Aktivkohle: Die besten Produkte mit dem schwarzen Wunderpulver

27. Oktober 2017 von in ,

Schwarzes Pulver, Kohle, Charcoal: Seit geraumer Zeit wird das, was wir in Kindergeschichten als Dreck auf kleinen Backen kennengelernt haben, in der Beautywelt als Wundermittelchen für reine Haut und weiße Zähne gehandelt. Klingt verrückt, klingt aber auch spannend – denn genau diese Mittelchen abseits der bekannten Wege sind die, die mich dadurch ganz besonders interessieren. So ein bisschen habe ich mit dem Kohlethema schon Erfahrungen gesammelt, in die Tiefen der Kohleweisheiten bin ich aber bislang noch nicht vorgedrungen. Jetzt gab es aber einen Anlass dazu: Das berühmte und von allen Seiten seit Jahren gelobte VisaPure-Pflegetool von Philips kam gerade neu heraus – und zwar mit rabenschwarzem Kohlekern.

Zu diesem Anlass haben wir uns mit Philips zusammengetan, um dem Kohlethema diesmal wirklich auf den Grund zu gehen – was hat es mit dem Wundermittelchen auf sich, was kann Kohle wirklich, was hat es mit dem Kohlschwämmchen auf sich, und welche spannenden Kohleprodukte gibt es denn noch so da draußen? Hier kommt der große Kohle-Rundumschlag, nachdem wir alle ein bisschen schlauer sind!

Aktivkohle – was hat es damit auf sich?

Es hat schon seinen Grund, weshalb Kohle so vielen Beautyprodukten, aber auch Smoothies oder Nahrungsergänzungsmitteln beigemischt wird: Das schwarze Pulver hat allen voran die Fähigkeit, Toxine, also Giftstoffe, zu binden und dadurch den Körper davon zu befreien. Deshalb wurde Kohle klassischerweise als medizinisches Mittel gegen Vergiftungen eingesetzt, bevor es auch von der Beauty- und Lifestylewelt entdeckt wurde – erinnert ihr euch an die klassische Kohletablette im Reisegepäck? Schon die alten Ägypter benutzten Kohle zur Desinfizierung von Wunden, besonder absurd ist auch die bleachende Wirkung, die schwarze Kohle auf die Zähne hat – auch wenn man es sich bei der Anwendung kaum vorstellen kann, dazu weiter unten mehr!

Aber hat die Kohle auch bei Kosmetika ihre magische Wirkung? Wie bei jedem Hype gilt es auch hier, aufzupassen: Ist im Produkt wirklich echte Kohle („Charcoal“ in den Inhaltsstoffen) beigesetzt, oder handelt es sich um synthetische Färbung? Wie viel Aktivkohle enthält das Produkt, und was verspricht es genau? Auf die richtige Produktwahl kommt es an, um dann tatsächlich sein schwarzes Wunder zu erleben!

Aktivkohle für die Gesichtshaut

Die ersten bahnbrechenden Kohle-Erfahrungen machte ich vor einigen Jahren mit der Clear Improvement Kohlemaske von Origins, weshalb sie in meinen Kohleprodukt-Empfehlungen unbedingt mit aufgelistet werden muss. Die Maske enthält Aktivkohle, Myrtenwasser und Tonerde und ist für mich seit Jahren eine der absoluten Erste-Hilfe-Produkte bei unreiner Haut. Die Maske fühlt sich frisch und klärend an und trocknet die Haut nicht aus – eine absolute Empfehlung!

Auch der Konjac Sponge ist eine spannende Entdeckung: Es handelt sich dabei um einen natürlichen Schwamm, der einfach angefeuchtet ohne zusätzliches Produkt, oder auch mit Waschgel angewandt werden kann. Ich benutze am liebsten die Variante mit Bambuskohle, die wie alle Konjac Sponges auch eine leicht peelende Wirkung hat – ein Tipp für alle, die auf 100% Natürlichkeit setzen. Meinen ganzen Erfahrungsbericht zu den Konjac Sponges könnt ihr hier lesen!

Nun zum neuen Spielzeug: Das VisaPure Advanced Anti-Pollution Pflegetool verspricht eine 11-mal effektivere Reinigung als mit der Hand, was ich schonmal sehr spannend finde – erst, seitdem ich Double Cleansing für mich entdeckt habe, wurde mir bewusst, wie viel Schmutz eigentlich noch auf dem Gesicht bleibt, wenn man nur einmal mit der Hand und Waschgel drüber geht – und wie reiner die Haut ist, wenn man sie wirklich ordentlich wäscht.

Die Visapure ist schon lange das Hype-Teil, weil sie gleichzeitig rotiert und vibriert, und nach dem ersten Abschminkschritt die Haut in der Tiefe reinigt. In der Mitte hat die neue Variante außerdem einen mit Aktivkohle versetzten Schwamm, der die klärende Wirkung der Kohle noch mit draufsetzt und Schadstoffe aufsaugt. Der Bürstenaufsatz reinigt außerdem nicht nur, sondern peelt und massiert die Haut leicht und regt die Durchblutung an, was die Zellerneuerung und die Aufnahme von Pflegestoffen ankurbelt. Beides kann man mit zwei Extra-Aufsätzen noch intensivieren: Der Massage-Aufsatz löst Verspannungen im Gesicht und lässt Sauerstoff und Nährstoffe tiefer in die Haut eindringen, außerdem wird die Lymphdrainage angeregt und Schadstoffe dadurch abtransportiert. Der andere Fresh-Boost-Aufsatz vibriert und ist speziell auf den Lymphfluss und das Abklingen von Schwellungen und Augenringen spezialisiert, alles funktioniert außerdem kabellos, und auch Wasser macht der Bürste nichts aus.

Besonders praktisch finde ich die Anwendung, bei der man sich nicht zwingend nass machen und auch nicht das ganze Gesicht reinigen muss – manchmal bin ich vormittags unterwegs, abends auf einem Event und dazwischen im Homeoffice und will meiner Haut ein bisschen Luft gönnen, mich aber nicht ganz abschminken. Mit der Bürste geht das problemlos, ich nehme das Makeup z.B. mit einem Tuch ab und reinige die Haut anschließend nochmal in der Tiefe mit der Visapure – das Augenmakeup bleibt aber, wo es ist!

Aktivkohle für die Kopfhaut

Ebenfalls eine Sache, die ich wahnsinnig spannend finde, sind Seren für die Kopfhaut. Denn nur hier kann man wirklich ansetzen, etwas an seinem Haar zu verändern – ist es einmal gewachsen, besteht es schließlich nur noch aus totem Material, das man höchstens in Form stylen kann. Die Kopfhaut mit den Haarwurzeln aber ist der Schlüssel zur Veränderung. Schon regelmäßige Massagen der Kopfhaut machen die Durchblutung und die Haarwurzel kräftiger, und die richtigen Nährstoffe lassen das Haar gesünder und voller wachsen. Es gibt ganz unterschiedliche Kopfhaut-Treatments, je nach Bedürfnis – Scalp Revival von Briogeo wendet sich vor allem an ölige oder schuppige Kopfhaut. Es enthält neben Aktivkohle Teebaum- und Minzöl und wirkt zum ausgleichend, desinfizierend und gegen die übermäßige Ölproduktion. Das Haar fettet weniger schnell nach, die Kopfhaut wird gepflegt und die Ölproduktion ausgeglichen – und durch das regelmäßige Einmassieren

Aktivkohle für die Zähne

Jetzt wird es besonders verrückt, und selbst ich war mir bei der ersten Anwendung nicht ganz sicher, was ich hier tue: Kohle im Mund und auf den Zähnen ist nicht die klassische Vorstellung die man hat, wenn man an Zähneputzen denkt. Und das Ganze wird auch ziemlich schnell zu einer großen Sauerei, wenn man nicht aufpasst. Die schwarze Kohle auf den Zähnen hat es aber in sich, denn auch hier wirkt sie antibakteriell und vor allem aufhellend.

Deshalb gibt es mittlerweile Zahncremes oder Zahn-Treatments auf Kohlebasis, wie das Raw Coconut & Activated Charcoal Tooth Whitening Polish von Sister & Co. oder das Detoxifying & Whitening Tooth Powder. Ersteres ist bei der richtigen Temperatur eine halbflüssige schwarze Masse auf Kokosölbasis (bei Hitze wird es sehr flüssig), in die man seine Zahnbürste ganz einfach eintunkt und dann drauf los putzt. Die Zahnbürste wird danach nie wieder so weiß sein wie zuvor, die Zähne wiederum weißer denn je! Das Whitening Tooth Powder hat dieselbe Wirkung, nur eine andere Konsistenz: Es ist nicht flüssig, sondern Kohlepulver, in das man seine Zahnbürste ebenfalls eintunkt. Dann wird drauf los geputzt, und im Mund fühlen sich beide Produkte relativ ähnlich an.

Das Ganze ersetzt übrigens nicht das normale Zähneputzen, sondern ist ein Treatment, das man am besten davor und insgesamt 3-5 mal die Woche anwendet. So kriegt man im zweiten Schritt auch jeden Kohlerest von den Zähnen – vom Waschbecken kann es schon mal schwieriger werden!

Wer sich schließlich nicht entscheiden mag, für was er die Aktivkohle nun einsetzen soll, dem sei zum Schluss das Keeko Activated Coconut Charcoal Powder ans Herz gelegt. Mit dieser Grundlage aller Kohle-Gadgets lässt sich sowohl eine Gesichtsmaske anrühren, als auch die Whitening-Zahncreme herbeizaubern. Gemixt mit einer zerstoßenen Aspirin-Tablette, soll es die Wundermaske gegen Pickel ergeben, und auch ins Badewasser kann man das Pülverchen geben, um seine Haut zu beruhigen.

Und zum Schluss interessiert mich jetzt natürlich: Was sagt ihr zum Kohletrend – spannend oder seltsam?

– in Kooperation mit Philips –

5 Antworten zu “Aktivkohle: Die besten Produkte mit dem schwarzen Wunderpulver”

  1. Ich reinige meine Zähne schon ewig mit Aktivkohle. Allerdings ist meine Zahnärztin (und gute Freundin) davon nicht besonders begeistert. Sie meint, dass die Zähne davon zwar kurzfristig weißer werden, langfristig rauen sie aber die Oberfläche der Zähne auf und tragen damit auch die schützende Schmelzschicht ab. Vor allem dann, wenn man mit reiner Aktivkohle putzt.

    Muss jeder, wie bei allem, selber für sich entscheiden, wollte ich nur mal angemerkt haben.

    Vorbehaltlose Empfehlung: Kokosöl zur Zahnpflege.

  2. Hmm. http://www.sueddeutsche.de/stil/kosmetik-verkohlt-uns-die-kosmetikbranche-1.3695098

    „Doch schwarz, pardon, grau ist alle Theorie. In der Praxis nützt die Kohle wohl nicht so viel wie die Hersteller glauben machen. Denn Aktivkohle kann nur dann Schmutz und Öl aus den Hautporen ziehen, wenn ihre eigenen Poren nicht bereits verstopft sind. „Es ist aber sehr fraglich, wie viele freie Bindungsstellen die Aktivkohle noch hat, wenn sie Bestandteil einer Creme oder Maske ist“, sagt Joachim Kresken, Apotheker und Vorsitzender der Gesellschaft für Dermopharmazie.
    „In der wissenschaftlichen Literatur findet sich jedenfalls nichts Überzeugendes, was für die Sinnhaftigkeit dieses Prinzips spricht.“ Im Zweifelsfall könnten Kohle-Pflaster, die man zur Reinigung auf die Haut klebt, noch eher ihre Aufgabe erfüllen, da die Kohle nicht mit anderen Substanzen zugekleistert wird.
    Die Werbebotschaft, Aktivkohle ziehe „wie ein Schwamm Gifte oder Bakterien an“, ist in jedem Fall Unsinn. Die Kohle bindet schließlich nicht gezielt Gifte, sondern alles, was in ihre Nähe kommt. Vitamine und Nährstoffe ebenso wie Schad- und Schmutzstoffe. „

    • Danke für die Anregung, das Ganze zu hinterfragen – natürlich kann Kohle nicht nach guten oder schlechten Stoffen unterscheiden, man sollte es deshalb gerade auch bei der Nahrungsaufnahme von Kohle nicht übertreiben. Besonders die reinen Kohlepulver haben eine spürbare Wirkung auf Haut und Zähnen, das Ganze wird dann natürlich immer weniger, je mehr ihr beigemischt wird!

      • Ja, Kohle in der Nahrung kann sogar die Pille unwirksam machen… da sollte man aufpassen. Trotzdem, auch wenn die Kohle sicher kein Wundermittel ist: Ein bisschen Wellness schadet nie.

Schreibe einen Kommentar