TV-Tipp: 37 Grad Doku „Gesichter der Armut“

28. September 2015 von in ,

Dass Zara, Mango, H&M und Co. allesamt in den ärmsten Ländern dieser Welt produzieren ist kein Geheimnis mehr. Doch auch Labels sowie Luxusmarken lassen ihre Sachen in den Fabriken in Bangladesch, Kambodscha, Malaysia oder China fertigen. Die Bedingungen für die Näherinnen und Näher: hart, unterbezahlt und oftmals lebensgefährlich. Der Verbraucher in der westlichen Welt, der sein Tshirt für 8 Euro kauft, blendet das gerne aus. Auch ich nehme mich da nicht aus. Ich kaufe bei Zara, H&M und Co. Weniger als noch vor Jahren, aber nach wie vor. Während ich im Bereich Lebensmittel oder Flüchtlingshilfe extrem konsequent handle, fällt es mir in Sachen Mode umso schwerer. Aber jeder Anfang ist ein Schritt in die richtige Richtung – deswegen findet ihr immer wieder Artikel zum Thema Fair Fashion sowie Konsum auf unserem Blog. Komplett ausblenden will und kann man das Problem der Modeproduktion nicht. Allein seit des Einsturzes einer Textilfirma in Bangladesch vor zwei Jahren ist das Thema immer mehr in den Fokus der Gesellschaft, aber auch der Modeindustrie gerückt.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Textilproduzent der Welt. Deutschland nach den USA der größte Markt, der von dort seine Kleidung bezieht. Doch wie leben die Menschen in diesen Ländern? Die 37-Grad-Reportage „Gesichter der Armut“, die morgen Abend im ZDF ausgestrahlt wird, beschäftigt sich mit dieser Frage. Die Menschen in Bangladesch leben in größter Armut. Der Grund hierfür ist: Die Kleidung wird extrem billig produziert. Nur neun Cent pro Stunde gibt es für die Arbeit in einer Gerberei. Etwas mehr bekommen die Näherinnen in den Textilfabriken. Das Geld reicht gerade so zum Überleben. Wer nicht in der Textilfabrik arbeitet, ist noch ärmer. So versuchen möglichst viele Männer, Frauen und auch Kinder diese Arbeit zu machen, um die Existenz ihrer Familie zu sicher. 37 Grad besuchte Bangladesch, blickte hinter die Kulissen einer Welt, die nur acht Flugstunden von uns entfernt ist, und doch so viel anders ist, als unsere. Doch wie kann Gerechtigkeit in einer globalisierten Welt aussehen? Und was können wir tun?

Eine Reportage, die wir uns alle ansehen sollten.

ZDF, Dienstagabend, 22.15 Uhr

Screenshots: ZDF/37 Grad Trailer

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5 Antworten zu “TV-Tipp: 37 Grad Doku „Gesichter der Armut“”

  1. Hallo,
    ja das ist wirklich zum weinen. – Was wir tun können? Beim Einkaufen darauf schauen, wo die Ware produziert wurde und vor allem auch bei Lokalen Designern kaufen. Wir versuchen mit http://www.ezebee.com zum einen diese kleinen, lokalen Labels zu stärken, und gleichzeitig auch Herstellern aus ärmeren Ländern wie zum Beispiel Indien eine Möglichkeit zu geben, Ihre Ware direkt und zu fairen Preisen auf den Markt zu bringen. Nicht umsonst gibt es bei uns inzwischen mehr als 3.000 Saris zu kaufen :-)
    Beste Grüße
    Julia

  2. Manchmal frage ich mich, wie es eigentlich mit der Stoff- und Rohstoffproduktion aussieht.
    Es ist doch eigentlich nicht nur der Prozess, das Endprodukt zu nähen, der unter teils menschenunwürdigen Bedingungen abläuft.

    Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wer den Stoff dazu liefert und ob -wenn man sich schon ernsthaft damit auseinandersetzen wollte- Seiden-/Kaschmir-/Woll- und Baumwollproduktionen dazu schöner ablaufen.
    Und wenn man Alternativen zu Naturprodukten sucht, liefert hier die Abbaubarkeit des Stoffes auch nichts, was einen erfreut.

    Aber wie gesagt, ich habe mich bislang nur am Rande damit beschäftigt.

    Ich glaube, ich bin noch nicht soweit, mir über alles Gedanken machen zu wollen/zu können.

    Meist will man sich ja doch schnell und ohne viel nachzudenken & vor allem ohne (zu)viel dafür auszugeben belohnen und dazu noch ist mein eigener beruflicher Kram noch viel zu kompliziert, als das ich den ganzen Rest dazu addieren möchte, über den man sich heutzutage (und im Grunde schon immer…) Gedanken machen müsste.

  3. Liebe Antonia, wie Recht du hast! Ich selbst habe seit einiger Zeit bei jedem H&M oder Zara Kauf immer ein schlechtes Gewissen, weil man ja über die Bedingungen Bescheid weiß und sein Kaufverhalten dennoch nicht konsequent verändert… :( Zumindest habe ich angefangen bei den Lebensmitteln ausschließlich Bio zu kaufen… Ist ja vielleicht auch schon ein Schritt und die richtige Richtung. Und natürlich Second Hand Schätzchen. Danke nochmal, dass das mit den Schuhen geklappt hat ;)

    LG Neele

  4. Wir finden es großartig, dass dieses Thema immer mehr ins Bewusstsein der Menschen tritt. Auch Dank solcher Beiträge wie diesem hier. Das ist doch schon ein erster Schritt in die richtige Richtung, oder?!

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