Bag Stories: Die Fendi Baguette Bag

6. April 2015 von in

Fotocredit: Ladenzeile.de

Schuhe und Handtaschen üben aus unerklärlichen Gründen bei uns modeinteressierten Frauen eine Faszination aus. Auch ich kann mich davon nicht ganz frei machen, wenn gleich ich keine meterlangene Schuhregale mit absurd vielen High Heels in meiner Wohnung habe. Aber Sneaker, die könnte ich ohne Ende kaufen, genauso wie ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit neue Designer-Handtaschen-Träumchen entdecke. Fakt ist: Fast jede Frau braucht eine Handtasche. Oder zwei. Oder drei. Ob Jutebeutel, Hobobag oder Mini-Clutch: Irgendeine Handtasche hat dann wohl doch jede Frau in ihrem Schrank. Jedes halbe Jahr bringen die Designer neue potentielle It-Bags auf den Markt, die die alten ablösen sollen. Doch so manche Tasche mausert sich über die Jahre zum Klassiker, sei es wegen ihrer Trägerin, wegen ihres Designs oder der Langlebigkeit ihres Hypes. In unserer neuen Serie Bag Stories gehen wir den Handtaschen-Klassikern auf die Spur. Wie sind die Hypes entstanden? Was macht die Handtasche so besonders? Und wer hat sie getragen?

Loslegen wollen wir heute mit der Baguette Bag von Fendi. Eine etwas ungewöhnliche Tasche, die man vielleicht nicht sofort als Handtaschen-Klassiker auf dem Schirm hat, wie beispielsweise eine Birkin Bag. Die Fendi Baguette Baguette Bag verhalf aber einer ganz bestimmten Frau zu Weltruhm: Sarah Jessica Parker. Denn die Baguette Bag war die erste richtige Designerhandtasche, die Carrie in Sex and the City in der dritten Staffel am Arm baumeln hatte. Mit der Fendi-Tasche war der Sex-and-the-City-Stylistin Patricia Field ein Coup gelungen: Das Modehaus Fendi war das erste, wirklich wichtige, welches der Serie ein Luxusteil auslieh. Zuvor hatte Patricia Fields mit einem sehr eng gestrikten Budget das Styling der vier Damen übernommen – mit Erfolg. Leihgaben von Luxus-Modehäusern waren bis dato nicht üblich. Nachdem Carrie jedoch mehrfach mit der Fendi Bag in der Serie aufgetaucht war, konnte sich Fields nicht mehr vor Anfragen anderer Modehäuser retten: Jeder wollte „Carrie“ seine Designersachen leihen. Die Designersachen, die Sex and the City erst zur absoluten Modeserie der 2000er machten. Somit gilt die Fendi Baguette Bag bis heute als Startschuss einer Designer-Ära in TV-Serien.

Die Fendi Bag eroberte offiziell 1997 die Läden und wurde bis heute in 700 verschiedenen Ausführungen auf den Markt gebracht. Selbst Sarah Jessica Parker verlieh der Fendi Bag ein eigenens Design, neben Künstlern wie Damien Hirst und Jeff Koons. Momentan würde man die Fendi Bag wohl nicht tragen, die kleinen Umhängetaschen erinnern doch sehr stark an Anfang der 2000er. Nichtsdestotrotz ist und bleibt die Fendi Baguette Bag ein Klassiker. Und wer weiß – irgendwann kommt sie bestimmt wieder! Solange schauen wir einfach Sex and the City.

Welche Handtaschen-Klassiker fallen euch noch ein? Ich habe bereits eine Liste, freue mich aber über Vorschläge!

Facebook // Bloglovin // Instagram // Twitter

Sharing is caring

5 Antworten zu “Bag Stories: Die Fendi Baguette Bag”

    • Liebe Nico, natürlich entspricht die Baguette Bag nicht so richtig unserem momentanem Stilempfinden, für mich schreit sie auch 90er/Anfang 2000er. Aber sie ist eine Tasche mit Geschichte, die bis heute jährlich erfolgreich aufgelegt wird. Somit erfüllt sie für mich schon bestimmte Kriterien eines Klassikers, kaufen würde ich sie derzeit aber auch nicht:)

  1. Ganz interessant zu sehen wie wir sagen, dass wir sie „momentan“ nicht kaufen würden… es ist schon interessant wie unser Geschmack von extrensiven Faktoren geprägt, ja sogar gemacht wird und wir Dinge, die wir heute ganz schlimm finden, morgen schon wieder mögen… alles etwas wahllos irgendwie.

    • Liebe Johanna,
      absolut, das ist eben auch der Kreislauf der Mode und des Modewandels. Geschmack wird im Kollektiv geprägt und als schön empfunden, wenn der Einzelne etwas trägt, was der Masse gefällt. Je mehr Leute es tragen, umso mehr wird das Haben-Wollen-Gefühl ausgelöst. Irgendwann löst sich der Einzelne, der den Trend mitgeprägt hat und geht einen neuen Weg, welcher erneut von der Masse nachgeahmt wird. Unser Geschmack passt sich dem an. Das ist nicht zwingend wahllos, sondern das System des Modewandels, wie er seit Jahrhunderten besteht. Deswegen wird die Fendi Baguette Bag – oder ein ähnliches Modell – womöglich auch irgendwann wieder der Masse gefallen, momentan folgt der Großteil der modischen Masse einem anderen kollektiven Geschmack. Aber natürlich gibt es sicherlich andere, denen die Baguette Bag unabhängig vom kollektiven Geschmack gefällt! Liebe Grüße!

    • Bei mir ist das ein bisschen antizyklisch.
      Wenn ich etwas, was ich total mag, an jemandem oder schlimmer -an mehreren anderen- sehe, dann zieh ich es meist nicht mehr gerne an.

      Verliert für mich dann den Reiz des Unikats (obwohl mir schon klar ist, dass nur meine für mich selbst geschneiderten Sachen wirklich unique sind).

      Diese Massenuniformität ist mir irgendwie suspekt. Menschen wollen damit zu Gruppen gehören. Man identifiziert sich mit „seiner Gruppe“ ohne diese zu kennen.

      Klar, man definiert sich schon über Mode – sehr sogar-
      Doch was sagt das aus, wenn man das besitzen möchte, was alle haben?
      Oder so aussehen will wie „alle“ bzw. die Gruppe, die einem zusagt.

      Ich weiss es nicht. Angst vor Ablehnung? Angst aufzufallen?
      Oder möchte man vielleicht lieber die sein, die den Trend macht, um diesem dann davonzulaufen?

      Wie kommt sowas?

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen hast.