Ausflugstipp: Schneewanderung am Spitzingsee

29. Januar 2019 von in

Wenn man tief einatmet, sein Gesicht in die Sonne streckt und seine Ohren spitzt, hört man – nichts. Hier oben ist es so ruhig. Es scheint, als hätte der Schnee alle Geräusche verschluckt. Kein Vogel piepst, kein Knarzen der Bäume, nur hin und wieder ein Tropfen, der auf die Eisschicht prallt, weil die Sonne den Schnee in den Baumwipfeln zum Schmelzen bringt.

Der Spitzingsee ist ein beliebtes Wander- und Skigebiet. Ein Münchner Hausberg sozusagen. Hier zieht es im Sommer die Massen in die Berge, nah am Tegernsee, oberhalb des Schliersees, scheint die Welt noch in Ordnung. Im Winter tummeln sich hier die Skifahrer, diesen Winter sind die Skibedingungen geradezu grandios. Frau Holle hat alle Arbeit geleistet.

Ans Spazierengehen denkt hier im Winter kaum jemand, und doch haben wir es vergangene Woche getan. Ganz umrunden konnte man ihn nicht, den zugefrorenen See, dafür umso mehr die Ruhe und Sonne genießen. Los ging es am Rundweg des Spitzingsees, die ersten Meter durch den Schatten. Bibbernd sehnten wir uns der Sonne entgegen, die an der nächsten Kurve schon lauerte.

Welche Strahlkraft sie hatte, bemerkten wir dann wenige Meter weiter. Plötzlich wurde uns ganz warm, und das im wahr gewordenen Winter Wonderland. Ein kurzer Halt auf eine Bank, Vitamin D tanken. Anschließend ging es weiter, vorbei an drei bis vier Meter hohen Schneemauern, Eiszapfen und der Kirche.

Später bogen wir ab und fanden uns oberhalb einer Skipiste wieder. Die Sonne im Rücken beobachteten wir die kurvenschwingenden Skifahrer aus der Ferne. Das letzte Mal, dass ich auf einem Snowboard stand, ist lange her. Zu groß ist meine Angst vor Verletzungen, aber in diesem Moment überkam mich dann doch fast die Lust, mal wieder aufs Brett zu steigen. Vielleicht wird das dieses Jahr doch nochmal ausprobiert.

Auf dem Rückweg blieben wir noch einmal auf einer Bank sitzen, sogen die Ruhe in uns auf und genoßen die Natur in ihrer schönsten Pracht. Vereinzelte Hundebesitzer kamen uns entgegen, ansonsten waren wir hier so gut wie allein. Wer sich einen Tee und vielleicht sogar einen kleinen Snack einpackt, kann hier eine längere Rast in der Sonne machen. Ein Café braucht es dann nicht.

Es gibt wenig, was mich glücklicher macht, als die pure Natur. Noch schöner ist es, wenn man sie in Ruhe und fast allein genießt. Mein Herz sehnt sich immer wieder raus aus der turbulenten Großstadt rein ins ruhige verlassene Idyll. Hier oben am Spitzingsee hatten wir es gefunden.

Nur das Knirschen des Schnees unter unseren Schuhen begleitete uns den Weg entlang des Sees, ansonsten blieben wir für uns. Das mag am Wochenende sicher anders sein, allein die Skifahrer werden hier nochmal mehr sein. Wer aber wie ich die Ruhe sucht, ist hier unter der Woche für sich.

Am besten fährt man mit dem Auto von München aus über die A8 in Richtung Miesbach, weiter geht es dann über Hausham und den Schliersee in Richtung Spitzingsee. Aber auch der Weg über den Tegernsee lohnt sich. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man mit der Bob und Bus und Bahn fahren, das dauert aber wahrlich länger. Aber manchmal ist der Weg allein ja schon das Ziel.

In diese schöne Ecke Bayerns hatte es uns übrigens wegen des Geburtstags meiner Mama verschlagen. Ein Kurztrip im Januar in den Schnee gehört ja fast schon zur Tradition, diesmal hatten wir aber auch noch einen wunderbaren Anlass. Für zwei Nächte ging’s für uns ins Bachmair Weissach, wo wir das wunderbare Spa nach unserer Schneewanderung auskosteten und uns einfach treiben ließen. Eine wahre Empfehlung, denn auch der Tegernsee an sich ist schon einen Besuch wert.

Disclaimer: Das Hotel haben wir selbst bezahlt, wir haben aber freundlicherweise einen Presse-Rabatt erhalten. 

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