Female Health: Warum ein Hormontest uns mehr sagen kann, als wir denken

13. Juli 2020 von in

Meinen ersten Hormontest habe ich vor über fünf Jahren machen lassen. Von meiner Frauenärztin war ich zum Endokrinologen geschickt worden, um die hormonell bedingte Krankheit PCOS wegen eines kleinen Anhaltspunktes auszuschließen – der Hormontest brachte Klarheit, es war alles in Ordnung, meine männlichen Hormone einen Tick erhöht, aber ich wurde schnell mit einem Zettel kryptischer Hormonwerte und den Worten nach Hause geschickt, dass schon alles ok sei. Die nächsten Jahre machte ich mir keine Gedanken mehr darüber, bis ich mal wieder auf das Thema PCOS stieß: Eine bekannte Bloggerin sprach über ihre Diagnose, über ihre daraus resultierende Unfruchtbarkeit, ihre Gewichtszunahme und das psychische Tief, in das sie gefallen war. Ich ließ mich nochmal auf das Polyzystische Ovariensyndrom testen, diesmal nicht nur mit einem Hormontest, sondern auch mit Ultraschall, und konnte es wieder für mich ausschließen.

Nun fing ich aber an, mich mehr in das Thema der Hormone einzulesen – und in all die Dinge, die damit zusammenhängen können.

Hormonspiegel TestEndometriose ist zum Beispiel eine weitere Krankheit, die mit einer Hormonstörung zusammenhängen kann, und unter der viele Frauen leiden, ohne überhaupt mal etwas davon gehört zu haben. Zyklusstörungen und -beschwerden, verstärkter Haarwuchs oder Haarausfall, Hautprobleme, extreme PMS-Symptome, eine sehr starke Periode, Zysten oder Unruhe, Stress und Anxiety: All das sind Beschwerden, die ihren Ursprung im Hormonspiegel haben können. Und natürlich die große Frage, die viele Frauen um die Dreißig beschäftigt: Bin ich eigentlich fruchtbar und könnte ich gerade schwanger werden, wenn ich es denn wollte?

Als ich auf Alisa Vitti und das Them Cycle Syncing stieß, wurde ich besonders neugierig. Denn mit den vier Phasen den Zyklus und den damit verbundenen Veränderungen im Hormonspiegel hatte ich mich davor noch nie befasst. Aber es klingt plausibel, dass ein Hormon-Peak um den Eisprung für gute Laune und viel Kraft sorgen kann, während der abfallende Östrogen-, Progesteron- und Testosteronspiegel bis zur Periode für weniger Energie und mehr Lust aufs Alleine-sein als unter Leute zu gehen verantwortlich sein kann.

Natürlich ist unser Befinden immer ein Mix aus wahnsinnig vielen Faktoren. Durch die Menstruation, aber auch Erfahrungen mit hormoneller Verhütung wie die Pille wissen wir allerdings, dass unser Hormon-Cocktail auch Einfluss auf unsere Stimmung haben kann – und allein das ist für mich interessant genug, das Ganze genauer zu betrachten.

Denn wenn ich eines gerne erreichen würde, dann meine Emotionen besser zu verstehen und mich ihnen weniger ausgeliefert zu fühlen.

Nach dem Thema Cycle Syncing wollte ich nun genauer wissen, was es mit den Hormon-Tests auf sich hat. Und so ließ ich in den letzten Wochen rein zu Recherchezwecken nochmal meine Hormone testen – und zwar auf zwei unterschiedliche Arten: Von einem Facharzt und von der Frauenberatung Femna, per Blut- und per Speichelprobe. Von Fachärzten sind Speichelproben umstritten, da es zu wenige verlässliche Referenzwerte gibt. Allerdings rechnen auch Ärzte ihnen einen Vorteil an: Speicheltests messen die sogenannten freien Hormone, die der Körper direkt nutzen kann, Bluttests die gebundenen Hormone – mehr Infos dazu hier. Eine ganzheitliche Betrachtung der Hormonwerte auf Basis einer Speichelprobe, wie sie Femna und andere Labore anbieten, bleibt umstritten und war für mich deshalb nur ein Teil der gesamten Betrachtung. Weil ich in der Vergangenheit auch bei Hormon-Fachärzten den besonderen Blick auf das Thema Frauengesundheit aber sehr vermisst habe und mir hierzu viel mehr Aufklärung gewünscht hätte, habe ich beide Tests kombiniert. Hier kommen meine individuellen Erfahrungen damit, die für jeden anders aussehen und nur ein Einblick in das Thema sein sollen, keine medizinische Beratung!

Zuerst habe ich meine Hormone in einer endokrinologischen Praxis testen lassen, was über die Krankenkasse möglich ist. Endokrinologie-Fachärzte sind Hormon-Spezialisten, die die Hormone per Blutabnahme testen und ein umfangreiches Blutbild machen. Hier werden zum Beispiel auch die Leukozyten gemessen, die Infektionen oder Entzündungen im Körper anzeigen können, Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Calcium, Cholesterin, Vitamin D oder auch Insulin. Und daneben verschiedenste Hormone, wie die Sexualhormone Testosteron, Progesteron, Östradiol oder auch das Stress-Hormon Cortisol, das wie alle anderen in einer bestimmten Dosis auch sehr wichtig für den Körper ist. Diesmal waren meine Hormone bis auf den ewigen Vitamin-D-Mangel alle, wenn auch teilweise knapp, im Referenzbereich und somit alles in Ordnung.

Der Femna-Hormontest gab ein etwas anderes Bild ab: Mein Cortisolwert war sehr erhöht, das damit in Verbindung stehende Hormon DHEA ebenfalls und das Östrogen Estriol vermindert. All das sind keine gravierenden Abweichungen, die beispielsweise auf Krankheiten wie PCOS oder Endometriose hinweisen können – für Frauen, die allerdings besonders starke Menstruationsbeschwerden, Zyklusstörungen oder Symptome wie Haarwuchs oder Haarausfall haben, kann sich hier ein anderes Bild geben. All diese Symptome müssen natürlich nichts mit den Hormonen zu tun haben, es kann aber Sinn machen, sie sich mal anzusehen.

Wie bei den Darmtests gab es auch zum Hormontest wieder eine Beratung von Femna, die mir die einzelnen Werte erklärte. Der erhöhte Cortisolwert passte ziemlich genau zu meinem beruflichen Stresspegel der letzten zwei Wochen, der nach der ganzen Quarantänezeit zum ersten Mal wieder auf das alte Niveau hochgeschnellt war, und mich wie so oft nach vielen durchgepowerten Tagen total erschöpft zurückließ. Dass solche extremen Stressphasen mir nicht gut tun, weiß ich schon lange – dass bewusste Pausen und Entspannungstechniken auch den Cortisolspiegel Schwarz auf Weiß senken können, ist für mich ein sehr hilfreicher Gedanke.

Mein Fazit zu den beiden Hormontests: Wer mit Zyklusstörungen, Menstruationsbeschwerden, PMS oder gar stärkeren der oben genannten Symptome zu kämpfen hat, der kann vieles ausprobieren. Mönchspfeffer, Sport, gesunde Ernährung und den Darm auf Vordermann bringen, der den Hormonspiegel auch stark beeinflusst. Je stärker die Beschwerden, desto mehr Sinn kann es aber auch machen, die Hormone einfach mal durchchecken zu lassen – ob beim Facharzt oder an anderer Stelle ist dabei natürlich jedem selbst überlassen. Endometriose-Diagnosen haben schon vielen Frauen geholfen, nicht mehr jeden Monat unter extremen Schmerzen zu leiden. Und auch ein bewussterer Umgang mit der Ernährung, dem Körper und der eigenen Psyche kann helfen, Krisenzeiten wie PMS besser in den Griff zu bekommen. Die Beschwerden, von denen Frauen betroffen sein können, sind vielfältig und komplex – sie müssen nicht, aber sie können mit den Hormonen zusammenhängen.
Foto: Anna Shvets

– Der Femna Hormontest wurde mir für diesen Artikel kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Artikel wurde nicht davon beeinflusst und ist keine medizinische Beratung. Bitte holt bei Beschwerden als erstes einen ärztlichen Rat ein! –

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