Goodbye Trump & Tamponsteuer, Kamala Harris als Vize-Präsidentin und eure schönsten Momente: Was 2020 trotzdem gut war

23. Dezember 2020 von in

Wenn sich das Jahr 2020 in knapp zwei Wochen endgültig von uns verabschiedet, atmen die meisten von uns wahrscheinlich auf. Weg mit dem Jahr, das so anstrengend, anders, für viele existenzbedrohend, gesundheitsgefährdend und überhaupt einfach nur schrecklich war. 2020 hatte es in sich. Das Jahr war das Jahr, in dem wir als Kollektiv vieles gleichzeitig erlebten und mit den Herausforderungen umgehen mussten. Manchmal war mir selbst alles zu viel, dass ich am liebsten nie wieder Nachrichten geguckt hätte und mich unter einer Decke verkrochen hätte.

Und trotzdem: Ich kann nicht sagen, dass 2020 nur schrecklich war. Das liegt zum einen daran, dass ich unfassbar dankbar bin, dass niemand in meinem engen Umfeld an Corona erkrankt ist und auch sonst nur wenig Existenzen durch die Pandemie bedroht waren. Dafür schicke ich jeden Tag ein Danke gen Himmel. Ich danke 2020 aber auch, dass ich gemerkt habe, wie eng ich mit Menschen bin, wie groß die Solidarität ist und wie schön es ist, weniger zu brauchen, als man denkt. Zudem war 2020 auch das Jahr, in dem mein Buch erschienen ist und noch viele andere schöne Dinge passiert sind.

Ihr wisst, ich hasse Toxic Positivity, aber vielleicht hilft es ja, so zum Jahresende nochmal den Blick auf das Jahr 2020 zu wenden und die schönen Dinge zu betrachten. Nicht um irgendwas zu beschönigen, sondern 2020 so richtig schön eins auszuwischen. Denn ich bin mir sicher: Irgendwo findet sich immer was kleines, was irgendwie vielleicht ganz schön oder okay war. Auch wenn der Rest des Jahres großer Mist war. Und wer von euch wirklich nur froh ist, dass 2020 vorbei ist: Das ist auch völlig okay. Immer und sowieso, aber in diesem Jahr besonders.

Wir haben einmal in den Nachrichten und der großen ZEIT-Zusammenfassung gestöbert, was weltpolitisch und innerhalb unseres Landes ganz gut gelaufen ist. Und wir haben euch gefragt, was 2020 für euch schön gemacht hat. 

US-Präsident Donald Trump ist abgewählt, Joe Biden folgt nach

Die Regierung will das Wort „Rasse“ aus dem Grundgesetz streichen

Angela Merkel war so emotional wie nie während der Pandemie

Gabenzäune in ganz Deutschland zeigten: Wir denken auch oft an die ärmeren Menschen unter uns

Finnland will das Versenden von ungefragten Dickpics mit bis zu sechs Monaten Gefängnis bestrafen

Bei den vom Aussterben bedrohten Berggorillas in Uganda ist ein Babyboom ausgebrochen

Papst Franziskus hat sich für den Schutz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausgesprochen – entgegen der gesamtkirchlichen Position

Männer wissen in diesem Jahr hoffentlich endlich, was Mental Load bedeutet

Die Bereitschaft zur Organspende ist so hoch wie nie.

Es gab Tiger King.

Das Comeback alter Hobbies wie Backen, Stricken, Gärtnern oder Malen

Kamala Harris ist die erste Frau, die Vize-Präsidentin der USA wird – und das als BiPoC. Yeah!

Corona hat den CO2-Ausstoß verringert

Die Tamponsteuer wurde gesenkt

Das Engagement in den sozialen Medien ist gestiegen

Und das waren eure persönlichen Momente, die das Jahr, in dem alles so anders war wie sonst, trotzdem schön gemacht haben:

Ich habe meinen Laden eröffnet.

Digital Dinner Parties wurden geboren.

Sich ohne schlechtes Gewissen, mehr Zeit für sich einräumen können.

Ich habe endlich ein Gewerbe angemeldet.

Ich hatte durch Corona mehr Zeit für meine Kinder.

Unsere Dackeldame ist bei uns eingezogen!

Nächstenliebe war stärker als sonst. Und wir haben uns so viel mehr auf den Sommer gefreut.

Ich habe Anfang des Jahres meine Promotion abgebrochen – und bin jetzt so viel mehr bei mir.

Mir hat eine Person, die ich nur über Instagram kenne, einen Blumenstrauß geschickt.

Ich bin schwanger und diesmal läuft alles gut!

Ich bin durch Corona endlich zu meinem Freund gezogen!

Ich konnte mich aus einer psychisch belastenden Beziehung befreien!

2020 war schön, weil ich endlich aus meinem Hamsterrad ausgebrochen bin. So wirklich ausgebrochen. Ich bin ein typischer Millenial, der super Schiss davor hatte nicht genug zu sein, nicht genug zu machen, nicht schon weit genug im Leben zu sein. Jetzt bin ich in sieben Monaten 30 Jahre alt, Single, kinderlos, studiere im Master und verschwende trotzdem keine Sorge mehr daran, meine Ziele nicht erreichen zu können. Wenn mir 2020 eins gezeigt hat, dann: Das Leben ist nicht planbar, also verkrampfe nicht in Plänen, sondern genieße jeden Tag und lebe im Jetzt. Engagiere dich für eine bessere Zukunft, aber verschwende keine Angst an sie.

Ich war so oft im See schwimmen und habe die Sonne genossen.

Ich bin Patentante geworden!

Mein Freund und ich sind nach sieben Jahren Fernbeziehung endlich zusammengezogen.

Mir ist bewusst geworden, was für wertvolle und starke Menschen meine Freund*innen sind. 

Ich schätze jetzt viel mehr so kleine Momente wie Kaffee trinken.

Ich habe den wundervollsten Mann an meiner Seite geheiratet.

Ich konnte einen Monat lang auf Kreta sein.

Ich konnte mir den Traum vom eigenen Pferd erfüllen.

Ich habe eine Therapie angefangen.

Ich habe seit Langem mal wieder richtig viel Zeit mit meiner Schwester verbracht.

Meine Kinder sind so gut zusammengewachsen.

Nachdem unsere Tochter letztes Jahr tot zur Welt kam, war unser Jahr 2020 geprägt von viel Trauerarbeit. Das positive Erlebnis dieses Jahr war die Geburt unseres Sohnes. Das Jahr und die Schwangerschaft waren eine Tortur. Sorgen und Ängste, die durch Corona nur verstärkt wurden, ausbleibende Umarmungen, die so dringend gebraucht hätte. Ich bin unglaublich geschafft von diesem Jahr und trotzdem sehr dankbar.

Ich habe in diesem Jahr so viel über mich gelernt und bin daran gewachsen.

Meine Zwillinge sind auf die Welt gekommen.

Ich habe gemerkt, dass alles, was ich brauche, schon bereit da ist.

Ich habe die Pandemie-Zeit für einen Klinikaufenthalt genutzt.

Man konnte wunderbar entschleunigen und hat auf Konsum verzichtet!

Ich habe gelernt, wie dankbar ich trotz allem sein kann.

Ich habe im Lockdown neue Freundschaften gefunden.

Mich hat mein Herzensmensch gefragt, ob ich ihn heiraten will. 

Ich habe trotz Lockdown einen Ausbildungsplatz bekommen und bin super happy.

Wir sind als Paar mehr zusammengewachsen – gerade wegen Corona!

Ich habe mich mal wieder verliebt!

2020 hat mich zum Nachdenken gebracht und in all dem Schlechten ist mir aufgefallen, wie mutig ich dieses Jahr doch war und wie weit ich in der Arbeit mit meinem Therapeuten gekommen bin, um mich von meiner toxischen Familie zu lösen. Und diesen Umstand vor allem zu erkennen und zu akzeptieren. Seit langer Zeit leide ich an Depressionen, und auch wenn ich beruflich erfolgreich bin, einen tollen Mann an meiner Seite habe und mir eine eigene Familie um mich herum aufgebaut habe ist es trotzdem schlimm, zu erkennen, dass die Menschen, die einem eigentlich am nächsten sind, das Schlimmste für mich sind. Dieses besondere Jahr hat mich gezwungen, an mir zu arbeiten. Und das ist das Beste, was mir passieren konnte.

Egal, ob euer Jahr schön war oder einfach nur schrecklich: Ich wünsche euch allen, dass 2021 (noch) besser wird. Mit ganz viel Gesundheit, Glück und Liebe! Genießt die freien Tage und sagt diesem merkwürdigen Jahr auf Nimmerwiedersehen!

 

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