The Talk: Warum es sich lohnt, an die Liebe zu glauben

9. Februar 2017 von in

Irgendwer, der bleibt, irgendwer, der zeigt, dass er scheinbar weiß, wer wir wirklich sind, 
Wenn wir ihn dann finden, können wir nicht bleiben, wollen uns nicht binden,
weil wir dann vielleicht 
etwas verpassen könn’n, was irgendwo noch ist,
was wir sonst vermissen, weil es nicht uns gehört.
Yvonne Catterfeld ft. Bengio „Irgendwas“

Generation Beziehungsunfähig schreit es uns von überall entgegen. „Keiner will sich mehr binden, aus Angst etwas zu verpassen.“ Was Yvonne Catterfeld mit Bengio im neusten Hit singt, wird mindestens einmal die Woche von einem großen Medium aufgenommen. Bindungsangst. Beziehungsunfähig. Egoistisch. Und überhaupt, die große Liebe, Monogamie und große Träume gibt’s schon lange nicht mehr. Gewöhnt euch lieber dran! Manch einer – wie Autor Michael Nast – verdient mit dieser These sogar massenhaft Geld. Schließlich sitzen jede Woche vor ihm hunderte an Frauen (und Männer), in der Hoffnung, die Lösung für das große (oder kleine) Problem auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Schließlich sind wir doch die Generation Beziehungsunfähig. Die, die sich nicht mehr binden will, die, die Paralleldating als neuen Volkssport sieht, Tinder und alle anderen Datingapps bis zum Kollabieren nutzt und sich gleichzeitig nach etwas Liebe sehnt. Für die der Mingle-Status schon ein Erfolg ist, das böse Wort Beziehung nehmen wir lieber gar nicht mehr in den Mund. Sonst verschrecken wir noch unser Gegenüber – Ghosting it is. Hach, als Single in der heutigen Zeit hat man es aber auch wirklich nicht leicht.

Doch ist es wirklich so? Haben wir alle so eine wahnsinnige Angst, uns binden zu wollen?

Sicherlich: Anders als früher müssen wir keine Beziehung oder Ehe mehr eingehen, um unser Leben zu meistern. Frauen sind unabhängiger, Männer müssen nicht mehr der Ernährer sein. Die Möglichkeiten stehen uns offen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Doch beziehungsunfähig sind wir deswegen noch lange nicht. Vielleicht gibt es einige mehr unter uns, denen der Mut fehlt. Die sich scheuen, Verantwortung für sich und jemand anderen zu übernehmen. Denen es schwer fällt, eine Entscheidung zu treffen. Die tatsächlich mehrfach parallel daten, weil es doch so viele Optionen gibt. Die das Konsumieren von Menschen für sich entdeckt haben. Glücklich macht das aber noch lange nicht.

„Tja, da musst du dich dran gewöhnen,“, hieß es schnell, als ich vor zwei Jahren plötzlich wieder Single war – nach sechs Jahren Beziehung. „Nein, muss ich nicht.“, antwortete ich (bis heute) stur. Denn ich glaube weiter an die große Liebe. Dass es mehrere Menschen auf dieser Welt gibt, mit denen man ein perfektes Team bilden kann. Die bereit sind, sich auf etwas einzulassen, dass sich Beziehung nennt. Die, genauso wie ich, den Mut haben.

Denn für die Liebe braucht es Mut. Mut, sich für eine Person zu entscheiden. Mut, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Kompromisse zu schließen und ein wenig Autonomie zugunsten einer Teamarbeit aufzugeben.

Man muss diese Menschen nur treffen. Die beste Voraussetzung dafür: Mit sich im Reinen sein. Sich selbst lieben, gut alleine klarkommen und ein erfülltes Leben haben. Die Suche nach der Beziehung darf nicht zum ultimativen Lebensziel verkommen. „Selbst, wenn ich nie wieder einen Mann treffe, muss mein Leben geil sein“, sagte eine Freundin letztes Jahr zu mir. True that. Meistens passiert es ja dann, wenn man gerade so richtig zufrieden mit seinem Leben ist. Genauso wie Selbstrespekt und das Wissen, was man wirklich will, ganz hilfreich sein können. Aber das wissen wir ja alle irgendwie.

Dass es noch möglich ist, sich Hals über Kopf zu verlieben, dass es nicht in Herzschmerz enden muss und wir uns trauen dürfen, das böse Wort „Beziehung“ von jemand anderen zu fordern, daran glauben wir – anders als Social Media und viele Medien uns suggerieren – ganz stark. Während die Welt & Co weiter von „Haben wir die Liebe verlernt“ texten und uns Angst machen, haben wir uns auf die Suche gemacht.

Wir investieren in die Karriere und optimieren uns selbst. Aber wer etwas für die Liebe aufgibt, wird belächelt; als altmodisch und weltfremd. Solange wir so denken, werden wir ihn nie erleben, den Rausch, den Megaflash. // Neon, 9/2016

Denn wir wollen Mut machen. Mut, für die Liebe zu kämpfen, sich ihr zu stellen, Mut, sich auf Menschen einzulassen, statt blind für etwas Anerkennung und Nähe zu konsumieren, Mut, das Risiko einzugehen, verletzt zu werden, Mut, Verantwortung für andere zu übernehmen, und nicht immer zwingend nach noch etwas Größeren zu suchen, wenn man das Glück vielleicht schon längst gefunden hat. Denn Liebe ist wunderbar. Wir alle streben nach ihr. Nach dem Megaflash, nach dem Kribbeln im Bauch, nach dem wohligen Gefühl, wenn man jemanden ansieht, der einem schon jahrelang begleitet. Im Großen und Kleinen.

„Warum lohnt es sich, an die große Liebe zu glauben?“ Diese Frage haben wir in den letzten Tagen mehreren Menschen gestellt. Menschen, die seit Jahrzehnten in einer Beziehung sind, Menschen, die beruflich viel mit der Liebe zu tun haben, Menschen, die sich mit zwischenmenschlichen Themen beschäftigen, und Menschen, die die Liebe erst vor Kurzem (wieder) entdeckt haben. Wir wollten ihre ganz persönliche Sicht auf die Liebe und unsere Generation wissen. So viel sei verraten: Es gibt sie, die große Liebe. Versprochen!

Und bevor wir kommende Woche mit unserer Serie loslegen, wollten wir noch von euch wissen: Warum lohnt es sich, an die große Liebe zu glauben? Und vor allem: Von wem würdet ihr gerne die Meinung dazu hören?

 

 

35 Antworten zu “The Talk: Warum es sich lohnt, an die Liebe zu glauben”

  1. Warum es sich lohnt am die große Liebe zu glauben ? Ich finde es traurig so ein Lebensgefühl in Frage zu stellen. Und das Wort lohnen (=was springt dabei für mich raus).Viele Menschen sprechen von der Liebe als ob vom Weihnachtsmann die Rede wäre.
    Unser Herzensmensch fängt uns auf, wenn wir (scheinbar) tief fallen. Motiviert uns nach vorne zu blicken. Verzeiht unsere Fehler, um uns anschließend innig in den Arm zu nehmen.

    Liebe bedeutet sich einig zu werden ,wenn man sich uneinig ist. Sie hat viele schöne Gesichter, doch das Schönste hat unser eigener Herzensmensch.
    Es liegt klar auf der Hand, dass einer mehr „einsteckt“. Das Wichtige dabei: Alles in Grenzen halten. Wir sind demnächst seit 6 Jahren ein Team.
    Wir glauben an die große Liebe. Und auch du solltest das weiterhin, Liebe Antonia !

    • Liebe Gizem,
      ich bin da total bei dir. Ich stelle das auch nicht in Frage, jedoch medial gesehen alle.
      Ich finde es auch so traurig, dass es eben den Anschein macht, die Liebe (groß oder klein) gebe es gar nicht mehr. Man müsse sich mit Halbscharigem zufrieden geben, von Affäre zu Affäre hangeln, in der Hoffnung, das vielleicht jemand länger bleibt. Dabei ist Liebe so viel mehr. Und die gibt es.
      Lohnen im Sinne von – dass man weder altmodisch noch naiv ist, sondern man nur vertrauen braucht, dass es die große Liebe gibt. Versteht man das? :) Nicht im Sinne von „Was springt für mich heraus“ sondern viel mehr „Tut es, es gibt sie, es lohnt sich, weiterhin dran zu glauben“ – auch wenn alle Welt einem anderes vermitteln will.
      So schön, dass ihr seit sechs Jahren ein Team seid. :) Was Liebe bedeutet, hast du wunderbar formuliert.
      Und ja, ich glaube auch weiterhin an die große Liebe! Ohne wenn und aber! Liebe Grüße, Antonia

  2. Liebe Antonia. Danke für diesen schönen artikel. Mir geht das alles auch wahnsinnig auf die Nerven, aber ich entziehe mit dem ganzen einfach und lese solche artikel/Bücher/ schlauen Facebookposts auch nicht mehr. In meinem Umfeld wird so sowieso nicht geredet.
    Ich bin gespannt auf die Reihe!

    • Liebe Johanna,
      so mache ich es auch. In meinem Umfeld ist die Verunsicherung leider aufgrund solcher Artikel/Bücher groß – nicht bei mir, aber bei vielen Freunden. Deswegen kam die Idee zur Serie :) Dem Ganzen etwas entgegensetzen! Liebe Grüße!

      • Schade eigentlich. Ich glaube wir sollten einfach alle weniger Zeit auf Facebook verbringen- dann wären wir alle weniger unsicher wegen unserer Beziehungen, nicht-Beziehungen, Jobs und Körper.

        Ich selber führe seit mehr als 5 Jahren eine Beziehung, die die allermeiste Zeit über Ländergrenzen hinausging. Freundinnen beglückwünschen mich oft dafür, dass ich einen so tollen Typen gefunden haben aber verstehen oft auch nicht, wie viel Arbeit, Zeit und Anstrengung in jeder Beziehung, aber gerade auch in einer Fernbeziehung steckt. Und am Ende ist es doch immer nur die eine Frage: will ich mit diesem Menschen zusammen sein? Wenn die Antwort ja lautet, dann tut man eben was nötig ist.

        Und auch hat das „Problem“ mit dem Alter zu tun, glaube ich. Einen Partner zu finden ist mit Ende 20 genau so schwer, wie gute Freunde. Ich bin gerade erst wieder in eine neue Stadt gezogen und merke, dass es schwierig ist Menschen zu finden, die einem gut tun und mit denen man gerne Zeit verbringt. Früher ging man zur Schule oder zur Uni und hatte da schon eine „riesige Auswahl“ an potentiellen Freunden und Partnern. Danach wirds nun eben schwieriger, das heißt aber nicht, dass man beziehungsunfähig ist.

        Schön, dass du deinen Freunden die Angst nehmen willst :)

        • Liebe Johanna,
          ohja, Social Media – auch aufgrund der Filterblasen – suggeriert uns oft ein falsches Bild. Viel Sprechen, Realitychecks machen und auch einfach mal die Dinge auf sich zukommen lassen, würde schon helfen.

          Eine lange Beziehung – vor allem Fernbeziehungen – sind harte Arbeit. Aber sie lohnt sich. Das habe ich auch in meiner ehemaligen Beziehung gelernt. Wenn man will, geht alles. Und natürlich besteht immer das Risiko, das etwas scheitert, man verletzt wird. Aber das sollte uns nicht nachfolgend Angst machen vor neuen Dingen. Immer wieder Mut haben!

          Das stimmt, mit 30 ist es sicher schwieriger, jemanden zu finden. Aber es geht ja auch um mehr. Meine Zeit ist wertvoll, ich will sie nicht mit irgendetwas vertrödeln, dafür kann ich beispielsweise auch gut alleine sein. Man weiß eben mehr, was man will, was einem gut tut etc. Aber ich denke, Entspanntheit, Vertrauen und Mut helfen schon :)

          Liebe Grüße!

  3. Danke für diesen schönen Text! Ja, es lohnt sich so was von! Es lohnt sich, weil geteilte Freude die schönste Freude ist und weil wir Menschen einfach Nähe brauchen. Und die Nähe zu einem engsten Vertrauten, einem Partner, mit dem man durch´s Leben schreitet, ist meiner Meinung nach eine der stärksten.
    Von wem ich eine Meinung dazu hören wollen würde? Von mir natürlich.:D

    lg,
    Sarah

    • Hach, Sarah, das hast du schön gesagt. <3
      Ich freue mich schon so auf eure Reaktionen auf unsere Gesprächspartner :)
      Und vielleicht kommen wir auf dich zurück :)
      Liebe Grüße!

  4. Ein schöner Text und sicherlich eine interessante Reihe, die ihr drei da startet. Es wird wohl nie ein richtig oder falsch in der Liebe geben. Zum Glück! Jeder empfindet anders.
    Ich für meinen Teil kann sagen: ja, große Liebe sollte immer wichtig sein und es ‚lohnt‘ sich auch. Natürlich ist nicht immer alles schön und super, dafür können Kompromisse oder Veränderungen viel neues bringen. Das große Ganze sollte bereichernd sein und so ein Team ist doch wirklich genial, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist. Gut so!
    Generation Beziehungsunfähig ist wirklich kein schöner Begriff. Trifft sicherlich teils zu, aber Verallgemeinerungen helfen auch nicht.

    Mein Autorenwunsch: Nike Jane und Frank Berzbach

    • Liebe Sophia,
      Danke für deinen Kommentar.
      Absolut – es gibt kein richtig und falsch in der Liebe. Jeder geht da auch seinen Weg. Ansonsten finde ich deine Definition sehr schön, da stimme ich zu.
      Auch Danke für die Autorenwünsche :) ist vermerkt!
      Liebe Grüße!

  5. Ich muss gestehen, ich glaube an die Biochemie.
    Liebe halte ich für ein vermeintliches Gefühl, dass gar nicht wirklich existiert, so ganz unabhängig von unserer DNA und unserem Erlernten/unseren Erfahrungen/Mustern, die so schwer zu durchschauen sind.
    Wir würden alle denselben Menschen lieben, wäre das nicht so unterschiedlich.
    Und was genau ist eigentlich Liebe?

    Viel spannender als die Frage, ob man an die Liebe glauben sollte bzw. warum sich dies lohnen würde, finde ich, warum wir überhaupt lieben.
    Und wieso nicht alle, sondern manchmal eben nur „den Einen“.

    Und wie stark können wir beeinflussen, wen wir lieben oder sind wir einfach nur ausgeliefert – unserer Biochemie und unseren Erfahrungen?

    Warum es sich nicht lohnt, kann ich für mich schon mal beantworten.
    Man lebt ein friedlicheres Leben :). Ich kenne wirklich niemanden, der wegen der Liebe nicht mal mindestens von einer Brücke springen wollte ;)

    Aber ist die „Zeit zwischen zwei Lieben“ nicht irgendwie auch oft nur Überbrückung?
    Für viele ist es ein Dahinvegetieren, bis endlich wieder jemand kommt, den man dann bitte lieben kann (und nicht immer ist Erwiderung nötig, wenngleich aber erstrebenswert).

    Lieber Gruss Ava

    • Hach Ava, ich liebe deine Kommentare. So viele Denkansätze, Danke dir. Die Frage, warum wir lieben und warum manchmal nur den einen oder die eine, ist eine sehr spannende – und tatsächlich auf Biochemie wahrscheinlich begründbar ;) Auch die Frage nach dem Einfluss auf die Liebe ist eine spannende – ich glaube, Liebe ist nichts rationales. Habe ich mich verliebt, kann ich mich gegen dieses Gefühl kaum mehr stemmen. Wer rational agiert, ist wahrscheinlich ich verliebt, sondern mag jemanden, aber eben nicht genug.
      Die Zeit zwischen zwei Lieben empfinde ich hingegen als sehr lehrreich. Das Wissen, das das Leben auch alleine bestreitbar ist, dass man sich kennenlernt, aus Erfahrungen lernt, vorangegangene Lieben reflektiert, ist sehr wertvoll und ich glaube, auch sehr wichtig.

      Ich nehme definitiv Ansätze für die Serie von dir mit auf. Danke dir! Liebe Grüße!

  6. Toller Text, da freue ich mich schon auf die weiteren Posts! :)

    Ich glaube zwar nicht an „die eine, große Liebe“. Ich denke, dass es so einige Menschen auf diesem Planeten gibt, mit denen es gut klappen könnte. Allerdings glaube ich auf jeden Fall an die Liebe, denn eigentlich gibt’s kaum Schöneres. Und, dass sich viele nicht mehr festlegen wollen, halte ich für eine schreckliche Entwicklung, die im Endeffekt alle Beteiligten nur unglücklich macht. Was gibt es schließlich Besseres, als mit jemandem sein Leben dauerhaft zu teilen?

    Grüße, Malina
    http://malinaflorentine.de

    • Liebe Malina,
      Ohja, wie ich im Text schreibe, glaube ich auch, dass es mehrere Menschen gibt, mit denen eine Liebe wunderbar klappen kann. Bei so vielen Menschen wäre ein einziger auch extrem :) wichtig ist, dass man einem Menschen, der vielleicht nicht sofort ins gewünschte Schema passt, auch die Chance gibt, sich kennenzulernen. Wenn ich aber nie mich ganz einlasse auf Menschen, wird das schwierig.
      Liebe Grüße!

  7. Ich finde die Aussage „Liebe ist nicht weil, sondern obwohl oder trotzdem“ sehr klug und wahr, denn wer dauerhaft monogam lebt und liebt, muss automatisch Kompromisse lernen und ja, auch Traumvorstellungen aufgeben. Für mich ist neben des Zugehörigkeitsgefühls die Tatsache, dass ich neben meinem Mann sein kann, wie ich eben bin – auch mal ungewaschen und krank und übellaunig und verzweifelt und ungerecht – und er trotzdem loyal zu mir steht, mich erträgt und wir gemeinsam eine Zukunft ausbauen, das ausschlagebende Argument dafür. Sehne ich mich manchmal nach was Neuem, mit Herzflattern etc pp? Klaro. Ist doch menschlich. But they all come down from THAT cloud…! Und dann beginnt das echte, wahre Leben.

  8. Es „lohnt“ sich, weil ein Partner dich im besten Fall vervollständigt, weil er dich so liebt, wie du bist, weil er immer hinter dir steht, dein Fels in der Brandung ist, und, und das finde ich persönlich mega wichtig, weil er dir im besten Fall, so direkt wie kein anderer den Spiegel vorhält. Vor ihm kann man sich nicht verstellen, hier erhält man direktes Feedback auf sein Handeln und kann auf diese Weise super viel lernen. Mein Freund und ich hatten gerade unser 10-jähriges Jubiläum. Ich weiß gar nicht, ob mein Freundeskreis vielleicht total außergewöhnlich ist, aber bei uns sind alle seit mehreren Jahren in festen Händen. Es gibt keinen einzigen Single. Wir kommen uns schon alle wie die Oberspießer vor. Lustiger Weise habe ich von der „Generation Beziehungsunfähig“ noch gar nichts gehört. Ich denke jedenfalls nicht, dass es eine solche Generation gibt, sondern, dass sich vor allem Frauen, eher trauen zu gehen, wenn sie unglücklich sind. Sicher hätten das früher viele Frauen auch gerne gemacht, allerdings ging es einfach nur sehr bedingt.

    In einem ähnlichen Zusammenhang habe ich kürzlich einen interessanten Artikel gelesen. Die Autorin (dreimal geschieden) schreibt, dass egal wie groß die Liebe oder das Verliebtsein am Anfang sind, jeder Traumprinz irgendwann zu einem normalen Menschen wird. Mit all seinen Ecken und Kanten und, dass es den einen Traumprinzen nicht gibt. Ich sehe das ähnlich, man sollte eher nach einem besten Freund suchen und die Fehler akzeptieren und auf keinen Fall versuchen die Person zu ändern. Kompromisse sind an der Tagesordnung und mit Sicherheit super hilfreich für eine lange Beziehung.

    Amen ;)

    Ich finde die Serie jedenfalls super spannend und deinen Beitrag wie immer sehr schön geschrieben.

    Liebste Grüße aus Freiburg und einen schönen Abend

    Neele

  9. Ich habe immer an die große Liebe geglaubt. Daran, dass da irgendwann der kommt, der mich komplett macht. Und so war es auch. In einer Situation, in der nicht mal Ansatzweise über Liebe etc. nachgedacht hatte, kam ER. Meine große Liebe, die ich mit 37 Jahren fand, die nun seit 18 Jahren anhält und ich immer noch so empfinde wie damals.

    Deshalb hört nie auf an die große Liebe zu glauben. Es gibt sie irgendwo da draußen. Egal was andere sagen!

  10. Ich liebe diesen Beitrag bereits, ich kann die Serie kommende Woche nicht erwarten:D

    Warum ich finde, dass es sich lohnt an die Liebe zu glauben? Nun, ich finde sie ist das höchste aller Gefühle. Schlicht weg. Liebe kann und wird durch nichts ersetzt werden. Nicht durch Erfolg, nicht durch die Anerkennung und Bewunderung von Seiten anderer. Nichts ersetzt das Gefühl geliebt zu werden.
    Ich glaube wie du an die große Liebe, oder zumindest an irgendetwas ähnliches. Dennoch bin aber auch der Meinung, dass diese nicht immer für immer bestimmt sein Muss. Liebe kann auch temporär etwas sehr schönes sein. In meinen Augen sind wir nicht beziehungsunfähig geworden, sondern (zumindest die meisten) nur etwas realistischer. Wir wissen, dass wir alleine überleben können und halten deshalb oft weniger stark an schwierigen Beziehungen fest. Wir geben schneller auf, wenn sich das kämpfen nicht lohnt.

    Liebst, Seline
    SEL’S CLOSET

  11. Zum Thema, es wird schwerer „die Liebe“ zu finden, wenn man älter wird: glaube ich nicht, man schließt nur schneller eine größere Anzahl direkt aus. Aus welchen Gründen auch immer.
    Und was mir auch aufgefallen ist: Viele Singlefreundinnen (ich würde fast sagen ALLE?!) haben tatsächlich ein sehr sehr festes Bild von ihrem Wunschpartner. Das könnte manchmal problematisch werden. Der Partner muss komplett ins Lebensbild passen, sprich, sehr oft tatsächlich zum Beruf. Viele Frauen in meinem Umfeld definieren sich sehr über das, was sie beruflich tun (wo nichts gegen einzuwenden ist), suchen dann aber auch nach einem Partner, der genau zu diesem Bild passt. Sie haben genaue Vorstellung von Hobbies des Partners und den Interessen, ich finde das tatsächlich erschreckend.
    Ich glaube die Liebe kommt einfach. Am sichersten dann, wenn es einem gut geht (im Sinne von: mit sich im reinen sein). Wenn man sehr an sich zweifelt usw, ich glaube da neigt man auch dazu, sich an die „falschen“ zu klammern.

    • Liebe Isa,
      das glaube ich auch. Man weiß, was man will und geht vielleicht auch weniger Kompromisse ein.
      Und ja, ich kenne das, dass viele meiner Freunde (Mann wie Frau) vorgefertigte Bilder im Kopf haben. Es muss zu 100 Prozent stimmen, sodass derjenige, der vielleicht nur 80 Prozent erfüllt, gleich rausfällt. Das ist so schade. Man gibt Menschen, obwohl sie nett sind, manchmal gar keine Chance mehr – dabei können Menschen ja auch erst anziehend, attraktiv werden, wenn man sie kennt. Und dann ist beispielsweise das Hobby oder der Job egal.
      Absolut: Die Liebe kommt einfach – dann wenn man es nicht erwartet, wenn man nicht sucht und wenn man vor allem mit sich zufrieden ist. Liebe Grüße!

  12. Ich glaube nicht an „die große Liebe“. Ich glaube an Liebe. Ich bin wahrscheinlich gerade mit einer dieser „großen Lieben“, von der alle Welt redet, verlobt. Aber es ist anders – und trotzdem schöner – als ich es mir immer ausgemalt habe. Diese Liebe ist wie „zu Hause sein“. Keine Pauken und Trompeten und Schmetterlingsexplosionen (mehr), sondern ein So-sein-Dürfen wie man ist. Er ist mein Partner und gleichzeitig mein bester Freund. Und ich vermute, wenn man „es“ hat, dann verlieren diese ganzen Mingle-Single-Tinder-Beziehungshopping-Späße auf einen Schlag ihren Glanz. Generation beziehungsunfähig halte ich auf jeden Fall für Blödsinn. Pah! (Und ich bin schockiert, dass man Dir sagte, Du sollest Dich ans Singledasein gewöhnen … was ist das denn?!)

    Liebe Grüße!

    • Liebe Christina, ich glaube auch eher an die Liebe!
      Tatsächlich sagte man mir nicht, dass ich mich ans Single-Dasein gewöhnen müsse, das hat ja beides seine Vor- und Nachteile, und alleine klarkommen ist auch eine tolle Erfahrung. Aber man meinte, ich müsse mich an ständige Enttäuschungen, Paralles Daten und Mingle-Status gewöhnen. Und das denke ich nicht :) jeder kann das machen, aber keiner muss! :) so wie es sich eben für einen selbst am besten und richtig anfühlt! Liebe Grüße!

  13. […] Beziehungsunfähig, Bindungsunfähig und sowieso niemals auf der Suche nach der großen Liebe. Medial gesehen können wir in Liebesdingen einpacken: Wir sind die Generation Beziehungsunfähig, die sich auf Tinder tummelt und die große Liebe nur noch aus Hollywoodfilmen oder von Erzählungen der Omi kennt. Falsch, haben wir uns gedacht: Warum verunsichern uns Medien und stellen ein Bild dar, dass so gar nicht existiert? Denn es gibt sie, die großen wie kleinen Lieben. Die Menschen, die gemeinsam durch dick und dünn gehen. Die Frauen und Männer, die an die Liebe glauben und das auch leben (wollen). Deswegen haben wir uns auf die Suche gemacht und mit Menschen gesprochen, die uns anders als Michael Nast & Co. nicht die (Liebes-)Welt erklären wollen, sondern ihre Erfahrungen schildern – und vor allem zeigen: Ja, es lohnt sich an die Liebe zu glauben!  […]

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