Bag Stories: Chanel 2.55

3. Juni 2015 von in

Collage: They all hate us, Fashion Salad

Boy Bag oder 2.55? Handtaschenfreaks stehen derzeit im Hause Chanel wohl vor der schwierigsten Entscheidung. Den absoluten Neuling am Markt, der sich langsam, still und leise zum Bestseller und Klassiker-Anwärter gemausert hat, oder doch den absoluten Überklassiker, wenn’s um Handtaschen geht?

Auch ich würde mir schwer tuen, würde ich nur irgendwann mal im Chanel-Laden stehen und die Qual der Wahl haben. Trotzdem schlägt mein Herz ein kleines bisschen mehr für die Chanel 2.55. Sie ist einfach der Klassiker unter den Handtaschen. Aber bei Preisen über 3000 Euro bleibt das Täschchen erstmal ein Wunschtraum – selbst wenn man eine Chanel-Handtasche heutzutage wohl als Geldanlage betrachten kann.

Während ich mir jahrelang die Frage stellte, woher das 2.55 im Namen kommt, ist die Antwort dank Google mehr als simpel: Es ist das Datum, an dem die Tasche auf den Markt kommt. Im Februar 1955 brachte Chanel die 2.55 in die Läden. Coco Chanel hatte lange von einer Schultertasche geträumt. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte sie an eine Handtasche gedacht, die man nicht – wie gewöhnlich als Dame – in der Armbeuge oder der Hand trug, sondern über die Schulter warf, wie es sonst nur Männer mit ihren Jutesäcken taten. Der Vorteil: Frau hat die Hände frei, kann sie im Gespräch nicht aus den Augen verlieren und stellt sie auch nicht auf den Boden oder verliert sie gar.

Nach dem Krieg, als die Modedesignerin wieder ihre Arbeit aufnahm, war die 2.55 eines der ersten Projekte des Modehauses. Als die 2.55 auf den Markt kam, war sie eine Sensation – da es bisher keine Schultertaschen für Frauen gab. Und bis heute hat sie ihren Sensationscharakter nicht verloren: Wer eine originale Chanel-Tasche trägt, setzt zwar heute keinen gesellschaftlichen Mut mehr, zeigt aber seinem Gegenüber einen absoluten Luxusgegenstand.

Typisch für die 2.55 ist der umgeschlagene Überschlag sowie das Rautenmuster und der Kettenhenkel. Ihr wisst, ich bin kein Freund von Kettenhenkel, aber hier würde ich tatsächlich eine Ausnahme machen. Die Chanel 2.55 wird bis heute von Hand gefertigt. Über 180 Arbeitsschritte sind hier nötig, nur die langjährigsten Täschner dürfen sich ihrer annehmen.

Jedes Jahr bringt Chanel neue, limitierte Versionen der Chanel 2.55 auf den Markt, in verschiedenen Farben oder Stoffen. Aber ehrlich: Wenn eine Chanel 2.55, dann doch erstmal in klassischem Schwarz. Die meisten Vintagemodelle sind ebenfalls begehrt und werden oftmals für einen weitaus höheren Preis verkauft, als sie eingekauft wurden. Ich sag’s ja: Geldanlage!

Während also die Models und Fashionistas sowie Society-Ladys dieser Welt den ultimativen Klassiker tragen, werde ich wohl noch ein bisschen sparen. Andererseits: In 5 Jahren kostet sie wahrscheinlich noch mehr. Trotzdem muss gesagt werden: Über 3000 Euro für eine Tasche ausgeben, ist schon ein ganz klein bisschen verrückt. Andererseits: Das nennt man dann wohl Mode-Leidenschaft-Verrücktheit-Investition oder so.

Wer von euch hat eine Chanel 2.55 daheim? Wie tragt ihr sie? Und wer träumt auch von einer – so hin und wieder?

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14 Antworten zu “Bag Stories: Chanel 2.55”

  1. Die 2.55 Chanel Tasche ist wirklich ein Klassiker. In dem vorderen, früher mit Reißverschluss verschließbarem Fach der Handtasche soll Coco Chanel ihre Liebesbriefe aufbewahrt haben. :) Ich besitze eine 2.55 weiße Paris limited Edition Chanel Tasche. Sie ist mittlerweile ziemlich alt und ich trage sie sehr selten. Die Verarbeitung ist aber wirklich toll!

    Liebe Grüße
    Borislava von http://www.colourclub.at

  2. Die eigentliche 2.55 ist aber die Tasche mit dem Drehverschluss und nicht dem CC Logo. Die, die du abgebildet hast, wurde erst von Karl Lagerfeld „erfunden“ und nennt sich Classic Flap Bag oder Timeless Classic :)
    Trotzdem eine wunderschöne Tasche, die ich auch gerne besitzen würde!

  3. Meine Lieblingstasche mit ganz besonderem Wert. Ich habe sie mir damals zum Masterabschluss gekauft. Meine ist gebraucht und ich hatte ein kleines bisschen Glück :) Die Boy Bag finde ich übrigens auch sehr schön, aber die Preise sind echt zu krass. Dann lieber ’ne neue Kamera :D

    • Liebe Fiona,
      oh ich bin so neidisch. Das wäre auch eine Idee zum Abschluss. Aber wo hast du deine gekauft?:) Vintage wäre bei Chanel definitiv eine Alternative :)
      Liebste Grüße!

  4. Oh ja, der Klassiker unter den Handtaschen. Ich gebe zu: ja, ich hätte auch gerne eine. Aber das ist momentan unmöglich :-/ Klar ist es mit Sicherheit eine „Investition“, aber ganz ehrlich? Wenn ich das Geld hätte, würde ich dann wahrscheinlich lieber davon in den Urlaub fahren. Die Welt sehen bedeutet mir mehr als ein (wenn auch super schönes) Statussymbol ;-)

    • Ja, da hast du absolut Recht :) Für 4000 Euro kann man wunderbar in Urlaub fahren – Reisen sollte definitiv für einen solchen Luxusgegenstand nicht zu kurz kommen! Trotzdem ist sie wunderschön :)

  5. Ich habe mal von einer 2.55 geträumt, mittlerweile möchte ich doch lieber eine WOC haben, für die ich auch ein Sparbuch angelegt habe, sonst wird es nichts mit dem Zurücklegen. ;-)

  6. Ich hab mir die Classic Flap mit goldener Hardware (Medium size) zum Masterabschluss geschenkt, aber wegen der Preiserhöhungen und weil die Warteliste dann doch kürzer war als erwartet, hab ich sie schon während der Thesis bekommen :-)
    Ich hätte irgendwann gerne noch eine Boy und ein WOC mit silberner Hardware, bei der Boy seh ich die Preiserhöhungen aber nicht mehr ein…

  7. Ich habe meine Timeless Medium bei Vestiare Collective gebraucht für 1550 Euro gekauft. Dort kann man nämlich immer ein bisschen handeln. Sie ist ganz klassisch schwarz und von 2004. Also man kann auch Glück haben :-) Hast du dir mittlerweile eine Chanel Tasche gekauft?

    Liebe Grüße, Sarah

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