Cherry Picks #15

28. April 2019 von in

Photocredit: Unsplash, Art perspectives, Fashion Changers 

„Die Mindestanforderung an ein Erlebnis ist nicht einmal seine Nichtalltäglichkeit, Essen zum Beispiel ist ja etwas total Alltägliches. Sondern dass es körperlich oder gar sinnlich erfahrbar ist und damit über den Alltag hinausweist. Und erst durch seine Bildwerdung konstituiert sich das Erlebnis dann als solches, „pics or it didn’t happen“ ist das Mantra der sozialmedialen Gegenwart.“

Erlebnisse sind durch Social Media zum neuen Konsumgut geworden. Ob Essen, Ausflüge, Reisen oder das süße Nichtstun: Seltenheitswert hat das Erlebnis als Erlebnis nur mehr noch, Erlebnisse sind die neue Ware, die es zur Schau zu tragen gilt. Nicht nur, dass sich hier auch die Erlebnisse an sich verschieben – denn das schnöde Kaffeetrinken ist längst nicht so instagrammable wie das Verzehren einer instagram-tauglichen Bowl, auch die Prioritäten verschieben sich. Was streben wir für Erlebnisse an? Jene, die uns im Herzen erfüllen, oder jene, die möglichst viele Likes und Aufmerksamkeit bekommen und der Außenwelt suggerieren, „Ich führe ein erfülltes Leben“?
Ein spannender, sehr wichtiger Text der Zeit zum Thema Ware Erlebnis in Zeiten von Social Media.

Kunst ist etwas, das mein Herz erfüllt. Viel zu schade, dass ich es so selten in Museen und Ausstellungen schaffe. Aber sobald mein Manuskript fertig ist, wird auch endlich wieder mehr Zeit abseits des Laptops verbracht. Wie viel es zu entdecken gibt, hat diese Woche Journelles hervorgehoben und fünf Künstlerinnen im Rahmen der Women in Art vorgestellt. Neidisch blicke ich aufs Gallery Weekend nach Berlin, habe aber nun fünf Frauen auf dem Radar, deren Kunst es zu verfolgen gilt.

Diese Woche war die Fashion Revolution Week! Die Janes erinnerten in diesem Rahmen nochmal an die Petition, die Folkdays-Gründerin Lisa Jaspers vor einem Jahr ins Leben rief: Deutsche Unternehmen sollen per Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden, wenn in ihrer Liefer- und Produktionskette Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Eine wichtige Forderung für einen faireren Umgang in der Bekleidungsindustrie. Mehr zur Petition #fairbylaw findet ihr hier.

 „Haupt lebte, so kann man sagen, ein typisches Neuberliner Leben: viel Bla, viel Lalala, viel Party, viel Reisen mit Handgepäck. Er war bloß in all den Disziplinen des Hedonismus und des süßen Lebens genauer, schärfer, lustiger, brillanter und geistig beweglicher unterwegs als seine Kollegen.“
Moritz von Uslar in seinem Nachruf für Carl Jakob Haupt in der Zeit.

Eine Nachricht hat uns diese Woche sehr betroffen gemacht. Carl Jakob Haupt von Dandy Diary ist im Alter von 34 Jahren an Krebs gestorben. Von der Erkrankung wusste fast niemand in unserer Branche. Umso härter traf uns die Nachricht. Ich habe den bekannten Modeblogger vor Jahren einmal kennengelernt, und war damals schon fasziniert, von seiner ansteckenden Lebensfreude. Jahre später hörte ich den Podcasts von Hotel Matze und war inspiriert von seiner Furchtlosigkeit dem Leben gegenüber und dem völligen Verschreiben der Liebe. Seine Message: Lebt furchtlos, liebt bedingungslos und bereut nichts.
Etwas, das ich jetzt noch mehr beherzigen werde.
In Gedanken sind wir bei seiner Ehefrau Gia, seiner Familie und Freunden. 

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