von drei Frauen, einer Mutter mit ihren beiden Töchtern betrieben wird, ist nur das i-Tüpfelchen, das mein Herz springen lässt. Es ist schwer, ein solches Gefühl in Worte zu fassen, aber ich habe mich nicht nur in das wunderschöne Südtirol verliebt, sondern auch in ein neues Gefühl des Reisens.
Ich weiß jetzt nochmal mehr, wenn Ambiente und Atmosphäre mir zu 100 % entsprechen und ich mich sofort wohlfühle, kann ich das Reisen ganz anders genießen. Danke dafür, liebe Villa Verde! Wir kommen wieder!

Dem schönen Südtirol musste ich übrigens nicht gleich wieder Auf Wiedersehen sagen, denn es ging noch weiter – dazu aber in Part #2 nächste Woche mehr!

Wir wurden freundlicherweise von der Villa Verde für zwei Nächte eingeladen. Vielen lieben Dank!

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