Darmgesundheit: Unsere Darm-Tests und die besten Tipps, um die Darmflora zu verbessern

3. Juli 2020 von in

Alles begann mit dem Buch „Darm mit Charme“, das ich vor einigen Jahren las und wie so viele danach völlig baff war: Was sich da in unserem sechs bis sieben Meter langen Organ alles abspielt, kann ich nach wie vor kaum glauben. Denn der Darm ist nicht nur die Durchlaufstelle für unser Essen, sondern wie ein Pendel, das den gesamten Körper in Harmonie hält – oder ansagt, wenn etwas aus dem Takt geraten ist. Ein Großteil unseres Immunsystems ist im Darm verankert, und viele verschiedene Bakterienstämme spielen dabei eine entscheidende Rolle: Die Darmflora, auf die in den letzten Jahren immer mehr Augenmerk gelegt wird.

Sie bestimmt etwa, ob wir uns schnell, langsam oder gar nicht einen Infekt einfangen, ob unsere Haut im Einklang ist und sogar, ob wir glücklich sind und Stress besser aushalten. Die Billionen Bakterien in unserem Darm sind sogar mitverantwortlich dafür, ob wir Nahrung schneller oder langsamer verdauen, und wie viel der Körper daraus zieht. Und neben Probiotika, also gesunden Bakterienstämmen, die man einnehmen kann, gibt es noch viele andere Tricks, wie man seiner Darmflora etwas Gutes tun kann.

Seit Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema, Probiotika sind in meinem Alltag zur Selbstverständlichkeit geworden, und immer wieder lege ich mit ihnen temporäre Darm-Kuren ein. Trotzdem beschäftigte mich, wie bei allen Formen von Nahrungsergänzungsmitteln und Supplements von Anfang an die Frage: Wie sieht eigentlich mein Ausgangszustand aus? Schließlich machen sowohl Vitamintabletten als auch Probiotika nur dann Sinn, wenn wirklich ein Mangel besteht, nicht aber, wenn alles harmonisch ist, oder man von irgendwas vielleicht sogar mehr als genug im Körper hat. Weil mich gesundheitliche Themen immer faszinieren, ich aber ein sehr rationaler Mensch bin, hatte ich schon lange das Bedürfnis, mal meinen Status Quo zu checken – aber es war dann doch nie so dringend, als dass ich dafür zum Arzt gegangen wäre. Schließlich fehlt mir nichts, ich möchte die Arzt-Termine niemandem wegnehmen, der sie dringender braucht, nur um mein Interesse zu stillen.

Dann stieß ich auf Femna, und mir war plötzlich klar, dass ich genau so ein Angebot gesucht hatte. Femna Health ist ein Start-up aus Berlin, das sich um ganzheitliche Gesundheitsberatung für Frauen dreht. Die Gründerin Maxie Matthiessen steckt auch hinter der Menstruationstasse Ruby Cup und kam auf die Idee zu Femna, als sie immer wieder Anfragen zu natürlicher Hilfe bei starken Menstruations- oder PMS-Beschwerden bekam. Das Thema natural female health ist die Grundlage für Femna: Mit ausführlicher Beratung aufgrund spezifischer Tests sollen individuelle Lösungen für Beschwerden gefunden werden. Das Femna-Team deckt dabei verschiedene Bereiche ab: Es besteht aus Ärztinnen, Ernährungswissenschaftlerinnen, aber auch Heilpraktikerinnen und sorgt für einen ganzheitlichen Blick, wenn Testergebnisse vorliegen. Diese Tests können zum Beispiel ein umfassender Hormontest sein, ein Test des Stresshormons Cortisol, oder auch der Darm- und Immunsystem-Test.

Genau mit diesem Darm-Test haben Amelie und ich gestartet, für mich folgte danach noch der große Hormontest, von dem ich euch an anderer Stelle noch berichten werde. Alle drei Tests und Beratungen wurden uns kostenfrei zur Verfügung gestellt, unsere Berichterstattung ist aber weder bezahlt, noch beeinflusst. Die Preise für Tests plus Beratungen liegen bei Femna zwischen 50 und 200 Euro, je nach Länge der gewünschten Beratung. Dafür ist sichergestellt, dass sich ausführlich Zeit für einen genommen und der ganzheitliche Blick auf den Körper gewährleistet wird – was ich bei klassischen Arztterminen oft vermisse. Hier kommen unsere Erfahrungsberichte zum Femna Darm- und Immunsystem-Test!

„Der Gesundheitscheck Darm beinhaltet eine Mikrobiologische Analyse der aeroben und anaeroben Leitkeime, Schimmelpilze, Hefen (Candida albicans und Candida spp.) sowie die quantitative Untersuchung auf Verdauungsrückstände. Der Test umfasst auch folgende Analyse: α-1-Antitrypsin, Calprotectin, Gallensäuren, Pankreas-Elastase, sekretorisches IgA.“

Das Ziel des Darmtests ist es, Beschwerden wie Verdauungsprobleme, Blähungen und Blähbauch, Abgeschlagenheit und Müdigkeit, ein schwaches Immunsystem, Zyklusstörungen, Akneprobleme oder fehlende Libido, oder auch wiederkehrenden Vaginalpilz aus Sicht der Darmbeschaffenheit zu betrachten. Die Ursachen für all diese Probleme können, müssen aber nicht im Darm liegen – sicher kann man sich erst sein, wenn das Darm-Milieu einmal gründlich unter die Lupe genommen wird.

Ablauf: Im Vorfeld bekommt man ein Darmtest-Kit zugeschickt, in dem genau erklärt wird, was man bei der Probenentnahme beachten soll. Die Probe schickt man im beigefügten Umschlag an das Testlabor medivere, und bekommt nach wenigen Tagen ein umfangreiches Ergebnis zugeschickt, das man auch online einsehen kann. Anschließend wird ein telefonischer Beratungstermin vereinbart, in dem einem die Testergebnisse erklärt und individuelle Ratschläge gegeben werden.

Milena

In meinem Testergebnis war zu sehen, dass ich immer wieder Probiotika einnehme: Fast alle Bakterienstämme, die im Darm vorkommen sollen, waren vorhanden und im grünen Bereich. Nur der Wert der Escherichia coli Bakterien war etwas zu hoch: E.coli Bakterien kennt man als Erreger von Darmerkrankungen, die man zum Beispiel durch verunreinigtes Wasser aufnehmen kann, doch nicht alle E.coli Bakterien sind von dieser Art. Die meisten davon sind im Darm ganz richtig, da sie ein wichtiges Schutzschild bilden. Werden es aber zu viele, können sie das Darmmilieu aus dem Gleichgewicht bringen und für klassische Darmthemen wie Blähungen oder Verdauungsbeschwerden führen. Eine Ursache für erhöhte E. coli Bakterien kann viel Rohkost sein, die nicht genug gewaschen wurde, aber auch, wie bei vielen Darmthemen, eine zu Zucker- und Kohlenhydratreiche Ernährung. Das Ungleichgewicht dieser Bakterien führt auch zu einem ph-Wert, der aus der Balance gebracht wurde: Im Darm braucht man ein saures Milieu, bei mir war es etwas zu alkalisch. Insgesamt war aber alles ziemlich gut in Balance, und ich habe nur einige Anregungen bekommen, was ich künftig zum Ausgleich machen könnte.

Amelie

Als ich mein Testergebnis zugeschickt bekam, war ich erstmal überfordert. Mit vielen Begriffen konnte ich gar nichts anfangen. Doch je länger ich mich mit dem Test beschäftigte, umso mehr verstand ich ihn. Das Ergebnis ist in verschiedene Kategorien unterteilt: Florastatus, Fäulnisflora, Säuerungsflora, Pilze, und einige mehr. Anschließende Tabellen erklären, ob man sich im grünen oder im roten Bereich der jeweiligen Kategorien befindet. Der Candida-Pilz beispielsweise ist einer der bekanntesten Darmpilze, den die meisten Menschen in sich tragen. Ein gewisser Prozentteil der Menschen jedoch leidet unter ihm, wenn er sich im Darm ausbreitet (also im roten Bereich ist). Dagegen hilft nur der Verzicht auf Zucker und Weizen, gerade in den ersten Wochen besonders streng, da sich der Pilz insbesondere von Zucker ernährt. Ich selbst habe schon immer mit einem Reizdarm zu kämpfen und gewann aus meinem Befundbericht mit anschließendem Gespräch einer Heilpraktikerin, wie ich dagegen vorgehen kann. Da ich nicht so regelmäßig Probiotika zu mir genommen habe, waren auch ein paar Tabellen in der Säuerungsflora im roten Bereich. Diese versuche ich künftig mit Probiotika auszugleichen sowie die Flora langfristig mit fermentierten Gerichten aufzubauen. Ich habe beispielsweise damit angefangen, Joghurt selbst zu machen, da dieser dadurch lebendige Milchsäurebakterien entwickelt, die in herkömmlichen Joghurten aus dem Supermarkt nicht mehr vorhanden sind. Ein Rezept und eine ausführliche Erklärung dazu findet ihr hier. Die Anregungen der Heilpraktikerin waren sehr hilfreich und ich bin gespannt, wie sich meine Darmflora in der nächsten Zeit entwickelt.
Die Tipps: Mehr auf Zucker zu verzichten, ist natürlich nicht nur für den Darm eine gute Sache, und kann helfen, die Bakterien wieder in Balance zu bringen.
Besonders unterstützend wirkt dabei auch faserige, ballaststoffreiche Ernährung: viel Gemüse, aber auch Flohsamenschalen oder Akazienfasern. Beides sind absolute Joker im Bereich der Darmgesundheit, denn sie sorgen für eine gute Verdauung, reinigen den Darm, bauen die Schutzschicht des Darms auf und sind vor allem auch das ideale Futter für die gesunden Bakterienstämme.
Ein weiterer guter Tipp ist ein Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser zum Frühstück: Er regt nicht nur den Stoffwechsel an und stillt den Zucker-Appetit, sondern desinfiziert den Darm und schützt vor schädlichen Darmkeimen.
Und eine regelmäßige Einnahme von Probiotika ist sowieso das Beste, um dem Darm die guten Bakterienstämme zuzuführen, die er braucht, und die sich irgendwann von alleine vermehren und die Überhand gewinnen können.

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5 Antworten zu “Darmgesundheit: Unsere Darm-Tests und die besten Tipps, um die Darmflora zu verbessern”

  1. Hallo ihr Lieben,
    Erst mal: toll, dass ihr euch mit solchen Themen auseinandersetzt!
    Ich arbeite selber in der Diagnostik-Branche und muss leider sagen, dass man bei solchen Anbietern auch sehr vorsichtig sein muss. Auf der Seite von Femna wird beispielsweise nirgendwo angegeben, welche Tests sie verwenden und ob diese CE markiert sind. Falls nicht, kann man nicht davon ausgehen, dass die Tests wirklich aussagekräftig sind.
    Außerdem sind eure Aussagen teilweise nicht wissenschaftlich belegt (Apfelessig) und ich denke es wäre wichtig, bei solchen Themen auch mal Quellen anzugeben.

    • Liebe Isabella,
      mit deinen Anmerkungen hast du total recht, und auch ich war zunächst skeptisch. Allerdings sind die Tests CE markiert, und wir haben von Femna auch die Urkunden der Deutschen Akkreditierungsstelle zur Verfügung gestellt bekommen, die dem Partnerlabor Medivere/Ganzimmun die Kompetenz gibt, die Untersuchungen durchzuführen.

      Wir von amazed sind natürlich keine Ärzte und werden hier keine wissenschaftlich untermalten, medizinischen Aussagen treffen. Apfelessig oder Flohsamenschalen sind klassische „Hausmittel“, die man für die Verdauungsunterstützung für sich ausprobieren kann, und die eben von den Expertinnen bei Femna empfohlen wurden. Die Quelle ist also in diesem Fall: https://femna.de/unser-team-stellt-sich-vor/

      Mir geht es gerade aber grundsätzlich darum, für so „schwammige“ Beschwerden wie PMS, Verdauungsprobleme oder Menstruationsbeschwerden unterschiedliche Ansatzpunkte zu finden, und dabei wegzugehen vom reinen medizinischen Blickwinkel und bestimmten Medikamenten. Ob Dinge wie Wärmflaschen, ätherische Öle, Massagen, Flohsamen und Apfelessig oder bestimmte Ernährungsveränderungen einem helfen, kann man oft nur für sich herausfinden, ohne dass es immer wissenschaftliche Grundlagen dafür gibt. Wobei mir gerade Flohsamenschalen und auch Apfelessig beides auch schon von Ärzten empfohlen wurde. All diese Dinge sind aber bewusst nichts, was negative Effekte haben kann. Wir würden hier keine Medikamente mit Nebenwirkungen empfehlen, aber eben solche Hausmittel oder Achtsamkeits-Themen, mit denen wir persönlich auch gute Erfahrungen gemacht haben.

  2. Liebe Milena,
    ich muss mich dem unguten Gefühl von Isabella leider anschließen. Deine Argumentation zu den Hausmitteln kann ich gut nachvollziehen. Allerdings besteht für mich ein deutlicher Unterschied zwischen der Empfehlung von Apfelessig, den ich für 2€ unkompliziert ausprobieren kann und dem Bewerben eines Produktes für über 100€. Zumal das Unternehmen ja nicht nur die Tests verkauft, sondern ebenso die passenden Produkte zu den Testergebnissen. Eine unabhängige Beratung scheint mir da schwierig.
    Wie du schreibst, seid ihr natürlich keine Ärztinnen und könnt verständlicherweise keine medizinischen Aussagen treffen. Daraus folgt für mich aber auch der Umkehrschluss keine medizinischen Produkte zu empfehlen, da einfach die Grundlage fehlt, um diese bewerten zu können.
    Liebe Grüße

    • Liebe Leke, die Tests, die bei Femna angeboten werden, kann man auch alle über die Krankenkasse beim Hausarzt machen. Den Hormontest habe ich beispielsweise parallel beim Arzt als Bluttest und bei Femna als Speicheltest gemacht, um beide Ergebnisse vergleichen zu können. Das Thema Darmflora und das Thema Hormonbalance sind einfach beides gerade sehr weit verbreitete „Lifestyle-Trend-Themen“, mit denen sich viele vor allem Frauen anfangen zu beschäftigen. Ich fand die Herangehensweise von Femna spannend, um zu sehen, was man bei beiden Themen überhaupt über seinen Körper herausfinden kann, und die ganzheitliche Betrachtung mit viel Zeit, die man beim Hausarzt nicht immer hat. Ob man sich überhaupt testen lässt, das beim Arzt oder sonst wo machen lässt, ist ja wirklich nicht das Thema. Es geht mir hier nur um den Einblick ins Thema, das wir übrigens in den letzten Jahren auch schon mit anderen Expertenstimmen beleuchtet haben. Wer das Thema Darmflora noch nie gehört hat, kann erste Infos dazu mitnehmen. Wie man selbst mit gesundheitlichen Themen umgeht, ob man zB sowas wie Apfelessig in seinen Alltag integriert, egal wie die Ausgangslage ist, oder ob man zB mit deinem Arzt tiefer einsteigen will, ist gar nicht die Frage des Artikels, sondern jedem selbst überlassen. Wir wollen auf amazed immer über die Themen berichten, die uns selbst interessieren und weitergeholfen haben, deshalb thematisieren wir das Thema Darmflora immer wieder gerne.

    • Liebe Leke und liebe Isabella,

      hier schreibt die Gründerin von FEMNA, Maxie. Vielen Dank für eure Anmerkungen.

      Wie Milena schon schrieb arbeiten wir über ein akkreditiertes Partnerlabor, die nur mit CE markierten Tests arbeiten. Auf der neuen Verpackung, die wir zukünftig anbieten, werden wir dies auch klarer vermerken.

      Das „Problem“, dass FEMNA auch Produkte anbietet ist uns sehr bewusst und wir können es mit unserer Firmengeschichte einmal beleuchten: FEMNA ist als Produktfirma gestartet und wir haben dann so viele Anfragen von Frauen bekommen, dass wir auch einen Beratungsservice und Aufklärung durch Fachtherapeutinnen und Heilpraktikerinnen anboten. Diese Beratung machte für uns Sinn in Verbindung mit den Home-Tests, die inzwischen ein fester Bestandteil unserer Beratungen sind. Auf Sicht werden wir unsere Produkte allerdings aus dem Sortiment nehmen, da wir uns aktuell einfach mehr in Richtung Beratung und Home-Tests entwickeln. Herzliche Grüße! Maxie

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