Immunsystem, schöne Haut, Ausgeglichenheit: Was wir mit unserer Darmflora beeinflussen können

9. Juli 2018 von in

Vor ein paar Wochen explodierte mein Instagram-Postfach. Es war ein Samstagmorgen und ich hatte gerade mein Glas gezeigt, in das ich Darmbakterien in Pulverform gerührt hatte, ein Ritual, das sich bei mir seit ungefähr zwei Jahren langsam eingeschlichen hat. Alles begann mit der Lektüre von Darm mit Charme, die mir ein völlig neues Universum darlegte: Dass unser Essen einmal durch den Darm muss, war mir klar. Dass hier allerdings 100 Billionen Bakterien sitzen, die sich ständig verändern können, und diese Darmflora die Fäden unseres gesamten Organismus zieht, davon hatte ich noch nie gehört. Ob wir uns schnell oder langsam einen Infekt einfangen, ob unsere Haut im Einklang ist und sogar, ob wir glücklich sind und Stress besser aushalten – all das wird zu großen Teilen vom Darm mitbestimmt. Und gerät die Darmflora aus dem Takt, spüren wir das nicht nur in Form von Bauchschmerzen, sondern der ganze Körper kann aus den Fugen gehoben werden.

Ich begann, mich mit dem Thema der Darmflora zu beschäftigen, machte meine erste Probiotika-Kur zum Wiederaufbau nach Antiobiotika-Tabletten, und tauchte Schritt für Schritt immer tiefer in die Materie ein. Momentan nehme ich fast täglich Probiotika und sogar zusätzliches Futter für die kleinen Bakterien ein, damit sie sich in meinem Körper wohlfühlen, bleiben und vermehren. Spannend ist: Neben dem Immunsystem, der Haut oder der Psyche soll sogar die Art der Essensverwertung mit Probiotika beeinflusst werden können – doch dazu später mehr.

In meiner Instagram-Story fragte ich euch, ob ihr mehr zum Thema wissen wollt, und noch nie habe ich so viele Nachrichten auf einmal bekommen. Also habe ich mich an die Darmexpertin schlechthin gewandt, und ihr all die Fragen gestellt, die mir und euch auf dem Herzen lagen: Mag. Anita Frauwallner ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für probiotische Medizin und leitet seit 25 Jahren das österreichische Institut Allergosan, das zum einen Vorreiter in der Forschung um probiotische Medizin ist, zum anderen auch einer der führenden Anbieter von Probiotika. Am Anfang dachte ich, Probiotika sind eben Probiotika. Allergosan macht mit seinem Spektrum an spezifischen Darmbakterien aber noch ein ganz neues Universum auf, das mich erstmal noch viel verwirrter zurückgelassen hat. Also entschied ich mich, Frau Frauwallner einfach all meine Fragen zu stellen – ganz wichtig hier im Zusammenhang, dass Allgergosan eigene Produkte verkauft: das Interview entstand ohne Sponsoring im Hintergrund, mir wurden zu meiner schon existierenden Auswahl an Probiotika aber eine Auswahl an Allergosan-Probiotika zur Verfügung gestellt. Sehr ausführlich beantwortete die Expertin mir also meine Fragen – und weil das Gespräch so umfangreich war, gibt es davon zwei Teile. Hier kommt Teil 1, die Einführung in die Welt der Darmflora – Teil 2 beschäftigt sich dann mit einer ganz spezifischen Form der Probiotika, die denjenigen helfen sollen, die trotz viel Sport und gesunder Ernährung Probleme mit ihrem Körpergewicht haben.

80% unseres Immunsystems ist im Darm verankert – wie hängen Darm und Immunsystem zusammen, und welche Rolle spielt die Darmflora noch für unseren Körper und unsere Psyche?

Im Darm sitzen etwa 100 Billionen Bakterien, die in ständigem Austausch mit allen Geweben unseres Körpers sind. Nicht nur mit dem Darm selbst, sondern indirekt auch mit dem Herz, der Leber, dem Gehirn. Dieser ständige Austausch trägt dazu bei, dass u.a. unser Immunsystem gut funktioniert. 80% der Immunzellen befinden sich im Darm – folglich lässt sich das Immunsystem auch über den Darm beeinflussen: und zwar beispielsweise über die Ernährung. Sehr oft ist jedoch zusätzliche Hilfe nötig: hier leisten hochwertige Probiotika volle Arbeit. Es reichen allerdings nicht die im Joghurt enthaltenen probiotischen Bakterien, da sich diese im menschlichen Darm nicht ansiedeln können und nach 1-2 Tagen wieder ausgeschieden werden. Führen wir statt Bakterien aus der Kuh solche aus humanem Ursprung einem menschlichen Darm zu, dann können diese weit besser agieren, denn sie kennen ihr Umfeld und wissen, was ein menschlicher Organismus benötigt.

Unsere Gesundheit beginnt gewissermaßen im Darm: Nur wenn unsere Verdauung intakt ist, fühlen wir uns rundum wohl. Ist die Darmflora gestört, können wir das auch körperlich zu spüren bekommen: Verdauungsstörungen wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Verstopfungen, chronisch-entzündliche Krankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder auch Reizdarm können die Folge sein. Auch Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten entstehen bei manchen Menschen. Brisant, und eine relativ neue Erkenntnis ist, dass eine gestörte Darmflora auch Auslöser für psychische Probleme sein kann. Rund heraus gesagt weiß die Mikrobiomforschung mittlerweile, dass ein Großteil der Erkrankungen, die einen Menschen treffen können, entweder durch eine Veränderung der Darmflora ensteht oder zumindest durch eine Dysbiose, also ein Ungleichgewicht der Bakterien im Darm, mit beeinflusst werden kann.

Die Darmflora besteht aus 100 Billionen Bakterien und verändert sich ständig, das bekannteste Beispiel für eine gravierende Veränderung ist die Einnahme von Antibiotika, wodurch viele Darmbakterien abgetötet werden. Welche Faktoren unseres Alltags beeinflussen sonst noch unsere Darmflora?

Grundsätzlich beeinflusst die Art und Weise, wie wir leben, aber vor allem was wir an Nahrung zu uns nehmen, unsere Darmgesundheit. Genügend Bewegung, viel Trinken (idealerweise stilles Wasser oder Tees) und eine ballaststoffhaltige und gesunde Ernährung unterstützen den Darm tatkräftig.

Aber auch Medikamente können die Zusammensetzung unseres Darmmikrobioms und die Beschaffenheit der Darmschleimhaut mit verändern – meist hin zum Schlechteren. Ist eine Antibiotikaeinnahme nötig, ist es wichtig zu wissen, dass Antibiotika neben Krankheitserregern auch „gute“ Bakterien im Darm, aber auch in der Scheide oder der Blase angreifen und die Darmflora langfristig negativ beeinflussen. Praktisch immer geht auch eine massive Zerstörung der Darmschleimhaut einher – und hartnäckige Durchfälle können die Folge sein. Eine Lösung sind hier spezielle Probiotika, die begleitend zur Antibiotikagabe und darüber hinaus eingenommen werden, um eine schützende Flora aufrechterhalten zu können. Andererseits auch um das Auftreten von Antibiotika-assoziierten Durchfallepisoden zu reduzieren.

Besonders stark kann die Darmflora durch (insbesondere chronischen) Stress aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch bilden sich an der Darmschleimhaut Entzündungen, welche einerseits zum Absterben der Bakterienflora beitragen, aber vor allem auch die Tight Junctions auflösen. Dies sind Membranproteine, die an sich verhindern sollten, dass Krankheitserreger und Giftstoffe unkontrolliert durch die Darmwand und in der Folge auch ins Blut, in die Lymphgefäße oder die Nervenleitbahnen eindringen können. Das Ergebnis ist ein sogenanntes Leaky Gut-Syndrom, also ein „löchriger Darm“. Mit der Einnahme von aktiv entzündungshemmenden Bakterienstämmen kann man diese erhöhte Durchlässigkeit des Darms wieder in den Griff bekommen. Wir werden stressresistenter, können wieder besser schlafen und sind weniger aggressiv und depressiv.

Was ist eine „gute“ Darmflora und wie finden wir heraus, wie es um unsere Darmflora steht?

Eine „gute“ Darmflora besteht aus einer ausgewogenen Verteilung und Zusammensetzung an Bakterien. Idealerweise sind solche in der Überzahl, die keinerlei pathogenes (also „krankmachendes“) Potential besitzen. Ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten (Dysbiose), meldet sich unser Körper von sich aus und äußert dies durch die vielfältigsten Symptome. Diese können eher unterschwelliger Art sein, wie etwa Müdigkeit, Schlappheit, schlechte Laune und unreine Haut, oder aber ernstzunehmende physische und psychische Probleme (siehe oben). Allerdings ist es gar nicht so leicht, auf den Darm als Ursache allen Übels zu kommen, wenn Krankheitsbilder bzw. Symptome auftreten, die oft auf den ersten Blick nichts mit ihm zu tun haben.

Tatsächlich gibt es auch Labortests, die Auskunft über die Darmsituation geben. Mit einer einfachen Stuhlprobe lassen sich hier im Labor eine Reihe von Faktoren bestimmen, die Auskunft darüber geben können, was im Darm nicht stimmt. Es können die Bakterienzusammensetzung im Darm, Verdauungsrückstände, Pilze, die Beschaffenheit der Darmschleimhaut und vieles mehr, „aufgedeckt“ werden.

Welche Rolle spielen Zucker und Kohlenhydrate für die Darmflora?

Um es kurz zu sagen: Zucker schmeckt gut, tut aber überhaupt nicht gut. Während Zucker früher als teures Gewürz galt und sparsamst verwendet wurde, ist es heute häufig eine billige Hauptzutat – und so essen wir mittlerweile etwa doppelt so viel Zucker, als es die Ernährungsmedizin für gesund erachtet! Diese Menge an „leeren Kohlenhydraten“ macht dick und krank und sorgt zudem für ein falsches Milieu im Darm: der pH-Wert verändert sich, es entsteht durch Fermentierung Alkohol, der die Leber schädigt, und neben quälenden Blähungen und übelriechenden Stühlen werden auch spezielle Formen der Firmicutes, also Dickmacher-Bakterien, immer mehr – und wir nehmen unaufhörlich zu. Zuckerkarenz ist also der erste Schritt zu einer guten Figur und nachhaltigen Gesundheit! Und was die Veränderung der Darmflora durch Zucker betrifft: pathogene Keime mögen Zucker und sind deswegen bei erhöhtem Zuckerkonsum auch in erhöhter Konzentration im Darm zu finden. Sie und auch die von ihnen produzierten Toxine!

Es gibt ziemlich viele Probiotika-Präparate auf dem Markt – wie findet man heraus, welches am besten für die eigene Darmflora geeignet ist?

  1. Zuerst einmal sollte man auf die Qualität der Produkte schauen, denn das schönste Outfit sagt noch lange nichts darüber aus, was tatsächlich im Produkt drinnen ist! Da kann man Freunde fragen oder den Arzt, die Apothekerin, welche Erfahrungen die gemacht haben.
  2. Spürbare Wirkung: ein genau für mich passendes Probiotikum spürt man oft schon innerhalb weniger Tage, spätestens jedoch sind Erfolge innerhalb eines Monats spürbar. Und gerade wenn es in den ersten Tagen zwickt, oder der Bauch sich komisch anfühlt, ist dies ein Zeichen, dass im Darm “aufgeräumt“ wird. Glücklicherweise spüren dies nur etwa 5% der Menschen.
  3. Wissenschaftlich geprüft: Fragen Sie bei den einzelnen Herstellern nach, ob sie Studien mit ihren Probiotika gemacht haben, denn dann weiß man auch, bei welcher Indikation die besten Erfolge erzielt wurden. Das Institut Allergosan greift mittlerweile auf über 25 Jahre Erfahrung mit Probiotika, die zu den besten am Markt zählen, zurück. Es sind sogenannte Synbiotika, die durch evidenzbasierte Studien klinisch geprüft sind. Alle Stämme, die wir verwenden, sind molekulargenetisch sequenziert, nach höchsten Sicherheitsstandards geprüft und sind frei von künstlichen Farbstoffen, Emulgatoren, aber auch von Lactose, Hefe und Gluten. Der Grund dafür liegt einfach darin, dass hinter jeder Produktentwicklung bei uns im Institut ein Patient mit einer langen Leidensgeschichte steht. Wenn Sie den Menschen kennen, für den sie ein Probiotikum entwickeln, dann steckt da einfach mehr Engagement und mehr wissenschaftliches Herz dahinter, als wenn Sie einfach nur Laborergebnisse aneinanderreihen.

Die Darmflora ist allein durch die eigene Ernährung ständigen Schwankungen unterworfen – kann mit der Einnahme von bestimmten Probiotika die Darmflora überhaupt nachhaltig verändert werden, oder nur temporär bzw. während der Einnahme, und kann dadurch überhaupt ein nennenswerter Effekt entstehen?

Nennenswerte Effekte zeigen sich wunderbar in unseren wissenschaftlichen Arbeiten. Da sind diese klar – und meist auch plazebokontrolliert – dokumentiert. Ob diese stabil bleiben können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein essentieller Faktor ist der Patient selbst. Mit der Wahl der Nahrungsmittel, aber auch grundsätzlich mit seiner eigenen Lebensweise, hat man vieles selbst in der Hand. Die Dauer und Stärke der sowie natürlich die Grunderkrankung selbst sind weitere wichtige Faktoren, die darüber mit entscheiden, ob bei einem bestimmten Patienten die durch die Probiotika generierten Effekte stabil bleiben. Diese Frage ist auch damit zu beantworten, dass es auf die Dauer der Einnahme ankommt. Nach 2 Wochen werden vielleicht nur 5% einen dauerhaften Effekt haben, nach einem Jahr hingegen 90%.

Was bringt eine einmonatige Probiotika-Kur im Vergleich zu einer dauerhaften Einnahme, und wann ist was davon empfehlenswert?

Wir empfehlen, Probiotika mindestens einen Monat lang einzunehmen, um spürbare Effekte zu erfahren. Im Vergleich zu einer dauerhaften Einnahme ist die Wirkung hier allerdings in vielen Fällen temporär begrenzt. Die individuell empfohlene Einnahmedauer hängt aber natürlich auch vom Zustand des Darms, einer eventuellen Grunderkrankung, dem Lebensalter und dem Lebensstil ab. Eine allgemeine „Faustregel“ lautet: 1 Monat Probiotika für jedes Jahr mit Beschwerden.

Bei Bedarf – z.B. einem sehr stressigen Lebensstil – kann man OMNi-BiOTiC® zeitlich unbegrenzt einnehmen, denn die in den Produkten enthaltenen Bakterienstämme kommen alle von Natur aus im menschlichen Darm vor. Der Mensch selbst ist es, der ihnen den Aufenthalt in seinem Darm vermiest. Und Bakterien können sich bei einer Veränderung des Darmmileus sehr einfach dafür entscheiden, Ihren Darm auf immer und ewig zu verlassen. Dann ist es sinnvoll, jeden Tag jene Symbionten wieder zuzuführen, die man selbst vertrieben hat.

Vielen Dank für den ersten Teil des Gesprächs – in Teil 2 wird noch tiefer in die Darmthematik eingetaucht und die Frage beantwortet, welche Rolle Darmbakterien für die Nahrungsverwertung spielen können!

Bilder aus der Collage: Lyon Road Art & MimiPrints

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2 Antworten zu “Immunsystem, schöne Haut, Ausgeglichenheit: Was wir mit unserer Darmflora beeinflussen können”

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