Anleitung: Joghurt selber machen & fermentieren in 4 Schritten

30. Juni 2020 von in

Joghurt gehört zu den Lebensmitteln, die ich am liebsten und häufigsten zu mir nehme. Er geht irgendwie immer. Zum Frühstück mit frischem Obst und Haferflocken, aber auch abends mit einem Teelöffel Honig. Allerdings ist Joghurt nicht gleich Joghurt. Selbst den leckeren Bio-Naturjoghurts fehlen häufig wichtige Milchsäurebakterien, die die Darmgesundheit fördern und zum Immunsystem beitragen. Deshalb mache ich meinen Joghurt mittlerweile einfach selbst. Dieser ist nämlich – anders als der gewöhnliche Joghurt aus dem Supermarkt – lebendig. Der fermentierte und selbst gemachte Joghurt beinhaltet wichtige Milchsäurebakterien und noch dazu ist er super einfach in der Herstellung, er schmeckt lecker, fördert die Darmflora und ist in der Menge günstiger als gekaufter Joghurt.

Einfach fermentieren: Joghurt selber machen – eine Anleitung in 4 Schritten

Wer Joghurt selber machen will, wird sich der Kunst des Fermentierens widmen. Durch diesen Prozess wird Vollmilch mit Hilfe von Joghurtkulturen, also Milchsäurebakterien, in Joghurt verwandelt. Haltet euch einfach an unsere Anleitung und euer frischer Joghurt wird garantiert gelingen.

Fermentieren in 4 Schritten: Was ihr für euren selbst gemachten Joghurt benötigt

Einen Joghurtbereiter

Für den Start solltet ihr erstmal in einen Joghurtbereiter investieren. Die sind nicht sonderlich teuer, aber sorgen dafür, dass eure Fermentation ganz einfach klappt. Ein Joghurtbereiter hält das Einmachglas, in dem die Fermentation der Vollmilch stattfindet, auf ungefähr 40 Grad warm. Ich persönlich benutze diesen hier, da er mit heißem Wasser funktioniert und somit keinen Strom benötigt. Ihr könnt aber auch andere nehmen.

1 Liter großes Einmachglas

In den meisten Joghurtbereitern ist ein passendes Glas inklusive, in dem die Fermentation stattfindet. Anschließend wollt ihr den fertigen Joghurt vielleicht in ein anderes Glas umfüllen. Dafür braucht ihr ein Einmachglas.

1 Liter Bio-Vollmilch oder pflanzliche Milch

Ich empfehle die Bio-Vollmilch aus dem Glas (die Gläser eignen sich super für weitere Fermentationen, beispielsweise Kombucha oder Wasserkefir). Man kann aber auch pflanzliche Milch verwenden. Das habe ich zwar nicht probiert, werde ich aber schon bald testen!

Bakterienkultur

Das Wichtigste für die Fermentation ist die Bakterienkultur. Entweder kauft ihr diese päckchenweise beispielsweise bei Fairment. Ihr könnt aber auch einen fertigen Joghurt aus dem Supermarkt kaufen, der noch eine Bakterienkultur enthält. Beispielsweise dieser „Echt Bulgaria“ aus dem Supermarkt gehört zu den wenigen, die noch eine Milchsäurebakterienkultur enthalten.

Rechts: Der Joghurtbereiter in Aktion

Anleitung: In 4 Schritten zum selbstgemachten Joghurt

Schritt 1

Ihr nehmt das Glas aus eurem Joghurtbehälter, das wahrscheinlich zum Behälter selbst mitgeliefert wurde. Diesen befüllt ihr mit einem Liter der Milch eurer Wahl (bestenfalls mit hohem Fettgehalt). Die Milch sollte Zimmertemperatur haben und bestenfalls nicht gekühlt sein.

Schritt 2

Anschließend gebt ihr ein Päckchen der Bakterienkultur – beispielsweise von Fairment – hinzu. Ihr verrührt das Ganze kräftig. Statt der Bakterienkultur könnt ihr auch 1-2 EL von dem bulgarischen Joghurt aus dem Supermarkt hinzugeben. Das Glas könnt ihr nun schließen und in euren Joghurtbehälter geben, der das Glas temperiert.

Schritt 3

Fermentiert die Milch im Joghurtbehälter für ungefähr 10-18 Stunden. Wenn ihr die Bakterienkultur von Fairment verwendet, empfehle ich 15-18 Stunden Fermentation. Wenn ihr den bulgarischen Joghurt verwendet, reichen 10-15 Stunden. Testet nach einiger Zeit einfach mal den Joghurt nach Säure. Je länger er im temperierten Joghurtbehälter steht, umso saurer und fester in der Konsistenz wird er.

Schritt 4

Ihr gießt nun den warmen, fertig fermentierten Joghurt in ein Einmachglas um und stellt ihn in den Kühlschrank. Dort wird er noch einmal fester und ist dann fertig! Er hält sich ungefähr eine Woche.

Kleiner Tipp: Falls ihr den Vorgang wiederholen wollt und erneut Joghurt selber machen möchtet, könnt ihr statt der gekauften Joghurtkulturen auch 2 Esslöffel von dem vorherigen fermentierten Joghurt verwenden, der die Bakterienkultur bereits in sich trägt.

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3 Antworten zu “Anleitung: Joghurt selber machen & fermentieren in 4 Schritten”

  1. Liebe Amelie,
    nachdem ich mich zuletzt an das Ansatzen eines Wasserkefirs (so lecker!!!) und das Ziehen von Sprossen getraut habe, juckt es mich als nächstes in den Fingern Joghurt selber zu machen. Magst du vielleicht ein Update (hier im Artikel oder bei Instagram) geben, wenn du es mit pflanzlicher Milch probiert hast? Kuhmilch kommt für mich nicht in Frage und ich bin noch etwas unsicher, ob das ansonsten genauso gut funktioniert :)
    Danke jedenfalls für den spannenden Beitrag!

    • Liebe Lea, super mit dem Wasserkefir! Da bin ich auch gerade dran. Leider ist mein erster geschmacklich sehr essig-mäßig geworden. Wie schmeckt deiner und wie hast du ihn genau gemacht? Nur mit Wasser, Zucker und getrockneten Früchtern oder hast du noch etwas anderes dazu gegeben? Gerne geb ich dir ein Update, sobald ich es mit pflanzlicher Milch versucht habe! Liebe Grüße!

      • Liebe Amelie,
        puh ich bin leider sehr schlecht darin Geschmäcker zu beschreiben, aber nach Essig schmeckt er auf jeden Fall nicht. Ich habe allerdings gerade vorm Abgießen mal die Nase dran gehalten und da roch es schon etwas nach Essig. Nach dem Abgießen hat es dann aber weder nach Essig gerochen noch geschmeckt.
        Genau, ich habe auch Wasser, Zucker und getrocknete Früchte dazugegeben, aber zusätzlich auch noch einen Schuss Zitronensaft (man kann auch Bio-Zitronenscheiben nehmen). Die Zitrone soll die Ausbreitung ungewünschter Bakterien o.ä. verhindern. Soweit ich weiß sollte das allerdings auch ohne die Zitrone funktionieren, aber vielleicht ist es ja einen Versuch wert.
        Und was mir gerade noch einfällt: ich habe den Wasserkefir diesmal zum ersten mal drei Tage stehen lassen. Ansonsten nur zwei und da hat dann (außer ich habe es nicht bemerkt) nichts nach Essig gerochen.
        Liebe Grüße und ich freu mich auf dein Update
        Lea

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